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Tierärztliche Seminare

Bei unseren Fortbildungen für Tierärzte/-innen vermitteln exzellente Referenten/-innen aktuelles, fundiertes Wissen, das Veterinäre zum kompetenten Partner der Landwirte/-innen macht. Mit praktischen Übungen, Bestandsbesuchen, Fallbesprechungen und Diskussionen bieten diese Seminare die Möglichkeit, praxistaugliches Wissen zu erwerben und dieses künftig gezielt bei der täglichen Arbeit zu nutzen. Unsere Fortbildungen sind in der Regel von der Bundestierärztekammer anerkannt (ATF-Anerkennung gemäß § 10 der ATF-Statuten).

 

Seminare für Tierärzte/-innen und Landwirte/-innen

Regelmäßig veranstaltet die AVA Seminare und Workshops, in denen Landwirte/-innen und Tierärzte/-innen zusammen und voneinander lernen. „Auf gleicher Augenhöhe“ werden hier Themen der Tiergesundheit und Co. intensiv besprochen, um Probleme herauszukristallisieren und zu lösen. Abseits des Tagesgeschäftes bieten wir hier ein Forum für den konstruktiven fachlichen Austausch.

Bedarfs- und klimagerecht Wiederkäuer füttern

Veröffentlicht am: 25.01.2023 13:58:40
Kategorie : News , Rinder

25.01.2023 - Der Klimawandel und seine Eindämmung gehen jeden etwas an, auch den Rinderhalter. Immer deutlicher bekommt er dies bei der Futterbereitstellung und der Fütterung selbst zu spüren. Die Herausforderung besteht sowohl in der ausreichenden Versorgung der Tiere als auch in einer emissionsmindernden Fütterung.

Der Deutsche Wetterdienst dokumentiert aktuell eine Verfrühung des Vegetationsbeginns von zwei bis drei Wochen im Vergleich zum Referenzzeitraum 1961– 1990. In den Höhenlagen ist der Effekt größer, womit die Alpen und die höheren Mittelgebirge besonders betroffen sind. Die globale Klimaerwärmung beträgt aktuell etwa 0,8 Grad Celsius im Jahresdurchschnitt. Gleichzeitig beträgt der Temperaturanstieg im Alpenraum ca. 1,6 Grad Celsius (Quelle: Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik, Wien*). Dies führt zu einem erheblich früheren Vegetationsbeginn und einem deutlichen Anstieg des Biomassezuwachses insbesondere auf den Almen und Alpen. Durch die Verschiebungen der Luftdruckschichten verändern sich unter anderem die globalen Windsysteme, die Verteilung der Niederschläge, die Niederschlagsmengen und die Niederschlagshäufigkeit. Eine stärker ausgeprägte Sommertrockenheit ist die Folge. Die Anzahl der Hitzetage (> 30 Grad Celsius) hat sich gegenüber dem Referenzzeitraum verdoppelt. Neben verstärktem Hitzestress tritt auch eine erhöhte Sonneneinstrahlung auf. Der Klimawandel beeinflusst somit die betriebliche Futtererzeugung und kann das Nutztier insbesondere über Hitzestress belasten.

Mehr Vorratsdenken in der Futterwirtschaft

Als genereller Grundsatz gilt, dass die Tiere auch bei Futterverknappung aus Gründen der Tiergesundheit und der Wirtschaftlichkeit ausgefüttert werden müssen. Dieser Futterbedarf muss über die eigenbetriebliche Versorgung und den Zukauf von fehlenden Einzel- und Mischfuttermitteln gedeckt werden. Negative Folgen des Klimawandels sind Einbußen im Ertrag durch Trockenheit und stärkere Streuungen bei den Erntemengen und -qualitäten. Weiter verstärken Überflutungen, Hagel und höhere Temperaturen die Verluste auf dem Feld und im Lager. Maßnahmen, die die Futtergrundlage im landwirtschaftlichen Betrieb sichern können, zeigt die Tabelle.

Schule und Beratung sind hier wichtige Instrumente, um die angeführten Maßnahmen erfolgreich zu etablieren. Das Wissen dazu und abgestimmte Empfehlungen zur Verbesserung der Grobfutterwirtschaft sind z. B. im „Praxishandbuch Futter- und Substratkonservierung“ aus dem DLG-Verlag vorhanden. Eine Minderung der Verluste beim Grobfutter im Mittel der Betriebe von derzeit ca. 25 auf 15 %-Punkte ist realistisch.

Zur Erleichterung der Arbeitswirtschaft bietet sich dabei eine Nutzung der Digitalisierung wo sinnvoll an. Hilfreich wäre auch eine stärkere Einbindung der Futterwirtschaft in die einzelbetriebliche Förderung, z. B. beim Bau von Siloanlagen oder bei der Beschaffung digitaler Hilfsmittel. Unterschiede in der Grobfutterversorgung könnten auch über Futterbörsen leichter ausgeglichen werden. Bei Futtermangel muss der Tierfütterung unbedingt der Vorzug vor einer Energieerzeugung über Biogas gegeben werden. Konsequent wäre deren vorübergehende Abstellung bei regionalem Futtermangel.

Sicherung der Nährstoffversorgung bei Hitze

Hitze beeinträchtigt die Futteraufnahme. Deshalb muss alles darangesetzt werden, die Nährstoffaufnahme der Rinder zu sichern. Erste Voraussetzung hierfür ist eine gute Futterqualität. Nach den bereits oben erwähnten Maßnahmen bei der Silierung gilt es, bei der Futterentnahme und der Futtervorlage ein Warmwerden des Futters zu verhindern. Dabei können geprüfte Zusätze zur Stabilisierung der Mischration helfen. Ein täglich frisches Anmischen sollte obligatorisch sein. Dabei ist auf eine gleichmäßige Mischung der Ration und einen optimalen TM-Gehalt der Ration zu achten. Dieser sollte zwischen 38 und 42 % liegen und kann notfalls auch mit Wasserzusatz hergestellt werden. Bei Hitze verschiebt sich die Futteraufnahme in die kühleren Tageszeiten, wobei die Tiere dann bis zu 60 % nachts aufnehmen. Der Futtertisch darf deswegen abends nicht leer sein – nachschieben ist obligatorisch! Bei einer Halbtagsweide sollte in der heißen Zeit deswegen auch auf eine Nachtweide übergegangen werden.

In der Rationsoptimierung gilt es, bezüglich der Strukturversorgung den Spagat zwischen Wiederkäuergerechtheit und Wärme- bzw. Methanproduktion zu schaffen. Die Grenzen von mindestens 28 % aNDFom aus dem Grobfutter und maximal 25 % pansenabbaubaren Kohlenhydraten in der TM der Gesamtration müssen trotzdem eingehalten werden. Günstig sind hier Futtermittel, die die Energie über leicht verdauliche Zellwandbestandteile (Pektine) bringen, wie. z. B. Pressschnitzelsilage, Trockenschnitzel oder Biertrebersilage und Futtermittel mit hohem Gehalt an pansenstabiler Stärke (z. B. Körnermais). „Spezialfuttermittel“ wie Lebendhefen, Natriumbicarbonat etc. können hier unterstützend wirken. Nicht nur im Sommer – aber besonders dann – ist das Hauptaugenmerk auf eine gute Wasserversorgung zu legen. Wasser ist nicht nur für lebenswichtige Abläufe im Körper unverzichtbar, sondern dient auch der Wärmeregulation. Qualität und Quantität – eine Kuh säuft im Sommer 150 l/Tag und mehr – sind hier zu beachten. Eine tägliche Kontrolle der Tränke auf Sauberkeit und genügend Wassernachlauf sollte selbstverständlich sein. Einzeltränken sollten einen Wassernachlauf von mindestens 15–20 l/Minute, Trogtränken von mindestens 60–80 l/Minute haben. Der Kuh zuliebe sollte der Rand der Tränke nicht mehr als 70 cm über der Lauf-/Stehfläche liegen.

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