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Klauengesundheit im Milchviehbetrieb

neu strukturiertes AVA-Klauenseminar mit Dr. Kehler, TiHo Hannover

Die Klauen tragen die Milch

Keine Abgangsursache ist in den letzten 25 Jah­ren so überproportional angewachsen wie Klauen- und Glied­maßenschäden. Mit rund 10 % der abgegangenen Kühe sind Klauen- und Gliedmaßenerkrankungen mittlerweile die dritthäufigste Abgangsursache in milchviehhaltenden Betrieben mit steigender Tendenz. In den meisten Fällen liegen den Lahmheiten Erkrankungen im Bereich der Klaue zugrunde, wobei die Schäden an den Hintergliedmaßen und hier wiederum an den Außenklauen deutlich überwiegen.
Die wirtschaftlichen Verluste sind nicht allein durch die Abgänge bedingt. Wesentlich größer sind die Schäden, die indirekt aufgrund von Schmerzen und eingeschränkter Beweglichkeit entstehen. Verminderte Futteraufnahme und Milchleistung sowie Fruchtbarkeits- und Milchqualitätsprobleme sind die Folgen. Für den Landwirt stehen Behandlungskosten, erhöhter Arbeitsaufwand, reduzierte Milchleistung bzw. Liefersperren aufgrund entstehender Wartezeit, unfreiwillige Abgänge sowie reduzierte Schlachterlöse im Vordergrund.
Für die Zunahme der Klauenkrankheiten werden lapidar primär die geänder­ten Haltungsbedingungen verantwort­lich gemacht und darüber hinaus Zusammen­hänge mit der den Tieren abverlangten Milchleistungen reklamiert. In der Tat muss der stete Anstieg bei den Klauener­kran­kun­gen auf Versäumnisse in der Tierzucht (Zusammenhang von Milchleistung, Grundfutteraufnahme und großrahmigen Tieren ohne Berücksichtigung des Fundamentes), im Stallbau (Berücksichtigung tierartspezifischem Ver­hal­ten bei Liegeboxen, Maße von Gängen, Stall­innenein­richtung und Bodenbeschaf­fenheit) und auf fehlende Anpassungen von Managementmaß­nahmen an die Defizite der Haltungssy­steme (z. B. Klauenpflege, Abschieben von Flächen) zurückgeführt wer­den.

Des Weiteren müssen wir zur Kenntnis nehmen, dass die vom Betriebsleiter registrierten oder gar lediglich im Gedächtnis gebliebenen Lahmheiten zu erheblicher Fehlbeurteilung führen können. Viele Landwirte scheinen sich an lahmende Tiere zu gewöhnen, meist aus Arbeitskräfte- und Zeitmangel und wenden keine objektiven Beurteilungskriterien an. Aber frühzeitiges und fachkundiges Eingreifen ist wichtig.

Es ist heute für jeden Milchviehbetrieb aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr vertretbar, Klauenkranke Tiere ohne tierärztliche Behandlung auszutauschen, Eine Remontierungskuh kostet zwischen 1.500 und 1.800 Euro. Dafür ist die funktionelle und orthopädische Klauenpflege durch den Tierarzt auf jeden Fall für den Landwirt äußerst wirtschaftlich. Verfeinern Sie als bestandsbetreuender Tierarzt von Milchviehherden Ihr Wissen zum Thema Klauengesundheit. Arbeiten Sie mit Ihren erworbenen Kenntnissen, um falsch durchgeführte Klauenpflege, wie wir es sehr häufig in der Praxis antreffen, überhaupt zu erkennen und dann entsprechend zu korrigieren. Sie werden staunen, wie schnell die Kühe durch fachgerechte tierärztliche Behandlung wieder "gesund" auf den Beinen sind.

Termin: 22. - 23. 10. 2010; Beginn 1. Tag: 9:30 Uhr - 17:30 Uhr, Beginn 2. Tag:8.30 Uhr – 16:00 Uhr
Ort: Seminargebäude - Agrar- und Veterinär-Akademie (AVA); Horstmar-Leer
ATF: 13 Stunden
Kosten: 375,00 Euro + MwSt inkl. AVA-Verpflegung (2x3-Gänge-Lunch, Kaffee, Tee, Kaltgetränke ad lib, belegte Brötchen, Kuchen).



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