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Tierärztliche Seminare

Bei unseren Fortbildungen für Tierärzte vermitteln exzellente Referenten aktuelles, fundiertes Wissen, das Veterinäre zum kompetenten Partner der Landwirte macht. Mit praktischen Übungen, Bestandsbesuchen, Fallbesprechungen und Diskussionen bieten diese Seminare die Möglichkeit, praxistaugliches Wissen zu erwerben und dieses künftig gezielt bei der täglichen Arbeit zu nutzen. Unsere Fortbildungen sind in der Regel von der Bundestierärztekammer anerkannt (ATF-Anerkennung gemäß § 10 der ATF-Statuten).

 

Seminare für Tierärzte und Landwirte

Regelmäßig veranstaltet die AVA Seminare und Workshops, in denen Landwirte und Tierärzte zusammen und voneinander lernen. „Auf gleicher Augenhöhe“ werden hier Themen der Tiergesundheit und Co. intensiv besprochen, um Probleme herauszukristallisieren und zu lösen. Abseits des Tagesgeschäftes bieten wir hier ein Forum für den konstruktiven fachlichen Austausch zwischen Veterinären und Landwirten.

Das Ausstiegsdatum zur betäubungslose Kastration rückt näher

Veröffentlicht am: 22.03.2018 08:35:35
Kategorie : Allgemein , Pferde , Rinder , Schweine

Es ist nicht mehr lange hin, dann darf nicht mehr betäubungslos kastriert werden. Der 31.12.2018 kommt auf uns zu.

Welche Möglichkeiten hat nun der Ferkelerzeuger, den gesetzlichen Anforderungen in Sachen Ferkelkastration nachzukommen? Es werden vier Alternativen diskutiert, die im Grunde dem Tierschutz der männlichen Ferkel nicht entsprechen. Dies wurde ausgiebig beschrieben und auch in der NUTZTIERPRAXIS AKTUELL (NPA) veröffentlicht (Ausgabe 57, Juni 2017, S.25ff).

Es zeichnet sich ab, dass die Ebermast sich nicht durchsetzen wird – wie drückten es bayerische Schlachtereien sehr deutlich aus: „Schweine mit Eiern schlachten wir nicht…“. Und die Immunokastration wird als „Hormonkastration“ degradiert, obwohl dies fachlich absoluter Unsinn ist. Der Verbraucher möchte (angeblich) dies nicht, (könnte doch die Virilität leiden). Aufklärung täte Not, denn betrachtet man die so genannten vier Alternativen der Ferkelkastration, dient die Immunokastration dem Tierschutz noch am ehesten. Die Kastration mit Narkose, die Tierärzte aus rechtlichen Gründen nur durchführen dürfen, ist aufgrund der hohen Kosten nicht tragbar. Leider „versuchen“ manche Landwirtschafts-Schweineredakteure einen Keil zwischen Landwirtschaft und Tiermedizin zu treiben, indem sie behaupten, die „Tierärzte wollten noch mehr Geld verdienen und könnten den Hals nicht vollbekommen…“.  Es ist für mich, als Agrarier und Fachtierarzt, unverständlich, wie sich angeblich „moderne“ Fachzeitschriften der Landwirtschaft so disqualifizierend äußern können. Der so genannte 4. Weg (lokale Betäubung) ist aus Tierschutzgründen auch nicht zu unterstützen, auch wenn die Landwirtschaft diese Methode aus ökonomischen Gründen favorisiert. Über den Einsatz der Isoflurannakose, die illegalerweise meist in der Bioschweinebranche eingesetzt wird, ist völlig indiskutabel.

Was wir brauchen, sind praxisnahe und tierschutzgerechte Lösungen, die bisher noch nicht gefunden wurden. Es fehlen wissenschaftliche Untersuchungen.

Trotz der existenzbedrohenden Lage für die deutsche Ferkelproduktion kommt keinerlei „Hilfestellung“ vom Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL). „Zum jetzigen Zeitpunkt geht die Bundesregierung davon aus, dass die Frist eingehalten werden kann“, war die Antwort des BMEL auf Fragen des Grünen-Politikers Friedrich Ostendorff. Mit welchen Verfahren der Ausstieg aus der betäubungslosen Kastration umgesetzt werden soll, will der Bund die Ferkelerzeuger allein entscheiden lassen, welche der „vier Möglichkeiten“ im Betrieb zum Tragen kommt. 

Das Gesetz zum Ausstieg der betäubungslosen Kastration zum 01.01.2019 ist noch lange nicht praxisreif. Erst müssen geeignete und dem Tierschutz dienliche Methoden gefunden werden, dann erst darf das Gesetz in Kraft treten. Die Terminierung 01.01.2019 muss nach hinten verschoben werden! Das ist die Konsequenz, um den bestmöglichen Tierschutz den männlichen Ferkeln zu bieten.

Ernst-Günther Hellwig
Agrarwissenschaftler und Fachtierarzt für Schweine
Leiter und Gründer der Agrar- und Veterinär-Akademie (AVA)

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