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Greenpeace führt Konsumenten und Journalisten mit Schwarzlicht hinter das Licht

Veröffentlicht: 28.08.2017 15:19:02
Sektion: Allgemein

Der Diplomagraringenieur  Georg Keckl, der auch bei der Agrar- und Veterinär- Akademie (AVA) recht aktiv ist, ärgert sich wieder einmal über die bewussten Falschmeldungen von Greenpeace, die hier zum einen die Verbraucher für "dumm" halten  und  haarsträubende Zusammenhänge herstellen, um eben die Konsumenten zu verängstigen:
 
Greenpeace führt eine Kampagne, bei der die Leute bei Lidl (man will Lidl offenbar zu etwas bewegen) gekauftes Kotelett in einer Schwarzlichtbox anschauen können. Leuchtet dann etwas im KNOCHEN gelb, so wird den Leuten was von Antibiotikarückständen erzählt. Oft leuchtete nichts, dafür hat dann Greenpeace ein Stück Fleisch auf Vorrat, was besser leuchtet.
 
Es gibt hierzu einen lustigen Film von Greenpeace Göttingen auf Facebook:
https://de-de.facebook.com/greenpeace.de/videos/10155448839482488/
 
Wenn hier der Knochen gelb leuchtet, sagt das nichts über Antibiotikarückstände im Fleisch aus, sondern nur, dass das Tier irgendwann mit Antibiotika, genauer mit Tetrazyklin,  behandelt wurde! Es hat auch nichts mit Billigfleisch oder Bio zu tun, sondern nur, dass hier irgendwann das uralte und billige, bei Tieren immer noch gut wirksame Antibiotikum Tetrazyklin verschrieben wurde.
 
Quelle: https://herd-und-hof.de/landwirtschaft-/greenpeace-kampagne-schwarzlicht.html
ZITAT:  "Das Vorhandensein des gelben Aufleuchtens, also von Tertrazyklinen im Knochen, sagt jedoch nach Angaben des BfR weder etwas über die Behandlungszeit noch die Behandlungsintensität aus. Es zeigt an, dass das Tier irgendwann einmal mit Antibiotika behandelt wurde. Es zeigt auch nicht an, dass sich aktive Antibiotika im Fleisch befinden." ZIZAT ENDE


Man verführt dann die wieder tricky, die extrem leichtgläubigen Journalisten zu ungeprüften Schlagzeilen wie:

- Der Vorwurf der Umweltschutzorganisation an den Supermarkt: Massenhaft Antibiotika im Billigfleisch! ( http://www.mopo.de/hamburg/antibiotika-in-billigfleisch-greenpeace-aktion-vor-lidl-markt-in-barmbek-28010206 )

- Greenpeace warnt vor Antibiotika-Rückständen in Fleisch. Das Ziel: Aufmerksam machen auf Antibiotika-Rückstände in Billig-Fleisch von Discountern und deren Auswirkungen. ( http://www.augsburger-allgemeine.de/panorama/Greenpeace-warnt-vor-Antibiotika-Rueckstaenden-in-Fleisch-id42209751.html )

- Aktion vor Discounter im Westen Gegen Antibiotika in Billigfleisch und Unter Schwarzlicht könne man am Knochen gelbe Flecken erkennen, die auf Antibiotika-Reste im Fleisch hindeuten würden, sagt Sprecherin Inga Ritter. ( http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.aktion-vor-discounter-im-westen-gegen-antibiotika-in-billigfleisch.b8a996c6-5790-431d-9116-b319fab7671f.html )


Der Verbleib von Rückständen des Tetrazyklins im Knochen ist bekannt und bei der Gelantineherstellung (aus Knochen) gut erforscht: http://elib.tiho-hannover.de/dissertations/schulzef_2003.pdf
ZITAT "Die Mazeration mit Säure führt zu einer Entmineralisierung der Knochen und damit zur Anreicherung von gelöstem Calciumphosphat in der Säure; da die Tetracycline im Knochen als Tetracyclin-Calcium-Orthophosphat-Komplexe vorliegen, werden mit der Herauslösung des mineralischen Anteils des Knochens auch die daran gebundenen Tetracycline freigesetzt." ZITAT ENDE

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