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Tierärztliche Seminare

Bei unseren Fortbildungen für Tierärzte vermitteln exzellente Referenten aktuelles, fundiertes Wissen, das Veterinäre zum kompetenten Partner der Landwirte macht. Mit praktischen Übungen, Bestandsbesuchen, Fallbesprechungen und Diskussionen bieten diese Seminare die Möglichkeit, praxistaugliches Wissen zu erwerben und dieses künftig gezielt bei der täglichen Arbeit zu nutzen. Unsere Fortbildungen sind in der Regel von der Bundestierärztekammer anerkannt (ATF-Anerkennung gemäß § 10 der ATF-Statuten).

 

Seminare für Tierärzte und Landwirte

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Bienensterben ...

Veröffentlicht am: 26.11.2018 14:30:03
Kategorie : Allgemein , Pferde , Rinder , Schweine

Der Film „More than Honey“ von Markus Imhoff (Uraufführung Herbst 2012) ist nun in der 3sat Mediathek zu sehen: "More than Honey"

In der Filmminute 45:29 spricht Markus Imhoof diesen Text: „Nach dem Stress der Reise werden die Bienen aufgefüttert mit Zuckerwasser, vermischt mit Antibiotika. In ganz Europa, Nordamerika und China kann heute keine Honigbiene mehr ohne Medikamente überleben“.

Hier wird gezielt der Eindruck erweckt, es würde überall eine Antibiotikabehandlung durchgeführt. Regisseur Markus Imhoof wussste genau, dass in der EU keine Antibiotika bei Bienen angewendet werden. Vor dem Filmstart sagte er in einem Interview mit DerStandard Wien: "Antibiotika sind für die Bienen bei uns verboten, aber in ganz Europa, Nordamerika und China kann keine Honigbiene ohne chemische Hilfe durch den Menschen überleben. Das ist im besten Fall Ameisensäure oder Oxalsäure, was aber eine kleine Chemotherapie für die Bienen bedeuten kann. Je nach Temperatur verdampfen die Säuren unterschiedlich stark und können, wenn es zum Beispiel zu warm ist, Schäden an der Brut anrichten." siehe dazu den Bericht

Immerhin wurden in dem Interview aus "Medikamenten" plötzlich "chemische Hilfen". So ganz wohl scheint es ihm bei der eingangs beschriebenen Behauptung nicht zu sein. Banal: ohne "chemische Hilfen" gäbe es die meisten von uns nicht, wären wir 150 Jahre zurück – aber er nutzt hier den Öko-Frame „böse Chemie“. Was der Regisseur als "kleine Chemotherapie" bezeichnet, sind biologische Behandlung mit ätherischen Duftstoffen und organischen Säuren, zugelassen auch für Bio-Imker. Nicht toll für die Bienen, aber noch weniger toll für die Milben, aber die Bienen ergreifen nicht die Flucht aus dem Stock. Chemotherapien dagegen sind Behandlungen mit hoch wirksamen, meist aggressiven, Medikamenten aus den Labors der Pharma-Forschung, die große Nebenwirkungen haben, an denen viele Menschen schon gestorben sind, aber die mehr Leben verlängern als verkürzen. Dieser Vergleich ist typisch für das falsche Pathos in dem Werk. Einer der rhetorischen Tricks in diesem Volksverblödungskunstwerk.

In der ganzen EU wird keine Biene mit Antibiotika behandelt. Es gibt keine Zulassung für Antibiotika bei Bienen. Fast alle Bienen in der EU bekommen in ihrem kurzen Leben (im Sommer nur rund ein Monat) nie eine Medizin gefüttert. Hauptkrankheitsursache ist heute eine Schwächung der Bienen durch die Varroa-Milbe. Wenn man was sagen könnte, dann, dass in Europa die meisten Bienenvölker ihr Leben der Bekämpfung der Milbe und einer strikten Hygiene und Kontrolle der Bienenstöcke verdanken, aber das passiert nicht über klassische Medikamente, sondern, bei Konvi- und Biobetrieben gleichartig, über eher als „Putzmittel“ zu bezeichnende Mittel wie die organischen Säuren:

1) Träufelbehandlung mit Oxalsäure -
2) Sprühbehandlungen mit Milchsäure -
3) Verdunstung von (oder mit Wisch-Tuch säubern) Ameisensäure oder Thymol (Thymol ist ein Bestandteil der ätherischen Öle aus Ajowan, Thymian, Oregano und dem Bohnenkraut). 

Diese natürlichen Mittel sollen die kleinen Milben auf den Bienen und im Stock in geschickt gewählten, genau einzuhaltenden, Zeiträumen reduzieren. Darum ist eine Bienenhaltung ohne Schulung eher eine Gefahr für Bienen als dass man "was für Bienen tut".

gk

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Lesen Sie den Beitrag vom 12.11.2018 der AVA über "Das Bienensterben - Betrug (Fake News) oder Wahrheit"

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