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Tierärztliche Seminare

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Seminare für Tierärzte und Landwirte

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Tod von 450 Schweinen: „Transportzeiten müssen extrem verringert werden“

Veröffentlicht am: 21.07.2022 09:36:27
Kategorie : Schweine , Wichtige News

20.07.2022 - Nach einem Unfall eines Tiertransports auf der A 7 mussten 450 Schweine eingeschläfert werden. Manuela Freitag, oberste Tierärztin beim Kreis Rendsburg-Eckernförde, fordert drastische Transportverkürzungen und einen Systemwandel.

Der Kreis Rendsburg-Eckernförde fordert, dass Tiertransporte drastisch verkürzt werden. Das sagte Dr. Manuela Freitag, Leiterin des Fachdienstes Veterinär- und Lebensmittelaufsicht. Sie reagierte damit auf den Unfall eines mit 600 Schweinen beladenen Lastwagens, der im Juli auf der A 7 umgekippt war. Rund 450 Schweine mussten damals eingeschläfert werden, weil sie verletzt worden waren. Die übrigen Tiere wurden vermutlich nach Polen gebracht, dem ursprünglichen Ziel des Ferkeltransports, der aus Dänemark gekommen war.

„Der Unfall war gruselig für alle Beteiligten“, sagte Freitag. „Die Transportzeiten müssen extrem verringert werden“. Denn irgendwer leide bei Tiertransporten immer: die Tiere, aber auch die Menschen, sagte Freitag. Sie meinte damit die verletzten Lkw-Fahrer und die Autoinsassen, die stundenlang im Stau standen.

Kreisveterinärin: Vier Stunden, länger sollten Tiertransporte nicht dauern

Konkret nannte die Tierärztin die Zeit von vier Stunden, länger sollten Tiertransporte nicht dauern. Sie bezog sich damit auf Forderungen von Tierschutzorganisationen. Die Europäische Union regelt in ihrer Tierschutztransportverordnung, wie viele Schweine, Rinder oder Hühner auf einem Lkw transportiert werden dürfen, wie viel Platz sie benötigen, wie lange die Fahrt dauern darf und wie häufig Pausen gemacht werden müssen.

Der neue Landwirtschaftsminister Werner Schwarz (CDU) hatte nach dem Unfall gesagt: „Im Optimalfall werden die Transportwege so kurz wie möglich gehalten, um den Stress für die Tiere zu minimieren.“ Ein großes Problem sehe er allerdings darin, dass immer mehr Sauenhalterinnen und -halter aufgäben. „Sie stehen nicht nur wegen der Pandemie, sondern auch wegen der Afrikanischen Schweinepest und des Ukraine-Kriegs unter einem hohen Kostendruck, den keiner allein wegstecken kann“, sagte der Minister.

Zahl der Schweine in Schleswig-Holstein sinkt

Schwarz hatte zuletzt angekündigt, einen Nothilfefonds für die knapp 600 schweinehaltenden Betriebe in Schleswig-Holstein aufzulegen. Zuvor hatte der Bund den Schweinebauern ebenfalls Geld in Aussicht gestellt. "Es ist eine Katastrophe, was auf dem Schweinemarkt passiert", sagte der CDU-Politiker. Die Preise für Sauen und Ferkel sind seit Monaten im Keller. Schwarz hatte 15 Jahre lang den Landesbauernverband geführt.

In Schleswig-Holstein sinkt der Schweinebestand. Laut Statistikamt Nord verringerte sich die Zahl der Tiere nach vorläufigen Ergebnissen um 12,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das sind knapp 153 900 Tiere weniger. Hielten im Mai 2021 noch rund 710 Betriebe Zuchtschweine, Ferkel oder Mastschweine, waren es in diesem Jahr etwa 600 Betriebe. Der Rückgang betrug 16,4 Prozent.

Tierärztin: „Wir vertragen mehr Wandel“

Tierärztin Freitag vom Kreis Rendsburg-Eckernförde forderte vor dem Hintergrund von weniger Schweinen im Land einen Systemwandel, statt Löcher zu stopfen. „Wir produzieren zu viel im Überfluss“, sagte sie. Gleichzeitig müssten die Zucht-, Mast- und Schlachtbetriebe im eigenen Land bleiben. Das verkürzt Transportzeiten und schont die Tiere. „Wir vertragen mehr Wandel“, sagte Freitag. „Wir wünschen uns doch alle eine vielfältige Landwirtschaft.“

Es ist nicht das erste Mal, dass sich der Kreis Rendsburg-Eckernförde mit Landrat Rolf-Oliver Schwemer an der Spitze für mehr Tierwohl einsetzt. 2019 stoppte der Kreis Rendsburg-Eckernförde Rindertransporte nach Nordafrika, den Nahen Osten und Asien. Auf der Fahrt und in den Schlachthöfen würden die Tiere gequält. Auslöser war der Fachaufsatz eines prominenten Juristen. Betroffen waren Transporte von Rindern aus Schleswig-Holstein. Später eskalierte ein Streit um Viehtransporte im Kreis Rendsburg-Eckernförde.

„Was uns damals umgehauen hat, waren die Reaktionen aus der Bevölkerung“, sagte Freitag rückblickend. „Wir hatten Ordner voll mit Schreiben, die wir am Ende gar nicht mehr alle ausgedruckt haben.“

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