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Tierärztliche Seminare

Bei unseren Fortbildungen für Tierärzte vermitteln exzellente Referenten aktuelles, fundiertes Wissen, das Veterinäre zum kompetenten Partner der Landwirte macht. Mit praktischen Übungen, Bestandsbesuchen, Fallbesprechungen und Diskussionen bieten diese Seminare die Möglichkeit, praxistaugliches Wissen zu erwerben und dieses künftig gezielt bei der täglichen Arbeit zu nutzen. Unsere Fortbildungen sind in der Regel von der Bundestierärztekammer anerkannt (ATF-Anerkennung gemäß § 10 der ATF-Statuten).

 

Seminare für Tierärzte und Landwirte

Regelmäßig veranstaltet die AVA Seminare und Workshops, in denen Landwirte und Tierärzte zusammen und voneinander lernen. „Auf gleicher Augenhöhe“ werden hier Themen der Tiergesundheit und Co. intensiv besprochen, um Probleme herauszukristallisieren und zu lösen. Abseits des Tagesgeschäftes bieten wir hier ein Forum für den konstruktiven fachlichen Austausch zwischen Veterinären und Landwirten.

Antibiotika auf Teufel komm´ raus

Veröffentlicht am: 23.03.2018 08:32:21
Kategorie : Allgemein , Pferde , Rinder , Schweine

Eigentlich erwartet der Verbraucher jetzt eine Meldung aus der so genannten "Massentierhaltung", denn angeblich "werden hier massenweise Antibiotika eingesetzt, da die "armen Tiere" sonst nicht überleben könnten....". Aber diese Studie kommt aus der Humanmedizin, der Kinderheilkunde.

Forscher der Uni Freiburg haben die Arzneidaten von 6.818 Heranwachsende aus 41 Ländern analysiert, mit folgendem Ergebnis:

 Nahezu ein Drittel aller weltweit an Kinder verabreichten Antibiotika, die in Krankenhäusern verabreicht werden, sollten mögliche Infektionen verhindern, also prophylaktisch eingesetzt werden; nicht aber um eine Krankheit zu behandeln. Dies ist das Fazit einer Forschergruppe der Universität Freiburg.  Die meisten Antibiotikagaben waren Breitbandantibiotika oder Kombinationen von Antibiotika, die auch noch über einen längeren Zeitraum verabreicht wurden. Stichwort:  Ausbildung resistenter Bakterien und dadurch Forcierung gegen Antibiotika resistente Infektionen. beschleunigen. Laut Studienautor Markus Hufnagel handelt es sich dabei um die übermäßige Nutzung von Antibiotika. Die Wissenschaftler hoffen, dass durch die im "Journal of the Pediatric Infectious Diseases Society" veröffentlichten Ergebnisse eine bessere Sensibilisierung im Gesundheitswesen. Diese übermäßige Verschreibungspraxis widerspricht den derzeitigen Empfehlungen für einen angemessenen Antibiotikaeinsatz. Lesen Sie hier weiter....

AVA-Kommentar:

Was nützt uns der Gedanke von „One Health“, wenn die Humanmedizin nicht mitzieht und weiterhin Antibiotika (auch Reserve-AB) im Übermaß verschreibt. Bei den Schuldzuweisungen der Resistenzbildungen sind die Humanmediziner auch nicht bange, denn in deren Augen ist die Landwirtschaft schuld, die von Tiermedizinern mit AB ohne Ende für ihre Tierbestände versorgt werden. (z.B. sagt das der Chef der kassenärztlichen Vereinigung in einem Interview, 2016).

In der Nutztierhaltung wurde seit 2012 der Antibiotikaeinsatz um mehr als 50% reduziert. ZU jeder Verschreibung gehört die Untersuchung des Patienten Tier – ab März 2018 auch die in der Tierärztliche Hausapothekenverordnung (TÄHAV) genau definierte klinische Untersuchung, wie auch ein gesetzlich vorgeschriebener Resistenztest. Der Terminus technicus „Antibiotic Stewardship“ ist jedem Tierarzt bekannt und wird auch in jeder veterinärmedizinischen Therapie beachtet.

Wenn Sie „bakteriell“ erkranken und zum Arzt gehen, wird eine Keimbestimmung und ein Resistenztest gemacht, bevor Sie Antibiotika verschrieben bekommen? ……

Hier ist noch viel zu tun in der gemeinsamen Anstrengung des One Health Gedankens.

Prof. Dr. Karsten Becker, Humanmediziner an der Uni Münster, hält im Rahmen der 18. AVA-Haupttagung in Göttingen vom 11. bis 14. April 2018 in der gemeinsamen Sektion einen Vortrag mit dem Thema „One World, One Health – LA-MRSA aus Sicht der Humanmedizin“. 

Sie sehen, die Agrar- und Veterinär-Akademie (AVA) kümmert uns um den One Health Gedanken. Hoffentlich ziehen die „viel zu viel“ AB verschreibenden Humankollegen, wie die Studie aus Freiburg zeigt, mit.

..auch wenn es "Viele" uns einreden wollen: Wir Tierärzte sind nicht alleinig zu Verurteilende was AB-Resistenzen angeht. Jeder Mediziner muss sich auch an die eigene Nase greifen und nicht auf die Veterinärmedizin  draufhauen, was Mediziner gerne tun, da Tierärzte sich kaum wehren..... 

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