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von der AVA und aus der Branche
“Allen Nutztieren soll es gut gehen“ Interview mit Prof. Dr. Nicole Kemper, Tierärztliche Hochschule Hannover
Frau Prof. Kemper: Kürzlich forderten Sie auf einer TiHo-Veranstaltung es müsse „allen Nutztieren gut gehen“. Der Handel bietet ja aktuell fünf Haltungsstufen an, wäre es denn in ihrem Sinne, wenn man sagt; „Stall“ und „Stall und Platz“, also die Stufen eins und zwei, müssen gut sein und alles darüber darf dann „sehr gut“ sein. Oder brauchen wir überall „sehr gute“ Haltungsbedingungen?
Allen Nutztieren soll es gut gehen und es muss klar definiert sein, was wir damit meinen. Die Klassifizierung in diese unterschiedlichen Stufen bedeutet ja vordergründig betrachtet eigentlich Glück oder Pech der Geburt für die Tiere. Hier muss genau hingeschaut werden: Auch in Haltungsstufe 1, und vor allen Dingen 2 und höher, lässt sich gutes Tierwohl realisieren und muss auch realisiert werden. Es geht aus meiner Sicht weniger um das Label für die Verpackung, sondern darum, dass Tierwohl als Ergebnis – für das Tier – betrachtet wird und nicht einfach als Etikett. Gutes Tierwohl lässt sich zum Beispiel auch in Haltungsstufe 2 realisieren. Eine differenzierte Betrachtung ist wichtig, auch in den höheren Haltungsstufen: So kann es unter Umständen besser sein, wenn die Tiere z. B. einen Frischluftstall haben, aber keinen Auslauf, da ein Auslauf auch mit negativen Einflüssen auf die Tiergesundheit einhergehen kann, wenn er nicht optimal gestaltet ist. Es ist längst nicht so einfach wie Label uns oftmals suggerieren.
Wenn ich an die Hühner denke, weiß ich nicht, was die im Auslauf so alles fressen. Ich bin deshalb ein großer Fan von Wintergärten: da gibt es Klimareize, aber beispielsweise keine Zigarettenkippen, die sie aufpicken und keinen Habicht.
Ja, und beim Schwein genauso; Sonnenbrand ist ein Thema, denn ein „Klimareiz“ ist ja nicht immer zwingend positiv. Aktuell habe wir zum Prädatorendruck in der Geflügelhaltung ein Forschungsvorhaben im Rahmen unseren großen ZERN (Zukunft Ernährung Niedersachsen)-Verbundes, um genauer zu untersuchen, welche Bereiche nutzen Hühner im Auslauf überhaupt? Nutzen sie wirklich den gesamten Auslauf oder haben sie möglicherweise so viel Angst, dass Raubvögel von oben angreifen, dass sie sich nur engeren Stallbereich aufhalten? Wie lassen sich Schutzbereiche schaffen, die tatsächlich auch aufgesucht werden, wie Prädatoren vertreiben?
Hier kommt ein ganz wichtiger Aspekt ins Spiel: Wir haben in Sachen Biosicherheit unheimlich viel erreicht in den letzten Jahrzehnten. Im Auslauf ist der Eintrag von Erregern wie dem Aviären- Influenza-Virus ungehindert möglich. Es existiert ein Zielkonfliktzwischen Tierwohl durch mehr Auslauf und Biosicherheit. Hier muss eine genaue Abwägung und Ziel-Priorisierung erfolgen; und: ja manches lässt sich eben auch nicht realisieren und manche Risiken lassen sich nicht komplett ausschließen.
Stichwort „Sonnenbrand beim Schwein“: Im Sommer suchen Schweine mit Auslauf ja ihren Stall auf oder Hütten im Freiland oder nutzen dort eine Suhle. Aber im Frühjahr und Herbst, wenn es nicht so heiß ist, die Sonne aber schon, respektive noch richtig Kraft hat, können sie ruckzuck einen Sonnenbrand bekommen.
Ein wichtiges Thema: Wie können wir Ausläufe so gestalten, dass Schweine eben keinen Sonnenbrand bekommen? Hierzu wird demnächst ein Verbundprojekt starten, bei dem wir uns, gemeinsam mit der Landwirtschaftskammer NRW auf Haus Düsse anschauen, wie die Auslaufnutzung bei Schweinen in der ökologischen Haltung und die Sonnenbrandprävention optimiert werden kann. Gegensteuern ließe sich übrigens auch mit nicht so hellen Schweinerassen – dies wäre eine Frage für die Tierzucht.
Überhaupt sind der Klimawandel und seine Folgen ein sehr großes Thema in der Nutztierhaltung. Wie schütze ich die Tiere vor hohen Temperaturen? Wie lassen sich Möglichkeiten der Kühlung schaffen? Und wie lassen sich dabei Folgewirkungen für die Umwelt minimieren?
Bei den niedrigen Haltungsstufen frage ich mich, ob Haltungsstufe 1 noch zukunftsfähig ist. Ich denke eher nicht, wenn man sieht, wo die Anforderungen des Lebensmitteleinzelhandels hingehen.
„Stall und Platz“ sollte dann vermutlich das Minimum werden.
Mit Blick auf das Tierwohl ist das so, auch wenn wir dann im internationalen Wettbewerb nicht überall wettbewerbsfähig sind.
Vielleicht helfen da die Erfahrungen mit dem niederländischen Label „Beter leven“, das ja seit Jahren sehr erfolgreich ist, mit Marktanteilen von 25-30% beim Schwein und 40% bei den Hühnern.
Etliche deutsche Geflügelmäster an der niederländischen Grenze beliefern ja auch „Beter leven“. Die mir bekannten Erfahrungsberichte sind durchweg positiv. Landwirte berichten, dass die Geflügelhaltung und der Umgang mit den Tieren so mehr Freude macht. Und das ist genau der Punkt: letztendlich müssen die Tierbetreuer erkennen, ob es den Tieren gut geht. Hier ist das Mensch-Tierverhältnis entscheidend. Das weiß auch jeder gute Landwirt/jede gute Landwirtin.
Deswegen finde ich die Bestrebungen des Einzelhandels gut, in die höheren Stufen zu gehen und diese von den Lieferanten zu fordern. Der Einzelhandel ist hier der größere Treiber als die Politik.
Der Eindruck drängt sich tatsächlich auf!
Wichtig ist es zu betonen, dass, wie schon erwähnt, das Tierwohl nicht automatisch besser ist, je höher die Haltungsform ist. Die Frage ist immer: Was sind die konkreten Auswirkungen der Haltungsumwelt auf das Tier? Kann das Tier in der jeweiligen Art des Haltungssystems ein gutes Tierwohl erleben?
Es ist bei näherer Betrachtung nicht einfach zu definieren, was eigentlich Tierwohl ausmacht. Jeder Verbraucher hat wahrscheinlich eine Vorstellung von einem „glücklichen Tier“. Das ist die Kuh auf der Weide, das ist die Henne, die im Freiland pickt oder das Schwein, das sich suhlen kann.
Das ist aber aus wissenschaftlicher Sicht, wenn auf die harten Fakten geschaut wird, nicht unbedingt so einfach. Ein sehr gutes Hilfsmittel sind dabei die objektiven Tierwohl-Indikatoren, also z. B. Schlachtbefunde, die etwa Parasitenbefall zeigen. Parasiten sind ein wichtiges Thema bei Auslaufhaltung. Weitere Tierwohl-Indikatoren sind zum Beispiel Fußballenveränderungen beim Geflügel, generelle Veränderungen an den Gliedmaßen, oder Organveränderungen.
Der Nachteil bei der Indikatoren-Bewertung am Schlachthof ist natürlich, dass die Beurteilung retrospektiv erfolgt: Erst am toten Tier wird faktenbasiert erkannt, wie es dem Tier in dem jeweiligen Haltungssystem während seines Lebens erging. Das Tier selbst hat nichts mehr davon. Diese Informationen können aber zur Verbesserung der Haltungsbedingungen für die Tiere in den folgenden Durchgängen genutzt werden.
Als Ergebnis könnte beispielsweise herauskommen: das Schwein wurde zwar in einem tollen Stall gehalten, war aber im Tierwohl beeinträchtigt. Wie aussagekräftig wäre dann eine hohe Label-Stufe?
Letztendlich ist es also immer wichtig, wie gut es dem Tier während seines Lebens wirklich erging. Deswegen ist die Mensch-Tierbeziehung so entscheidend: Der Mensch muss im Blick haben, wie es den Tieren geht und bei Auffälligkeiten den Spielraum haben zu handeln. In einem wirtschaftlich engen Rahmen kann das schwierig sein oder wenn etwa die Vorgaben der verschiedenen Stufen den Handlungsspielraum einschränken. Wichtig ist einfach, dass reale Möglichkeiten existieren, das Tierwohl zu bewerten und zu optimieren.
Frau Prof. Kemper: herzlichen Dank für das interessante Gespräch!... .
Weltkatzentag: Tierärzt*innen rufen zur regelmäßigen Gesundheitsvorsorge auf – Fokus auf Nieren
Zum heutigen „Internationalen Weltkatzentag“ machen Tierärzt*innen auf die regelmäßige Gesundheitsvorsorge bei Katzen aufmerksam. Besonders im Mittelpunkt: die oft unbemerkten, aber weit verbreiteten Nierenerkrankungen, die zu den häufigsten Gesundheitsproblemen bei älteren Katzen zählen.
„Viele Katzen wirken nach außen hin gesund, obwohl bereits ernsthafte organische Veränderungen vorliegen – vor allem sind es die Nieren, die bei älteren Tieren Probleme machen“, erklärt Tierärztekammer-Präsident Kurt Frühwirth. „Gerade Katzen zeigen lange Zeit keine Symptome, daher sind regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen umso wichtiger.“
Früherkennung rettet Lebensqualität
Eine chronische Nierenerkrankung ist eine der häufigsten Diagnosen bei Katzen, ab dem 8. Lebensjahr, bei Rassekatzen ist aufgrund der erblichen Belastung auch schon wesentlich früher damit zu rechnen. Sie verläuft schleichend und wird oft erst erkannt, wenn die Nierenfunktion bereits stark eingeschränkt ist. Doch moderne Diagnostik – etwa Blut- und Urinanalysen – ermöglichen eine frühzeitige Erkennung und gezielte Behandlung.
„Mit einfachen jährlichen Checks können wir früh eingreifen, die Ernährung anpassen und bei Bedarf Medikamente gezielt einsetzen“, so Frühwirth. „Das verlängert nicht nur die Lebenserwartung, sondern erhält auch die Lebensqualität unserer Katzenpatienten.“
Tierärzt*innen als Partner für ein gesundes Katzenleben
Anlässlich des Weltkatzentags möchten Tierärzt*innen auch daran erinnern, dass sie mehr als reine Behandlungsstellen für akute Probleme sind: „Wir Tierärzt*innen verstehen uns als gesundheitliche Begleiter*innen bzw. Berater*innen auf Lebenszeit. Neben Impfungen und Parasitenprophylaxe zählen Vorsorgeuntersuchungen für ältere Katzen längst zum Standard. Wir empfehlen einmal jährlich zur Vorsorgeuntersuchung zu gehen, dabei jeweils Blut- und Harnuntersuchungen zur Nieren- und Stoffwechselkontrolle durchführen zu lassen und sich eventuell zur altersgerechten Ernährung und Haltung beraten zu lassen“, macht Frühwirth deutlich und sagt abschließend: „Wer Katzen liebt, sorgt vor – und geht regelmäßig zum Tierarzt, zur Tierärztin des Vertrauens. Denn Früherkennung kann Leben retten!“… .
Alarmierend: „Alte Seuche“ ,Tuberkulose, breitet sich in Teilen Deutschlands aus
Alarmierende Nachrichten: Eine eigentlich schon ausgerottete Infektionskrankheit kehrt zurück. Die gefährlichen Erreger galten lange Zeit als besiegt – nun gab es Nachweise: Die Seuche breitet sich wieder in Deutschland aus.
Aktuell beschäftigt eine andere Bedrohung die Behörden: Eine alte Seuche breitet sich aus – die Rede ist von der Infektionskrankheit Tuberkulose, die im Wartburgkreis in Thüringen bei drei Wildschweinen sowie einem Fuchs festgestellt wurde. Tuberkulose ist eine Krankheit, die durch Bakterien ausgelöst wird und vor allem die Lunge befällt. Sie kann sich von Tieren auf Menschen übertragen.
Seuchen verfolgen die Menschheit immer wieder. Das gilt auch in Zeiten moderner Medizin, wie die Corona-Pandemie gezeigt hat. Nun haben Nachweise ergeben, dass sich eine alte Seuche in Deutschland wieder ausbreitet.
Infektionskrankheit wieder nachgewiesen: Diese Seuchen gibt es in Deutschland
Deutschland verfügt über ein gutes Gesundheitssystem und gute hygienische Zustände. Seuchen haben daher nicht allzu große Chancen, sich zu verbreiten. Dennoch sind immer wieder gefährliche Erreger auf dem Vormarsch. Die Corona-Pandemie von 2020 bis etwa 2023 hat gezeigt, wie anfällig die Menschheit auch 2025 für Bedrohungen aus dem Reich der Bakterien und Viren noch ist. Und nun steht fest: Eine alte Seuche breitet sich aus.... .
Das sind die Folgen der Blauzungenkrankheit in SH
Vor einem Jahr erreichte die Blauzungenkrankheit Schleswig-Holstein. Die Folgen spüren die Landwirte immer noch: Sie verdienen weniger, weil die Kühe weniger Milch geben. Ihr Fleisch kann aber gegessen werden.
Betroffene Kühe geben weniger Milch und jedes vierte Kalb von damals infizierten Mutterkühen ist eine Todgeburt oder missgebildet. Das berichtet das Friedrich-Löffler-Institut für Tiergesundheit auf Anfrage des NDR Schleswig-Holstein. Fachleute gehen von einer hohen Dunkelziffer nicht gemeldeter Fälle der Blauzungenkrankheit aus.
Blauzungenkrankheit: In manchen Kreisen in SH häufen sich die Fälle
Nordfriesland, Dithmarschen und das Herzogtum Lauenburg sind in Schleswig-Holstein besonders betroffen. Die Leiterin des Kreisveterinäramtes Herzogtum Lauenburg, Dr. med. vet. Kristina Hein, spricht im Interview mit dem NDR Schleswig-Holstein von 200 angezeigten Fällen im Jahr 2024 nur in ihrem Kreis. Bis Juli 2025 sind es 84 angezeigte Fälle. Wobei ein Fall einen Hof meint, nicht nur ein Tier… .
Tierschutzbeauftragte des Bundes: Amt bleibt erhalten – ISN: Änderungen notwendig
Tierschutzbeauftragte des Bundes: Wer die bisherige Amtsinhaberin Ariane Kari ablösen wird, ist noch unklar
Nach dem Ausscheiden von Ariane Kari zum Ende des Monats wird es auch künftig einen Tierschutzbeauftragten des Bundes geben. Das Amt soll jedoch stärker in bestehende Strukturen eingebettet werden, ohne zusätzliche Bürokratie aufzubauen. Wer die bisherige Amtsinhaberin Ariane Kari ablösen wird, ist aber noch unklar, berichtet Agra Europe.
ISN: Es ist mehr als fraglich, ob wir einen neuen Tierschutzbeauftragten wirklich brauchen. Der Erfolg eines neuen Tierschutzbeauftragten wird maßgeblich davon abhängen, wie derjenige die Funktion ausfüllt. Es braucht eine Mittlerfunktion statt Misstrauen gegenüber den Tierhaltern und nicht immer noch mehr Ordnungsrecht.
Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer will das Amt des Tierschutzbeauftragten der Bundesregierung erhalten. Das bestätigte das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMLEH) gegenüber AGRA Europe. Nachdem Anfang der Woche bekannt wurde, dass die bisherige Amtsinhaberin, Ariane Kari, ausscheiden wird, war zwischenzeitlich nicht klar, ob die Position neu besetzt wird oder dem Spardruck zum Opfer fallen könnte.
Amt zukünftig sinnvoller in Strukturen einbinden
Laut BMLEH möchte die Bundesregierung dem grundgesetzlich verankerten Staatsziel Tierschutz gerecht werden. Deshalb wird es auch künftig eine Beauftragte oder einen Beauftragten für Tierschutz geben, so ein Sprecher des Ministeriums. Entscheidend sei, dass dabei keine neue Bürokratie aufgebaut werde, sondern die Funktion fachlich fundiert und zugleich sinnvoll verzahnt wird mit bestehenden Strukturen. Nach Angaben des Ministeriums steht bislang noch kein Nachfolger für Kari fest.
Kritik an Kosten und Struktur
Zuvor hatte das BMLEH auf die aktuell angespannte Finanzlage verwiesen und erklärt, dass eine strukturelle Überprüfung der eingesetzten Ressourcen innerhalb der Bundesregierung nötig sei. Auch der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Union im Bundestag, Albert Stegemann, äußerte sich kritisch gegenüber den Personalkosten von rund 400.000 Euro, die das Amt jährlich verursache. Medienberichten zufolge umfasst Karis Stab vier Mitarbeiter.
Die ISN meint:
Es ist aus unserer Sicht mehr als fraglich, ob wir auf Bundesebene einen neuen Tierschutzbeauftragten brauchen. Der Tierschutz ist ohne Frage wichtig, jedoch müssen die Kosten dieser Position und des dazugehörigen Mitarbeiterstabs in einem angemessenen Verhältnis zu einem tatsächlichen Nutzen für den Tierschutz stehen und die Bürokratie darf nicht unnötig noch weiter aufgebläht werden.
Die Fortführung des Amtes eines Tierschutzbeauftragten ist aus unserer Sicht nur dann sinnvoll, wenn die Funktion auch wirksam und praxisnah ausgefüllt wird. Ein bloßes Weiterführen der Position ohne klare Zielsetzung und Einbindung der Praxis bringt dem Tierschutz keinen echten Mehrwert. Das Amt besser in bestehende Strukturen zu integrieren und keine neue Bürokratie aufzubauen ist daher wichtig - denn die bisherigen Erfahrungen zeigen: Mehr Ordnungsrecht und pauschales Misstrauen gegenüber Tierhaltern führen nicht zu besseren Ergebnissen.
Was es stattdessen insbesondere im Bereich der Nutztierhaltung braucht, ist eine vermittelnde Rolle, die den Dialog mit den Tierhaltern sucht und sie aktiv in die Entwicklung praktikabler und umsetzbarer Lösungen einbindet.
TFA-Tarifabschluss 2025: Gehalt und Ausbildungsvergütung steigen
Der Bundesverband Praktizierender Tierärzte e. V. (bpt) und der Verband medizinischer Fachberufe e. V. (vmf) haben sich nach drei Verhandlungsrunden auf einen neuen Gehaltstarifvertrag sowie einen neuen Manteltarifvertrag verständigt. Beide Vereinbarungen wurden von den großen Tarifkommissionen bestätigt und sind zum 1.6.2025 in Kraft getreten.
Im Jahr 2022 bewegte sich das Bruttogehalt von Tiermedizinischen Fachangestellten (TFA) – je nach Berufserfahrung und tariflicher Tätigkeitsgruppe – zwischen 2.423 € (untere Einstiegsspanne) und 4.325 € pro Monat.
Die Tarifgehälter TFA stiegen ab 1. Juni wie folgt:
Tätigkeitsgruppe I (TG I): + 300 € brutto je Monat
Tätigkeitsgruppe II (TG II): + ca. 336 € brutto je Monat
Tätigkeitsgruppe III (TG III): + ca. 366 € brutto je Monat
Mit der Tarifgruppe IV wurde eine neue Vergütungsstufe für TFA mit leitungsbezogenen Aufgaben eingeführt. Diese liegt um 32 % über der Einstiegsgruppe TG I und setzt mindestens 400 Stunden anerkannter Fort- und Weiterbildungen gemäß Berufsbildungsgesetz voraus.
Darüber hinaus wurden die Ausbildungsvergütungen wie folgt angepasst:
1. Ausbildungsjahr: 900 € monatlich
2. Ausbildungsjahr: 1.000 € monatlich
3. Ausbildungsjahr: 1.100 € monatlich
Der neue Gehaltstarifvertrag gilt bis zum 31.1.2026 mit achtmonatiger Nachwirkungsdauer und bringt eine durchschnittliche Gehaltssteigerung von rund 5 % über alle Tätigkeitsgruppen hinweg – ergänzt durch rechtlich bedingte Anpassungen im Manteltarifvertrag, etwa zur Überstundenvergütung, Rufbereitschaft und verbesserten Sonderzahlungen.
Ausführlichere Informationen zu den vertraglichen Anpassungen sowie den vollständigen Tariftext sind unter https://www.vmf-online.de/tfa/tfa-tarife abrufbar.
Kommentar:
Während die steigenden Gehälter einerseits zu einer höheren finanziellen Belastung für Tierarztpraxen führen, setzen die neuen Tarifverträge für TFA vor dem Hintergrund des zunehmenden Fachkräftemangels wichtige Impulse: Wie eine Umfrage aus dem Jahr 2024 zeigt, sind eine gerechtere Vergütung von Zusatzqualifikationen, die Förderung von Fort- und Weiterbildung und Aufstiegsmöglichkeiten in höhere Tätigkeitsgruppen zentrale Anliegen der Berufsgruppe. Der neue Gehaltstarifvertrag und der Manteltarifvertrag kommen diesen Forderungen entgegen: Die aktuelle Gehaltserhöhung sowie die Einführung einer höherwertigen Tarifgruppe sorgen für eine bessere Honorierung qualifizierter Leistungen und schaffen klare Karriereperspektiven. Zusätzlich steigern angehobene Ausbildungsvergütungen die Attraktivität des Berufs für Nachwuchskräfte. Neue Regelungen zur Überstunden- und Bereitschaftsdienstvergütung tragen zu verbesserten Arbeitsbedingungen und größerer Wertschätzung bei, während die Anerkennung von Ausbildungszeiten die soziale Absicherung stärkt….. .
Erster mRNA-Impfstoff gegen MKS in internationalem Projekt erfolgreich in Rindern getestet
Ein vom Bundesstaat New South Wales, Australien und dem amerikanischen Unternehmen Tiba Biotech entwickelter mRNA-Impfstoff gegen Maul- und Klauenseuche (MKS) wurde erfolgreich am Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) in Rindern getestet.
Anders als klassische MKS-Impfstoffe, für die unter hohen Sicherheitsanforderungen große Mengen an Virus angezüchtet werden müssen, können mRNA-Impfstoffe ohne besondere Anforderungen an die Biosicherheit hergestellt werden, wie das FLI mitteilt. Die aufwändige Reinigung der Antigene, die bei den klassischen Impfstoffen für eine serologische Unterscheidung zwischen geimpften und infizierten Tieren notwendig ist, entfalle ebenfalls.
Am FLI-Hauptsitz auf der Insel Riems konnte jetzt gezeigt werden, dass eine zweimalige Impfung im Abstand von vier Wochen Rinder vollständig gegen eine klinische Erkrankung schützt. Außerdem war die Virusausscheidung bei nach Impfung infizierten Rindern so stark reduziert, dass nicht davon auszugehen sei, dass diese andere Tiere anstecken könnten.
Weitere Untersuchungen müssen nun zeigen, ob eine gute Schutzwirkung auch nach einmaliger Anwendung des Impfstoffes erreicht werden kann und wie schnell nach der Impfung die Schutzwirkung eintritt. Dies ist der erste erfolgreich in Großtieren getestete mRNA-Impfstoff gegen MKS, so das FLI abschließend.... .
ASP-Lage: Bundesweite Fallzahlen zuletzt rückläufig - Hauptgeschehen in Hessen
Trotz des ASP-Ausbruchs in Nordrhein-Westfalen Mitte Juni ist das Seuchengeschehen bundesweit insgesamt rückläufig. Insbesondere in den vergangenen Wochen sind die Fallzahlen deutlich zurückgegangen. Im Jahresvergleich liegt die Zahl der Fälle bei Wildschweinen 2025 allerdings deutlich über dem Vorjahresniveau – vor allem Hessen bleibt mit über 1.500 bestätigten Fällen Zentrum des Seuchengeschehens. Hoffnung macht die erfolgreiche Eindämmung in Brandenburg und Sachsen.
Trotz des Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Nordrhein-Westfalen Mitte Juni ist das bundesweite Seuchengeschehen in den vergangenen Wochen deutlich zurückgegangen. Im Juli wurden lediglich 78 neue ASP-Fälle bei Wildschweinen registriert.
Gesamtzahl 2025 bereits über Vorjahresniveau
Ein Blick auf die Statistik der ersten sechs Monate zeigt jedoch, dass die Gesamtzahl der ASP-Fälle deutlich über dem Niveau der Vorjahre liegt. Laut dem Tierseucheninformationssystem (TSIS) wurden bis zum 6. August 2025 bereits 1.701 ASP-Fälle bei Wildschweinen gemeldet – im gesamten Jahr 2024 waren es 966. Fälle bei Hausschweinen sind bislang nicht aufgetreten.
Monatliche Entwicklung: Höchststand im April
Die monatliche Entwicklung zeigt einen klaren Rückgang der Fallzahlen seit dem Frühjahr. Ausnahme ist der April, in dem mit 422 Fällen der Höchststand erreicht wurde. Ein vergleichbar hohes ASP-Niveau wurde zuletzt im dritten und vierten Quartal 2021 verzeichnet.
Über 1500 Fälle: Hessen derzeit Zentrum des Seuchengeschehens
Die mit Abstand meisten Fälle sind auf das aktive Seuchengeschehen in Hessen zurückzuführen. Dort wurden seit Jahresbeginn allein 1.593 ASP-Fälle registriert – das sind über 90 % aller bundesweiten ASP-Funde. Besonders die Landkreise Darmstadt-Dieburg, Bergstraße und Groß-Gerau sind betroffen sowie und der Odenwaldkreis. In Nordrhein-Westfalen wurden seit dem Ausbruch im Juni 48 Fälle gemeldet. Baden-Württemberg (26 Fälle), Brandenburg (17), Sachsen und Rheinland-Pfalz (jeweils 1 Fall) verzeichnen nur vereinzelte Funde.
Fortschritte bei der Eindämmung in Brandenburg und Sachsen
In Brandenburg und Sachsen zeigen die Maßnahmen zur Eindämmung der ASP Wirkung. Das Seuchengeschehen hat sich dort deutlich beruhigt. Mehrere Restriktionszonen konnten bereits verkleinert oder aufgehoben werden. Dies bedeutet insbesondere für die Schweinehalter als auch für die Landwirtschaft und die Jagd in den Regionen große Erleichterungen.
ÖDP: Tierschutz ist für Bauernminister Rainer „überflüssig“
CSU-Metzger mimt den Zampano und entlässt Tierschutzbeauftragte Ariane Kari
Politik in schlimmster Trump Manier: Bundes-Bauernminister Alois Rainer ist im Stall der Chef. Das beweist der Metzger eindrücklich. Weil der Christsoziale Tierschutz und das Amt einer dafür verantwortlichen Beauftragten in der Regierung für „überflüssig und falsch“ hält, wirft unter seiner Ägide die Bundes-Tierschutzbeauftragte Ariane Kari das Handtuch. Tierschutz ade. Ober sticht Unter. Macht gewinnt – nur: Die Tiere müssen dies Zampano-Gehabe ausbaden.
Für die Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP – Die Naturschutzpartei) ist eine solche Amtsführung „unsäglich“. ÖDP-Bundeschef Günther Brendle-Behnisch kontert Rainers selbstherrliches Handeln: „Die Aufgaben der Tierschutzbeauftragten sind wichtig. Sie zu streichen, nützt niemand – am wenigsten den Tieren.“
Die Naturschutzpartei hatte sich noch vor Wochen für Kari stark gemacht. Nun tritt ein, was die Partei befürchtet hatte: Der CSU-Minister opfert den Tierschutz und das Amt den Profitinteressen der Agrarlobby – darunter leiden die Tiere. „Bleibt nur noch zu hoffen, dass diese Entscheidung der jetzigen Regierung ordentlich auf die Füße fällt“, kommentiert Brendle-Behnisch, „und die Menschen sich bei der nächsten Wahl daran erinnern – und entsprechend wählen.“
„Es braucht Anstrengungen von uns allen, um die ASP-Seuche wieder loszuwerden“
MdBs informieren sich über ASP
Der heimische Bundestagsabgeordnete Florian Müller (CDU) hat sich gemeinsam mit seinem Kollegen Benedikt Büdenbender aus dem Kreis Siegen-Wittgenstein, dem Olper Landrat Theo Melcher sowie Vertretern der Landwirte und der Jägerschaft über die aktuell
Im Fokus des Treffens standen die ASP-Sperrzonen, die in den Kreisen Olpe, Hochsauerland und Siegen-Wittgenstein eingerichtet wurden. „Wir hoffen, mit den Sperrzonen und einem umzäunten Kerngebiet die Ausbreitung der ASP verhindern zu können“, erklärte Theo Melcher dazu. „Die Einschränkungen lassen sich nicht vermeiden, aber wir beschränken die Maßnahmen auf das unbedingt erforderliche Maß.“
Auch die Jägerschaft spielt eine wichtige Rolle im Seuchenschutz: Die Anwesenden sprachen sich dafür aus, auf Stilllegungsflächen Bejagungsschneisen zuzulassen, um die Schwarzwildbejagung im Rahmen der ASP-Bekämpfung zu erleichtern.
Ein zentrales Thema war auch der Schutz herkömmlicher Schweinehaltungen vor einem Überspringen des Virus. Lisa Sternberg, Kreislandwirtin und Schweinehalterin, sowie Michael Richard, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes (WLV), berichteten von den wirtschaftlichen und emotionalen Herausforderungen, vor denen viele Betriebe aktuell stehen.
Die Teilnehmer waren sich einig: Die Seuche wird die Region noch längere Zeit beschäftigen. „Wir rechnen damit, dass die Sperrzonen mindestens bis Herbst 2026 bestehen bleiben. Denn sie enden erst ein Jahr nach dem letzten positiven Fall“, erklärte Georg Geuecke, Landwirt aus St. Claas und Vorsitzender des Bundesverbandes Rind und Schwein.
Abschließend appellierte Florian Müller: „Die Schweinepest ist für den Menschen ungefährlich. Sie kann aber für Schweinehalter das Ende des Betriebes darstellen. Deshalb braucht es Anstrengungen von uns allen, um die Seuche zu kontrollieren und wieder loszuwerden.“ e Lage rund um die Afrikanische Schweinepest (ASP) im Kreis Olpe ausgetauscht.
