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„Bauern sind keine Tierquäler“

Veröffentlicht am: 02.12.2022 09:33:32
Kategorie : News , Rinder

02.12.2022 - Der Schauspieler Hannes Jaenicke kritisiert die deutschen Tierhalter. Joachim Rukwied, der Präsident des Bauernverbandes, widerspricht: Jaenicke sei uninformiert. 

Der Schauspieler Hannes Jaenicke versetzt die deutschen Bauern in helle Aufregung. Mit drastischen Aussagen zu den Haltungsbedingungen von Kühen und der Milchproduktion in verschiedenen Interviews, auch in dieser Zeitung, provoziert der 62-Jährige heftigen Widerspruch. Auch von Bauernpräsident Joachim Rukwied.

Hannes Jaenicke behauptet, kein Tier werde so gequält wie Milchkühe. Was entgegnen Sie?

Joachim Rukwied: Da ist er offensichtlich komplett uninformiert. Unsere Bauern sind keine Tierquäler. Im Gegenteil. Seit Generationen gehören Tiere zu unseren Höfen. Wir Bauern erzeugen hochwertige, heimische Lebensmittel, die Mittel zum Leben für unsere Bevölkerung. Gleichzeitig setzen wir immer mehr Tierwohl in den Ställen um, betreiben Klimaschutz und setzen uns für die Artenvielfalt ein.

Im vergangenen Jahr haben pro Tag sechs Milchbauern ihren Betrieb aufgegeben – insgesamt über 2100. Was macht dieser wirtschaftliche Druck mit den Betrieben?

Die wirtschaftliche Situation in der Landwirtschaft ist seit Jahren angespannt. Die Erzeugerpreise waren lange Zeit im Keller, aktuell sind die Kosten für Futter, Energie und Düngemittel extrem in die Höhe gegangen. Milch und Fleisch sind wertvolle Lebensmittel, die mehr Wertschätzung brauchen. Das muss sich auch weiterhin in höheren Preisen ausdrücken. Wer mehr Tierwohl in Ställen fordert, muss auch bereit sein, mehr Geld dafür auszugeben. Ohne diesen gesellschaftlichen Konsens wird es nicht gehen.

Importieren deutsche Landwirte zu viel Soja aus Südamerika?

In der Rindviehhaltung spielt Soja als Futter keine Rolle. Die deutschen Bauern decken den Futtermittelbedarf ihrer Tiere zu über 90 Prozent aus heimischer Erzeugung. Immer mehr Landwirte setzen darauf, dass die wichtigen Eiweißpflanzen wie Soja und Ackerbohnen aus regionalem Anbau stammen, denn über 80 Prozent der deutschen Milch wird GVO-frei (ohne Gentechnik) produziert und ist auch entsprechend gekennzeichnet. Die Rinderhaltung trägt zudem zum Erhalt des klimaschützenden Grünlands bei. Denn nur Wiederkäuer sind in der Lage, das wertvolle Grünland in hochwertige Lebensmittel wie Milch, Käse und Fleisch zu verwandeln. Um es deutlich zu sagen: Wir Menschen können kein Gras essen.

Was tun die deutschen Landwirte konkret, um das Wohlbefinden ihrer Tiere zu verbessern?

Unseren Tieren geht es bereits jetzt sehr gut. Die meisten Kühe leben in offenen, hellen und modernen Ställen. Sie können sich frei bewegen, haben viel Platz und nutzen unterschiedliche Wellnessangebote wie beispielsweise Kuhbürsten. Jeder neue Stall ist zudem ein großer Beitrag zu mehr Tierschutz und Tierwohl. Bereits seit einigen Jahren liegt ein Konzept zum Umbau der Tierhaltung vor, das wir weiterhin unterstützen. Die deutschen Bauern wollen das Tierwohl weiter ausbauen. Jetzt ist die Politik gefragt, die Finanzierung endlich gesichert auf den Weg zu bringen.

Haben Sie eigentlich noch einen Überblick über all die verschiedenen Siegel im Lebensmitteleinzelhandel?

Wir haben den Dschungel an Siegeln in der Vergangenheit immer wieder kritisiert. Deshalb hat der Deutsche Bauernverband eine verpflichtende Haltungs- und Herkunftskennzeichnung gefordert, die diesen Namen auch verdient. Das würde echte Transparenz schaffen und den Konsumenten zeigen, wie sie beim Einkauf die regionale Landwirtschaft gezielt unterstützen können.

Die jetzt auf den Weg gebrachte Haltungskennzeichnung hat deutliche Schwachstellen und Lücken, mit denen die angestrebte Wirkung nicht nur verfehlt, sondern in Teilen sogar konterkariert wird. Beispielsweise ist die Sauenhaltung nicht berücksichtigt. So können betäubungslos kastrierte Ferkel weiter aus dem Ausland in den heimischen Markt importiert werden und würden dennoch das Tierwohllabel erhalten. Dies ist eine Einladung zur Verbrauchertäuschung.

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