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Tierärztliche Seminare

Bei unseren Fortbildungen für Tierärzte vermitteln exzellente Referenten aktuelles, fundiertes Wissen, das Veterinäre zum kompetenten Partner der Landwirte macht. Mit praktischen Übungen, Bestandsbesuchen, Fallbesprechungen und Diskussionen bieten diese Seminare die Möglichkeit, praxistaugliches Wissen zu erwerben und dieses künftig gezielt bei der täglichen Arbeit zu nutzen. Unsere Fortbildungen sind in der Regel von der Bundestierärztekammer anerkannt (ATF-Anerkennung gemäß § 10 der ATF-Statuten).

 

Seminare für Tierärzte und Landwirte

Regelmäßig veranstaltet die AVA Seminare und Workshops, in denen Landwirte und Tierärzte zusammen und voneinander lernen. „Auf gleicher Augenhöhe“ werden hier Themen der Tiergesundheit und Co. intensiv besprochen, um Probleme herauszukristallisieren und zu lösen. Abseits des Tagesgeschäftes bieten wir hier ein Forum für den konstruktiven fachlichen Austausch zwischen Veterinären und Landwirten.

Immer mehr Tierärzte und Kliniken stellen Notdienst ein

Veröffentlicht am: 02.10.2021 20:06:43
Kategorie : Allgemein

Das Angebot ist in Gefahr. Eine Heidelberger Tiermedizinerin baut mit Kollegen den "Notdienstring" auf.

Heidelberg/Rhein-Neckar. Haustierbesitzer kennen das Problem: Eine tiefe Wunde beim Hund oder eine schwere Verletzung bei der Katze – und das ausgerechnet am Wochenende oder Feiertag. Wer dann spät in der Nacht einen Tierarzt braucht, hat meist eine nervenaufreibende Suche vor sich und Angst, dass Hilfe möglicherweise zu spät kommt.

Denn immer mehr Tierärzte und Kliniken stellen den Notdienst ein: Die wichtigen Helfer sind nun auch in Not. Dr. Claudia Veit, Heidelberger Fachärztin für Klein- und Haustiere, warnt deshalb: "Nachdem es vor wenigen Jahren noch mehrere Tierkliniken im Rhein-Neckar-Kreis gab, die Tag und Nacht für "tierische" Notfälle einsatzbereit waren, ist die Versorgung mittlerweile äußerst lückenhaft. Heute müssen Tierhalter weite Wege und lange Wartezeiten in Kauf nehmen". Bei vielen, die sich beim Notdienst melden, höre man richtig den Stein vom Herzen fallen, wenn sie tatsächlich kommen können. Zum Teil hätten sie davor schon vergeblich drei oder vier Tiermediziner angerufen.

Obwohl im vergangenen Jahr die Notdiensttarife der Tierärztlichen Gebührenordnung auf den vierfachen Satz erhöht wurden, sei die Finanzierung von Nacht- und Wochenenddiensten weiterhin noch nicht ausreichend. Auch die Notdienstgebühr von knapp 60 Euro pro Patient reißt das Ruder nicht herum. Deswegen könne man nur allen Tierhaltern empfehlen, eine Krankenversicherung für "Tyson" oder "Minka" abzuschließen.

Arbeitszeitgesetz und Fachkräftemangel verstärkten laut Dr. Veit das Problem. Diese Notdienstversorgung sei aber auch zunehmend gefährdet, weil Bagatellfälle die Notaufnahmen unnötig überlasten und Respektlosigkeiten von Tierbesitzern stetig zunehmen. Zunehmende Übergriffigkeit und Aggressivität eines gewissen Kundentypus führe dazu, dass das an allen Ecken und Enden knirschende Notdienst-System der Tiermedizin zu kollabieren droht – mit fatalen Folgen für die Mehrheit der vielen verantwortungsbewussten und dankbaren Tierfreunde, falls sie für ihre Lieblinge Hilfe brauchen.

Aber wo liegt die Wurzel des Problems? Früher hatten sich Kliniken und Praxen gleichmäßig am tierärztlichen Notdienst beteiligt, auch wenn nur Kliniken verpflichtet sind, einen 24-Stunden-Dienst anzubieten. Viele Praxen betrachten den Notdienst aber inzwischen lediglich als Service für ihre Stammkunden und nehmen keine fremden Patienten auf. Parallel dazu wird es für die Tierarztzentren in den letzten Jahren immer schwerer, den personal- und kostenintensiven Nacht- und Wochenenddienst zu organisieren. Die Folge: Immer mehr geben ihren Klinikstatus zurück, um so dieser Notdienstverpflichtung zu entgehen.

Laut Arbeitszeitgesetz sind Tierärzte verpflichtet, nach einem Wochenenddienst eine elfstündige Ruhepause einzuhalten. Solche Vorschriften machen Sinn, denn auch ein Tierarzt, der in den seltensten Fällen mit einer 40-Stunden-Woche auskommt, braucht Erholungszeiten, um qualifiziert arbeiten zu können. Für kleinere Praxen heißt das aber im Umkehrschluss: Nach einem Notdienstsonntag bleibt am Montag geschlossen. Die Verdienstausfälle für diesen Tag sind allerdings durch den Wochenenddienst nicht zu kompensieren. Genau wie in anderen Arbeitsfeldern ist auch bei Tierärzten die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben ein Thema. Lange Notdienstbereitschaft steht deshalb verständlicherweise nicht ganz oben auf der Wunschliste.

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