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SÜDDEUTSCHLAND: FERKELERZEUGUNG UND SCHWEINEMAST BRICHT WEITER WEG

Veröffentlicht am: 30.08.2021 16:34:53
Kategorie : Allgemein

(ISN) Weniger Zuchtsauen, weniger Ferkel, weniger Mastschweine und auch weniger Schweinehalter – ein Blick auf die Ergebnisse der Landesämter für Statistik in Bayern und Baden-Württemberg zeigt, dass – wie im Rest der Republik auch – viele Betriebe in Süddeutschland in den vergangenen Jahren den Rückwärtsgang eingelegt haben.

Die ISN meint: Der aktuelle Strukturwandel in Ferkelerzeugung und Mast ist gravierend, das zeigen die dramatischen Zahlen aus dem Süden Deutschlands. Ferkelerzeuger und Mäster brauchen endlich wieder eine Perspektive und ganz besonders auskömmliche Preise! Dafür braucht es Absatz! Und deshalb begrüßen wir absatzfördernde Werbemaßnahmen im Lebensmittelhandel und fordern klare Vorfahrt für deutsches Schweinefleisch. Unterstützen sie uns dabei!

Bayern– Zahl der Betriebe mit Sauenhaltung in 10 Jahren halbiert

Das bayrische Statistische Landesamt hat kürzlich die Zahlen zur Schweinehaltung zusammengefasst.  Demnach ging die Zahl der schweinehaltenden Betriebe mit mindestens 50 Schweinen oder zehn Zuchtsauen zwischen Mai 2020 und Mai 2021 um 3,6 Prozent auf 4200 zurück. Zum Vergleich: Vor 10 Jahren gab es noch 7100 Schweinehalter in Bayern.

Fast halbiert hat sich in diesem Zeitraum die Zahl der Sauenhalter. 3300 Ferkelerzeuger gab es noch vor 10 Jahren, im Mai 2021 wurden nur noch 1700 gezählt.

Im Schnitt leben auf jeden Betrieb 694 Tiere. Über die Hälfte (56,1 Prozent) der Tiere befinden sich in Betrieben, die 1 000 oder mehr Tiere halten.

Der Schweinebestand sank auf 2,9 Millionen Tiere (- 3,9 Prozent). Die Zahl der Mastschweine hat sich in den vergangenen 10 Jahren relativ stabil bei rund 1,4 Millionen Tiere eingependelt. Der Bestand an Zuchtsauen hingegen wurde kontinuierlich abgebaut von 31 000 im Jahr 2011 auf nunmehr 19 900 Tiere in 2021.

Dementsprechend ging auch die die Zahl der Ferkel in landwirtschaftlichen Zuchtbetrieben um 2,2 Prozent auf fast 830 000 zurück.

Entwicklung des Mast- und Zuchtschweinebestand in Bayern und Baden-Württemberg 2011 bis 2021

Entwicklung des Mast- und Zuchtschweinebestand in Bayern und Baden-Württemberg 2011 bis 2021

Baden-Württemberg - Schweinebestand so niedrig wie vor 60 Jahren

Auch die Zahl der schweinehaltenden Betriebe in Baden-Württemberg erfuhr innerhalb des letzten Jahres einen Rückgang um fast 5 %. Rund 1.900 Betriebe betreiben noch Schweinehaltung, wo vor 10 Jahren noch 3300 wirtschafteten. Besonders stark fällt hier ebenfalls der Rückgang bei den Sauenhaltern ins Auge. Von 1900 Ferkelerzeugern im Jahr 2011 sind im aktuellen Jahr noch rund 800 aktiv.

Baden-Württembergs Ställe beherbergen nur noch 1,5 Millionen Schweine. Gegenüber der vergleichbaren Erhebung im Mai des Vorjahres entspricht dies einem Rückgang um rund 115.900 Schweinen oder 7,1 %. Damit ist ein Langzeit-Tiefpunkt erreicht. So wenige Schweine wurden nach Feststellung des Statistischen Landesamtes zuletzt vor über 60 Jahren im Land gehalten. Der stärkste prozentuale Rückgang konnte bei den Zuchtsauen verzeichnet werden. Die Anzahl der Zuchtsauen hat sich binnen eines Jahres um mehr als ein Achtel (-12,7 %) reduziert.

ISN fordert Vorfahrt für deutsches Schweinefleisch

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie, aber auch der Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in Deutschland und weitere Faktoren haben die Jahre 2020 und 2021 für die deutschen Schweinehalter zu Krisenjahren gemacht. Viele Ferkelerzeuger und Schweinemäster sind durch den entstandenen Schweinestau und die Absatzprobleme beim Schweinefleisch unverschuldet in eine katastrophale Notlage geraten. Das hat den ohnehin schon dramatischen Strukturwandel noch weiter beschleunigt – Strukturen brechen für immer weg. Damit die Preise endlich wieder steigen können, brauchen wir Absatz von Schweinefleisch! Wir brauchen deshalb absatzfördernde Werbemaßnahmen im Lebensmittelhandel und fordern klare Vorfahrt für deutsches Schweinefleisch.

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