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NEWS
von der AVA und aus der Branche
Glyphosat wird in USA zum Sicherheitsfaktor
Donald Trump macht die Produktion von Glyphosat zu einer Frage der nationalen Sicherheit. Der US-Präsident ordnete am Mittwoch (18.2.) an, die Versorgung des Landes mit Glyphosat und elementarem Phosphor sicherzustellen, um die nationale Verteidigung zu stärken. Als die am weitesten verbreiteten Pflanzenschutzmittel in der US-Landwirtschaft seien glyphosatbasierte Herbizide ein Grundpfeiler der landwirtschaftlichen Produktivität und ländlichen Wirtschaft, heißt es in einer sogenannten Executive Order des Präsidenten. Ihnen komme eine entscheidende Rolle zu, effizient und kostengünstig Lebensmittel und Viehfutter zu erzeugen.
Nach Ansicht von Trump gibt keine direkte Alternative zu glyphosatbasierten Herbiziden. Ein Verzicht auf ihre Anwendung würde die landwirtschaftliche Produktivität gefährden, den Druck auf das heimische Lebensmittelsystem erhöhen und aufgrund geringer Produktivität zu einer Umstellung von Ackerland auf andere Nutzungen führen. Dennoch sei die Fähigkeit der USA, Glyphosat im Inland zu produzieren, äußerst begrenzt.
Laut Trump gibt es in den Vereinigten Staaten nur einen einzigen inländischen Produzenten von elementaren Phosphor- und glyphosatbasierten Herbiziden; damit meint er die Bayer-Tochter Monsanto. Diese könne den jährlichen Bedarf aber nicht decken. Eine künftige Reduzierung oder Einstellung der inländischen Produktion elementarer Phosphor- und glyphosatbasierter Herbizide würde die nationale Sicherheit der USA daher ernsthaft bedrohen. Das könnte für die Staaten zu einem ernsthaften Problem werden, denn die wichtigsten Glyphosat-Hersteller sitzen in China.
Die Herausstellung von Glyphosat als Sicherheitsfaktor spielt Bayer in die Hände. Die Anordnung des US-Präsidenten kam kurz nach der Mitteilung des Konzerns, mit einem Sammelvergleich die zahlreichen Schadenersatzklagen zum umstrittenen Breitbandherbizid Roundup mit dem Wirkstoff Glyphosat in den Vereinigten Staaten vom Tisch zu bekommen. Vorgesehen ist eine Gesamtsumme von maximal 7,25 Mrd $ (6,12 Mrd. Euro), verteilt über einen Zeitraum von bis zu 21 Jahren. Seit der Übernahme von Monsanto hat Bayer bereits mehr als 10 Mrd. $ (8,5 Mrd. Euro) für die Beilegung von Klagen gezahlt. Noch sind rund 67.000 Klagen anhängig.
Änderung des Bundesjagdgesetz: Für den Wolf wird es ernst
Die Aufnahme des Wolfs ins Bundesjagdgesetz befindet sich auf der Zielgeraden. Im Bundestag wird der federführende Landwirtschaftsausschuss aller Voraussicht nach am kommenden Mittwoch (25.2.) seine Beratung des Gesetzentwurfs zur Änderung des Bundesjagdgesetzes und zur Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes abschließen. Vom Bundestag beschlossen werden soll das Gesetz in der Folgewoche; die zweite und dritte Lesung ist für den 5. März vorgesehen. Am kommenden Montag (23.2.) wird der Ausschuss noch eine öffentliche Anhörung zum Gesetzentwurf durchführen.
Der Ausschussvorsitzende Hermann Färber zeigte sich zufrieden mit dem Stand der Gesetzgebung. Vorbehaltlich der Anhörung und sich möglicherweise daraus ergebender neuer Fragen geht der CDU-Politiker davon aus, dass es weitestgehend beim vorliegenden Regierungsentwurf bleiben wird. Einzige Änderung wird nach derzeitigem Stand sein, dass Widersprüche und Anfechtungsklagen gegen Managementpläne keine aufschiebende Wirkung haben sollen. Dies entspricht einer Forderung, die der Bundesrat in seiner Stellungnahme erhoben hat und die als einzige der Länderforderungen von der Bundesregierung mitgetragen wird.
Färber wies gegenüber AGRA Europe darauf hin, dass im Zusammenhang mit den künftigen Managementplänen noch Abstimmungen über die Zuständigkeit zwischen Bund und Ländern notwendig seien. Dafür seien zum Teil komplizierte rechtliche Fragen abseits der gesetzlichen Neuregelung zu beachten. Färber geht davon aus, dass die Entnahme von Schadwölfen mit Beginn der anstehenden Weidesaison auf der Grundlage des geänderten Bundesjagdgesetzes erfolgen kann. Dagegen werde es noch etwas dauern, bis vollends Klarheit bei der Handhabung der Managementpläne bestehe, so der Vorsitzende.
Sind Nekrose beim Abferkeln für Ferkel schädlich?
Jüngste deutsche Studien haben bestätigt, dass ein signifikanter Anteil von Ferkeln mit nekrotischen Läsionen geboren wird. Wie wichtig ist das für die Entwicklung der Ferkel?
Die Studie wurde auf dem Lehr- und Forschungsbetrieb Köllitsch in Sachsen durchgeführt . Ziel der Studie war es, die Bedeutung dieser Prädisposition für das Schweineentzündungs- und Nekrose-Syndrom (SINS) in der Ferkelaufzucht aufzuzeigen. Die führende deutsche Agrarzeitschrift „Top Agrar“ berichtet über die Studie.
Das Phänomen des Schwanzkupierens bei Rindern hat in den letzten Jahren zunehmend Aufmerksamkeit erregt, insbesondere im Hinblick auf ein wahrscheinliches bevorstehendes Verbot des Schwanzkupierens in der EU. Beim Schwanzkupieren spielen viele Faktoren zusammen, darunter Genetik, Stallgestaltung, Klima, Futterzusammensetzung, Mykotoxine, Raufutter, Stalleinrichtung, aber auch die Wasserversorgung.
Im Rahmen der Studie überwachte ein Wissenschaftlerteam die Geburten von 284 Sauen in 22 weitgehend aufeinanderfolgenden Abferkelzyklen. Das Team wog über 4.000 Ferkel direkt nach der Geburt und untersuchte sie auf entzündliche oder nekrotische Läsionen an Schwanz, Kronsaum, Ballen, Zitzen und Vulva. Die Ferkel wurden anhand einer Skala von 1 (unverändert/unbeschädigt) bis 4 (stark verändert/beschädigt) beurteilt. Dieselbe Skala wurde auch am Ende der Säugezeit verwendet.
Nur 63 % der Ferkel sind unkastriert
Die Forscher erfassten nicht nur Daten über die Ferkel, sondern auch über den Geburtsvorgang (Dauer) und den Gesundheitszustand der Sauen (Kotkonsistenz, notwendige Behandlungen während der Laktation). Darüber hinaus notierten sie Leistungsdaten wie die Anzahl lebend- und totgeborener Ferkel, die Anzahl der bei der Geburt geborenen Ferkel, Ferkelverluste, abgesetzte Ferkel, die Gewichtszunahme beim Säugen, die Rückenspeckdicke und den Gewichtsverlust der Sauen.
Etwa 84 % aller Ferkel wurden nach dem ersten Lebenstag kupiert. Bei 644 Ferkeln (16 %) blieb der Schwanz zur weiteren Beobachtung unkupiert. Nach dem Absetzen wurden die Ferkel in einen konventionellen Aufzuchtstall umgesetzt und während der 35-tägigen Aufzuchtphase bis zum Verlassen des Stalls mehrmals auf Schwanzverletzungen und Nekrosen untersucht. Der beobachtete Zustand der Ferkel reduzierte sich in dieser Entwicklungsphase auf drei Kategorien.
Ballen häufiger betroffen
In der Studie wiesen die Ferkel bei der Geburt eine hohe Rate an Nekrosen auf. Dieses Phänomen wurde auch in anderen internationalen Studien bestätigt. Besonders stark betroffen waren die Ballen (75 %). Der Schwanzbereich war mit nur 16 % vergleichsweise weniger betroffen. Im Durchschnitt wiesen 37 % der Ferkel über alle Körperregionen hinweg Nekrosen auf.
Das Problem verringert sich innerhalb der vierwöchigen Säugezeit. Zum Zeitpunkt des Absetzens wiesen nur noch etwa 9 % der Ferkel nekrotische Veränderungen auf.
Während der Aufzucht erreichten 433 Ferkel (69,4 %) das Studienende ohne Verletzungen durch Schwanzbisse und 373 Ferkel (59,8 %) ohne Schwanznekrosen. Selbst kleinste Verletzungen wurden erfasst.
Verletzungen und Gewichtszunahme
Bissverletzungen und Schwanznekrosen treten innerhalb kurzer Zeiträume auf. Beide Phänomene hängen eng zusammen. Ferkel, die während der Aufzucht schwerere Verletzungen erlitten, wiesen unabhängig von ihrem Geburtsgewicht signifikant höhere Gewichtszunahmen und überdurchschnittliche Absetzgewichte während der Säugezeit auf.
Interessanterweise schrieben die Forscher daher: „Es wird geschlossen, dass die Ursache weniger in der anfänglichen Konfrontation mit Endotoxinen der Mütter bei der Geburt liegt, sondern vielmehr in der Endotoxinbildung, die durch das eigene Fressverhalten während der Ferkelaufzucht hervorgerufen wird.“
Weitergabe weiterer wichtiger Informationen zur Tiergesundheit an die WOAH
Die WOAH stellt sicher, dass Tierärzte, politische Entscheidungsträger und die Öffentlichkeit über ein strukturiertes Meldesystem Zugang zu genauen und aktuellen Tiergesundheitsinformationen haben. Dies ist unerlässlich, um die Tiergesundheit zu gewährleisten, einen sicheren Handel zu fördern und die öffentliche Gesundheit weltweit zu schützen.
Um dies zu erreichen, müssen WOAH-Mitglieder Informationen über von WOAH gelistete Krankheiten , neu auftretende Krankheiten und Tierpopulationsdaten über das Welttiergesundheitsinformationssystem (WAHIS) an WOAH melden .
WOAH-Mitglieder werden außerdem dazu angehalten, Informationen über weitere wichtige Aspekte der Tiergesundheit mit WOAH und anderen Mitgliedern zu teilen . Dies ist in Artikel 1.1.5 der Tiergesundheitsrichtlinien für Land- und Wassertiere (Terrestrial and Aquatic Animal Health Codes) beschrieben .
Weitere Informationen zur Weitergabe anderer wichtiger Tiergesundheitsinformationen finden Sie unter diesem Link: Meldung gemäß Artikel 1.1.5: WAHIS-Unterstützung.
Details zu den seit Oktober 2022 gesammelten „anderen wichtigen Tiergesundheitsinformationen“ können im Dashboard eingesehen werden.... .
Ausgabe 2024 gedruckt und online: Der Tierärzte Atlas Deutschland – Daten, Trends und Entwicklungen

Der TÄ-Atlas von 2024 ist der Aktuelle
Der Tierärzteatlas bietet Interessierten eine ausführliche Zusammenfassung von Daten, Zahlen und Fakten der tiermedizinischen Branche.
Der Tierärzteatlas bietet eine ausführliche Zusammenfassung von Daten, Zahlen und Fakten der tiermedizinischen Branche und gibt Interessierten einen breit gefächerten Einblick. In dem Atlas werden nicht nur die aktuellsten Statistiken zusammengetragen und verfügbare Zahlen analysiert, sondern auch noch bestehende Lücken mit zusätzlichen Recherchen ergänzt.
Ziel des Tierärzteatlas ist die Darstellung der Entwicklungen im Personalbereich und des Marktes. Dabei werden nicht nur die aktuellen Strukturen eingeordnet, sondern auch die dazugehörigen Hintergründe erläutert.
Der Tierärzteatlas wurde vom Dessauer Zukunftskreis (DZK) gemeinsam mit Verbänden, Vereinen, Institutionen der Tierärzteschaft sowie der Tiergesundheitsindustrie ins Leben gerufen. Der Atlas soll eine bisher bestehende Lücke in der Branche schließen: eine zentrale und regelmäßig erscheinende Übersicht, die Entscheidungsträger*innen fundierte Grundlagen für nachhaltige Lösungen bietet.
Interessierte haben die Möglichkeit den Atlas kostenlos online zu lesen oder die Druckversion käuflich zu erwerben.
Sachsen-Anhalt: Schweinebestand steigt wieder über eine Million
Mehr Schweine, weniger Betriebe: In Sachsen-Anhalt wächst der Bestand kräftig, doch immer weniger Betriebe teilen sich immer mehr Tiere.
Der Schweinebestand in Sachsen-Anhalt ist im vergangenen Jahr deutlich gestiegen und liegt erstmals seit 2021 wieder über der Marke von einer Million Tieren
Wie das Statistische Landesamt mitteilte, stieg die Zahl der Tiere innerhalb eines Jahres um 9,4 Prozent. Während bundesweit die Zahl der Schweine nur um 0,9 Prozent angestiegen war, fiel der Zuwachs in Sachsen-Anhalt damit deutlich größer aus.
Weniger Betriebe, mehr Schweine
Unabhängig von der gestiegenen Zahl der Tiere setzte sich im vergangenen Jahr in Sachsen-Anhalt ein Trend fort: Die Zahl der Betriebe, die Schweine halten, sank deutlich - um 6,1 Prozent auf rund 140. Immer weniger Betriebe halten also immer mehr Schweine. Im Schnitt hielt ein Betrieb laut Statistischem Landesamt rund 7.200 Tiere, nach 6.200 im Vorjahr. Die Zahl der Großbetriebe ist in Sachsen-Anhalt deutlich größer als im Bundesschnitt. Bundesweit hielt ein Betrieb im vergangenen Jahr im Schnitt 1.400 Schweine.
Weniger Tiere in der Corona-Pandemie
Nach Angaben des Bundeslandwirtschaftsministeriums hat die Schweinehaltung in der EU eine große wirtschaftliche Bedeutung. Mit einem Produktionswert von 43 Milliarden Euro war Schweinefleisch im Jahr 2022 nach der Milchproduktion das tierische Erzeugnis mit dem höchsten Produktionswert. Deutschland hat hier europaweit den mit Abstand größten Schweinebestand. Nach einem Einbruch während der Corona-Pandemie stabilisieren sich die Zahlen seit 2023 wieder.
Mehr Schweine in Bayern, Betriebe immer größer
Während die Zahl der Schweine in Bayern steigt, sinkt die der Schweinehalter. Blickt man weiter in die Vergangenheit, ist allerdings auch die Zahl der Schweine massiv gesunken.
In Bayern gibt es etwas mehr Schweine - aber weniger Schweinehalter. Zum Stichtag im November vergangenen Jahres gab es im Freistaat 2.435.700 Schweine, wie das Landesamt für Statistik mitteilt. Das waren 0,2 Prozent mehr als vor einem Jahr.
Dadurch steigt die durchschnittliche Betriebsgröße um 26 Schweine auf 771. Der größte Teil der Tiere - fast 1,5 Millionen oder knapp 60 Prozent - wird allerdings in 930 Betrieben mit mehr als 1.000 Tieren gehalten. In Betrieben mit weniger als 100 Schweinen zählt das Landesamt dagegen nur 21.600 Tiere.
Der aktuelle Anstieg kann aber nicht über den langfristigen Trend hinwegtäuschen. Seit 2015 sind die Schweinebestände in Bayern massiv zurückgegangen. Damals gab es noch knapp 3,3 Millionen Schweine in rund 5.500 Betrieben. Vor allem in der Zeit von 2016 bis 2022 war der Schweinebestand in Bayern deutlich gesunken, seither ist er relativ stabil. Die Konzentration auf weniger Betriebe hält allerdings an.
Vor 40 Jahren waren es noch 35 Schweine pro Betrieb
Blickt man noch weiter zurück, wird der Trend zur Konzentration und industriellen Tierhaltung noch deutlicher: 1986 hielten noch über 120.000 Bauern in Bayern insgesamt 4,2 Millionen Schweine, wie den Zeitreihen des Landesamts zu entnehmen ist. Das waren im Schnitt rund 35 Tiere pro Betrieb, seither hat sich diese Zahl verzweiundzwanzigfacht.
Hinter dem Trend stehen die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen: Der Fleischkonsum in Deutschland ist gesunken, der Export schwierig. Dementsprechend sind auch die Erzeugerpreise für Schweinefleisch zuletzt zurückgegangen. Die Entwicklung hält bislang auch in diesem Jahr an.
Knapp die Hälfte der gezählten Tiere sind Mastschweine mit insgesamt
1,13 Millionen Tieren, dahinter folgen 682.200 Ferkel, 463.200 Jungschweine und 156.200 Zuchtsauen ab 50 Kilo Gewicht. Zu Zuchtebern macht das Landesamt keine Angaben.
Schädlingsbekämpfung in der Lebensmittelkette: BTK-Pressemeldung
BTK betont: Lebensmittelsicherheit braucht praktikable Lösungen
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Die geplanten Änderungen im Zuge der Neubewertung von Rodentiziden mit Antikoagulanzien auf EU-Ebene sorgen bundesweit für intensive Diskussionen. Künftig sollen antikoagulante Rodentizide nur noch nach zuvor festgestelltem Befall eingesetzt werden. Eine sogenannte befallsunabhängige Dauerbeköderung ist dann nicht mehr zulässig. Zudem wird die Anwendung auf sachkundige Personen beschränkt.
Eine wirksame und fachgerechte Schädlingsbekämpfung ist für die Lebensmittelsicherheit unverzichtbar. „Die Sicherheit der gesamten Lebensmittelkette – vom Futtermittel über die landwirtschaftliche Erzeugung bis hin zum verarbeitenden Betrieb – liegt in weiten Teilen in der Verantwortung der Tierärzteschaft“, betont der Präsident der Bundestierärztekammer (BTK) Ltd. VD Dr. Holger Vogel. Schadnager wie Ratten und Mäuse sind nicht nur Verursacher erheblicher wirtschaftlicher Schäden, sondern auch Überträger von Krankheitserregern mit Zoonosepotenzial, etwa Hantaviren. Darüber hinaus können sie Lebensmittel und Futtermittel nachteilig beeinflussen und kontaminieren. Gerade in großen Zentrallagern zeigt sich die Problematik deutlich – immer wieder werden Schadnager über Zulieferungen eingeschleppt. Sie vermehren sich in Paletten mit Lebensmitteln und breiten sich von dort in weitere Betriebe aus. „Ohne konsequente Überwachung und Bekämpfung kann sich ein Befall rasch ausweiten – mit erheblichen Folgen für Hygiene, Biosicherheit und Verbraucherschutz“, erklärt Dr. Vogel. Die Tierärzteschaft überwacht die Einhaltung der Hygienevorgaben entlang der gesamten Lebensmittelkette. Dazu gehört ausdrücklich auch der Schutz von Futtermitteln vor Schädlingsbefall. „Tierärzt:innen sichern Lebensmittel – und damit den gesundheitlichen Verbraucherschutz“, unterstreicht der BTK-Präsident.
Dass in die Bewertung des Einsatzes von Antikoagulanzien (Gerinnungshemmer) Aspekte der Umweltsicherheit einfließen, ist richtig und nachvollziehbar. Die Abschaffung der Dauerbeköderung bringt jedoch praktische Probleme mit sich. Künftig muss zunächst ein Befall festgestellt werden, bevor antikoagulante Rodentizide eingesetzt werden dürfen. Das kann die Bekämpfung verzögern und dazu führen, dass sich Populationen bereits stark vermehrt haben, bevor wirksam eingegriffen wird. Als Alternativen kommen v. a. Schlagfallen zur Befallsermittlung zum Einsatz. Aus tierschutzfachlicher Sicht gelten sachgerecht eingesetzte Schlagfallen derzeit als geeignetste Methode. Lebendfallen wiederum erfordern eine tierschutzgerechte Tötung der gefangenen Tiere. Diese Verfahren sind technisch aufwendig und störanfällig. Unabhängig von der gewählten Methode gilt: Auch die Entsorgung getöteter Nagetiere muss sichergestellt werden, damit die Hygiene gewährleistet ist.
Schädlingsbekämpfung ist immer Teil eines Gesamtkonzepts aus Biosicherheit, Lebensmittelhygiene, Tierseuchenprävention, Arbeits- und Umweltschutz. Die BTK begrüßt ausdrücklich, dass sich Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer mit der Thematik befasst und auf praxisgerechte Lösungen drängt. Bei der Risikobewertung der Schadnagerbekämpfung darf die gesetzlich geforderte Lebensmittelhygiene nicht unberücksichtigt bleiben.
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| Die Bundestierärztekammer ist eine Arbeitsgemeinschaft der 17 Landes-/Tierärztekammern in Deutschland. Sie vertritt die Belange aller rund 45.000 Tierärzt:innen, Praktiker:innen, Amtsveterinär:innen, Wissenschaftler:innen und Tierärzt:innen in anderen Berufszweigen gegenüber Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit auf Bundes- und EU-Ebene. |
EU lehnt Schweinehalter-Hilfe ab
Die europäische Schweinefleischbranche steht derzeit unter erheblichem Druck, da die Preise für Schlachtschweine seit Herbst 2025 um knapp 20 Prozent gesunken sind. Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer reagierte auf diese Krise und berief einen Krisengipfel für den morgigen Mittwoch in Berlin ein. Dennoch entschieden die EU-Agrarminister kürzlich in Brüssel, dass vorerst keine kurzfristigen Maßnahmen zur Unterstützung der Schweinehalter zu erwarten sind.
EU-Kommission bleibt untätig
EU-Agrarkommissar Christophe Hansen äußerte sich ablehnend gegenüber der Einführung außergewöhnlicher Maßnahmen zur Stabilisierung des Marktes. Überraschenderweise fand diese Haltung Unterstützung durch Bundeslandwirtschaftsminister Rainer, der als einziger Agrarminister der EU gegen eine Krisenhilfe stimmte. Im Gegensatz dazu sprachen sich Länder wie Belgien und Frankreich dafür aus, die Situation weiter zu beobachten.
Rumänien fordert Hilfe
Rumänien brachte die Problematik auf die Tagesordnung des Agrarministertreffens und wies darauf hin, dass die Preise für Schlachtschweine im Dezember 2025 fast 20 Prozent unter dem Vorjahresniveau lagen. Laut Florin-Ionut Barbu, dem rumänischen Landwirtschaftsminister, verlieren Landwirte aktuell pro Schwein zwischen 35 und 40 Euro. Unterstützung erhielt Rumänien dabei von Ungarn, Polen, der Slowakei und Malta.
Ursachen für den Preisverfall
Länder wie Rumänien machen mehrere Faktoren für die niedrigen Preise verantwortlich: Die Einfuhrzölle Chinas auf EU-Schweinefleisch, Handelsrestriktionen aufgrund der Afrikanischen Schweinepest (ASP) und das Ignorieren von Regionalisierungsbestimmungen durch einige Handelspartner. Ohne spezifische Maßnahmen der EU-Kommission sehen diese Staaten keine Chance auf eine baldige Erholung des Marktes.
Anzeichen einer Stabilisierung?
Agrarkommissar Hansen sieht jedoch erste Anzeichen einer Stabilisierung. Er verwies auf einen leichten Preisanstieg in Deutschland am 18. Februar 2026, wo der Vereinigungspreis für Schlachtschweine um 5 Cent auf 1,5 Euro/kg stieg. Die Überkapazitäten an schlachtreifen Schweinen scheinen laut der Vereinigung der Erzeugergemeinschaften (VEZG) weitgehend abgebaut zu sein.
Krisenhilfe bleibt aus
Trotz dieser Entwicklungen ist Hansen der Meinung, dass die aktuelle Marktlage keine außergewöhnlichen Maßnahmen gemäß Artikel 219 der EU-Verordnung über die gemeinsame Marktorganisation rechtfertigt. Die Diskussion um mögliche Unterstützungen spaltet somit weiterhin die Mitgliedsstaaten der EU.
EU genehmigt Sperrzonen in Spanien zur ASP-Bekämpfung und erleichtert Tiertransport
Die Europäische Union hat kürzlich die Grenzen der Sperrzonen I und II um die Fundorte der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Spanien festgelegt. Diese Maßnahme, die einstimmig vom zuständigen Ausschuss genehmigt wurde, zielt darauf ab, den Transport von Schweinen und deren Erzeugnissen zu erleichtern.
Katalonien: Neue Maßnahmen zur Eindämmung der ASP
Spanien hatte zuvor eine sogenannte Infizierte Zone eingerichtet, die in Gebiete mit hohem und niedrigem Infektionsrisiko unterteilt ist. Diese Zone bleibt bestehen, bis sich die Seuchenlage stabilisiert. Basierend auf dieser Zone wurden nun die weiteren Sperrzonen beantragt und umgesetzt. Laut dem spanischen Landwirtschaftsministerium sind für Transporte aus diesen Zonen strikte Biosicherheits- und Überwachungsmaßnahmen erforderlich.
Geografische Ausdehnung der Sperrzonen
Die betroffenen Gemeinden sind je nach Risikokategorie unterschiedlich markiert: Gemeinden in Sperrzone II erscheinen rot, während jene in Sperrzone I blau markiert sind. Diese Unterscheidung ist entscheidend für das Verständnis der unterschiedlichen Risikostufen und den damit verbundenen Maßnahmen.
Infektionslage bei Wildschweinen
Bisher wurden 162 ASP-positive Wildschweine innerhalb des Hochrisikogebiets entdeckt, welches durch eine Schutzumzäunung gesichert ist. Diese Fälle wurden unter mehr als 1.300 untersuchten Tieren festgestellt, was das Ausmaß des Problems verdeutlicht. Bislang sind ausschließlich Wildschweine betroffen, was die Bedeutung der Schutzmaßnahmen unterstreicht.
Insgesamt betonen die neuen Regelungen die Notwendigkeit einer effektiven Kontrolle der ASP-Ausbreitung in Spanien. Die Implementierung der Sperrzonen und die damit verbundenen strengen Maßnahmen sind ein entscheidender Schritt zur Eindämmung dieser Tierseuche und zur Sicherstellung des sicheren Transports von Schweinen innerhalb und außerhalb der betroffenen Gebiete.
