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Tierärztliche Seminare

Bei unseren Fortbildungen für Tierärzte vermitteln exzellente Referenten aktuelles, fundiertes Wissen, das Veterinäre zum kompetenten Partner der Landwirte macht. Mit praktischen Übungen, Bestandsbesuchen, Fallbesprechungen und Diskussionen bieten diese Seminare die Möglichkeit, praxistaugliches Wissen zu erwerben und dieses künftig gezielt bei der täglichen Arbeit zu nutzen. Unsere Fortbildungen sind in der Regel von der Bundestierärztekammer anerkannt (ATF-Anerkennung gemäß § 10 der ATF-Statuten).

 

Seminare für Tierärzte und Landwirte

Regelmäßig veranstaltet die AVA Seminare und Workshops, in denen Landwirte und Tierärzte zusammen und voneinander lernen. „Auf gleicher Augenhöhe“ werden hier Themen der Tiergesundheit und Co. intensiv besprochen, um Probleme herauszukristallisieren und zu lösen. Abseits des Tagesgeschäftes bieten wir hier ein Forum für den konstruktiven fachlichen Austausch zwischen Veterinären und Landwirten.

Herzkranke Hunde: Die Sache mit dem Getreide

Veröffentlicht am: 23.05.2022 20:49:22
Kategorie : Allgemein , News

23.05.2022 - Als Tierärztin begegnen mir auf dem Hundeplatz stets die neuesten Fütterungs-Diskussionen. Diesmal: Ohne Getreide im Futter würden Hunde herzkrank. Hier ist ausnahmsweise was dran – aber ganz so einfach ist es nicht.

Panik auf dem Hundeplatz. Schon als meine Boxertrine und ich ankommen, ist eine lebhafte Diskussion im Gange: „Ich gebe meinem Hund IMMER Getreide mit ins Futter, denn ohne Getreide wird ein Hund herzkrank!“ Diese Aussage versetzt natürlich wiederum die „Mein-Hund-hat-eine-Glutenunverträglichkeit Fraktion“ in helle Aufregung. Und wer wäre da nicht geeigneter als die Feld-Wald-und-Wiesentierärztin des Vertrauens, um die Sachlage zu klären? Yey – eigentlich war heute Hundesport. Das fällt dann wohl aus. Also, worum geht es hier eigentlich?

Getreide für Hunde essenziell?

Fido, Frau Krügers Cocker Spaniel, hatte einen Termin zur Kardiosonografie, da bei ihm Auffälligkeiten im EKG festgestellt worden waren. Der Kardiologe sprach die Diagnose okkulte dilatative Kardiomyopathie (DCM) aus. Er empfahl Frau Krüger, von der bisher gefütterten getreidefreien Kost abzuweichen und dem Futter in Zukunft Weizenflocken zuzufügen, da eine getreidefreie Ernährung DCM auslösen könne. Aha … 

Nun bin ich, wie gesagt, nur Feld-Wald-und-Wiesentierärztin und ein ausgebildeter Veterinärkardiologe wird ja wohl schon wissen, was er sagt. So ganz glauben konnte ich aber trotzdem nicht, dass – bei aller erfolgter Domestikationsfolgen – Getreide nun ein essenzieller Nahrungsbestandteil für den Hund sein soll. Was steckt also dahinter?

Mehr DCM bei Hunden mit „Boutique“-Futter

Normalerweise sind von der dilatativen Kardiomyopathie in erster Linie Vertreter bestimmter Hunderassen betroffen; sehr häufig der Dobermann, aber auch Doggen, Irische Wolfshunde und Boxer. 

Seit Anfang der 2000er Jahre fielen vermehrt Fälle von DCM bei Hunden auf, die keiner dieser Rassen angehörten. Bei Untersuchung der Gemeinsamkeiten dieser Fälle stach ins Auge, dass fast alle dieser Hunde mit „Boutique Food“ ernährt wurden. Dabei handelt es sich um Futter mit einer von den Standardvarianten abweichenden Zusammensetzung; die meisten davon zeichneten sich durch einen Verzicht auf Getreide und gleichzeitig einen hohen Anteil an Leguminosen (Erbsen, Linsen) aus. Die Futtermittel waren zugelassen und enthielten laut Packungsbeilage die für den jeweiligen Hund erforderlichen Nährstoffmengen in der richtigen Zusammensetzung und der Body-Kondition- Score der Tiere war jeweils gut. Von einer offensichtlichen Unterernährung konnte also nicht ausgegangen werden.

Lesen Sie hier Herzkranke Hunde: Die Sache mit dem Getreide

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