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Homöopathie in der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung
Ein AVA-Kurs für „Schweinetierärzte“ mit praktischem Teil in einem Ferkelerzeugerbetrieb
Auf dem letzten Tierärztekongress in Leipzig im Januar 2010 nahmen an einer Veranstaltung über Naturheilverfahren in der Tiermedizin über 700 Tierärztinnen und Tierärzte teil.
Das Interesse an Naturheilverfahren in der Tiermedizin scheint doch sehr groß. Kontrovers wurde von Experten über die Wirksamkeit und Nachprüfbarkeit alternativer Verfahren diskutiert.
Dieser Diskussion möchte Dr. med. vet. Klaus Drerup aus Senden, Kursleiter des praktischen AVA-Homöopathiekurses vom 30. und 31. Oktober in der Agrar- und Veterinär- Akademie (AVA), nichts hinzufügen, aber dennoch einige Anmerkungen zur tierärztlich eingeleiteten homöopathischen Behandlung machen: „An Hand eigener tierärztlicher Erfahrungen in der Behandlung von Schweinen unserer herkömmlichen Nutztierpraxis mit homöopathischen Medikamenten möchte ich von erfolgreichen Therapien in Schweinebeständen berichten:
Seit etwa 20 Jahren werden Schweine in unserer Praxis homöopathisch behandelt, und zwar immer dann, wenn eine alternative Therapie sinnvoll und auch möglich ist.
Ein klassisches Einsatzgebiet sind Erkrankungen der Atemwege bei Mastschweinen.
Jeder Therapeut kennt die Situation einer plötzlichen Atemwegserkrankung im Maststall. Besonders ärgerlich sind solche Erkrankungen bei Tieren, die kurz vor der Schlachtung stehen.
Auch wenn bei einigen oral anzuwendenden Antibiotika die Wartezeiten in den letzten Jahren verkürzt wurden, stellen Wartezeiten und Resistenzentwicklung nach wie vor ein ernstes Problem beim Einsatz dieser Medikamente dar. Aktuell hinzugekommen ist die Diskussion um den Einsatz von Tetrazyklinen.
Gerade in solchen Fällen ist die Anwendung von Homöopathika eine hervorragende und erprobte Alternative. Die Vorteile liegen auf der Hand: keine Wartezeiten, keine Rückstände und keine Resistenzen!
Diese Indikation bei Atemwegserkrankungen ist so bewährt und einfach, dass sie selbst für den nicht so homöopathisch erfahrenen Schulmediziner in kurzer Zeit erlernt und beherrscht werden kann.
Ein ebenso bewährtes Einsatzgebiet für die Homöopathie ist die Behandlung von Erkrankungen im Abferkelstall, hier insbesondere des so genannten MMA-Komplexes.
Gerade auf diesem Gebiet haben Landwirtinnen im Kreis Warendorf seit Jahren bewiesen, wie effektiv die Homöopathie ist und wie einfach der Einsatz von Antibiotika reduziert werden kann, wenn Grundregeln einer homöopathischen Behandlung beachtet werden.
An diesem Beispiel wird deutlich, dass die Tierärzteschaft sich schon wieder ein Betätigungsfeld in ihrem ureigensten Bereich von Laien wegnehmen lässt.
Einerseits verweigern die Hochschulen bis heute eine Ausbildung in alternativen Heilmethoden, andererseits erscheint der erleichterte Arzneimittelbezug viele Kollegen davon abzuhalten, sich intensiver mit Heilverfahren wie der Homöopathie zu befassen.
Aber wenn wir Tierärzte unsere Kompetenz vor Ort, d.h. im Stall behalten und beweisen wollen, müssen wir uns auch mit diesen Methoden auseinandersetzen, Verteuflung, Achselzucken oder Desinteresse sind absolut kontraproduktiv. Gerade homöopathische Behandlungen werden sehr stark in der Landwirtschaft propagiert – und dies sollte doch nicht über den Köpfen der Hoftierärzte als eine Art „2. Behandlungsschiene“ zum Einsatz kommen.
Es kann auch nicht sein, dass Volkshochschulen Kurse über alternative Heilmethoden in der Landwirtschaft anbieten!
Wir Tierärzte sollten hier Informationsquelle und Fachmann sein, der verschiedene Heilmethoden kennt und optimal einsetzen, bzw. kombinieren kann.
Besamungstechniker, Klauenpfleger, Fleischbeschauer und Scannerdienste haben längst Betätigungsfelder aus der Tiermedizin besetzt, Tierheilpraktiker folgen.
Ich kann nur empfehlen, die mögliche Scheu vor alternativen Heilmethoden zu überwinden und diese Felder in der Behandlung von Tieren durch Tierärzte zu besetzen. Die Agrar- und Veterinär- Akademie (AVA) bietet nicht zum ersten Mal diese Fortbildungsmöglichkeiten an, um mit überschaubarem Einsatz auch hier in der Alternativmedizin Fachkompetenz zu erwerben.
Homöopathie heißt nicht für Nutztierärzte, dass die Allopathie abzulehnen ist. Im Gegenteil: Die Kombination beider Methoden, Homöopathie und Allopathie, erschließen ein unwahrscheinlich breites Feld von Behandlungsmöglichkeiten für uns Tierärzte. Und ganz zum Schluss, man kann übrigens auch mit dieser Behandlungsmethode Geld verdienen!“.
Im 2-tägigen Kurs werden am ersten Tag (Samstag, 30. Oktober) die theoretischen Grundlagen und Einsatzmöglichkeiten von Homöopathika besprochen und diskutiert (gesetzliche Grundlagen, Krankheitsbilder, Homöopathikaeinsatz und -bezug,…). Die praktische Vorgehensweise eines Bestandsbesuches unter „homöopathischen Gesichtspunkten“ wird anhand von Checklisten vorbereitet. Am 2. Kurstag (Sonntag) wird vormittags ein Ferkelerzeugerbetrieb aufgesucht und anhand der erarbeiteten Checklisten der Betrieb „analysiert“. In der nachfolgenden Analyse des Familienbetriebes nach dem SMART-Prinzip werden Erkrankungsbilder, ganz besonders unter homöopathischen Gesichtspunkten, zusammengetragen und, natürlich neben anderen Aspekten der tierärztlichen Bestandsbetreuung dieses Betriebes, miteinander diskutiert.
Am Nachmittag werden weitere praktische Beispiele tierärztlich homöopathischer Behandlungsmöglichkeiten aus dem Erfahrungsschatz des Kollegen Drerup vorgestellt und mit den Teilnehmern intensiv diskutiert. Nach diesem Kurs werden die teilnehmenden Tierärztinnen und Tierärzte einen „Grundstock“ homöopathischer Behandlungsmöglichkeiten erworben haben, die ab sofort in der täglichen Praxis Einsatz finden können.
Termin: 30. bis 31. Oktober 2010
1. Tag: 9:30 Uhr - 18:00 Uhr, 2. Tag: 8:30 Uhr - 16:00Uhr
Zielgruppe: Tierärztinnen und Tierärzte der Schweinebetreuung, Begrenzte Teilnehmerzahl
Tagungsleitung: Dr. Klaus Drerup, prakt. Tierarzt aus Senden (NRW)
Ort: Seminargebäude der Agrar- und Veterinär-Akademie (AVA); Horstmar-Leer
Kosten:
365,00 € pro Person
ATF-Anerkennung:
13 Stunden; zur Fortschreibung nach SchHaltHygV geeignet
Die Preise verstehen sich zzgl. MwSt. und inkl. AVA-Verpflegung (2x3-Gänge-Lunch, Kaffee, Tee, Kaltgetränke ad lib, belegte Brötchen, Kuchen).
Anmeldung: Agrar- und Veterinär-Akademie (AVA), Tel.: (02551) 7878, Fax: (02551) 834300, eMail: info@ava1.de
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