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Tierärztliche Seminare

Bei unseren Fortbildungen für Tierärzte vermitteln exzellente Referenten aktuelles, fundiertes Wissen, das Veterinäre zum kompetenten Partner der Landwirte macht. Mit praktischen Übungen, Bestandsbesuchen, Fallbesprechungen und Diskussionen bieten diese Seminare die Möglichkeit, praxistaugliches Wissen zu erwerben und dieses künftig gezielt bei der täglichen Arbeit zu nutzen. Unsere Fortbildungen sind in der Regel von der Bundestierärztekammer anerkannt (ATF-Anerkennung gemäß § 10 der ATF-Statuten).

 

Seminare für Tierärzte und Landwirte

Regelmäßig veranstaltet die AVA Seminare und Workshops, in denen Landwirte und Tierärzte zusammen und voneinander lernen. „Auf gleicher Augenhöhe“ werden hier Themen der Tiergesundheit und Co. intensiv besprochen, um Probleme herauszukristallisieren und zu lösen. Abseits des Tagesgeschäftes bieten wir hier ein Forum für den konstruktiven fachlichen Austausch zwischen Veterinären und Landwirten.

Abzocke oder Mehrwert? Investoren übernehmen Tierarztpraxen

Veröffentlicht am: 18.06.2022 14:57:42
Kategorie : Allgemein , Wichtige News

17.06.2022 - Immer mehr Tierarztpraxen und Kliniken sind in Investorenhand. Große Konzerne wie Mars oder Nestle kaufen sie in großem Stil auf. Auch in Würzburg, Bamberg oder Nürnberg ist das passiert. Mit Folgen für Herrchen und Frauchen.

Es ist ein gewaltiger Wandel, der jetzt gerade in der Tiermedizin abläuft - und das unbemerkt von den meisten Tierbesitzern. Denn Global Player wie Mars oder Nestle kaufen Tierarztpraxen und Tierkliniken in großem Stil auf. Hinter Namen wie Evidensia oder Anicura stehen große Investoren, die den Wachstumsmarkt mit den Fellnasen für sich entdeckt haben. Auch in Franken sind Kliniken in Würzburg, Bamberg oder Nürnberg von Ketten übernommen worden. Was in der Humanmedizin längst gang und gäbe ist, gilt jetzt also auch immer mehr in der Tiermedizin.

Investoren vor allem im Kleintierbereich aktiv

Der Tierarzt, der rund um die Uhr für seine vierbeinigen Patienten da ist und das sieben Tage in der Woche, ist ein Klischee. Die Realität sieht vielerorts inzwischen anders aus, weiß Tierarzt Peter Schieber aus Ottensoos, der die Tierärztekammer in Mittelfranken vertritt.

"In Nürnberg und Dinkelsbühl sind inzwischen Tierkliniken von Ketten übernommen worden. Das passiert im Kleintierbereich, bei Großtieren sind wir in Franken noch autark. Doch die Entwicklung geht in diese Richtung." Peter Schieber, Tierärztekammer Mittelfranken

Ein Grund dafür ist, meint Schieber, dass sich immer weniger junge Studienabgänger selbständig machen und niederlassen wollten.

Zum Artikel: Zecken-Zeit: So schützen Sie Ihr Haustier

Weniger Tierärzte, mehr Tiere

Als Vertreter der Tierärztekammer sieht Schieber diese Entwicklung hin zum Medizinkonzern differenziert. "Wir haben hier ein lachendes und ein weinendes Auge, denn die Gewinne, die in der Tiermedizin durchaus zu machen sind, werden damit von den Ketten abgeschöpft. Andererseits bieten die natürlich ihren Angestellten auch die Möglichkeit, beispielsweise Teilzeit zu arbeiten."

Die Erwartungen und Bedürfnisse der jungen Ärzte wandeln sich: Rund 87 Prozent der Absolventen der fünf tierärztlichen Hochschulen in Deutschland sind weiblich, die wenigsten davon streben eine eigene Praxis an. Viele wollen lieber eine Festanstellung, keine unternehmerische Verantwortung und möglichst wenig Notdienst. 1.200 Absolventen gibt es etwa jedes Jahr. Der Bedarf an NachwuchsT wäre deutlich höher.

Teure Therapien werden Standard

Dazu kommt, dass die medizinische Entwicklung rasant fortgeschritten ist und heute CT oder MRT zum Standard gehören. Geräte, die sich ein Einzelkämpfer in seiner Praxis vielleicht nicht gleich anschafft. Kerstin Baer, Fachtierärztin für Pferde in Oberfürberg, berichtet von den wachsenden Ansprüchen an die Veterinäre: "Vom Tierarzt wird inzwischen erwartet, dass sofort eine komplette Diagnose und Therapie stattfindet. Dabei findet auch bei uns immer mehr Spezialisierung statt."

Über 50 Tierkliniken in Investorenhand

Und hier kommen die Ketten ins Spiel, die allein aufgrund ihrer Größe und Finanzkraft oft modernste Geräte und Therapiemöglichkeiten bieten. Einerseits ein plus, meint Tierärztevertreter Schieber. Doch etliche Veterinäre sehen das sehr kritisch, denn diese Geräte müssen sich schließlich bezahlt machen und im Netz stehen massenweise miese Bewertungen von Kliniken, die zu Ketten gehören. Von Abzocke und Behandlung wie am Fließband ist die Rede. In einigen Regionen gibt es schon keine Alternativen mehr, mehr als 50 Tierkliniken sind inzwischen in Investorenhand.

Abzocke und Behandlung am Fließband?

Auch die Erfahrung der Tierärztekammer ist, dass die Gebührenordnung der Tierärzte bei Klinikketten eher nach oben ausgelegt wird. Alle müssten sich an die GOT, die Gebührenordnung für Tierärzte, halten, aber dürften den mehrfachen Satz verlangen oder auch freie Honorarvereinbarungen treffen.

"Unsere Erfahrung ist, dass Klinikketten eher am oberen Rand der GOT abrechnen und der einzelne Tierarzt wegen Empathie zu Tier und Besitzer eher am unteren Rand." Peter Schieber, Tierärztekammer Mittelfranken

Die Investoren wollen Rendite sehen. Und die ist bei der wachsenden Anzahl der Tiere gesichert. Mehr als eine Million Haustiere kam seit Corona geschätzt im Deutschland dazu. Außerdem gibt es immer mehr Tierhalter, die eine Krankenversicherung abschließen und damit auch höhere Honorare bezahlen. "Der Umsatz der Tierarztpraxen in Deutschland ist 2021 um 10 Prozent gestiegen", so Schieber. Ein Konzern wie Mars schöpfe da die Gewinne ab. Eine Rendite von fünf Prozent reiche dem Konzern.

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