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Agrar- und Veterinär- Akademie (AVA) fordert Klarheit für die Schweineproduktion

Veröffentlicht: 04.10.2017 15:28:09
Sektion: Allgemein

Agrar- und Veterinär-Akademie (AVA) fordert Klarheit für die Schweineproduktion 

Landwirte und Tierärzte dürfen nicht im Regen stehen. Deshalb bietet die Agrar- und Veterinär-Akademie (AVA) eine zweitägige Veranstaltung am 19. und 20. Oktober mit der NRW-Landwirtschaftsministerin Christina Schulze Föcking zum Thema „Baustellen in der Schweineproduktion“ an. Landwirte, Tierärzte, Berater, Studenten, Doktoranden…, sind dazu herzlich eingeladen.

Die Schweineproduktion steht mehr oder weniger in der Kritik. So kommt u.a. ein Gutachten (im Frühjahr von Greenpeace beauftragt-) zum Ergebnis, dass „die gegenwärtige Mastschweinehaltung (so, wie sie in der Tierschutznutztier-haltungsverordnung reglementiert ist) gravierend gegen das Tierschutzgesetz verstoßen würde“. Auch der Senat des Landes Berlin will die bundesrechtlichen Vorschriften zur Haltung von Schweinen in Deutschland vom Bundesverfassungsgericht überprüfen lassen, wie kürzlich bekannt wurde. „…Die Bedingungen in vielen deutschen Schweineställen verstoßen gegen das Tierschutzgesetz und auch gegen die Verfassung“, so Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne). Und das so genannte Magdeburger Urteil zur Haltung von abgesetzten Sauen in Kastenständen (von November 2016) lässt Tierhalter und Tierärzte derzeit gefühlt im Regen stehen. Dazu kommt das Schwanzkupierverbot ab 2019, was sowohl in der Zucht als auch in der Mast genügend Probleme bereitet, denn „DIE“ Standardlösung gibt es leider noch nicht. Weitere Kritik folgt beim Arzneimitteleinsatz in der Schweineproduktion. Der „One Health Gedanke“ scheint  uns in der Tierproduktion Arbeitenden gerne die Ursachen der Resistenzbildungen in die Schuhe schieben zu wollen, dabei sind es insbesondere die Tierärzte, die hinter den Forderungen der so genannten Antibiotic Stewardship, also der Maßnahme zur Gewährleistung einer optimalen antibakteriellen Pharmakotherapie/Antibiotikatherapie stehen. 

Landwirt und Tierarzt zu sein, ist in diesen Zeiten sehr schwierig. Alle sind gleichermaßen sehr bemüht, den neuen Anforderungen von Politik und der Gesellschaft  gerecht zu werden, nur reicht "bemüht Sein" offensichtlich in der komplexen Thematik offensichtlich nicht mehr.

Agrarier und Veterinäre fordern eine klare fachliche Positionierung, die auch vor den gesellschaftlichen und moralisch-ethisch Forderungen nicht die Augen verschließt, um die Entwicklung in Sachen Haltungsanforderungen und Co. auch fachlich fundiert mit beeinflussen zu können. 

In einer 2-tägigen Veranstaltung der Agrar- und Veterinär-Akademie (AVA) am 19. und 20. Oktober 2017 im münsterländischen Horstmar-Leer wird über praktikable Lösungsansätze und Lösungen „unserer Baustellen in der Schweineproduktion“ diskutiert, damit Landwirte und Tierärzte den gesetzlichen Forderungen auch mittel- und langfristig nachkommen können, um sowohl dem Tierschutz als auch der Betriebsökonomie gerecht zu werden. Fortschrittliche Landwirte, die weiter in moderne Einrichtungen zur Schweinehaltung  investieren wollen, sind momentan total verunsichert. Eine Planungssicherheit für die Zukunft scheint momentan in den Sternen zu stehen. Die nordrheinwestfälische Landwirtschaftsministerin Christina Schulze Föcking wird über die politischen Möglichkeiten der zukünftigen Schweineproduktion aktiv in dieser Veranstaltung der Agrar- und Veterinär- Akademie (AVA) in die Diskussion mit den Teilnehmern Stellung beziehen. Weitere Informationen und die Anmeldeformalia zur Tagung  finden  Sie hier.

AVA-Fortbildungen helfen Arzneimittel einsparen: Hier Workshop für Tierärzte mit praktischen Übungen im Stall

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