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von der AVA und aus der Branche
Welche Kritik gibt es an der neuen Tierschutzbeauftragten des Bundes?
Der Vorschlag von Landwirtschaftsminister Alois Rainer, seine Staatssekretärin Silvia Breher zur neuen Tierschutzbeauftragten der Bundesregierung zu ernennen, sorgt für massive Kritik. Der Posten sei damit nicht mehr unabhängig, bemängelten Tierschutzorganisationen.
Der Posten sei damit nicht mehr unabhängig, bemängelten Tierschutzorganisationen. Die Grünen-Bundestagsabgeordnete Zoe Mayer sprach von einem «herben Rückschlag» für den unabhängigen und glaubwürdigen Tierschutz in Deutschland.
Vorschlag des Ministers
Der CSU-Politiker Rainer hatte angekündigt, sich von der bisherigen Tierschutzbeauftragten Ariane Kari zu trennen, die sein Vorgänger Cem Özdemir (Grüne) 2023 bestellt hatte. Dies hatte bereits Kritik ausgelöst. Nun schlägt der Minister vor, dass die CDU-Politikerin Breher die Nachfolge antreten soll - das Kabinett muss dies noch beschließen. Breher ist in Personalunion auch Parlamentarische Staatssekretärin beim Landwirtschaftsministerium. Sie ist zudem stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende.
Breher ist nach eigenen Angaben auf einem Bauernhof aufgewachsen. Seit 2017 vertritt die Juristin als direkt gewählte Bundestagsabgeordnete den Wahlkreis Cloppenburg-Vechta in Niedersachsen. Breher sagte laut Mitteilung des Ministeriums, sie sehe es als große Verantwortung und zugleich als «Herzensanliegen», sich künftig auch in ihrer neuen Funktion für das Wohl der Tiere einzusetzen.
Minister verweist auf Haushaltslage
«Mir ist bei der Neubesetzung dieser Funktion besonders wichtig, dass sie sinnvoll in bestehende Strukturen eingebettet ist, ohne neue Bürokratie aufzubauen», sagte Rainer. Zugleich werde auf eine Lösung geachtet, die mit der aktuellen Haushaltslage vereinbar ist, ohne zusätzliche Belastung des Bundeshaushaltes. Die Ministerien sind angehalten, zu sparen. Zugleich ist im Koalitionsvertrag von Union und SPD von einer Halbierung der Beauftragten des Bundes die Rede.
Rainer sagte, mit Breher gewinne der Tierschutz in Deutschland eine «starke Stimme» auf Bundesebene. «Als engagierte, fachlich versierte und politisch erfahrene Bundestagsabgeordnete bringt sie genau die Kombination aus Sachverstand, Augenmaß und Gestaltungskraft mit, die es braucht, um den Tierschutz weiter voranzubringen.»
Bisherige Beauftragte war von Rainers Vorgänger Özdemir bestellt
Im Juni 2023 wurde erstmalig das Amt einer unabhängigen Beauftragten der Bundesregierung für Tierschutz geschaffen. Die Tierärztin Kari war zuvor stellvertretende Landestierschutzbeauftragte in Baden-Württemberg. Die Tierschutzbeauftragte soll «politisch und fachlich unabhängig» arbeiten, wie es in einem Tätigkeitsbericht heißt. Sie soll bei der Gesetzgebung in Tierschutzbelangen mitwirken, Missstände beim Umgang mit Tieren bekämpfen und Ansprechpartnerin für Organisationen und Bürger sein. Dazu wird sie von einer Geschäftsstelle unterstützt.
Große Kritik an neuer Beauftragten
«Die Ernennung von Silvia Breher als Bundestierschutzbeauftragte löst bei uns maximale Verwunderung aus», sagte der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, Thomas Schröder. Nach bisheriger Amtsbeschreibung solle die Beauftragte unabhängig beraten. «Die Parlamentarische Staatssekretärin ist qua Amt zuständig für Tierschutz. Wie soll das also gehen? Frau Breher wird wohl kaum mit sich selbst beraten können. Die Unabhängigkeit als bisher zentrale Stellenanforderung wird so ad absurdum geführt.»
Die Tierschutzstiftung Vier Pfoten kommentierte, mit der Ernennung von Breher gehöre die Unabhängigkeit des Amtes der Vergangenheit an. In ihrer Funktion als Staatssekretärin müsse sie selbstredend die Positionen des Ministeriums und des Ministers vertreten und könne keine unabhängige Stimme für die Tiere sein.
Die Grünen-Bundestagsabgeordnete Mayer sagte: «Nach dem mutigen und kompetenten Einsatz von Ariane Kari, der ersten Tierschutzbeauftragten überhaupt, wird die Stelle nun intern mit einer Parteifreundin von Bundesminister Rainer besetzt - ausgerechnet aus Vechta, einem Zentrum der industriellen Tierhaltung, wo sie zuvor als Geschäftsführerin des landwirtschaftlichen Interessenverbands Landvolk tätig war.» Statt eine unabhängige Expertin mit Fachkompetenz zu stärken, degradiere das Ministerium diese wichtige Rolle nun zu einem parteipolitischen Posten.
Trichinen bei fünf Wildschweinen in Brandenburg gefunden
In Brandenburg sind in diesem Jahr nach Angaben des Agrarministeriums bisher bei fünf Wildschweinen Trichinen gefunden worden. Es handelt sich um einen auch für den Menschen gefährlichen Fadenwurm.
Die Zahl der jährlichen Funde schwanke, teilte das Agrarministerium in Potsdam mit. 2024 waren es demnach sechs Fälle, sieben im Jahr 2023. Ein Ausreißer war 2019 mit 27 Trichinen-Nachweisen bei Schwarzwild in Brandenburg.
Der Landkreis Teltow-Fläming hatte am Mittwoch mitgeteilt, dass Trichinen in Muskeln eines Wildschweins gefunden worden seien. Das Tier sei in einem Jagdgebiet bei Rangsdorf erlegt worden. Bei sogenannten empfänglichen Tierarten - dazu gehören vor allem Wild- und Hausschweine - ist eine Trichinenuntersuchung gesetzliche Pflicht.
Menschen können laut Bundesinstitut für Risikobewertung über den Verzehr von trichinenhaltigem, rohem Fleisch die Infektionskrankheit Trichinellose bekommen. Die meldepflichtige Erkrankung kommt in Deutschland selten vor. Sie kann einen milden bis schweren Verlauf nehmen. Die Symptome sind zu Beginn der Infektion etwa Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Es können später auch Fieber, Muskelschmerzen und Ödeme im Augenbereich auftreten, wie das Bundesinstitut für Risikobewertung die Infektion beschreibt.
Parasitenkontrolle bei der Rinderaufzucht
Eine starke Wurmbelastung bei jungen Rindern kann zu schlechteren Tageszunahmen oder schwerwiegenden Erkrankungen führen. Entwurmungsmittel sollten wegen zunehmenden Resistenzen und möglicher negativer Umweltwirkungen sparsam eingesetzt werden.
Eine starke Wurmbelastung bei jungen Rindern kann zu schlechteren Tageszunahmen oder schwerwiegenden Erkrankungen führen. Entwurmungsmittel sind eine mögliche Lösung, aber wegen zunehmenden Resistenzen und möglicher negativer Umweltwirkungen sollte der Einsatz möglichst sparsam und gut überlegt erfolgen. Ein alternativer Lösungsansatz kann ein angepasstes Weidemanagement sein. Um eine starke Infektion zu vermeiden, sollten die Tiere frühestens nach sieben Wochen wieder die gleiche Weide nutzen.
Grund für diese Massnahme ist der Lebenszyklus der Würmer. Die Larven werden beim Grasen aufgenommen und ihre Eier gelangen über den Kot der Rinder wieder auf die Weide. Sieben Tage nach Weidestart ist die Wurmbelastung meist noch tief. Nach zwei Wochen steigt sie an und sinkt wetterabhängig bis Woche sieben oder acht auf ein Niveau, das starke Neuinfektionen verhindern kann.
Darum wird empfohlen, jeweils sieben Tage lang die gleiche Weide zu nutzen und dann erst nach sieben Wochen zurückzukehren. Um diese Dauer einzuhalten, können grössere Flächen unterteilt oder eine Mähnutzung eingebaut werden. Auch eine Beweidung durch Pferde, Milch- oder Galtkühe kommt infrage. Im Frühling oder Herbst kann die Weidezeit auch verlängert werden, da die Kälte die Entwicklung der Würmer hemmt… .
Amt der Tierschutzbeauftragten neu besetzt – Verbände äußern starke Kritik
Agrarminister Rainer hat sich von der bisherigen Bundestierschutzbeauftragten getrennt. Nun übernimmt seine Staatssekretärin Silvia Breher das Amt. Tierschützer kritisieren, dass Breher mit ihrer Doppelrolle nicht unabhängig sei.
Der Vorschlag von Landwirtschaftsminister Alois Rainer, seine Staatssekretärin Silvia Breher zur neuen Tierschutzbeauftragten der Bundesregierung zu ernennen, sorgt für massive Kritik. Der Posten sei damit nicht mehr unabhängig, bemängelten Tierschutzorganisationen. Die Grünen-Bundestagsabgeordnete Zoe Mayer sprach von einem „herben Rückschlag“ für den unabhängigen und glaubwürdigen Tierschutz in Deutschland.
Der CSU-Politiker Rainer hatte angekündigt, sich von der bisherigen Tierschutzbeauftragten Ariane Kari zu trennen, die sein Vorgänger Cem Özdemir (Grüne) 2023 bestellt hatte. Dies hatte bereits Kritik ausgelöst. Nun schlägt der Minister vor, dass die CDU-Politikerin Breher die Nachfolge antreten soll - das Kabinett muss dies noch beschließen. Breher ist in Personalunion auch Parlamentarische Staatssekretärin beim Landwirtschaftsministerium. Sie ist zudem stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende.
Breher ist nach eigenen Angaben auf einem Bauernhof aufgewachsen. Seit 2017 vertritt die Juristin als direkt gewählte Bundestagsabgeordnete den Wahlkreis Cloppenburg-Vechta in Niedersachsen. Breher sagte laut Mitteilung des Ministeriums, sie sehe es als große Verantwortung und zugleich als „Herzensanliegen“, sich künftig auch in ihrer neuen Funktion für das Wohl der Tiere einzusetzen.
„Mir ist bei der Neubesetzung dieser Funktion besonders wichtig, dass sie sinnvoll in bestehende Strukturen eingebettet ist, ohne neue Bürokratie aufzubauen“, sagte Rainer. Zugleich werde auf eine Lösung geachtet, die mit der aktuellen Haushaltslage vereinbar ist, ohne zusätzliche Belastung des Bundeshaushaltes. Die Ministerien sind angehalten, zu sparen. Zugleich ist im Koalitionsvertrag von Union und SPD von einer Halbierung der Beauftragten des Bundes die Rede.
Rainer sagte, mit Breher gewinne der Tierschutz in Deutschland eine „starke Stimme“ auf Bundesebene. „Als engagierte, fachlich versierte und politisch erfahrene Bundestagsabgeordnete bringt sie genau die Kombination aus Sachverstand, Augenmaß und Gestaltungskraft mit, die es braucht, um den Tierschutz weiter voranzubringen.“
Bisherige Beauftragte war von Rainers Vorgänger Özdemir bestellt
Im Juni 2023 wurde erstmalig das Amt einer unabhängigen Beauftragten der Bundesregierung für Tierschutz geschaffen. Die Tierärztin Kari war zuvor stellvertretende Landestierschutzbeauftragte in Baden-Württemberg. Die Tierschutzbeauftragte soll „politisch und fachlich unabhängig“ arbeiten, wie es in einem Tätigkeitsbericht heißt. Sie soll bei der Gesetzgebung in Tierschutzbelangen mitwirken, Missstände beim Umgang mit Tieren bekämpfen und Ansprechpartnerin für Organisationen und Bürger sein. Dazu wird sie von einer Geschäftsstelle unterstützt.
Große Kritik an neuer Beauftragten
„Die Ernennung von Silvia Breher als Bundestierschutzbeauftragte löst bei uns maximale Verwunderung aus“, sagte der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes, Thomas Schröder. Nach bisheriger Amtsbeschreibung solle die Beauftragte unabhängig beraten. „Die Parlamentarische Staatssekretärin ist qua Amt zuständig für Tierschutz. Wie soll das also gehen? Frau Breher wird wohl kaum mit sich selbst beraten können. Die Unabhängigkeit als bisher zentrale Stellenanforderung wird so ad absurdum geführt.“
Die Tierschutzstiftung Vier Pfoten kommentierte, mit der Ernennung von Breher gehöre die Unabhängigkeit des Amtes der Vergangenheit an. In ihrer Funktion als Staatssekretärin müsse sie selbstredend die Positionen des Ministeriums und des Ministers vertreten und könne keine unabhängige Stimme für die Tiere sein.
Die Grünen-Bundestagsabgeordnete Mayer sagte: „Nach dem mutigen und kompetenten Einsatz von Ariane Kari, der ersten Tierschutzbeauftragten überhaupt, wird die Stelle nun intern mit einer Parteifreundin von Bundesminister Rainer besetzt – ausgerechnet aus Vechta, einem Zentrum der industriellen Tierhaltung, wo sie zuvor als Geschäftsführerin des landwirtschaftlichen Interessenverbands Landvolk tätig war.“ Statt eine unabhängige Expertin mit Fachkompetenz zu stärken, degradiere das Ministerium diese wichtige Rolle nun zu einem parteipolitischen Posten.
Stellungnahme zur geplanten Ernennung von Silvia Breher als Bundestierschutzbeauftragte
Mit der geplanten Ernennung von Silvia Breher (CDU) zur neuen Bundestierschutzbeauftragten zerstört Bundesminister Alois Rainer endgültig den Anspruch, dass dieses Amt unabhängig, glaubwürdig und im Sinne der Tiere agieren kann.
Frau Breher ist nicht unabhängig – und sie war es nie. Als Parlamentarische Staatssekretärin im Landwirtschaftsministerium, CDU-Mitglied und erklärte Verteidigerin wirtschaftsorientierter Agrarpolitik steht sie exakt für das parteipolitische Denken, das dieses Amt ursprünglich überwinden sollte. Damit macht Rainer das Amt zur Farce – und führt es ad absurdum.
Als Bundesbeauftragte soll Breher die Bundesregierung zu Tierschutzthemen beraten, gleichzeitig soll sie aber weiterhin Parlamentarische Staatssekretärin bleiben – damit soll sie letztlich unter anderem sich selbst beraten.
Noch vor Kurzem bezeichneten Politiker*innen von CDU und CSU das Amt der Tierschutzbeauftragten als „unnötige Doppelstruktur“ und „Geldverschwendung“. Mit der Absetzung einer parteilosen und anerkannt fachkundigen Expertin wie Dr. Ariane Kari ohne offizielle Begründung und der nun geplanten Selbstbesetzung mit einer Parteikollegin, hat die CDU/CSU genau das wahrgemacht, was sie zuvor zu Unrecht angeprangert hat: Sie hat das Amt entkernt, politisiert – und zur reinen Fassade degradiert.
Silvia Breher erhält im Tierpolitik-Monitor lediglich 2,6 von 10 Punkten. Das ist nicht nur eine ungenügende Bewertung – das ist ein Armutszeugnis.
Und es ist kein Zufall:
Breher befürwortet regelmäßig die Bejagung von Wölfen und feiert die Herabsetzung des Schutzstatusses, statt sich für wirksame und nachhaltige koexistenzbasierte Lösungen einzusetzen
Sie stellt sich – nicht zuletzt aus persönlichen Interessen – demonstrativ hinter den Reitsport, obwohl dort systemische Tierschutzprobleme bestehen.
Gravierende Missstände in der Nutztierhaltung werden von ihr regelmäßig relativiert – stets mit dem Hinweis auf wirtschaftliche Zumutbarkeit und einem Festhalten an der Intensivtierhaltung zur “Ernährungssicherung”
Eine dringend notwendige Reduktionsstrategie für die Tierzahlen in Deutschland? Für Breher ist das reine Ideologie.
Mit dieser Haltung hat man in einem Tierschutzamt nichts verloren.
Schon jetzt machen Breher und Rainer deutlich, dass sie sich besonders deshalb eigne, weil sie Erfahrung und Nähe zu Landwirtschaft hat. Damit verschleiern sie, dass dieses Amt nicht die Interessen der Landwirtschaft, sondern erstmals überhaupt die Interessen der Tiere in der Politik vertreten sollte. Vertreter*innen der Landwirtschaft tummeln sich schon mehr als genug in der Politik. Zudem verkennen sie, dass die Tierschutzbeauftragte nicht nur für landwirtschaftlich genutzte Tiere zuständig ist, sondern für alle Tiere. Ob Breher für diese Expertise vorweisen kann ist fraglich.
Alois Rainer hat mit dieser Personalie genau das umgesetzt, was viele befürchtet haben: Er duldet keine kritischen Stimmen und ersetzt eine unabhängige Fachfrau durch eine politisch linientreue Unionskollegin, die mehr die Landwirtschaft als die Tiere vertritt. Das ist nicht nur ein Angriff auf den Tierschutz, sondern auch auf die Glaubwürdigkeit staatlicher Institutionen.
Was auf dem Papier unabhängig wirkt, ist faktisch nur noch ein verlängerter Arm des Ministeriums – kontrolliert, politisiert und ausgehöhlt.
Animal Society fordert:
echte Unabhängigkeit des Amtes
abgesichert durch gesetzliche Grundlagen
Neben aller Kritik können wir nur hoffen, dass Silvia Breher, sofern sie durch das Kabinett in der Rolle bestätigt wird, ihrer neuen, herausragenden Verantwortung gerecht wird – indem sie sich von ihrer bislang enttäuschenden Tierschutz-Bilanz abwendet und beginnt, konsequent im Sinne der Tiere zu handeln. Denn die Vertretung der tierlichen Interessen ist einzige Rolle einer Tierschutzbeauftragten. Wir werden ihre Arbeit kritisch und aufmerksam verfolgen – und sie muss sich dabei an einer fachlich hoch-versierten, unabhängigen und tatkräftigen Vorgängerin messen lassen… .
Weniger Rind: Fleischproduktion leicht zurückgegangen
In den deutschen Schlachthöfen ist in der ersten Jahreshälfte etwas weniger Fleisch produziert worden. Die Gesamtmenge sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 0,1 Prozent auf knapp 3,4 Millionen Tonnen, wie das Statistische Bundesamt berichtet.
Knapp zwei Drittel (63,2 Prozent) entfielen davon auf Schweinefleisch vor dem unverändert stark gefragten Geflügel (23,0 Prozent). Rückläufig war allein Rindfleisch mit einem Anteil von 13,6 Prozent, dessen Menge um 7,2 Prozent auf 462.200 Tonnen zurückging. Die Betriebe schlachteten dafür rund 1,4 Millionen Rinder. Das waren 117.300 Tiere weniger als ein Jahr zuvor. Bei den Schweinen stieg die Zahl der getöteten Tiere um 0,7 Prozent auf 22,1 Millionen. Die Schweinefleischmenge stieg um 1,8 Prozent auf 2,1 Millionen Tonnen. Damit wurde ein Trend aus dem Vorjahr bestätigt, als erstmals nach jahrelangen Rückgängen wieder mehr Schweine geschlachtet worden waren.
Bundeskabinett beschließt weniger Meldepflichten: TAM-Meldung künftig nur noch einmal jährlich
Das Bundeskabinett hat zwei Gesetzentwürfe zum Bürokratieabbau beschlossen. Ziel ist es, Meldepflichten im Agrarbereich zu reduzieren und nationale Vorgaben an EU-Mindeststandards anzupassen. Ab 2027 soll die TAM-Meldung für Tierhalter im Antibiotikaminimierungskonzept statt bislang zweimal jährlich auf eine jährliche Meldung reduziert werden, berichtet Agra Europe.
Die Bundesregierung möchte eine Reihe von Meldepflichten mit Agrarbezug streichen. Das Kabinett hat dazu am Mittwoch (6.8.) zwei Gesetzentwürfe des Bundeslandwirtschaftsministeriums (BMLEH) beschlossen. Durch entsprechende Änderungen des Tierarzneimittelgesetzes und des Apothekengesetzes sowie des Agrarstatistikgesetzes sollen deutsche Regelungen auf europäische Mindestanforderungen zurechtgestutzt werden. Gleichzeitig will Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer Tierärzte, Betriebe und Behörden entlasten.
Die Gesetzentwürfe müssen zunächst noch das parlamentarische Verfahren durchlaufen.
Ab 2027: Nur noch eine TAM-Meldung pro Jahr
Konkret soll im Tierarzneimittelgesetz die bislang zweimal jährlich vorgeschriebene sogenannte TAM-Meldung im Rahmen des nationalen Antibiotikaminimierungskonzeptes ab 2027 für Tierhalter auf eine jährliche Meldung verringert werden. Ferner wird ab 2026, entsprechend den EU-rechtlichen Vorgaben, die Erfassung von Antibiotikaverbrauchsdaten auf Schafe, Ziegen, Gänse, Enten, bestimmte Fischarten, Pferde und Kaninchen zur Lebensmittelgewinnung ausgeweitet. Außerdem soll künftig der Versand verschreibungspflichtiger Tierarzneimittel möglich sein, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind.
Die ISN meint:
Gut so! Die Reduzierung der TAM-Meldung ist ein sinnvoller Schritt zur bürokratischen Entlastung der Tierhalter und Tierärzte. Wichtig ist jetzt, dass die Änderungen zügig umgesetzt und nicht auf die lange Bank geschoben werden, damit die Vereinfachung auch wirklich bei den Betrieben ankommt.
Bundesminister Alois Rainer schlägt Silvia Breher als neue Tierschutzbeauftragte vor
Die Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH), Silvia Breher, soll auf Vorschlag von Bundesminister Alois Rainer neue Beauftragte der Bundesregierung für Tierschutz werden. Die Personalie soll nun zeitnah im Bundeskabinett beschlossen werden.
Bundesminister Alois Rainer: "Mit Silvia Breher gewinnt der Tierschutz in Deutschland eine starke Stimme auf Bundesebene. Als engagierte, fachlich versierte und politisch erfahrene Bundestagsabgeordnete bringt sie genau die Kombination aus Sachverstand, Augenmaß und Gestaltungskraft mit, die es braucht, um den Tierschutz weiter voranzubringen. Mir ist bei der Neubesetzung dieser Funktion besonders wichtig, dass sie sinnvoll in bestehende Strukturen eingebettet ist, ohne neue Bürokratie aufzubauen. Gleichzeitig achten wir auf eine Lösung, die mit der aktuellen Haushaltslage vereinbar ist – ohne zusätzliche Belastung des Bundeshaushaltes. Silvia Breher übernimmt diese Aufgabe mit großem persönlichen Engagement, ich freue mich auch in dieser Funktion auf die enge Zusammenarbeit."
Parlamentarische Staatssekretärin Silvia Breher: "Tierschutz ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Ich sehe es als große Verantwortung und zugleich als Herzensanliegen, mich künftig auch in dieser Funktion für das Wohl der Tiere einzusetzen. Dabei ist mir der Dialog mit den Tierschutzverbänden, der Landwirtschaft, der Wissenschaft und der Gesellschaft besonders wichtig. Ich freue mich auf diese neue Aufgabe."
Zudem würdigte Bundesminister Rainer die Leistung der scheidenden Beauftragten für den Tierschutz, Ariane Kari: „Ich bedanke mich bei Ariane Kari für ihr Engagement. Sie hat als erste Beauftragte der Bundesregierung für Tierschutz wertvolle Impulse für den Tierschutz gegeben. Ich wünsche ihr für ihre weitere berufliche Zukunft alles Gute."
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Silvia Maria Breher (geb. Lucke; * 23. Juli 1973 in Löningen) ist eine deutsche Politikerin (CDU). Sie ist seit 2017 Mitglied des Deutschen Bundestages und seit 2025 Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat. Zudem ist sie seit 2019 stellvertretende Parteivorsitzende der CDU.
Leben
Breher wuchs auf einem Bauernhof im südoldenburgischen Kirchdorf Lindern auf. Nach ihrem Abitur am Copernicus-Gymnasium Löningen studierte sie Rechtswissenschaft an der Universität Osnabrück. Ende 2001 begann sie ihre Tätigkeit als selbstständige Rechtsanwältin, welche sie bis 2018 ausführte. Von 2011 bis 2017 war sie Geschäftsführerin des Kreislandvolkverbandes Vechta, der lokalen Vertretung der Landwirte.
Breher hat drei Kinder, lebt in Lindern und ist römisch-katholischer Konfession. Breher ist Tochter eines Handwerkers, der im Nebenerwerb einen landwirtschaftlichen Betrieb unterhielt... .
Tierschutz: BfL (Wählergemeinschaft Bürger für Lübeck) fordert echte Reform statt Symbolpolitik
Die Wählergemeinschaft Bürger für Lübeck (BfL) erhebt in einer Mitteilung schwere Vorwürfe gegen die Bundesregierung: Das Tierschutzgesetz sei ein weiterer Kniefall vor Agrarlobby und Wirtschaftsinteressen – und ein Schlag ins Gesicht für alle Tierfreunde in Deutschland.
„Was den Tierschutz angeht, geht in Deutschland tatsächlich alles schief – und das scheint gewollt“, so Lothar Möller, BfL-Vorsitzender und Mitglied der Lübecker Bürgerschaft.
Trotz wachsender öffentlicher Empörung über Tierquälerei und Missstände in der Nutztierhaltung bleibt der Gesetzesentwurf mutlos und lückenhaft. Deutschland hinkt im internationalen Vergleich hinterher – während in den USA mit dem PACT-Gesetz Tierquälerei als schweres Verbrechen gilt, wird sie hierzulande oft nur mit Bußgeldern geahndet.
Die BfL verlangt eine grundlegende Wende in der Tierschutzpolitik. Die zentralen Forderungen:
Härtere Strafen für Tierquälerei
Bis zu 7 Jahre Freiheitsstrafe bei abscheulichen Taten wie Ertränken, Verbrennen, Aufspießen oder sexueller Nötigung von Tieren.
Anerkennung von Tierwürde und -wohl
Tiere sind fühlende Wesen – keine Sachen. Ihre Würde und ihr Wohlergehen müssen rechtlich abgesichert sein.
Wirksame Sanktionen und Kontrollen
Klare Straftatbestände, tierärztliche Verwarnungen vor Ort, sofortige Betriebsschließungen und Entzug von Haltungsberechtigungen bei Verstößen.
Schnelle Weitervermittlung beschlagnahmter Tiere
Gerichte sollen innerhalb von 14 Tagen entscheiden können, damit Tiere nicht monatelang in Amtsstuben verharren.
Während andere Länder handeln, verwaltet Deutschland das Tierleid. Das ist untragbar. Tierquälerei ist keine Ordnungswidrigkeit, sondern ein Gewaltverbrechen. „Wer Tiere schändet, gehört hinter Gitter – nicht auf freien Fuß“, so Möller abschließend.
Die BfL appelliert an Bundesregierung und Bundestag, Tierschutz endlich zur politischen Pflicht zu machen – nicht zur PR-Floskel. „Denn wer Tiere schützt, schützt die Menschlichkeit.“.. .
Hitze im Schweinestall mindern
Heiße Sommertage sorgen für Probleme in der Schweinehaltung. In den Ställen steigt die Temperatur tageweise auf über 27 °C.
Die Schweine haben keine Lust, hohe Futtermengen aufzunehmen, und es kommt leicht zu einer Unterversorgung. Gleichzeitig müssen die Tierhalter oft die Tröge ausputzen und die Futtermengen reduzieren. Schweine liegen an heißen Tagen lieber in der Bucht, hecheln vor sich hin, spielen mit dem Selbsttränker und versuchen irgendwie die Körpertemperatur abzuleiten.
Auswirkung auf die Tageszunahmen Bei der Betrachtung der durchschnittlichen Tageszunahmen wird deutlich, dass Mastschweine, die Ende Juni bis Ende September geschlachtet werden, um 25 Gramm niedrigere Zunahmen haben als im übrigen Jahr. Dass dies großteils mit der verminderten Futteraufnahme in dieser Zeit zu tun hat, ist naheliegend.
Futtermengen anpassen Bei Hitze werden die Tröge oft nicht mehr ausgefressen. Gleichzeitig koten einzelne Tiere dazu. In solchen Fällen ist ein konsequentes Ausputzen der Tröge vor der Fütterung unerlässlich. Zusätzlich ist die Futtermenge meist drastisch zu reduzieren. Je nachdem, wie sich die Fresslust stabilisiert, können die Futtermengen wieder erhöht werden.
Bei Flüssigfütterung Wasseranteil erhöhen Schweine müssen bei Hitze mehr trinken. Wenn normalerweise je nach Leitungslänge, Steigungen der Leitungen und Quellfähigkeit des Futters ein Trockensubstanzgehalt von über 25 Prozent angestrebt wird, reicht bei Hitze 24 Prozent Trockensubstanz. Bei Flüssigfütterung kann ganz einfach die Wassermenge bzw. der Flüssigkeitsfaktor erhöht werden.
Selbsttränker kontrollieren Wenn im Sommer aus dem Selbsttränker zu wenig Wasser kommt, sind die Auswirkungen der verminderten Futteraufnahmen noch dramatischer. Ein Zapfentränker sollte pro Minute 1,5 Liter Wasser liefern. Daher immer beim Stalldurchgang einen Blick auf saufende Schweine werfen. Stehen die Tiere „ewig“ am Tränker, stimmt der Durchfluss nicht. Spätestens beim Waschen der Bucht die Tränker selbst kontrollieren und Tränker auslitern. Bei Trockenfütterung ist das umso wichtiger, da die Tränker die einzigen Wasserquellen sind.
Stall kühl halten Die Möglichkeiten dazu sind beschränkt. Dies kann aber bei der Planung der Lüftungsanlage schon mitüberlegt werden. Gezieltes Ansaugen aus einem schattigen Bereich ist oft einfach und erhöht die Kosten nicht. Dazu eignen sich die Nordseite oder angrenzende Gebäude wie Durchfahrten oder Hallen. In Ställen, bei denen die Fenster exponiert gegen Südwest ausgerichtet sind, können Dämmplatten, die zwei Drittel der Scheiben verdecken, die Einstrahlung mildern. Manche Mäster bespritzen die Futtergänge mehrmals täglich mit Wasser.
Stallkühlung durch Luftbefeuchtung und Coolpad Das Prinzip der Wasserverdunstung, die Umgebungstemperatur zu senken, ist hinlänglich bekannt. Von verschiedenen Firmen werden Anlagen angeboten, die zum Stalleinweichen und zur Kühlung geeignet sein sollen. Dabei ist aber Vorsicht geboten, da die Wasserverteilung im Stall sehr feinporig erfolgen muss. Die Schweine dürfen auf keinen Fall nass werden. Am sichersten funktionieren Anlagen, die mit Hochdruck zerstäuben. Die Gänge in den Abteilen oder den Zentralgang zu besprühen ist eine einfache Maßnahme, um eine leichte Abkühlung zu erzielen.
Messbare Abkühlung in den Ställen bringt der Einsatz eines Coolpads. Dieses funktioniert ähnlich wie ein Kühler bei Verbrennungsmotoren, indem durchfließendes Wasser im Kreislauf die durchströmende Zuluft abkühlt. Dazu sind bei den hohen Luftraten natürlich entsprechende Querschnitte notwendig. Schweinemäster sprechen von einer deutlichen Abkühlung. So erreichte im vergangenen Jahr ein Betrieb die Ansaugtemperatur von maximal 24 °C…. . (Beitrag von Franz Strasser)
