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Tierärztliche Seminare

Bei unseren Fortbildungen für Tierärzte vermitteln exzellente Referenten aktuelles, fundiertes Wissen, das Veterinäre zum kompetenten Partner der Landwirte macht. Mit praktischen Übungen, Bestandsbesuchen, Fallbesprechungen und Diskussionen bieten diese Seminare die Möglichkeit, praxistaugliches Wissen zu erwerben und dieses künftig gezielt bei der täglichen Arbeit zu nutzen. Unsere Fortbildungen sind in der Regel von der Bundestierärztekammer anerkannt (ATF-Anerkennung gemäß § 10 der ATF-Statuten).

 

Seminare für Tierärzte und Landwirte

Regelmäßig veranstaltet die AVA Seminare und Workshops, in denen Landwirte und Tierärzte zusammen und voneinander lernen. „Auf gleicher Augenhöhe“ werden hier Themen der Tiergesundheit und Co. intensiv besprochen, um Probleme herauszukristallisieren und zu lösen. Abseits des Tagesgeschäftes bieten wir hier ein Forum für den konstruktiven fachlichen Austausch zwischen Veterinären und Landwirten.

Fusarienbefall und Toxingehalte (DON) bei Körnermais in Bayern

Veröffentlicht am: 17.09.2022 13:54:59
Kategorie : Allgemein , Wichtige News

16.09.2022 - Der Befall mit Mykotoxin bildenden phytopathogenen Pilzen spielt – ähnlich wie bei anderen Getreidearten – auch bei Körnermais eine große Rolle. Auf den Kolben und Körnern können unter ungünstigen Bedingungen einen ganze Reihe von Erregern meist aus der Gattung Fusarium identifiziert werden. Viele dieser Pilze bilden Mykotoxine als toxische Stoffwechselprodukte.

Im Körnermais wird in den letzten Jahren vermehrt eine Belastung mit DON (Deoxynivalenol) festgestellt. Dieses Mykotoxin wird von Fusarium graminearum produziert. Die Gehalte sind sehr unterschiedlich in Abhängigkeit von Sorte und Standort und der Jahreswitterung. Richtwerte für die Tierernährung werden häufig überschritten. Wichtige Massnahmen zur Verringerung des Ausbreiten des Pilzes sind gutes Einarbeiten der Rückstände der Vorfrucht und wenn möglich Pflugfurche im Herbst.

Vorernte-Mykotoxin Monitoring Österreich - Bayern

Um den Landwirten der verarbeitenden Industrie bereits während der Vegetationsperiode einen vorläufigen Überblick über den aktuellen Stand der Mykotoxin-Kontamination an den Maisbeständen zu verschaffen, führten die österreichischen Landwirtschaftskammern in Kooperation mit der AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit) bei Mais ein Österreichweites Mykotoxin-Vorernte Monitoring durch. Seit 2018 beteiligt sich auch Bayern (LfL) mit drei südlichen LSV-Standorten (Frankendorf, Reith und Inzing). Untersucht werden die Mykotoxine Deoxynivalenol (DON), Zearalenon (ZEA), Fumonisine (FUM) und Aflatoxine (AFLA). Das Monitoring zeigt, wie hoch das Korn aktuell belastet ist und was dementsprechend bei der Verwendung als Futter für Zuchtsauen, Schweinemast, Geflügelmast, Rinderhaltung und in Lebensmitteln beachtet werden muss.

Mykotoxin Monitoring des lkwarndienstes

Aktuelle Ergebnisse DON-Gehalte der Sortenversuche

In den nachfolgenden Tabellen sind die Gehalte der einzelnen Sorten der Landessortenversuche Körnermais dargestellt. Sie werden jedes Jahr an jeweils drei der Versuchsorte in Bayern in dreifacher Wiederholung (aus drei Parzellen pro Versuch) ermittelt. Ab 2015 erfolgte die Analyse des Deoxynivalenols mittels HPLC (Hochleistungsflüssigkeitschromatographie), in früheren Jahren mittels ELISA (enzymgekoppelter Immunadsorptionstest).

DON-Gehalte Körnermais 2021 pdf 188 KB

DON-Gehalte Körnermais 2020 pdf 102 KB

DON-Ergebnisse der letzten Jahre

Orientierungswerte für die Fütterung

Bei der Verfütterung von Futtermitteln mit erhöhten Gehalten an Fusarientoxinen (Mykotoxinen) kommt es nachweislich zu Leistungseinbußen und Fruchtbarkeitsstörungen bei den Tieren. Zu den Leittoxinen zählen Deoxynivalenol (DON) und Zearalenon (ZEA). Deshalb wurden Orientierungswerte für Futtermittel erarbeitet

Bei DON ist der Orientierungswert von 1 mg/kg ist anzustreben, wenn das Erntegut für die Schweinefütterung bestimmt ist, 1,75 mg/kg gilt für Handelsware. Da Körnermais in erster Linie als Futtergetreide eingesetzt wird, müssen für eine Bewertung der festgestellten Gehalte hauptsächlich die Orientierungswerte für Futtermittel herangezogen werden, die je nach Tierart unterschiedlich sind (Tabelle). Weiterhin ist zu beachten, dass diese Orientierungswerte für die Fütterung sich auf die Gehalte in der Gesamtration beziehen, die ja nicht ausschließlich aus Mais besteht.

Aus den Orientierungswerten und den DON-Gehalten ist der Schluss zu ziehen, dass insbesondere in der Schweinefütterung höher belasteter Körnermais in der Ration auf geringere Anteile zu begrenzen ist, die eventuell nicht mehr als 10% betragen sollten. Generell gilt für Deoxynivalenol, dass es nach einer Aufnahme durch das Tier nur in geringem Maße in Lebensmittel tierischen Ursprungs übergeht. In Fleisch, Milch und Eiern wurden bislang allenfalls Spuren nachgewiesen. Eine Belastung des Verbrauchers erfolgt daher im Wesentlichen über Nahrungsmittel pflanzlichen Ursprungs. Hier dürfte jedoch Körnermais eher eine untergeordnete Rolle spielen.

Orientierungswerte für Gehalte an DON (Deoxynivalenol) in Futtermitteln

Futtermittel für DON mg/kg (bei 86 % TS)

Schweine (Mastschweine, Zuchtsauen) 0,9

Hühner 5,0

Rinder (Aufzucht, Mast, Milchkuh) 5,0

Kälber 2,0

EU-Richtwerte für Mykotoxine in Mais-Lebensmitteln

EU-Richtwerte für Mykotoxine in Mais-Futtermitteln

Allgemeine Gesichtspunkte zur Mykotoxinbildung in Körnermais

Auf der Basis der bisherigen wissenschaftlichen Erkenntnisse lassen sich folgende Feststellungen treffen:

  • Die Entwicklung von Fusarium graminearum und die Toxinbildung ist stark jahresabhängig.
  • Anhaltende Niederschläge während der Blüte und der Abreife erhöhen den Umfang der Infektion und die DON-Gehalte.
  • Auch innerhalb eines Jahres kann der Toxingehalt je nach Standort stark variieren.
  • Einflussfaktoren sind neben der Sorte und dem Wetter auch Bodeneigenschaften, Vorfrucht, Kulturmaßnahmen.
  • Der Erntezeitpunkt hat einen ganz entscheidenden Einfluss. In weit abgereiften Beständen kann sich der Toxingehalt nach Niederschlägen innerhalb kurzer Zeit drastisch erhöhen.

Empfehlungen zur Vermeidung von Mykotoxinbildung

  • Gutes Einarbeiten der Rückstände der Vorfrucht
  • Wenn möglich Pflugfurche im Herbst
  • Keine zu späten Sorten wählen
  • Rechtzeitige Ernte, abgestorbene Bestände zügig dreschen

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