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Tierärztliche Seminare

Bei unseren Fortbildungen für Tierärzte vermitteln exzellente Referenten aktuelles, fundiertes Wissen, das Veterinäre zum kompetenten Partner der Landwirte macht. Mit praktischen Übungen, Bestandsbesuchen, Fallbesprechungen und Diskussionen bieten diese Seminare die Möglichkeit, praxistaugliches Wissen zu erwerben und dieses künftig gezielt bei der täglichen Arbeit zu nutzen. Unsere Fortbildungen sind in der Regel von der Bundestierärztekammer anerkannt (ATF-Anerkennung gemäß § 10 der ATF-Statuten).

 

Seminare für Tierärzte und Landwirte

Regelmäßig veranstaltet die AVA Seminare und Workshops, in denen Landwirte und Tierärzte zusammen und voneinander lernen. „Auf gleicher Augenhöhe“ werden hier Themen der Tiergesundheit und Co. intensiv besprochen, um Probleme herauszukristallisieren und zu lösen. Abseits des Tagesgeschäftes bieten wir hier ein Forum für den konstruktiven fachlichen Austausch zwischen Veterinären und Landwirten.

„Wenn ein Tierarzt stirbt, ist die erste Frage: War es Selbstmord?“

Veröffentlicht am: 18.10.2021 17:17:10
Kategorie : Allgemein

Häufige Auseinandersetzung mit dem Tod, aggressive Tierbesitzer, kaum Privatleben und keine psychologische Unterstützung – das sind nur einige der Gründe, warum unter Tierärzten seelische Erkrankungen wie Depressionen häufig auftreten und allzu oft zum Selbstmord führen.

Verletzten oder kranken Tieren helfen und deren Besitzer glücklich machen – so in etwa dürfte das gängige Bild vom Traumberuf Tierarzt sein. Die Realität sieht jedoch ganz anders aus. Studien aus den USA und anderen Ländern haben es schon gezeigt, nun liegt erstmalig auch eine Studie aus Deutschland vor, die besagt: Die Wahrscheinlichkeit, seinem Leben durch Suizid ein vorzeitiges Ende zu bereiten, ist bei Tiermedizinern sechs bis sieben Mal so hoch wie im Bevölkerungsdurchschnitt. Depressionen seien dreimal so stark verbreitet.

Das kann auch die Berliner Tierärztin Anke Meeuw bestätigen. Sie selbst leide an Depressionen und habe sich deswegen Hilfe geholt. Bereits das Studium der Tiermedizin sei wahnsinnig hart und schon da würden vermehrt Selbstmorde geschehen. „Auch in meinem Freundeskreis gibt es etliche, die ich einfach nicht mehr habe, weil sie Selbstmord begangen haben. Ja, ich kenne eigentlich keinen, der nicht in irgendeiner Form seelisch damit Probleme hat“, so Meeuw. Und wenn ein Tierarzt sterbe, sei die erste Frage: War es Selbstmord?

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Tierbesitzer erwarten Einsatzbereitschaft rund um die Uhr, Privatleben bleibt auf der Strecke

Die Tierbesitzer und deren Erwartungshaltung seien für sie die größte Belastung an ihrem Beruf, so Meeuw. Manche von ihnen seien offenbar der Ansicht, ein Tierarzt habe kein Anrecht auf Privatleben. So habe sie vor zwei Wochen einen Anruf von einer eigentlich sehr netten Tierbesitzerin, die sie schon lange kenne, bekommen. Sie müsse an diesem Abend dringend vorbeikommen und deren Hund einschläfern. Sie habe gesagt, das sei nicht möglich, denn sie habe Karten für Union Berlin. „Ich habe dann nichts mehr von ihr gehört und bekam Ende dieser Woche einen Brief, dass ich moralisch doch sehr verroht sei. Dass es ja wohl das Letzte sei, zum Fußball zu gehen, wo ihr Hund leidet.“ Sie habe zuerst ein schlechtes Gewissen bekommen, weil sie in ihrer Freizeit ins Stadion gegangen sei und zusammen mit anderen Fußballfans gesungen und gefeiert habe. Und dann sei sie wütend geworden, so Meeuw. „Wir haben tatsächlich ein ganz privates Leben. Ich bin nicht 24 Stunden rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr Tierärztin. Ich bin eine Mutter, ich bin eine Freundin, ich bin eine Ehefrau, ich bin Fußballfan. Manchmal bin ich Kinobesucherin. Neben meinem Beruf habe ich auch noch ein ganz normales Leben mit all den Herausforderungen.“ Und schließlich erwarte auch niemand von einem Hausarzt, dass dieser zu jeder Tages- und Nachtzeit auf Abruf sei. „Ich weiß, dass das für den einzelnen Menschen und die einzelne Einschläferung oder den einzelnen Notfall natürlich wahnsinnig ist. Und dass man da irre wird vor Angst. Ich habe selber fünf Katzen und ich würde für jede von denen auch so leiden. Aber mir ist auch bewusst, dass das für die Tierklinik, den Tierarzt, den ich dann aussuche, nicht das einzige Tier an dem Tag oder in seinem Leben ist, sondern dass das sein Beruf ist. Und deswegen finde ich, dass wir ein Recht auf Privatleben haben. Und ich darf eigentlich kein schlechtes Gewissen haben, wenn ich ein Privatleben habe. Aber genau das wird suggeriert.“ Die Tierärztin räumt ein, dass es in Deutschland an Notdiensten und Kliniken mangelt, die die Behandlung außerhalb der regulären Sprechzeiten ermöglichen würden.

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