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von der AVA und aus der Branche
Vertritt nicht die Interessen der Tiere“: Neue Tierschutzbeauftragte Silvia Breher: Opposition bezweifelt Unabhängigkeit der Staatssekretärin
Die Stelle sollte eigentlich gestrichen werden, aber Agrarminister Alois Rainer (CSU) besetzt sie doch – mit seiner Staatssekretärin, der CDU-Vizechefin. Dafür erntet er Kritik der Opposition und von Tierschützern.
Das Amt der Tierschutzbeauftragten wollte die schwarz-rote Bundesregierung eigentlich aus Kostengründen streichen - doch dann änderte Landwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) den Kurs: Der Posten soll an seine Parlamentarische Staatssekretärin Silvia Breher gehen. Das Bundeskabinett will die Christdemokratin an diesem Mittwoch in dem Regierungsamt bestätigen. Die 52-Jährige werde die Stelle am 1. September antreten, teilte das Landwirtschaftsministerium mit.
Die Entscheidung stößt allerdings bei Tierschützern und in der Opposition auf Kritik. Sie zweifeln Brehers Unabhängigkeit an. Den Posten hatte die Ampelkoalition 2023 geschaffen - mit dem Ziel, den Tieren eine Stimme in der Politik zu geben. Das Amt bekam die parteilose Veterinärmedizinerin Ariane Kari.
„Vier Pfoten”: Ministerlinie im Fokus - nicht die Tiere
Breher hingegen ist nicht nur Ministeriumsvertreterin, sondern auch stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende. Ihr Wahlkreis Cloppenburg-Vechta ist ein Zentrum der industriellen Tierhaltung, Kritiker sagen Breher, die auf einem Bauernhof in der Region aufgewachsen ist, eine enge Verbundenheit zur kommerziellen Landwirtschaft nach.
Zu Wochenbeginn protestierte ein Zusammenschluss von Tierschutzorganisationen vor der SPD-Bundesparteizentrale in Berlin. Die Forderung: Die SPD solle in der schwarz-roten Koalition dafür sorgen, dass die politische Unabhängigkeit des Postens garantiert werde. Denn, so lautet etwa der Vorwurf der Organisation „Vier Pfoten“, Breher vertrete als Staatssekretärin „die Linie des Ministers und nicht die Interessen der Tiere“.
Linke: Posten nur zur Gesichtswahrung besetzt
Die agrarpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Ina Latendorf, sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND), das Problem liege weniger in der Personalie Breher als in der „Abwertung des Amtes“ durch die Verbindung der Funktion mit der einer Parlamentarischen Staatssekretärin im Ministerium. Latendorf mahnte: „Der Stellenwert der Bundestierschutzbeauftragten ist in Zeiten von Klimawandel, ökologischem Raubbau und beträchtlichen unbewältigten Aufgaben im Tierschutz nicht hoch genug einzuschätzen.“
Im Rahmen der EU-Richtlinie zur Wiederherstellung der Natur seien Tiergesundheit, Tierwohl und die Zusammenführung von Wirtschaftlichkeit mit Biodiversitäts- und Ökostandards von eminenter Wichtigkeit. „Dass die Bundestierschutzbeauftragte künftig direkt mit dem Bundesministerium ‚zusammengeschaltet‘ ist, spricht nicht gerade für die Unabhängigkeit in Angelegenheiten des Tierschutzes“… .
Österreich: Landwirtschaftsminister Totschnig sieht Landwirtschaft durch EU-Agrarbudget "gefährdet"
Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig hat neuerlich deutliche Kritik an der geplanten Form des EU-Landwirtschaftsbudgets 2028 bis 2034 geübt, so das Agrarische Informationszentrum (AIZ).
Der Vorschlag der Europäischen Kommission sehe etwa "kein eigenes Budget für ländliche Entwicklung" vor, was den "österreichischen Weg der Regionalentwicklung" in Frage stelle und die heimische "multifunktionale Landwirtschaft" in ihrer Existenz gefährde, sagte der Minister bei einer Pressekonferenz in Innsbruck.
Um die "Qualitätsproduktion in der Landwirtschaft" zu gewährleisten und den "österreichischen Weg der Nachhaltigkeit" fortzuführen, müsse die EU "ausreichend und passende Mittel zur Verfügung stellen", betonte Totschnig weiters. Damit nahm Totschnig neuerlich - wie bereits im Juli - Bezug auf die geplanten Reformen der Agrarpolitik im EU-Mehrjahresbudget.
EU-Kommission will Förderregime neu aufsetzen
Die Europäische Kommission plante zunächst laut Beobachtern, die beiden Säulen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) - Direktzahlungen und Entwicklung des ländlichen Raums - komplett in einem einzigen Fonds zusammenzulegen. Dieser Fonds für territorialen, sozialen, ländlichen und maritimen Wohlstand und Sicherheit soll kommen; die auch für Österreichs Bauern wichtigen Direktzahlungen aber offenbar daneben erhalten bleiben… .
Grüne: Bundesregierung degradiert Tierschutzbeauftragte zum Parteiposten
Die für diesen Mittwoch geplante Ernennung der Parlamentarischen Agrar-Staatssekretärin Silvia Breher (CDU) zur neuen Tierschutzbeauftragten der Bundesregierung stößt in der Opposition auf Kritik. Die Ministeriumsvertreterin und stellvertretende CDU-Vorsitzende Breher werde eher die Regierungslinie vertreten als die Interessen der Tiere, sagten die Fachsprecherinnen der Linken und der Grünen dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND)… .
Linke fürchtet fehlende Unabhängigkeit der Tierschutzbeauftragten
Die für diesen Mittwoch geplante Ernennung der Parlamentarischen Agrar-Staatssekretärin Silvia Breher (CDU) zur neuen Tierschutzbeauftragten der Bundesregierung stößt in der Opposition auf Kritik. Die Ministeriumsvertreterin und stellvertretende CDU-Vorsitzende Breher werde eher die Regierungslinie vertreten als die Interessen der Tiere, sagten die Fachsprecherinnen der Linken und der Grünen dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Mittwochausgaben).
Die Linken-Politikerin Ina Latendorf sprach von einem „Rückschritt“. Das Problem liege weniger in der Personalie Breher als in der „Abwertung des Amtes“ durch die Verbindung der Funktion mit der einer Parlamentarischen Staatssekretärin im Landwirtschaftsministerium. „Diese Ämteranhäufung bindet unnötig Ressourcen, die für den Tierschutz damit bundesweit verlorengehen“, sagte Latendorf.
Dass die Bundestierschutzbeauftragte künftig direkt mit dem Bundesministerium „zusammengeschaltet“ sei, spreche nicht für eine Unabhängigkeit in Angelegenheiten des Tierschutzes. „Der Stellenwert der Bundestierschutzbeauftragten ist in Zeiten von Klimawandel, ökologischem Raubbau und beträchtlichen unbewältigten Aufgaben im Tierschutz nicht hoch genug einzuschätzen.“
Französische Landwirte protestieren gegen Massenkeulung von Rindern
Französische Landwirte protestieren gegen die staatlichen Maßnahmen zur Bekämpfung der Blauzungenkrankheit, die die Keulung sämtlicher Tiere in betroffenen Beständen vorschreiben. Die Regierung verteidigt ihr Vorgehen als verhältnismäßig.
Französische Landwirte protestieren gegen die staatlichen Maßnahmen zur Bekämpfung der Blauzungenkrankheit, die die Keulung sämtlicher Tiere in betroffenen Beständen vorschreiben. Die Regierung verteidigt ihr Vorgehen als verhältnismäßig.
Am 29. Juni bestätigte Frankreich den ersten Ausbruch von Blauzungenkrankheit (Lumpy Skin Disease, LSD) bei Rindern im Département Savoie. Seitdem hat sich das Virus ausgebreitet und betrifft inzwischen 77 Herden in drei Départements, wie das Landwirtschaftsministerium am Dienstag mitteilte. Ein neuer Fall wurde am Wochenende entdeckt.
Für den Menschen ungefährlich, verursacht LSD bei Rindern Fieber, Hautknoten, sinkende Milchleistung, mögliche Unfruchtbarkeit bei Bullen, Hautschäden und in manchen Fällen den Tod.
Um die Ausbreitung einzudämmen, gelten seit dem 16. Juli Einschränkungen: Bewegungsverbote, Impfpflicht und die „vollständige Keulung infizierter Herden“. Trotz erhöhter Entschädigungen für die Landwirte sorgt vor allem die letzte Maßnahme für massiven Widerstand.
Die Strategie sei „eine politische Entscheidung, die anders ausfallen könnte und nicht auf einem wissenschaftlichen und gesundheitlichen Konsens beruht“, kritisierte die links-grüne Bauerngewerkschaft Confédération Paysanne am Montag.
Die Gewerkschaft fordert stattdessen eine Teilkeulung betroffener Bestände und kündigte an, sämtliche geplanten Vollkeulungen zu blockieren.
„Die Maßnahme ist nicht nur gesundheitspolitisch, sondern vor allem wirtschaftlich motiviert“, sagte Gewerkschaftssprecher Stéphane Galais. Ziel der Regierung sei es, „den seuchenfreien Status Frankreichs zu erhalten, der Voraussetzung für den Export ist“.
Auch andere Bauernverbände lehnen das Vorgehen ab.
Bereits im vergangenen Monat hatte ein Landwirt aus Savoie gemeinsam mit der rechtsgerichteten Bauerngewerkschaft Coordination Rurale beim Verwaltungsgericht in Grenoble beantragt, die Keulungsverfügung aufzuheben. Das Gericht wies den Antrag jedoch ab und bestätigte die „Rechtmäßigkeit, Notwendigkeit und Verhältnismäßigkeit“ der Maßnahme.
In Frankreich haben die verschiedenen Bauernverbände traditionell eine klare politische Ausrichtung, von konservativ über grün-links bis hin zu rechtspopulistisch.
Strenge EU-Vorgaben
Auf EU-Ebene gilt: Da die Blauzungenkrankheit (LSD) in der EU normalerweise nicht vorkommt und als Krankheit der „Kategorie-A" eingestuft ist, sind die rechtlichen Vorgaben besonders strikt.
Im Fall eines Ausbruchs schreibt das EU-Recht vor, dass „alle Tiere gelisteter Arten im betroffenen Bestand so schnell wie möglich am Ort zu töten sind“.
Frankreich hält seine Maßnahmen deshalb für angemessen.
„Ein Tier kann infiziert sein, ohne dass dies bei Tests erkannt wird“, sagte Landwirtschaftsministerin Annie Genevard am Dienstag im Radiosender France Inter und bekräftigte den Willen, „diese Krankheit kompromisslos zu bekämpfen“.
Die Entscheidung zur Vollkeulung basiere „auf Empfehlungen der Veterinärbehörden und Wissenschaftler“, erklärte Genevard bereits am 16. Juli.
„Wenn wir die Quelle des Virus nicht schnell austrocknen, indem wir die Hotspots vollständig entvölkern, werden wir die Ausbreitung des Virus nicht kontrollieren können und die Zahl der Hotspots wird sich vervielfachen“, ergänzte Laurent Perrin, Präsident des Nationalen Veterinärverbands SNVEL… .
Schweinepest: neuer Zaun am Rhein gegen schwimmende Wildschweine
Noch immer grassiert die Afrikanische Schweinepest in Rheinhessen. Im Kreis Alzey-Worms sollen jetzt Elektrozäune durch einen festen Zaun ersetzt werden. Grund sind die Schwimmkünste der Wildschweine.
Rein zahlenmäßig betrachtet könnte man von einer Entwarnung im Landkreis Alzey-Worms sprechen. Seit fast einem halben Jahr sind dort keine mit der Afrikanischen ScDie Kreisverwaltung geht aber davon aus, dass immer noch circa 30 Tiere in der Region leben. Damit die sich nicht auch noch mit der Schweinepest infizieren, soll jetzt ein neuer Zaun gebaut werden.hweinepest infizierten Wildschweine mehr gefunden worden.
Zaun gegen schwimmende Wildschweine
Der Zaun soll verhindern, dass weiterhin Wildschweine aus Hessen durch den Rhein nach Rheinland-Pfalz schwimmen und hier an Land gehen. Davon betroffen ist vor allem der Bereich zwischen Guntersblum und Eich.
Dort steht bereits ein Elektrozaun, um die Tiere abzuhalten. Dieser Zaun wird aber immer wieder beschädigt oder umgerissen, auch von den Schweinen selbst.
Ausrottung der Schweinepest dauert
Im Juli 2024 war die Afrikanische Schweinepest im Landkreis Alzey-Worms ausgebrochen. Seither wurden 26 mit der Tierseuche infizierte Tiere tot gefunden oder aufgespürt und dann von Jägern erlegt, heißt es in einer Mitteilung der Kreisverwaltung.
Fachleute sagen, dass alle Wildschweine getötet werden müssen, um die Seuche sicher auszumerzen. Das betrifft auch die letzten noch 30 lebenden Tiere im Kreis Alzey-Worms.
Recht auf billiges Fleisch? Theologe prangert Umgang mit Tieren an
Die einen werden verwöhnt, die anderen zu Fleisch verarbeitet: Ein Theologe wirft der Menschheit einen zwiespältigen Umgang mit Tieren vor. Er fordert einen Bewusstseinswandel und klare Gesetze.
Das Tierschutzgesetz sorge dafür, dass die sogenannten Nutztiere an das System angepasst würden und nicht das System an die Tiere. “Offenbar haben wir hier das Recht auf möglichst viel billiges Fleisch etabliert”, erklärte Hagencord mit Blick auf Praktiken wie das Abschneiden von Schnäbeln und das Verabreichen von Antibiotika an Tiere. Es brauche in allen Feldern der Tierhaltung klarere Gesetze.
Mensch-Tier-Verhältnis in der Bibel: Tiere als Gottespartner
Das Mensch-Tier-Verhältnis ist laut dem Theologen ein zentrales Element christlicher Theologie. Es werde schon auf den ersten Seiten der Bibel reflektiert. Als Beispiel nannte er die Erzählung von der Arche Noah, auf der Tiere und Menschen zusammen vor einer Sintflut gerettet werden. Da sei nicht die Rede von niedlichen und nützlichen Tieren, betonte er. “Die Tiere sind mit uns in einem Boot.” Zudem seien sie nach biblischem Verständnis ebenfalls Bündnispartner Gottes.
Auch die Kirchen sieht Hagencord in der Pflicht. Sie hätten über Schulen und Religionsunterricht Einfluss auf die Bildung. Außerdem hätten sie über ihre Kantinen und landwirtschaftliche Flächen große Macht bei der Auswahl von Lebensmitteln... .
Kälber im Fokus: AVA-Fachtagung in Rottenbach
Kälber sind das Fundament jedes Milchviehbetriebs. Eine AVA-Fachtagung in Rottenbach bringt Expertenwissen für Tierärzte, Landwirte und Berater.

Alle Infos und Anmeldung auf: www.ava1.de
-Geballtes praxisorientiertes Wissen mit super Diskussionen mit den Tierärzten, Landwirten und Beratern auf Augenhöhe-
Kälber sind die Zukunft jedes Milchviehbetriebes. Umso wichtiger ist ihre Gesundheit und optimale Entwicklung – nicht zuletzt angesichts der aktuell hohen Kälberpreise. Deshalb lädt die Agrar- und Veterinär-Akademie (AVA) am 23. und 24. September 2025 zu einer zweitägigen Kälber-Fachtagung in A-4681 Rottenbach bei Haag (50 km von Passau) ein.
Umdenken in Haltung und Fütterung
„Die Kälberthematik hat sich in den letzten Jahren stark gewandelt. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse und zahlreiche gesetzliche Vorgaben erfordern ein Umdenken in Haltung, Fütterung und Gesundheitsmanagement“, betont AVA-Gründer und Leiter Ernst-Günther Hellwig, Agrarwissenschaftler und Fachtierarzt aus dem münsterländischen Steinfurt. Besonders die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung verlange in vielen Betrieben eine Anpassung traditioneller Haltungsformen.
Die Tagung richtet sich an Tierärzte, Landwirte, Futterberater und Produktionsbegleiter. Ziel ist ein praxisnahes Update zu allen relevanten Themen – von Kälber- und Fressergesundheit über Fütterung bis hin zum verantwortungsvollen Einsatz von Antibiotika („prudent use“).
Kälber-Dream-Team
Als Referenten konnten zwei ausgewiesene Fachleute gewonnen werden:
- Prof. Dr. Martin Kaske (Universität Zürich)
- Dr. Hans-Jürgen Kunz (Kiel)
Das „Kälber-Dream-Team“ bietet den Teilnehmern fundierte Einblicke in Forschung, Praxis und aktuelle rechtliche Rahmenbedingungen. „Landwirte, Tierärzte und Berater müssen alles daransetzen, dass aus gesunden Kälbern leistungsfähige Milchkühe werden, die zugleich tiergerecht und wirtschaftlich gehalten werden können“, so Hellwig.
Europäische Nutztierwissenschaft trifft sich in Innsbruck
Von 25. bis 29. August 2025 wird Innsbruck zum Zentrum der europäischen Nutztierwissenschaften: Beim 76. Annual Meeting der EAAP treffen sich rund 1.500 internationale Fachleute aus Wissenschaft, Praxis, Politik und Wirtschaft.
Mit über 1.200 wissenschaftlichen Beiträgen ist der Kongress die wichtigste europäische Plattform für Tierhaltung, Tiergesundheit und nachhaltige Agrarsysteme – 2025 unter dem Motto „Future-Proof Livestock Farming“. Für Österreich ist es eine besondere Ehre: Nur alle 30 Jahre findet dieser Branchentreff hierzulande statt, zuletzt 1997 in Wien. Gastgeberin ist die Nachhaltige Tierhaltung Österreich (NTÖ) gemeinsam mit dem BMLUK.
Im Fokus steht die österreichische Landwirtschaft mit ihren Stärken: hohe Standards im Tierwohl, gelebte Kreislaufwirtschaft, regionale Futtergrundlagen und ein starkes Beratungssystem. Zahlreiche Forschungsprojekte – von Methanreduktion über Digitalisierung bis hin zu Klimaanpassung – zeigen, wie Wissenschaft und Praxis Hand in Hand arbeiten. Bundesminister Norbert Totschnig, NTÖ-Obmann Markus Lukas, VetMed-Rektor Matthias Gauly und Bäuerin Sonja Wildauer präsentieren Österreichs Vorreiterrolle – von der Forschung bis zur praktischen Umsetzung.
Tierhaltung in Österreich – Zahlen, Daten, Fakten
Die Tierhaltung ist ein tragender Pfeiler der heimischen Landwirtschaft: Mit rund 4,7 Milliarden Euro Produktionswert macht sie etwa 5,7 % der gesamten landwirtschaftlichen Wertschöpfung aus. Auf rund 51.000 rinderhaltenden Betrieben, 17.700 Schweinehaltungen, 16.300 Schafhaltungen, 10.000 Ziegen- und 13.700 Pferdehaltungen wird eine beeindruckende Vielfalt an Tierarten betreut. Insgesamt werden etwa 1,8 Millionen Rinder, 2,5 Millionen Schweine, 100 Millionen Masthühner, 390.000 Schafe, 97.000 Ziegen und 80.000 Pferde gehalten.
Ein besonderes Merkmal der österreichischen Tierhaltung ist ihr kleinstrukturierter, familiärer Charakter: Mit durchschnittlich 34 Rindern pro Betrieb, 112 Schweinen, 33 Schafen oder 12 Ziegen liegt Österreich klar unter dem EU-Durchschnitt – und gleichzeitig an der Spitze bei der biologischen Tierhaltung. Rund 24 % der tierhaltenden Betriebe wirtschaften nach Bio-Kriterien – bei Mutterkühen sind es sogar 43 %, bei Masthühnern 20 % – ein EU-weiter Spitzenwert.
Auch die Almwirtschaft spielt eine tragende Rolle: Über 23.000 Betriebe treiben jährlich ihre Tiere auf rund 8.000 Almen, mit einer Gesamtfläche von über 320.000 Hektar, auf denen 260.000 Großvieheinheiten (GVE) weiden. Das stärkt nicht nur die Biodiversität und Kulturlandschaft, sondern auch die regionale Identität.
Im EU-Vergleich weist Österreich zudem die jüngste Altersstruktur in der Landwirtschaft auf – ein klares Zeichen für Innovationskraft und Generationennachfolge. Über 60 % der Gelder der 2. GAP-Säule fließen in Tierwohl- und Umweltmaßnahmen. Gleichzeitig wird die Branche mit gezielten Investitionen in Bildung, Beratung und Forschung zukunftsfit gemacht: Mit 90 Millionen Euro für agrarbezogene Forschung, 50 Millionen Euro für Wissenstransfer sowie jährlich 8,5 Millionen Euro für landwirtschaftliche Beratung wird das Know-how kontinuierlich weiterentwickelt.
Österreichs Tierhaltung verbindet damit ökologische Verantwortung, wirtschaftliche Stabilität und gesellschaftliche Akzeptanz – eine Kombination, die europaweit beispielgebend ist.
Durchschnittliche Schweinezahlen je Betrieb in Bayern steigen
Innerhalb von zehn Jahren ist der Schweinebestand in Bayern von etwa 3,4 Millionen Tieren um fast 30 Prozent gesunken. Genau 2.433.000 Schweine erfasste das Landesamt für Statistik zum Stichtag 3. Mai, wie die Behörde in Fürth mitteilte.
Das ist zwar ein starker Rückgang binnen eines Jahrzehnts, im Vergleich zum Vorjahr stieg der Schweinebestand allerdings leicht um 1,1 Prozent - und es gibt auch etwa 20 schweinehaltende Betriebe mehr. Auf jeden der 3.270 Betriebe entfielen im Mai durchschnittlich 744 Schweine und damit 4 mehr als im Jahr zuvor.
Ungebrochen sei allerdings der Trend zu Haltungen mit mehr als 1.000 Tieren - das seien fast 30 Prozent aller Betriebe im Freistaat. Dort würden mit 1.467.500 Schweinen mehr als die Hälfte der Bestände gehalten (60,3 Prozent). Nur ein Prozent des Bestandes lebt in Betrieben mit maximal 99 Schweinen.
