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EU - Schweinebestand ist leicht rückläufig

Veröffentlicht am: 11.10.2021 10:23:03
Kategorie : Allgemein

(ISN,11.10.2021) Nach aktuellen Daten des Statistischen Amtes der Europäischen Union (Eurostat) wurden im Mai/Juni 2021 in den zwölf EU-Mitgliedsstaaten mit einer Frühjahrszählung insgesamt 130,19 Mio. Schweine gehalten. Damit nimmt der Schweinebestand in der Europäischen Union (EU) im Vergleich zur Vorjahreserhebung um 0,6 % leicht ab. Deutschland und die Niederlande verzeichnen deutlich abnehmende Tierzahlen, wohingegen die spanische Schweineherde weiter ungebremst wächst, berichtet AgE.

Wie aus Daten des Statistischen Amtes der Europäischen Union (Eurostat) hervorgeht, wurden in den zwölf Mitgliedstaaten mit einer Frühjahrszählung - die rund 90 % des EU-Gesamtbestandes repräsentieren - insgesamt 130,19 Mio. Schweine gehalten; das waren 721.000 oder 0,6 % weniger als bei der vergleichbaren Vorjahreserhebung im Mai bzw. Juni 2020. Abgenommen hat dabei binnen Jahresfrist in der EU-12 die Zahl der gehaltenen Ferkel bis 20 kg, und zwar um 2,2 % auf 38,56 Millionen; die Zahl der Läufer bis 50 kg sank um 3,4 % auf 27,83 Mio. Tiere. Dagegen war bei den Mastschweinen ein Zuwachs von 2,4 % auf 53,75 Millionen zu verzeichnen. Die Erzeuger schränkten im Vergleich zur Vorjahreserhebung auch die Sauenhaltung ein, nämlich um 135.000 Tiere oder 1,3 % auf 9,91 Millionen – der niedrigste Wert seit Jahrzehnten.

Marktbeobachter gehen davon aus, dass die Folgen der Preis- und Absatzkrise am EU-Schweinemarkt bei der nächsten Viehbestandserhebung im Dezember mit abnehmenden Tierzahlen deutlicher zu Tage treten werden. Sollten sich der Export von Schweinefleisch nach China und die coronabedingt immer noch schwache Nachfrage am EU-Binnenmarkt auf absehbare Zeit nicht bessern, dürfte sich der Bestandsabbau auch 2022 weiter fortsetzen.

Eine Million Schweine mehr in Spanien

Hinter dem allgemeinen Trend eines abnehmenden Schweinebestandes in der EU verbergen sich in den einzelnen Mitgliedstaaten durchaus sehr unterschiedliche Entwicklungen. So haben die spanischen Schweinehalter ihre Herden weiter aufgestockt. Der Gesamtbestand in Spanien legte gegenüber dem Frühjahr 2020 um 1,04 Mio. Schweine oder 3,3 % auf die neue Rekordmarke von 32,41 Mio. Tiere zu. Noch stärker wuchs - relativ gesehen - die Sauenherde, nämlich um 108.000 oder 4,2 % auf 2,66 Mio. Tiere. Überdurchschnittlich stark wurde dabei der Bestand an Jungtieren aufgestockt.

Laut spanischen Marktanalysten ist auch weiterhin mit einer steigenden Erzeugung zu rechnen, wobei sich das Wachstumstempo aber abschwächen dürfte. Mit den Produktionszuwächsen gleichen die Iberer als wichtigste Schweineproduzenten in der Gemeinschaft die Rückgänge in vielen anderen EU-Ländern zumindest teilweise wieder aus.

Deutscher Negativtrend hält an

In Deutschland hat das Statistische Bundesamt (Destatis) im August die vorläufigen Viehzählungsergebnisse vom Mai um 70.000 Tiere auf das Endergebnis von 24,70 Millionen nach oben korrigiert. Das ändert allerdings nichts daran, dass hierzulande die Schweine- und insbesondere die Sauenbestände bereits seit einigen Jahren sinken, zuletzt in einem immer größeren Umfang.

Binnen Jahresfrist haben die deutschen Schweinhalter ihre Tierzahl um fast 780.000 Schweine oder 3,1 % zurückgefahren; in den vergangenen vier Jahren gab es einen Rückgang um 2,5 Mio. Tiere oder gut 9 %. Der Bestand an Sauen ist hierzulande gegenüber dem Frühjahr 2020 um 7,8 % gesunken. Marktanalysten erwarten für Deutschland auch im kommenden Jahr weiter sinkende Schweine- und vor allem Sauenbestände, wofür nicht allein die zurzeit unzureichende Wirtschaftlichkeit, sondern auch die Umwelt- und Produktionsauflagen eine gewichtige Rolle spielen dürften.

Bestandsabbau in den Niederlanden, Polen, Rumänien und Frankreich

Neben Deutschland ist auch der Schweinebestand in den Niederlanden spürbar gesunken, und zwar um 3,3 % auf 11,47 Mio. Tiere. Noch stärker ging es mit dem Sauenbestand abwärts, der um 5,6 % auf 945.000 Tiere sank. Auch in den Niederlanden wird die Schweinehaltung aus Gründen der Umweltpolitik zurückgefahren. In Polen dürften hingegen die Folgen der Afrikanischen Schweinepest (ASP) mitverantwortlich für den dortigen Bestandsabbau sein. Im Mai 2021 wurden im Nachbarland 11,03 Mio. Schweine gehalten; das waren rund 400.000 oder 3,5 % weniger als ein Jahr zuvor. Gleichzeitig nahm die Haltung von Sauen um 7,5 % auf 735.000 Muttertiere ab. Zudem meldete Rumänien ein Minus für den Gesamtbestand von 3,5 % auf 3,54 Mio. Tiere; in Frankreich sank die Schweineherde im Vorjahresvergleich um 1,7 % auf 12,99 Millionen.

Belgien, Italien und Österreich stocken Schweinebestand auf

Dagegen nahm die Schweinehaltung in Belgien und Italien laut Daten von Eurostat um jeweils 0,5 % zu; in Österreich wurde ein Zuwachs um 1,5 % auf 2,73 Millionen Schweine verzeichnet.

In Dänemark blieb die Tierzahl mit 13,17 Mio. recht konstant; die Halter stockten jedoch ihren Sauenbestand um 2,0 % auf fast 1,28 Mio. Tiere auf. Das stärkste Plus meldete europaweit Irland mit 3,8 % auf 1,69 Mio. Schweine und einem Zuwachs bei der Sauenhaltung von 5,7 % auf 151.000 Tiere. Allerdings spielt Irland bei der Schweineproduktion im EU-Vergleich keine allzu große Rolle.

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