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NEWS
von der AVA und aus der Branche
Frau meldet Bauer beim Veterinäramt: Rinder bei großer Hitze auf Weide
Daraufhin fährt eine Mitarbeiterin des Veterinär- und Verbraucherschutzamt raus, schaut sich die Situation vor Ort an. Sie gibt aber bald Entwarnung. Bei dem Jungvieh sei der Ernährungszustand gut, die Tiere zeigten keine Anzeichen von Hitzestress, teilte das Veterinäramt des Landkreises auf Nachfrage mit.
Das Veterinäramt kontrolliert die Weide – und findet klare Details:
Auf beiden Weiden seien „schattige Bereiche durch natürlichen Bewuchs und tageszeitabhängig durch die Topografie des Geländes“ gegeben und „beide Weiden verfügen über Frischwasser-Durchflusstränken“. Tiere und Tränken würden zudem durch den Landwirt täglich zweimal geprüft.
Solche Hinweise, die bei Hitze häufiger seien als sonst, habe das Amt auch in den vergangenen Tagen aus unterschiedlichen Gemeinden bekommen. Würden bei Kontrollen Probleme festgestellt, versuche man, diese „im Dialog mit den Tierhaltenden und im Sinne der Tiere zu lösen“, so das Veterinäramt… .
Landwirtschaftlich genutzte Fläche 2025
Die landwirtschaftliche Nutzfläche belief sich 2025 auf rund 16,6 Millionen Hektar – dies entspricht etwa der Hälfte der Bodenfläche Deutschlands.

Die landwirtschaftlich genutzte Fläche lässt sich in drei Kategorien unterteilen: Ackerland, Dauergrünland und Dauerkulturen.
Rund 70 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche war 2025 Ackerland (11,7 Millionen Hektar), knapp 29 Prozent war Dauergrünland (4,7 Millionen Hektar) und auf gut einem Prozent wuchsen Dauerkulturen (rund 200.000 Hektar) wie Rebflächen, Baum- und Beerenobst einschließlich Nüssen sowie Baumschulen.
Umfangreiche Informationen zu der Frage „Was wächst auf Deutschlands Feldern?“ stellt das Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL) auf seinem Fachportal dar. (ble.de)
Mikrokosmos Küchenschwamm: Verunreinigung mit Bakterien sieht, riecht und fühlt man nicht immer
Auch krankmachende Erreger vermehren sich darin und können sich von dort ausbreiten
In herkömmlichen Küchenschwämmen („Topfreinigern“) tummeln sich nicht nur zahlreiche Arten von „Allerweltskeimen“, sondern es können auch krankmachende Bakterien wie Salmonellen oder Escherichia coli nachgewiesen werden. Sie können sich in den Schwämmen ansiedeln, vermehren und von dort auch auf andere Oberflächen in der Küche übertragen werden, wie eine neue, am Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) durchgeführte Untersuchung zeigt. Bemerkenswert ist, dass man den Schwämmen eine Besiedelung mit Keimen nicht anmerkte: Sie zeigten keine auffälligen Veränderungen hinsichtlich des Geruchs, sahen nicht sichtbar verschmutzt oder schmierig aus. Umso wichtiger ist es, die Schwämme in regelmäßigen Abständen zu wechseln, um Infektionen im Haushalt zu vermeiden, betonen die Forschenden. „Nicht wenige Lebensmittelinfektionen haben ihren Ursprung im Privathaushalt und nicht immer sind sie mit ein, zwei Tagen Unwohlsein überstanden“, sagt BfR-Präsident Andreas Hensel. „Insbesondere empfindlichen Personengruppen wie älteren oder kranken Menschen, aber auch kleinen Kindern können solche Infektionen durchaus gefährlich werden.“ Die Studie ist im Fachmagazin „Journal of Food Protection“ veröffentlicht.
Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge kommt es jährlich zu geschätzt 600 Millionen Lebensmittelinfektionen weltweit. Bekannt und erfasst werden insbesondere Ausbrüche mit mehreren Erkrankten, die im Umfeld von Großküchen oder Caterern ihren Ursprung haben. Fachleuten zufolge ist aber auch die eigene Küche daheim häufig Quelle einer Infektion, etwa wenn bei der Zubereitung verunreinigter Lebensmittel wie z. B. Hähnchenfleisch die Keime durch unzureichende Hygiene in der Küche verteilt werden.
Einmal in der Küche angelangt, sind Schwämme für bakterielle Erreger aufgrund ihrer porösen Oberfläche und der vorhandenen Feuchtigkeit ein ideales Reservoir. Lebensmittelreste, die sich in den Schwämmen verfangen, dienen als „Futter“ und liefern die für eine Vermehrung der Bakterien nötigen Nährstoffe. So ist es zu erklären, dass üblicherweise Küchenschwämme bald nach Nutzungsbeginn mit zahlreichen Arten von Keimen besiedelt sind. Bekannt ist auch, dass im Vergleich zu anderen Reservoiren wie der Spüle oder Schneidebrettern die Keimzahl in Schwämmen in der Regel höher ist.
In der aktuellen Untersuchung zeigten die Forschenden, dass sich auch krankmachende Keime in den Schwämmen festsetzen können. Sie gaben dazu Lösungen mit Escherichia coli und Salmonellen, bedeutende Erreger von Lebensmittelinfektionen, in verschiedenen Keimzahlen auf die Schwämme. Darüber hinaus wurden einige Schwämme mit einer bakterienhaltigen Lösung mit Staphylococcus aureus befeuchtet. Diese Keime können Giftstoffe bilden, die Lebensmittelvergiftungen verursachen können. Es zeigte sich, dass sich alle untersuchten Bakterien ausgehend von recht geringen Keimzahlen innerhalb weniger Tage erheblich vermehren und auch eine mehrtägige Austrocknung überstehen. In weiteren Versuchen zeigten die Forschenden, dass bereits leichter Druck ausreicht, um die Keime von den Schwämmen auf eine Oberfläche zu übertragen. Letztlich können Bakterien bei direktem Kontakt auf Lebensmittel gelangen und – wenn diese ohne weiteres Erhitzen verzehrt werden – eine Lebensmittelinfektion verursachen; dafür reichen mitunter bereits sehr geringe Keimzahlen aus.
Viele Verbraucherinnen und Verbraucher entscheiden anhand des Aussehens oder Geruchs, wann sie ihren Schwamm wechseln. Allerdings ist dies ein sehr unzuverlässiger Indikator, denn auch bei hoher Keimzahl stellten die Forschenden keine auffälligen Veränderungen ihrer Versuchsschwämme fest. Wie oft Schwämme ausgetauscht werden sollten, hängt unter anderem von ihrer Nutzung ab. Wurde der Schwamm beispielsweise zum Reinigen von Oberflächen verwendet, die mit rohem Fleisch in Kontakt waren, sollte er anschließend entsorgt werden. Alternativ kann die Keimbelastung durch eine mindestens zweiminütige Behandlung mit über 70°C heißem Wasser verringert werden. Insbesondere in Umgebungen, in denen Menschen mit einer geschwächten Immunabwehr – Kranke, Kinder oder Ältere – leben, sollten Küchenschwämme häufiger ausgetauscht werden. Als Alternativen zu Küchenschwämmen kommen auch Bürsten oder Mikrofaser-Tücher in Betracht, die früheren Studien zufolge geringere Keimzahlen aufweisen. Sie trocknen schneller und können zudem in der Spül- bzw. Waschmaschine gereinigt werden. Damit die Keimbelastung wirksam reduziert wird, sollten Programme mit Temperaturen von mindestens 60°C verwendet werden.
Deutsches Tierhaltungskennzeichnungsgesetz: Scharfe Kritik aus Brüssel
Die Denkfabrik Farm Europe und der Branchenverband Eat Europe üben scharfe Kritik an der geplanten Novelle des deutschen Tierhaltungskennzeichnungsgesetzes. Auslöser ist der Entwurf, den die Bundesregierung kürzlich bei der EU-Kommission zur Notifizierung eingereicht hat. Beide Organisationen appellieren an Brüssel, das geplante Gesetz zurückzuweisen. Zentraler Kritikpunkt: Das im Gesetz vorgesehene verpflichtende Klassifizierungssystem schaffe neue Handelshemmnisse und verzerre den Binnenmarkt.
Aus Kommissionskreisen heißt es auf Anfrage, das Prüfverfahren laufe noch. Einzelheiten wurden nicht bekannt.
Farm Europe und Eat Europe betonen, das Ziel größerer Transparenz für Verbraucher grundsätzlich zu teilen. Sie warnen jedoch davor, dass zahlreiche Einzelvorgaben des Gesetzes de facto zu technischen Handelshemmnissen werden könnten. Die Anforderungen an europäische Importeure von Schweinefleisch und verarbeiteten Fleischerzeugnissen für den deutschen Markt gingen nach Einschätzung beider Organisationen deutlich über die EU-Mindeststandards hinaus.
Kein Mehrwert für den Tierschutz
Einen Mehrwert für den Tierschutz erkennen Farm Europe und Eat Europe in der Novelle nicht. Das EU-Recht biete zusammen mit den bestehenden Kontrollsystemen bereits hinreichende Absicherung, argumentieren beide Organisationen. Zugleich werde die Arbeit jener Millionen europäischer Tierhalter untergraben, die die hohen EU-Standards in den Bereichen Tierschutz, Lebensmittelsicherheit und Umwelt bereits erfüllen. Klassifizierungssysteme könnten einzelne Haltungsformen pauschal benachteiligen - unabhängig davon, ob im konkreten Betrieb tatsächliche Verbesserungen erzielt worden seien. Das führe Verbraucher letztlich in die Irre.
Ruf nach EU-Harmonisierung
Stattdessen sprechen sich beide Organisationen für einen harmonisierten EU-Ansatz aus. Nur so lasse sich einer Zersplitterung der Vorschriften zwischen den Mitgliedstaaten entgegenwirken und gleiche Wettbewerbsbedingungen im Binnenmarkt sicherstellen.
Strategie gegen Bestandsrückgang
Große Erwartungen knüpfen beide Verbände an die geplante EU-Tierhaltungsstrategie. Diese solle die strategische Bedeutung der europäischen Tierhaltung ausdrücklich anerkennen. Einem AGRA Europe vorliegenden Leak zufolge plant die Kommission, einem weiteren Rückgang der Nutztierbestände in der EU entgegenzuwirken. Bis 2040 soll eine Trendwende beim Bestandsabbau erreicht werden, verbunden mit dem Ziel, der Branche profitables Wirtschaften zu ermöglichen.
Nähe zu Frankreich und Italien
Farm Europe ist ein 2015 in Brüssel gegründeter Think Tank mit Schwerpunkt auf Agrar- und Lebensmittelpolitik, insbesondere der Gemeinsamen Agrarpolitik. Finanziert wird er über Beiträge von Partnern und Mitgliedern, darunter namhafte französische Agrarorganisationen wie FNSEA, Crédit Agricole, Groupama, InVivo und Avril.
Eat Europe wiederum ist eine 2024 in Brüssel gegründete Multistakeholder-Vereinigung, die nach eigenen Angaben die gesamte Lebensmittelwertschöpfungskette repräsentiert. Personell bestehen enge Verbindungen zum italienischen Bauernverband Coldiretti. Zu den Trägerorganisationen zählen neben Coldiretti der Verband Filiera Italia sowie Farm Europe.
Verbände und Politiker im Clinch
Die Frage einer Obergrenze für Direktzahlungen in der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) nach 2027 spaltet auch den Landwirtschaftsausschuss (AGRI) des Europaparlaments - und zwar quer durch die politischen Lager. Vertreter von Copa und Cogeca sowie die Denkfabrik Farm Europe lehnten eine Kappung bei einer AGRI-Anhörung zur geplanten Förderstruktur und Zukunft der Direktzahlungen am Donnerstag (25.6.) klar ab.
Kommission über Forderungen des Agrarrats besorgt
Was den AGRI eint, ist die Sorge vor einer Renationalisierung der Gemeinsamen Agrarpolitik. Offenbar treibt auch die EU-Kommission um, dass die Flexibilisierungsbestrebungen im Rat die Unterschiede in den Agrarpolitiken der Mitgliedstaaten absehbar vergrößern. Die Direktorin in der Generaldirektion Landwirtschaft (DG AGRI), Christine Geslain-Lanéelle, untermauerte die von EU-Agrarkommissar Christophe Hansen beim jüngsten Agrarrat vorgetragene Sorge, wonach die Forderungen der Agrarminister nach mehr Flexibilität die gemeinsame Basis der GAP gefährden.
Zu den Kappungsplänen befragt, erklärte die Französin, dass von der vorgeschlagenen Obergrenze für jährliche Direktzahlungen von 100.000 Euro 96% der landwirtschaftlichen Betriebe nicht betroffen wären. Zur vorgeschlagenen Degression ab 20.000 Euro äußerte sie sich dagegen nicht.
Berufsstand hält nichts von einer Obergrenze
Die stellvertretende Vorsitzende der Copa-Cogeca-Arbeitsgruppe "Direktzahlungen", Maria Skovager Østergaard, hatte zuvor klargestellt, dass der Berufsstand eine Obergrenze ablehnt. Ein solcher Schritt gefährde die Versorgungssicherheit, argumentierte sie. Stattdessen sprach Skovager Østergaard sich für eine stärkere Förderung kleinerer Betriebe und Junglandwirte aus. Mit Blick auf die Pläne für den Fonds für nationale und regionale Partnerschaft (NRP) drängte sie auf eine eigenständige GAP.
Hektarzahlungen an die Bodengüte anpassen
Auch der Generalsekretär der Denkfabrik Farm Europe, Luc Vernet, forderte eine Abkehr von den Kappungs- und Degressionsplänen der EU-Kommission. Stattdessen könne er sich an natürlichen Produktionsbedingungen wie der Bodengüte orientierte Hektarzahlungen vorstellen. Im Falle eines ukrainischen EU-Beitritts würden die ertragreichen Schwarzerdeböden des Landes entsprechend geringer gefördert als etwa Sandböden in benachteiligten Regionen.
Wie Skovager Ostergaard mahnte auch Vernet, die Gemeinsamkeiten der GAP nicht zu gefährden, und sprach sich für eine weitere Stärkung der produktgekoppelten Zahlungen aus.
Konstruktive Vorschläge gefragt
Der GAP-Verhandlungsführer im Europaparlament und Schattenberichterstatter für die NRP-Pläne, Norbert Lins, warf der EU-Kommission vor, sich bei der drohenden Renationalisierung die Sache etwas einfach zu machen. Schließlich stamme die Grundlage für diese Entwicklung aus der Feder der Brüsseler Behörde selbst. An die Berufsstandsvertreter gewandt, erklärte der CDU-Politiker, er wünsche sich mehr konstruktive Vorschläge, wie es besser gehen könnte.
Überparteilich für eine Kappung
Deutliche Kritik an der Ablehnung einer Direktzahlungsobergrenze übte Thomas Waitz. Der agrarpolitische Sprecher der Grünen/EFA-Fraktion erklärte in Richtung Skovager Ostergaard und Vernet, es sei ihm schleierhaft, wie man eine solche Ablehnung gegenüber der überwältigenden Mehrheit der eigenen Mitglieder rechtfertigen könne. "Warum setzen Sie sich derart für eine sehr kleine Minderheit Ihrer Mitglieder ein?" Mit Blick auf die Forderungen im Rat nach mehr Flexibilität verlangte der Österreicher stattdessen mehr Klarheit und präzisere Regeln.
Ihm zur Seite sprangen der EVP-Agrarsprecher Herbert Dorfmann und sein Kollege aus der Renew-Europe-Fraktion, Asger Christensen. Der Südtiroler und der Däne stellten beide klar, dass es nun an der Zeit sei, einen Riegel vorzuschieben. Christensen begründete eine Direktzahlungsobergrenze auch mit dem perspektivischen EU-Beitritt der Ukraine.
Dorfmann fordert wirksame Gegenvorschläge
Dorfmann betonte, in Teilen der EU nehme Landgrabbing Ausmaße an, die auch der Steuerzahler nicht mehr akzeptiere. Wie jüngst Agrarkommissar Hansen verwies er auf seiner Ansicht nach "nicht zu akzeptierende Zahlungen" an arabische Scheichs. Statt einer Ablehnung der Kappung wolle er lieber wirksame Gegenvorschläge sehen.
Vernet warf er vor, gleichzeitig mehr Gemeinsamkeiten in der GAP und mehr produktionsorientierte Kopplung auf Ebene der Mitgliedstaaten zu fordern. Beides zusammen sei nicht vereinbar, erklärte der italienische Abgeordnete.
Gegenwind von EVP-Kollegin
Gegenwind erhielt Dorfmann von seiner Fraktionskollegin, der spanischen EVP-Politikerin Carmen Crespo Díaz. Wie Skovager Østergaard und Vernet lehnt auch sie eine Kappung ab und führte das Argument der gefährdeten Versorgungssicherheit ins Feld.
Eine produktionsorientierte Kopplung sei wichtig, um besonders kleine und vulnerable Betriebe zu unterstützen. Gleichzeitig gelte es, die Gemeinsamkeiten der GAP aufrechtzuerhalten.
Mehr Flexibilität schwächt Standards
Für mehr Einheitlichkeit in der GAP sprach sich auch der agrarpolitische Sprecher der GUE/NGL-Fraktion, Luke Ming Flanagan, aus. Den Forderungen der Agrarminister nach mehr Flexibilität - mit dem Argument, dadurch höhere Umwelt- und Tierwohlziele erreichen zu können - trat er entgegen. Mehr Flexibilität habe etwa bei den 2023 eingeführten Eco Schemes zu deutlich mehr Bürokratie geführt, so der Ire. Zudem hätten die Mitgliedstaaten bei den Standards bisher stets nur das absolute Minimum umgesetzt.
Todesfall in Kanada: Tollwut nach Kontakt mit einer Fledermaus ohne sichtbare Bisswunde
Ein kurzer Kontakt mit einer Fledermaus kann gefährlicher sein, als viele vermuten. Ein Todesfall in Kanada zeigt: Selbst wenn keine Bisswunde zu sehen ist, kann eine Tollwut-Infektion möglich sein. Entscheidend ist, schnell zu handeln.
Was gilt nach einem Fledermauskontakt?
Wer von einer Fledermaus gebissen, gekratzt oder im Schlaf von ihr berührt wurde, sollte umgehend ärztlichen Rat einholen. Denn die Tiere können Tollwut übertragen. Diese Krankheit verläuft nach Beginn der Symptome fast immer tödlich. Eine rechtzeitig begonnene Schutzbehandlung kann die Erkrankung jedoch verhindern.
Warum auch ein scheinbar harmloser Kontakt riskant sein kann
Ein aktueller Fall aus der kanadischen Provinz Ontario macht deutlich, wie tückisch Tollwut sein kann. Ein elfjähriger Junge starb nach dem Kontakt mit einer Fledermaus in einer Ferienhütte. Das Tier hatte sich während der Nacht auf Mund und Nase des Kindes gesetzt, wovon der Junge aufwachte. Sichtbare Biss- oder Kratzspuren gab es nicht. Deshalb suchte die Familie zunächst keinen Arzt auf. Erst 19 Tage später entwickelte der Junge Beschwerden und wurde ins Krankenhaus gebracht.
Erste Anzeichen wurden zunächst nicht mit Tollwut in Verbindung gebracht
Zu den ersten Symptomen gehörten Taubheitsgefühle und Missempfindungen auf der rechten Gesichtsseite, Appetitlosigkeit, schmerzhaftes Schlucken sowie eine Schwellung der rechten Gesichtshälfte. Vier Tage nach der Aufnahme bestätigten Laboruntersuchungen eine an Fledermäuse angepasste Variante des Tollwutvirus. Wenig später starb der Junge.
Der Fall wurde im Canadian Medical Association Journal veröffentlicht. Es war der erste tödliche Tollwutfall in Ontario seit 1967.
Tollwut ist selten, aber nach Symptombeginn fast immer tödlich
Tollwut wird durch Viren aus der Gattung der Lyssaviren verursacht. Sie greifen das Nervensystem an. Sobald Beschwerden auftreten, gibt es praktisch keine wirksame Behandlung mehr. In Kanada ist die Erkrankung sehr selten. Seit 1924 wurden dort 28 Infektionen beim Menschen registriert.
Fledermäuse können Tollwut auch in Deutschland übertragen
Deutschland gilt seit 2008 frei von terrestrischer Tollwut. Das bedeutet, dass das klassische Rabiesvirus bei Hunden und Füchsen ausgerottet wurde. Heimische Fledermäuse können aber andere Lyssaviren übertragen. Auch diese Viren verursachen tödliche Tollwut-Erkrankungen bei Menschen. Das Risiko für die Bevölkerung ist insgesamt gering. Dennoch raten Gesundheitsbehörden, jeden direkten Kontakt mit einer Fledermaus ernst zu nehmen.
“Fledermäuse zeigen möglicherweise klassische Anzeichen von Tollwut, möglicherweise aber auch nicht; daher gilt jeder direkte Kontakt eines Menschen mit einer Fledermaus als hohes Risiko”, so das Fazit der Autoren. Zu einem auffälligen Verhalten gehört, wenn die nachtaktiven Tiere tagsüber in der Nähe von Häusern zu finden sind und ihre Scheu vor Menschen verlieren. Zudem können Orientierungslosigkeit, Krämpfe sowie Lähmungserscheinungen und damit bedingte Flugunfähigkeit Anzeichen einer Tollwut sein.
Schnelles Handeln kann Leben retten
Nach einem möglichen Kontakt sollte die betroffene Hautstelle sofort gründlich mit Wasser und Seife gereinigt werden. Anschließend ist eine ärztliche Untersuchung wichtig. Ärzte prüfen, ob eine sogenannte Postexpositionsprophylaxe mit Impfstoff und gegebenenfalls Tollwut-Immunglobulin erforderlich ist.
Diese vorbeugende Behandlung wirkt zuverlässig, solange sie rechtzeitig beginnt, also bevor erste Krankheitszeichen auftreten.
Hier die Originalquelle
20 Jahre Proplanta - Das digitale Wissenszentrum für die Landwirtschaft
Seit 20 Jahren steht Proplanta für fundierte Informationen, unabhängigen Journalismus und innovative digitale Lösungen rund um die Landwirtschaft.
Das Fachportal vereint ein einzigartig breites Informationsangebot – von aktuellen Nachrichten sowie Markt- und Preisinformationen über den virtuellen Pflanzenbauberater und Sortenführer bis hin zu Agrifinder, Agrarwetter, Stellenmarkt, Statistiken und umfangreichen Archiven.
Mit mehr als 1,5 Millionen Leserinnen und Lesern pro Monat hat sich Proplanta zu einer der wichtigsten Informationsplattformen für die Agrarwirtschaft und den ländlichen Raum entwickelt.
„Unser Wachstum – auch weit über die deutschen Grenzen hinaus – ist vollständig organisch entstanden“, erklärt Dr. Jörg Mehrtens, Gründer und Geschäftsführer von Proplanta. „Man muss sich nicht ständig neu erfinden. Entscheidend ist, den Entwicklungen einen Schritt voraus zu sein.“ Der Erfolg des Portals bestätige diesen Anspruch.
Zum Proplanta-Netzwerk gehören neben dem Agrarportal unter anderem die Agrar-Handelsplattform Transagro® (seit 2019), das Agrar-Jobportal (seit 2013), das Agrar-Presseportal (seit 2009) sowie rund 20 weitere spezialisierte Fachportale.
Verlässliche Daten als Grundlage fundierter Entscheidungen
Allein in diesem Jahr wurden rund 10.000 neue interaktive Karten zu den Themen Landwirtschaft, Energie, Umwelt, Verbrauch, Wirtschaft, Gesundheit sowie Wetter und Klima veröffentlicht. Sie liefern eine wichtige Datengrundlage für Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Praxis und erleichtern zugleich den Wissenstransfer in Schulen und Hochschulen.
„Verlässliche Daten und belastbare Fakten bilden die Grundlage jeder seriösen Meinungsbildung. Was selbstverständlich klingen mag, ist heute längst keine Selbstverständlichkeit mehr“, betont Mehrtens. Gerade in Zeiten von Fake News, KI-generierten Inhalten, Desinformation und zunehmender Oberflächlichkeit setze Proplanta konsequent auf journalistische Sorgfalt, wissenschaftliche Fundierung und höchste Informationsqualität.
Profi-Wetter für die Landwirtschaft
Ein Schwerpunkt des Angebots ist seit jeher das Agrarwetter, das Proplanta bereits mit dem Start des Portals am 1. Juli 2006 etablierte und kontinuierlich weiterentwickelte. Zum Leistungsumfang gehören personalisierte Unwetterwarnungen, Hochwasservorhersagen, aktuelle Pegelstände, umfangreiche Wetterrückblicke sowie Übersichten über tägliche und jährliche Wetterrekorde. Gerade angesichts zunehmender Wetterextreme und des Klimawandels gewinnen präzise Wetterinformationen für landwirtschaftliche Betriebe immer mehr an Bedeutung.
Vorsprung durch Wissen
„Unserem Leitmotiv Vorsprung durch Wissen bleiben wir auch künftig treu“, sagt Mehrtens. „Wissen ist – ebenso wie Zeit – ein kostbares Gut. Beides verantwortungsvoll zu teilen und zugänglich zu machen, verstehen wir als unseren Auftrag.“
+++ Vorsprung durch Wissen +++
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Zwischen Schweinestall und Kinderspielplatz: Das lässt sich vereinbaren
Die Schweinetierärzte Dr. Miriam Goldschalt und Sebastian Mascher l(i)eben die Schweinepraxis und zeigen, dass sich Praxisalltag und Familienleben vereinbaren lassen.
Die Nutztiermedizin sucht händeringend nach Nachwuchs – insbesondere in der Schweinemedizin fehlt es vielerorts an Personal. Dabei ist die Arbeit mit Schweinen nicht nur abwechslungsreich, sondern kann auch im Hinblick auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf attraktive Möglichkeiten bieten.
vetline.de sprach mit den jungen Schweinetierärzten Dr. Miriam Goldschalt aus der Tierarztpraxis Scheidegg (Zweigstelle Geisenhausen) und Sebastian Mascher (Tierärzte Team Tiefenbach GmbH) darüber, wie sie ihr Familien- und Arbeitsleben als praktizierende Tierärzte miteinander vereinen.
Wie sieht Ihr Familienleben aus?
Sebastian Mascher: „Ich habe einen acht Jahre alten Sohn, meine Frau ist ebenfalls Tierärztin in leitender Funktion. Ich komme aus Thüringen, wohne aber in Süddeutschland. Hier haben wir leider keine Unterstützung durch Großeltern.“… .
Psychohygiene – Wie man die Seele pflegt
Im tierärztlichen Berufsleben stecken viele Gefahren für die seelische Gesundheit. Doch was kann man tun, um die eigene Psyche zu stärken und psychischen Erkrankungen vorzubeugen? Diese Maßnahmen verstecken sich in dem Begriff „Psychohygiene“.
„Gruppenpsychohygiene“
Es ist nicht einfach, ein gutes Arbeitsklima im Team durchgehend aufrechtzuerhalten – und je größer das Team, umso schwieriger wird es. Insbesondere aus der Erfahrung der langetablierten Teams lernt man, dass es viel einfacher ist, wenn sich die Interaktionen nicht nur auf den Arbeitsplatz beschränken, sondern ab und zu auch eine andere, lockerere Form annehmen. Dies sollte jedoch mit allen Teammitgliedern besprochen werden, damit sich niemand gezwungen oder unter Druck gesetzt fühlt, denn das könnte im schlimmsten Fall ins Gegenteil führen.
Wichtig ist, dass die gemeinsame Aktivitätaußerhalb der Praxis stattfindet, um so eine gewisse Distanz und Trennung von dem Arbeitsalltag zu gewährleisten. Eine gute und nicht besonders aufwändige Möglichkeit sind ein gemeinsames Mittag- oder Abendessen. Je nach zeitlichen Kapazitäten und Motivation der Mitarbeiter können auch Betriebsausflüge oder z. B. sportliche Aktivitäten organisiert werden… .
Work-Life-Balance
Der Begriff „Work-Life-Balance“ ist bereits seit einigen Jahren in aller Munde. Immer wieder wird betont, wie wichtig es ist, darauf zu achten – und dabei fällt es vielen Medizinern besonders schwer, sich „einfach abzugrenzen“. Hohe Empathie, Hilfsbereitschaft, Verantwortungsgefühl – all das führt dazu, dass wir lieber doch die eine Stunde länger auf Arbeit bleiben oder den Urlaub verkürzen. Besonders gefährdet sind hier diejenigen, die keine Kinder haben. Doch auch in diesem Fall ist es wichtig, eigene Grenzen und Bedürfnisse zu respektieren und das Berufsleben nicht auf Kosten des Privatlebens zu führen… .
Fazit
Psychohygiene ist ein sehr umfangreicher Begriff, der in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewinnt. In diesem Beitrag konnte ich lediglich einen kleinen Teil davon besprechen, habe mich deswegen für die Aspekte entschieden, die mir – sowohl aus fachpsychiatrischer als auch aus rein menschlicher Sicht – besonders wichtig erscheinen. Auch wenn manches davon ganz offensichtlich klingt, sind es häufig die einfachsten Sachen im Leben, die durch den beruflichen Stress untergehen. Sie wieder genießen zu lernen, ist der eigentliche Schlüssel zur psychischen Harmonie.
Extreme Hitze: Herausforderungen für Pferde im Turniersport
Wie gut Pferde hohe Temperaturen verkraften und welche Schutzmaßnahmen jetzt entscheidend sind.

Die aktuellen Hitzebedingungen zeigen, wie wichtig flexible Organisation und verantwortungsvolle Entscheidungen im Pferdesport sind. (Symbolbild)
Die anhaltend hohen Temperaturen stellen Reiterinnen und Reiter aktuell vor besondere Herausforderungen. Während die Turniersaison auf Hochtouren läuft, rückt die Frage in den Fokus, wie sich Hitze auf die Leistungsfähigkeit und Gesundheit der Pferde auswirkt.
Turnierabsagen und flexible Planung
Für das bevorstehende Wochenende wurden bereits mehrere Reitturniere abgesagt. Nach Angaben der Pferdesportverbände Hannover und Weser-Ems hängt die Durchführung von Veranstaltungen stark von den jeweiligen Rahmenbedingungen vor Ort ab.
„Bei uns meldet sich aktuell eine Vielzahl verantwortungsbewusster Veranstalter und Reiter, die die Wetterlage genau im Auge behalten, Vorkehrungen treffen oder auch intensiv über eine Absage nachdenken“, berichtete Jörg Maier aus der Geschäftsstelle des Pferdesportverbandes Weser-Ems. Kurzfristige Anpassungen sind dabei durchaus üblich: „Im heutigen digitalen Zeitalter kann sehr kurzfristig reagiert werden: Alle Beteiligten werden schnell am Vorabend informiert, wenn einzelne Prüfungen zeitlich verlegt oder – sollten die prognostizierten Höchsttemperaturen am Wochenende tatsächlich eintreffen – eventuell ganz abgesagt werden.“
Individuelle Entscheidung für den Start
Ob Pferd und Reiter bei hohen Temperaturen antreten, bleibt eine individuelle Abwägung. Entscheidend sind unter anderem Trainingszustand, Gesundheit sowie äußere Bedingungen. „Der Pferdesportler kennt sein Pferd am besten und muss eigenverantwortlich einschätzen, ob sein Pferd vor dem Hintergrund des Trainingszustands den Anforderungen an dem Prüfungstag gewachsen ist“, erklärte Henrike Lagershausen, leitende Tierärztin der Deutschen Reiterlichen Vereinigung… .
