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NEWS
von der AVA und aus der Branche
Antimykotika-Resistenzen immer relevanter
Candidosen meistens gut zu behandeln
Fällt das Wort „Resistenzen“ im medizinischen Kontext denken die meisten an Antibiotika. In der Tat sind Antibiotika-Resistenzen weltweit auf dem Vormarsch und stellen ein ernst zu nehmendes Problem bei der Bekämpfung von bakteriellen Infektionen dar. Gründe gibt es einige dafür: unsachgemäße Einnahme von Antibiotika (zu kurz), „inflationäre“ Behandlungen mit dieser Medikamentengruppe und massiver Einsatz in der Massentierhaltung, um nur einige zu nennen.
Doch nicht nur die Antibiotika-Resistenzen nehmen überproportional zu, sondern auch die gegen Antimykotika, was leider bei vielen Verantwortlichen noch nicht so ganz als globales Problem wahrgenommen wird. Resistenzen gegen Antimykotika bedeuten für alle Gesundheitssysteme große Herausforderungen. Auch hier tragen der breite Einsatz von vor allem Azolen (Breitbandantimykotika) in der Human- wie auch Veterinärmedizin sowie der Landwirtschaft zur Anreicherung in der Umwelt und damit zur Entwicklung von Azol-resistenten Pilzen bei. Wissenschaftler fordern schon lange stärkere Forschungsaktivitäten zu Antimykotika-Resistenzen… .
Rindfleisch ist bis zu 40-mal CO₂-intensiver als andere Proteinquellen
Rindfleisch ist sowohl aus der Weidehaltung als auch aus der industriellen Massentierhaltung die CO₂-intensivste Proteinquelle. Um die klimaschädlichen Emissionen zu reduzieren, sollten Verbraucher stattdessen pflanzliche Alternativen essen und Fleisch nur in minimalen Mengen kaufen.
Die Produktion von tierischen Lebensmitteln verursacht signifikante Umweltschäden und beschleunigt durch die hohen CO₂- und Methanemissionen den Klimawandel. Die Rindfleischindustrie argumentiert deshalb oft damit, dass Kunden Fleisch aus Weidehaltung kaufen können, weil bei dieser Produktionsmethode große Grasflächen verwendet werden, die laut den Unternehmen CO₂ speichern. Dies soll die hohen Emissionen ausgleichen, die bei der Rinderzucht entstehen.
Forscher des Bard College haben nun eine Studie publiziert, die die Emissionen der Weidehaltung untersucht hat. Laut ihrer Publikation im Fachmagazin PNAS haben sie dazu ein Modell entwickelt, das auf realen Daten zu Erträgen, Futterbedarf und Emissionen von Rinderherden in den U.S.A. basiert. Sie konnten so die Klimaauswirkungen von grasgefüttertem und industriell produzierten Rindfleisch vergleich.
Höhere CO₂-Emissionen durch Weidehaltung
Das Modell berücksichtigt zudem, wie viel CO₂ typische Weideflächen tatsächlich aufnehmen können. Dabei wurden ausschließlich sogenannte echte Weidelandschaften berücksichtigt, also Gebiete mit niedriger Bodenqualität, auf denen keine Landwirtschaft möglich ist. Laut den Forschern sollen Rinder nur Flächen nutzen, die für den menschlichen Nahrungsmittelanbau ungeeignet sind.
Die Berechnung zeigt, dass Weiderinder in den U.S.A. selbst unter optimalen Bedingungen zwischen zehn und 25 Prozent höhere Emissionen pro Kilogramm Protein als industriell erzeugtes Rindfleisch freisetzen. Die Emissionen bleiben auch dann höher, wenn man die CO₂-Speicherung durch den Boden einberechnet. Grasgefütterte Rinder erzeugen zwischen 180 und 290 kg CO₂-Äquivalente pro Kilo Protein und industrielle gezüchtete Rinder zwischen 180 und 220 kg CO₂-Äquivalente.
Die Wissenschaftler haben zudem die CO₂-Emissionen von anderen Proteinquellen mit Weiderindern verglichen. Alternativen wie Schweinefleisch, Geflügel, Käse, Milch und pflanzliches Eiweiß erzeugen demnach pro Kilogramm Protein lediglich fünf bis 35 Prozent der Emissionen der effizientesten Weiderinderherden.
Laut der Studie produzieren Weiderinder so hohe Emissionen, weil ihre Futterzusammensetzung viel Lignin und Zellulose enthält, die die Rinder zu Methan verstoffwechseln. Zudem ist das Graswachstum saisonal begrenzt. Deshalb wird das Futter oft mit energieaufwendiger Silage oder Heu ergänzt, das angebaut und transportiert werden muss, und die Tiere wachsen langsamer und bleiben leichter als Rinder aus der industriellen Zucht. Dies erhöht die Emissionen pro produziertem Kilogramm Protein…. .
Leben Schweine in einer für sie interessanten Umgebung, tritt Schwanzbeißen seltener auf als in reizarmen Buchten.
Futter kann dabei gezielt eingesetzt werden, um das Leben der Tiere interessanter zu machen. Wie das gelingt, verrät Prof. Dr. Josef Kamphues
Kann man Verhaltensstörungen bei Schweinen, wie beispielsweise das Schwanzbeißen, über die Fütterung reduzieren? Dieser Frage ging Prof. (i. R.) Dr. Josef Kamphues, ehemaliger Leiter des Instituts für Tierernährung der Tierärztlichen Hochschule Hannover bei einer Schweinehaltertagung in Rottersdorf nach.
Was charakterisiert das natürliche Verhalten bei Schweinen? „Unter natürlichen Bedingungen verbringt ein Schwein 50 Prozent der Zeit mit Wühlen, Kauen und Futtersuche. Das alles ist in den heutigen Mastschweineställen nicht gegeben“, stellte der Fachmann fest und wies darauf hin, dass in seinem Institut immer wieder Anfragen eintrafen, ob für bestimmte Verhaltensstörungen die Fütterung als Ursache in Frage kommt. So zeigen viele tragende Sauen in Gruppenhaltung teils schwere Bissverletzungen der Vulva – typisch beim Warten in der Schlange vor dem Automaten. Sauen beißen während oder kurz nach der Geburt die eigenen Ferkel oder sind aggressiv gegenüber dem Tierbetreuer. Nach dem Absetzen von Ferkeln tritt Ohr- und Schwanzbeißen auf und bei Mastschweinen zeigt sich oft „wellenartig“, auch plötzlich mit dem Futterwechsel auftretendes Schwanzbeißen.
Kamphues unterschied zwischen Tieren, die nur begrenzt Futter aufnehmen können, z. B. tragende Sauen, die nur 2,5 bis 3 kg Kraftfutter und keine Einstreu bekommen, und Tieren, die kontinuierlich ad libitum fressen können, wie Mastschweine und laktierende Sauen. Erstere haben einen „leeren Bauch“, das heißt keine größere Dickdarmfüllung, und zeigen oft Verhaltensstörungen, wie Betätigung der Selbsttränken oder gestörte Verhaltensmuster in Form von Stereotypien/Stangenbeißen.
Tiere mit „vollem“ Bauch, das heißt auch mit beachtlicher Dickdarmfüllung, suchen „Beschäftigung“ oder „etwas Anderes“ als das Mischfutter. Sie zeigen Erkundungsverhalten und Aktivitäten zur Befriedigung der Neugier, zeigen eventuell Aggression und warten auf ein „Highlight“, also eine Entlohnung für Aktivitäten. „Den Tieren ist langweilig, was für sie so belastend ist, dass sie griffig werden“, verdeutlichte er… .
Antibiotika-Einsatz in Tierhaltung steigt deutlich
Der weltweite Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung könnte bis 2040 um fast 30 Prozent steigen. Das zeigt eine neue Studie der Welternährungsorganisation (FAO) und der Universität Zürich (UZH). In der Schweiz dürfte der Verbrauch von Antibiotika für Tiere allerdings kaum zunehmen.
Der globale Anstieg könnte gemäss den Forschenden das Problem der Antibiotika-Resistenzen weiter verschärfen. Denn der übermässige Einsatz von Antibiotika begünstigt die Entstehung resistenter Bakterien. Einige dieser Bakterien, die in Tieren vorkommen, können auch Infektionen beim Menschen verursachen.
Resistente Bakterien seien aber auch für die Landwirtschaft ein Problem, sagte Studien-Mitautor Thomas Van Boeckel von der Universität Zürich zur Nachrichtenagentur Keystone-SDA. «Unser derzeitiges Modell der Nutztierhaltung ist ohne wirksame Antibiotika kaum aufrechtzuerhalten», so der Forscher.
143'000 Tonnen Antibiotika pro Jahr
Wenn der derzeitige Trend ungebremst weitergeht (»Business-as-usual»-Szenario), werden gemäss der am Dienstag in der Fachzeitschrift «Nature Communications» veröffentlichten Studie bis 2040 weltweit 143'000 Tonnen Antibiotika pro Jahr eingesetzt. Dies entspricht einem Anstieg von 29,5 Prozent im Vergleich zum Referenzjahr 2019.
Dabei gibt es allerdings grosse regionale Unterschiede. Die Forschenden erwarten erhebliche Anstiege in Asien und dem Pazifik (41,1%), Afrika (40,8%) und Südamerika (19,6%). Durch höhere Einkommen könnten sich in diesen Ländern mehr Menschen Fleisch und andere tierische Produkte leisten, was die Tierhaltung intensiviere und damit den Antibiotikaverbrauch erhöhe, erklärte Van Boeckel. «Menschen werden reicher, sie essen mehr Fleisch, und entsprechend steigt der Antibiotikaverbrauch.»
Minimaler Anstieg in Europa
In Europa werden dagegen nur minimale Veränderungen erwartet (0,6%). Die Schweiz liegt laut Van Boeckel im europäischen Mittelfeld, was den Verbrauch von Antibiotika bei Tieren angehe. Für Nordamerika wird ein leichter Rückgang erwartet (-3,1%).
Asien und der pazifische Raum werden mit einem Anteil von 65 Prozent voraussichtlich bis 2040 den weltweit grössten Antibiotikaverbrauch aufweisen, gefolgt von Südamerika mit etwa 19 Prozent.
Politische Aktionen entscheiden
Entscheidender dafür, wie stark der Antibiotikaverbrauch wirklich steigt, sind Van Boeckel zufolge aber gesellschaftliche und politische Reaktionen. In der Studie zeigen die Forschenden, dass durch bestimmte Massnahmen der Antibiotikaverbrauch in der Tierhaltung in Zukunft sogar sinken könnte – im optimistischsten Szenario um bis zu 57 Prozent im Vergleich zu 2019.
esonderes Augenmerk richte sich dabei auf die Länder China, Indien und Brasilien, sagte Van Boeckel. «Wenn diese Länder handeln, folgt die Welt», sagte der Forscher. Das betreffe auch die Schweiz, denn auch in der Schweiz werde Fleisch aus diesen Ländern importiert. Brasilien sei beispielsweise der grösste Pouletfleisch-Importeur für die Schweiz.
Weniger Antibiotika und weniger Tiere
Um den Antibiotikaverbauch zu senken müssten laut den Forschenden pro Kilogramm Fleisch weniger Antibiotika eingesetzt werden. Andererseits müsste aber auch die Effizienz in der Viehproduktion gesteigert werden, so die Forschenden.
«Indem wir mit der gleichen Anzahl oder weniger Tieren mehr tierische Nahrungsmittel produzieren, können wir den Bedarf an Antibiotika bei Nutztieren verringern und gleichzeitig die globale Ernährungssicherheit stärken», liess sich der Studienhauptautor Alejandro Acosta, Viehökonom bei der FAO, in einer Mitteilung der FAO zur Studie zitieren.
Tierquälerei-Verdacht: Amt geht gegen Milchviehbetrieb vor
Tierquälerei-Verdacht: Amt geht gegen Milchviehbetrieb vor
Schläge und Tritte gegen Milchkühe - eine Tierschutzorganisation veröffentlicht Videomaterial aus einem Betrieb. Das Agrarministerium ist entsetzt. Der Amtstierarzt in der Uckermark reagiert.
Wegen Vorwürfen der Tierquälerei geht die Veterinärbehörde des Landkreises Uckermark gegen einen Milchviehbetrieb vor. Der zuständige Amtstierarzt sieht den Verdacht einer Straftat und will Anzeige erstatten, wie er auf Anfrage sagte. Ausgelöst wurde der Fall durch Videomaterial, das die Tierrechtsorganisation Aninova veröffentlichte und die Veterinärbehörde auswertet.
Auf verdeckt gemachten Videoaufnahmen ist unter anderem zu sehen, dass Mitarbeiter Kühe mit Stöcken schlagen und Tiere treten. Zuvor berichtete RBB24. Die Organisation Aninova beklagt gravierende Missstände in dem Agrarbetrieb und spricht in einer Mitteilung von einem brutalen Umgang.
Agrarministerin Hanka Mittelstädt (SPD) reagierte mit Entsetzen. Sie sprach zugleich von einem Einzelfall in Brandenburg. Die Einhaltung der Vorschriften für den Tierschutz und das Tierwohl seien in den allermeisten Landwirtschaftsbetrieben Brandenburgs ein hohes Gut.
Amtstierarzt: Missstände in Vergangenheit festgestellt
Der Amtstierarzt des Landkreises Uckermark, Achim Wendlandt, sagte der Nachrichtenagentur dpa, bei dem Milchviehbetrieb, der um die 960 Tiere habe, seien in den vergangenen ein, zwei Jahren bei Kontrollen Missstände festgestellt worden, die erteilten Auflagen seien dann erfüllt worden.
Es seien etwa Tiere mit Schäden an Gliedmaßen und mit Entzündungen festgestellt worden, die nicht in einem Krankenstall abgesondert oder nicht von einem Tierarzt behandelt worden seien. Auch die Kälber-Haltung sei teils nicht tierschutzgerecht gewesen.
Verstärkte Kontrollen im Milchviehbetrieb
Das Videomaterial, das die Veterinärbehörde in Prenzlau nun weiter sichtet, hält Wendlandt für echt. „Wir hatten auch gleich die Beschuldigten damit konfrontiert.“ Es werde auch verstärkte Kontrollen in dem Betrieb geben.
Zudem wolle er Anzeige gegen den Inhaber und Mitarbeiter stellen. Die Bilder seien schockierend, sagte Wendlandt. „Man geht so nicht mit Tieren um.“ Kälber seien durch Gitter geschmissen, Tiere mit Füßen getreten worden. Schläge mit Knüppeln und Stöcken seien verboten.
Organisation: Material an Staatsanwaltschaft geschickt
Laut der Organisation Aninova, die nach eigener Aussage Strafanzeige erstattete, wurde die Videoaufnahmen von Dezember 2024 bis Februar 2025 in dem Betrieb aufgenommen und der Organisation zugespielt. Das Material sei der Staatsanwaltschaft Neuruppin übermittelt worden, hieß es. Ein Sprecher der Behörde in Neuruppin sagte am Vormittag, das Verfahren liege der zuständigen Abteilung noch nicht vor.
Im Interview mit RBB24-Recherche sagte der Eigentümer des Betriebs im Nordosten der Uckermark nach der Sichtung eines Teils der Videoaufnahmen unter anderem, er sei „schockiert“. Nach seiner Auskunft soll er bei der Übernahme des Hofes vor vielen Jahren den Mitarbeitern verboten haben, Kühe zu schlagen, wie der RBB berichtete. Der Betriebsinhaber war nach Bekanntwerden des Videomaterials für eine Stellungnahme zunächst nicht erreichbar.
Landwirtschaftsministerin Mittelstädt sagte: „Ein derartiger Umgang mit den Kühen und Kälbern ist in keiner Weise zu akzeptieren. Hier liegt nach allem, was wir wissen, ein eklatanter Verstoß gegen den Tierschutz vor, der mit der Härte des Gesetzes verfolgt und geahndet werden muss.“ Das Ministerium werde im Rahmen der geplanten Nutztierstrategie noch einmal Maßnahmen prüfen, wie derartige Fälle künftig besser verhindert werden können.
Bauernverband: Engagiert geführter Betrieb
„Die Bilder schockieren uns, spiegeln aber gleichzeitig nicht wider, wie unsere Tierhalterinnen und Tierhalter mit ihren Tieren täglich umgehen“, teilte der Landesbauernverband mit. Er sprach von einem ordentlichen Betrieb, der engagiert von einer Familie geführt werde. Diese sei selbst im höchsten Maße betroffen von den Vorfällen im eigenen Stall und habe arbeitsrechtliche Konsequenzen gezogen, so der Bauernverband in seiner Stellungnahme.
Bauerntag MV: Landwirte fordern neuen Kurs in Agrarpolitik
Beim Bauerntag in Mecklenburg-Vorpommern diskutieren Landwirte über die künftige Agrarpolitik und ihre Forderungen an die neue Bundesregierung. Ackerbau, Bürokratie und Tierhaltung seien einige von vielen Baustellen, die endlich angegangen werden müssten, so die Delegierten.
Der Bauernverband Mecklenburg-Vorpommern fordert von der neuen Bundesregierung einen Kurswechsel in der Agrarpolitik. "Es ist höchste Zeit zum Handeln", mahnte Bauernpräsident Karsten Trunk beim Bauerntag in Linstow (Landkreis Rostock) mit Blick auf die Koalitionsverhandlungen zwischen Union und SPD.
Rückgang der Nutztierhaltung entgegenwirken
Viele bekannte Probleme seien lange bekannt, aber noch immer nicht gelöst, so Trunk mit Blick auf Reizthemen wie überbordende Bürokratie, steigende Energiekosten, Düngemittelpreise sowie schließende Schlachthöfe. Auch dem Rückgang der Nutztierhaltung müsse dringend entgegengewirkt werden. Sinken die Schweine- und Rinderbestände, müssten Schlachthöfe und Molkereien schließen, so der Bauernverbandspräsident. Von dem, was bisher aus den Koalitionsverhandlungen durchgesickert sei, seien noch keine agrarpolitischen Leitplanken einer künftigen Regierung erkennbar, so Trunk… .
VGT erinnert Minister:innen Totschnig und Schumann bei heutiger Angelobung an Schweine
Die vom Verfassungsgerichtshof aufgehobenen Bestimmungen im Tierschutzgesetz, die jetzt ersetzt werden müssen, betreffen nicht nur die Übergangsfrist! So stand dort bisher, dass Anfang 2028 ein neuer Mindeststandard festgelegt werden muss, nachdem die Fachstelle für Haltungssysteme von Nutztieren 1 Jahr lang Vorschläge des Projekts IBeSt+ geprüft hat. Allerdings wurde beschlossen, dass dieses Projekt gar keine konkreten Vorschläge liefert. Daher fordert der VGT, dass folgende Bestimmungen ins Tierschutzgesetz aufgenommen werden müssen:
- Verpflichtende weiche Stroheinstreu und doppelter Platz für alle Neu- und Umbauten ab sofort
- Ein sofortiger Stopp der Investitionsförderungen für Haltungssysteme mit Vollspaltenboden
- Ab 2033 muss die verpflichtende Stroheinstreu und der doppelte Platz für alle Schweinebetriebe gelten
Um diese Forderungen zu unterstreichen, demonstrierte der VGT heute am Ballhausplatz zur Angelobung der zuständigen Minister:innen Korinna Schumann (SPÖ), Tierschutz, und Mag. Norbert Totschnig MSc (ÖVP), Landwirtschaft. Letzterer versuchte, die Tierschützer:innen, die ihn sowohl am Weg in die Hofburg als auch zurück ins Bundeskanzleramt ansprachen, zu ignorieren.
VGT-Obperson DDr. Martin Balluch dazu: „Es bleiben nicht einmal 2 Monate Zeit, um für ein tatsächliches Ende des Vollspaltenbodens die Weichen zu stellen. Dazu bedarf es zumindest zweier Bestimmungen, die jetzt verankert werden müssen. Erstens müssen die Investitionsförderungen für den Vollspaltenboden beendet werden, und zwar sofort. Es kann wirklich nicht angehen, dass heute noch neue Vollspaltenbetriebe gebaut werden, die dann auch noch die Allgemeinheit bezahlt! Und zweitens darf der zukünftige Mindeststandard keinesfalls weiterhin ein Vollspaltenboden sein, wie das momentan die ÖVP favorisiert. Schweine brauchen einen Liegebereich mit weicher Stroheinstreu, auf dem alle Tiere gleichzeitig liegen können. Ohne diese Maßnahme kann man nicht von einem Ende des Vollspaltenbodens sprechen!“
Die vom Verfassungsgerichtshof aufgehobenen Bestimmungen im Tierschutzgesetz, die jetzt ersetzt werden müssen, betreffen nicht nur die Übergangsfrist! So stand dort bisher, dass Anfang 2028 ein neuer Mindeststandard festgelegt werden muss, nachdem die Fachstelle für Haltungssysteme von Nutztieren 1 Jahr lang Vorschläge des Projekts IBeSt+ geprüft hat. Allerdings wurde beschlossen, dass dieses Projekt gar keine konkreten Vorschläge liefert. Daher fordert der VGT, dass folgende Bestimmungen ins Tierschutzgesetz aufgenommen werden müssen:
- Verpflichtende weiche Stroheinstreu und doppelter Platz für alle Neu- und Umbauten ab sofort
- Ein sofortiger Stopp der Investitionsförderungen für Haltungssysteme mit Vollspaltenboden
- Ab 2033 muss die verpflichtende Stroheinstreu und der doppelte Platz für alle Schweinebetriebe gelten
Um diese Forderungen zu unterstreichen, demonstrierte der VGT heute am Ballhausplatz zur Angelobung der zuständigen Minister:innen Korinna Schumann (SPÖ), Tierschutz, und Mag. Norbert Totschnig MSc (ÖVP), Landwirtschaft. Letzterer versuchte, die Tierschützer:innen, die ihn sowohl am Weg in die Hofburg als auch zurück ins Bundeskanzleramt ansprachen, zu ignorieren.
VGT-Obperson DDr. Martin Balluch dazu: „Es bleiben nicht einmal 2 Monate Zeit, um für ein tatsächliches Ende des Vollspaltenbodens die Weichen zu stellen. Dazu bedarf es zumindest zweier Bestimmungen, die jetzt verankert werden müssen. Erstens müssen die Investitionsförderungen für den Vollspaltenboden beendet werden, und zwar sofort. Es kann wirklich nicht angehen, dass heute noch neue Vollspaltenbetriebe gebaut werden, die dann auch noch die Allgemeinheit bezahlt! Und zweitens darf der zukünftige Mindeststandard keinesfalls weiterhin ein Vollspaltenboden sein, wie das momentan die ÖVP favorisiert. Schweine brauchen einen Liegebereich mit weicher Stroheinstreu, auf dem alle Tiere gleichzeitig liegen können. Ohne diese Maßnahme kann man nicht von einem Ende des Vollspaltenbodens sprechen!“
Presseaussendung - Maul- und Klauenseuche (MKS): Ausbrüche in der Slowakei und Ungarn weiterhin nicht unter Kontrolle
Tierärztekammer fordert dringende Maßnahmen
„Mit großer Besorgnis beobachten wir die jüngste Entwicklung der Maul- und Klauenseuche (MKS) in unseren Nachbarländern. Aktuellen Berichten zufolge gibt es erneut zwei Verdachtsfälle in Ungarn, die derzeit untersucht werden. Diese Meldungen verdeutlichen einmal mehr, wie schwierig es ist, die Ausbreitung der Seuche unter Kontrolle zu bringen“, kommentiert ÖTK-Präsident Mag. Kurt Frühwirth die aktuelle Lage.
Besonders besorgniserregend sei die betriebliche Dimension der aktuellen Situation, ein dänischer Agrarkonzern betreibt in der Slowakei eine Anlage mit 3.500 Rindern. Die Tilgung des Virus und dessen vollständige Eliminierung ist daher eine enorme logistische sowie technische Herausforderung. „Die geografische Nähe zu Österreich verschärft das Risiko zusätzlich und macht die Lage noch alarmierender“, so Frühwirth. Es sei mittlerweile klar, dass die Seuche in den betroffenen Regionen nur schwer eingedämmt werden kann. Trotz bereits getroffener Maßnahmen laufen die Tilgungsmaßnahmen schleppend.
Situation erfordert entschlossenes Handeln
„Das ist eine dramatische Gefahr für unsere Tierbestände, vor allem aufgrund der extremen Ansteckungsfähigkeit des Virus. Wir fordern daher sofortige und konsequente Maßnahmen, um eine weitere Verbreitung zu verhindern. Die Situation erfordert entschlossenes Handeln!“, betont Frühwirth. In Österreich wurden bereits alle verfügbaren veterinärbehördlichen Maßnahmen umgesetzt. „Dennoch stellt sich angesichts der aktuellen Entwicklungen die Frage: Reichen diese Maßnahmen aus, um einen Ausbruch zu verhindern? Die Einfuhr von Tieren und Fleischprodukten wurde bereits gestoppt. Wir fordern jedoch darüber hinaus noch strengere Einreisekontrollen, insbesondere im Personenverkehr. Mobile Grenzkontrollen sollten durch stationäre Kontrollpunkte direkt an der Grenze ersetzt werden. Aber auch der Transit von Tiertransporten muss dringend gestoppt werden, um das Risiko einer Einschleppung zu eliminieren“, zeigt sich Frühwirth überzeugt.
Ein weiteres Problem stelle die potenzielle Einschleppung des Virus durch Reisende und Arbeitskräfte aus den betroffenen Regionen dar. Besonders gefährlich sei das Mitbringen von rohen Fleischprodukten, die das Virus enthalten könnten. Die Verbringung von tierischen, potenziell kontaminierten Lebensmitteln müsse strikt unterbunden und streng kontrolliert werden, um eine Einschleppung nach Österreich zu verhindern. Dies müsse man durch öffentlichkeitswirksame Kampagnen auch der Bevölkerung bewusst machen.
Darüber hinaus sei internationale Unterstützung vor Ort dringend erforderlich, um den Seuchenherd schnellstmöglich zu eliminieren.
„Ohne koordinierte, internationale Hilfe wird es kaum möglich sein, die Situation effektiv unter Kontrolle zu bringen. Nur durch schnelles, entschlossenes Handeln auf nationaler und internationaler Ebene kann eine weitere Verbreitung der Maul- und Klauenseuche verhindert und die Sicherheit der landwirtschaftlichen Tierbestände gesichert werden“, sagt Frühwirth abschließend.
Press Release: Foot-and-Mouth Disease (FMD): Outbreaks in Slovakia and Hungary Still Out of Control -
Austrian Veterinary Chamber Calls for Urgent Measures, April 2, 2025
Landtierärzte werden rar: Landvolk warnt vor Engpässen
Das Landvolk Niedersachsen sorgt sich um die tierärztliche Versorgung in der Landwirtschaft. In dem Bundesland werde der Mangel an Tierärzten immer deutlicher, insbesondere beim Großvieh, beklagt der Landesbauernverband. So sei beispielsweise die Notfallversorgung vor allem nachts und an Wochenenden vielerorts längst nicht mehr gesichert. „In vieharmen Regionen ist dies sogar schon bei Routine- und Pflichtuntersuchungen spürbar“, so Landvolk-Vizepräsident Frank Kohlenberg. Dabei sei eine schnelle und verlässliche veterinärmedizinische Versorgung essenziell für das Tierwohl. Dem Landvolk zufolge müssen in den nächsten zehn Jahren in tierärztlichen Praxen 3.000 Stellen nachbesetzt werden.
Das Landvolk wies darauf hin, dass mit dem Entwurf zur Neufassung der EU-Tierschutztransport-Verordnung sogar neue und umfassendere Aufgaben für Veterinäre angedacht seien. Vorgesehen sei etwa, die Anwesenheit eines Tierarztes beim Verladen von Schlachtvieh auf landwirtschaftlichen Betrieben zur Pflicht zu machen. Gegen diese geplante Vorgabe hat sich der Verband bereits klar positioniert. Dafür seien die Fachärzte nicht in ausreichender Zahl vorhanden, und die Verladung finde meist in die frühen Morgen- oder späten Abendstunden statt, so die Gegenargumente.
Um dem zunehmenden Mangel an Tierärzten zu begegnen, hatte das Land Niedersachsen auf Erleichterungen bei der Anerkennung von Veterinärabschlüssen aus Drittstaaten gedrängt und einen Entschließungsantrag in den Bundesrat eingebracht. Dieser wurde in den Agrarausschuss überwiesen. „Der Landesbauernverband begrüßt diesen Vorstoß. Zusammen mit einer möglichen ‚Landtierarztquote‘ könnte die Maßnahme gut wirken, um mehr Veterinäre in den ländlichen Raum zu bringen“, erklärte Kohlenberg.
Wie der Landesbauernverband mitteilte, erfordert die derzeitige dokumentenbasierte Gleichwertigkeitsprüfung von Tierarztausbildungen aus Drittstaaten laut dem Landwirtschaftsministerium in Hannover die Bewertung einer Vielzahl von Unterlagen. Dazu zählten Prüfungsbescheinigungen, aber auch Lehrpläne, Stundentafeln oder Ähnliches in amtlich beglaubigter Übersetzung. Dadurch dauere die Prüfung häufig sehr lange und bedeute einen großen Arbeitsaufwand für die Berufszulassungsstellen wie der Tierärztekammer.
Maul- und Klauenseuche (MKS): Ausbrüche in der Slowakei und Ungarn weiterhin nicht unter Kontrolle
Alarmstufe Rot für Tiergesundheit: Die Maul- und Klauenseuche (MKS) breitet sich weiter in Europas Nachbarländern aus – nun wurden zwei neue Verdachtsfälle in Ungarn gemeldet. Die österreichische Tierärztekammer warnt vor einer dramatischen Bedrohung für heimische Tierbestände und fordert sofortige, konsequente Maßnahmen, um eine Einschleppung zu verhindern.
Mit großer Besorgnis beobachten wir die jüngste Entwicklung der Maul – und Klauenseuche (MKS) in unseren Nachbarländern. Aktuellen Berichten zufolge gibt es erneut zwei Verdachtsfälle in Ungarn, die derzeit untersucht werden. Diese Meldungen verdeutlichen einmal mehr, wie schwierig es ist, die Ausbreitung der Seuche unter Kontrolle zu bringen“, kommentiert ÖTK-Präsident Mag. Kurt Frühwirth die aktuelle Lage. Besonders besorgniserregend sei die betriebliche Dimension der aktuellen Situation, ein dänischer Agrarkonzern betreibt in der Slowakei eine Anlage mit 3.500 Rindern. Die Tilgung des Virus und dessen vollständige Eliminierung ist daher eine enorme logistische sowie technische Herausforderung. „Die geografische Nähe zu Österreich verschärft das Risiko zusätzlich und macht die Lage noch alarmierender“, so Frühwirth. Es sei mittlerweile klar, dass die Seuche in den betroffenen Regionen nur schwer eingedämmt werden kann. Trotz bereits getroffener Maßnahmen laufen die Tilgungsmaßnahmen schleppend.
Situation erfordert entschlossenes Handeln
„Das ist eine dramatische Gefahr für unsere Tierbestände, vor allem aufgrund der extremen Ansteckungsfähigkeit des Virus. Wir fordern daher sofortige und konsequente Maßnahmen, um eine weitere Verbreitung zu verhindern. Die Situation erfordert entschlossenes Handeln!“, betont Frühwirth. In Österreich wurden bereits alle verfügbaren veterinärbehördlichen Maßnahmen umgesetzt. „Dennoch stellt sich angesichts der aktuellen Entwicklungen die Frage: Reichen diese Maßnahmen aus, um einen Ausbruch zu verhindern? Die Einfuhr von Tieren und Fleischprodukten wurde bereits gestoppt. Wir fordern darüber hinaus jedoch noch strengere Einreisekontrollen, insbesondere im Personenverkehr. Mobile Grenzkontrollen sollten durch stationäre Kontrollpunkte direkt an der Grenze ersetzt werden. Aber auch der Transit von Tiertransporten muss dringend gestoppt werden, um das Risiko einer Einschleppung zu eliminieren“, zeigt sich Frühwirth überzeugt.
Verbringung von Lebensmittel muss unterbunden werden
Ein weiteres Problem stelle die potenzielle Einschleppung des Virus durch Reisende und Arbeitskräfte aus den betroffenen Regionen dar. Besonders gefährlich sei das Mitbringen von rohen Fleischprodukten, die das Virus enthalten könnten. Die Verbringung von tierischen, potenziell kontaminierten Lebensmitteln müsse strikt unterbunden und streng kontrolliert werden, um eine Einschleppung nach Österreich zu verhindern. Dies müsse man durch öffentlichkeitswirksame Kampagnen auch der Bevölkerung bewusst machen. Darüber hinaus sei internationale Unterstützung vor Ort dringend erforderlich, um den Seuchenherd schnellstmöglich zu eliminieren. „Ohne koordinierte, internationale Hilfe wird es kaum möglich sein, die Situation effektiv unter Kontrolle zu bringen. Nur durch schnelles, entschlossenes Handeln auf nationaler und internationaler Ebene kann eine weitere Verbreitung der Maul- und Klauenseuche verhindert und die Sicherheit der landwirtschaftlichen Tierbestände gesichert werden“, sagt Frühwirth abschließend.
