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Krankheit ist Todesurteil:

Veröffentlicht am: 25.01.2022 19:45:15
Kategorie : Allgemein

Bei der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (CJK) zerstören Proteine, also Eiweiße, im Gehirn das Organ. Es löst sich schwammartig auf. Symptome können plötzlich auftretende Demenz oder Bewegungseinschränkungen sein. Die Krankheit kann durch derartige Symptome diagnostiziert werden. So war das beim Krankheitsfall, der dem Gesundheitsamt am Landratsamt Forchheim im November 2021 gemeldet wurde.

Keine Behandlungsmöglichkeit: Krankheit führt immer zum Tod

Die Hirnerkrankung ist äußerst selten. Pro eine Million Einwohner ist eine Person davon betroffen. Für 2018 listet das Robert-Koch-Institut (RKI) deutschlandweit 78 Fälle auf. "Bislang stehen weder eine spezifische Behandlung noch eine Impfung zur Verfügung. Die Krankheit führt immer zum Tode", klärt das RKI auf.

Beim CJK-Fall im Landkreis deuten die bisher vorliegenden Erkenntnisse darauf hin, dass sich die betroffene Person weder angesteckt noch die Krankheit vererbt bekommen hat. Bei der CJK sind das zwei von drei möglichen Formen. Eine Ansteckung sei möglich, aber äußerst selten, so das RKI.

Die Diagnose Creutzfeldt-Jakob ist ein Todesurteil. Für die Krankheit gibt es keine Behandlungsmöglichkeit und kann beim Menschen Jahrzehnte nach dem Verzehr von BSE-verseuchtem Fleisch ausbrechen. Im Landkreis Forchheim wurde ein Creutzfeldt-Jakob-Fall bestätigt.

Es gibt aber dokumentierte Fälle, bei denen die Krankheit durch die Transplantation von menschlicher Hirnhaut oder Augenhornhaut, gewonnen von Verstorbenen mit einer unerkannten CJK, auf Menschen übertragen wurde. Auch hirnchirurgische Eingriffe mit unzureichend aufbereiteten Materialien waren eine Quelle.

Seit 1985 wird menschliches Wachstumshormon aber gentechnisch hergestellt und berge keine Infektionsgefahr mehr und für die Aufarbeitung von menschlicher Hirnhaut und Augenhornhäute wurden ebenfalls strenge Auflagen zur Verringerung des Übertragungsrisikos gemacht. Als vorsorgliche Maßnahme seien ferner Sicherheitsempfehlungen für die Aufbereitung von medizinischen Geräten erarbeitet worden, so das RKI.

Im Forchheimer Fall gibt es eine Vermutung, wie die Krankheit ausgebrochen ist

Im Forchheimer Fall dürfte daher mutmaßlich die dritte mögliche Erkrankungsursache ausschlaggebend sein: Die Krankheit ist zufällig aufgetreten. Außerdem bestehe der Verdacht auf die klassische CJK und diese steht nicht im Zusammenhang mit der BSE-Rinderseuche in Großbritannien. "Eine endgültige Diagnose könnte jedoch erst durch eine Hirnbiopsie gestellt werden", teilt das Landratsamt mit.

Die so genannte "Neue Variante" der CJK (vCJK) ist auf BSE, also durch den Verzehr von verseuchtem Fleisch zurückzuführen. Die Krankheit könne auch Jahre und Jahrzehnte danach ausgelöst werden, so das RKI. Das zerstörerische Protein sammelt sich bei den Tieren vor allem im Hirn und Rückenmark an, weshalb daraus hergestellte Lebensmittel die Krankheit übertragen können. Milch und Milchprodukte gelten laut RKI aber als sichere Lebensmittel.

Bisher gab es (Stand Sommer 2018) in Deutschland noch keinen vCJK-Fall. "Fälle von vCJK können auch in Deutschland nicht ausgeschlossen werden", so das RKI. Das Erkrankungsrisiko dürfte aber deutlich geringer als in Großbritannien sein, da in Deutschland weniger Menschen mit BSE kontaminiertes Rindfleisch gegessen haben als auf der Insel.

Und trotzdem komme die BSE-Variante sehr selten vor. Für einen Ausbruch müssen nach derzeitigem Kenntnisstand wahrscheinlich weitere Parameter vorliegen. Seit 1995 wurden laut Angabe des RKI weltweit mehr als 200 Fälle verzeichnet, die meisten davon in Großbritannien. "Alle Betroffenen sind inzwischen verstorben", teilt das RKI mit.

Von der Blutspende ausgeschlossen, um eine Übertragung zu verhindern

Im Gegensatz zur klassischen Variante ist eine Übertragung der neuartigen Variante durch Bluttransfusionen denkbar und in Einzelfällen vorgekommen. Das ist der Grund, warum in Deutschland Personen von der Blutspende ausgeschlossen sind, die sich zwischen 1980 und 1996 insgesamt mehr als sechs Monate in Großbritannien aufgehalten haben oder dort seit 1980 eine Operation oder Bluttransfusion erhalten haben.

In Großbritannien grassierte die Seuche vor allem Ende der 80er bis Anfang der 90er Jahre stark, der erste BSE-Fall in Bayern ist 2000 bestätigt worden. Ausgelöst wurde die Seuche vermutlich, weil Tiermehl von verseuchten Rind- und Schafskadavern verfüttert worden ist. "Seit 2001 gelten besondere Auflagen bei der Verarbeitung von Rindern, damit potenziell belastete Teile des Tieres nicht in die Nahrungskette gelangen. Dies führte in der EU zu einem drastischen Rückgang der BSE-Fälle. In Deutschland wurde 2009 der bislang letzte BSE-Fall nachgewiesen", so das RKI.

Lesen Sie hier Bestätigter Creutzfeldt-Jakob-Fall in Forchheim

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