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von der AVA und aus der Branche
Forschungsteam gelingt Durchbruch bei der umweltfreundlichen Bekämpfung Schädlinge
Durchbruch bei der Bekämpfung invasiver Schädlinge: Ein internationales Forschungsteam unter der Leitung der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) und des gemeinsamen Zentrums für Nukleartechniken in Ernährung und Landwirtschaft der FAO und der IAEA in Seibersdorf (Österreich) hat ein langjähriges Rätsel der Insektenbiotechnologie gelöst.
Erstmals konnte das Gen identifiziert werden, das dafür sorgt, dass die Weibchen der Mittelmeerfruchtfliege (Ceratitis capitata) sich nach einer Hitzebehandlung nicht weiterentwickeln.
Die Entdeckung des Gens, das hinter dem temperaturabhängigen Letalitäts-Phänomen (tsl) steht, ist ein entscheidender Schritt für die Weiterentwicklung der Sterilen Insektentechnik (SIT), einer umweltfreundlichen Methode zur Schädlingsbekämpfung.
Die Sterile Insektentechnik ist über ein Jahrhundert alt: Bereits 1916 wurden Insekten erstmals durch Röntgenstrahlen sterilisiert. In den 1950er-Jahren wurde SIT erfolgreich zur Bekämpfung des Neuwelt-Schraubenwurms in den USA eingesetzt.
Seither hat sich SIT weltweit als zielgerichtete Methode zur Unterdrückung invasiver Insektenpopulationen in Landwirtschaft, Tierhaltung und Gesundheit etabliert.
Die Effizienz und Wirtschaftlichkeit der Methode hängen jedoch maßgeblich davon ab, männliche und weibliche Tiere zuverlässig zu trennen, da nur sterile Männchen freigesetzt werden.
Ein Durchbruch gelang Ende der 1980er-Jahre im Insect Pest Control Laboratory in Seibersdorf mit der Entdeckung der tsl-Mutation und der anschließenden Entwicklung eines genetischen Verfahrens zur Geschlechtsseparation bei Ceratitis capitata.
Weibliche Nachkommen sterben dabei im Embryonalstadium nach kurzer Hitzeeinwirkung. Dies ermöglichte die massenhafte Zucht männlicher Fliegen.
Das zugrunde liegende Gen blieb jedoch über drei Jahrzehnte unbekannt, was eine Übertragung des Verfahrens auf andere Arten behinderte.
Nach jahrelanger molekularbiologischer Forschung ist nun der Durchbruch gelungen: Das Forschungsteam identifizierte eine Punktmutation im Gen der Lysyl-tRNA-Synthetase (LysRS), das in Insektenarten hoch konserviert ist.
Mithilfe von Genom-Editierung wurde diese Mutation in Wildtyp-Linien eingeführt – mit demselben Ergebnis: Nach kurzer Hitzeeinwirkung entwickeln sich ausschließlich Männchen.
Damit ist erstmals die genetische Grundlage der temperaturabhängigen Letalität eindeutig beschrieben und kann auf andere Schädlinge mit Bedeutung für Landwirtschaft und Gesundheit übertragen werden.
Kostas Bourtzis, Molekularbiologe in der Insect Pest Control Sektion des FAO/IAEA-Zentrums und Mitautor der Studie, erklärt: „Diese Entdeckung ist ein echter Meilenstein. Nach über 35 Jahren Forschung verfügen wir nun über ein präzises molekulares Werkzeug für temperaturabhängige Letalität. Dies eröffnet neue Möglichkeiten, genetische Geschlechtsseparation bei zahlreichen Insektenarten mit landwirtschaftlicher, veterinärmedizinischer oder medizinischer Relevanz zu etablieren – ein wichtiger Fortschritt für weltweite SIT-Programme.“
Marc F. Schetelig, Professor für Insektenbiotechnologie im Pflanzenschutz an der JLU, Co-Lead des neu gegründeten „Liebig Centre for Agroecology and Climate Impact Research“ und Mitautor der Studie, ergänzt: „Mit der Identifizierung des tsl-Gens schließen wir eine zentrale Wissenslücke, die lange eine Ausweitung der genetischen Geschlechtsseparation über die Mittelmeerfruchtfliege hinaus verhindert hat. Dies ebnet den Weg für hochspezifische und nachhaltige Strategien zur Insektenbekämpfung – ganz ohne chemische Insektizide.“
Die Studie verdeutlicht die enge strategische Partnerschaft zwischen der JLU und dem gemeinsamen FAO/IAEA-Zentrum. Mit der Benennung des „Liebig Centre for Agroecology and Climate Impact Research“ als offizielles Kooperationszentrum der IAEA wird diese Zusammenarbeit weiter gestärkt – mit dem Ziel, gemeinsam biotechnologische Werkzeuge für eine nachhaltige Schädlingsbekämpfung weltweit zu entwickeln.
Tierhaltungskennzeichnungsgesetz: Fristverschiebung reicht nicht
Das Agrar- und Ernährungsforum Nord-West (AEF) hat Zweifel am Willen der Bundesregierung, das Tierhaltungskennzeichnungsgesetz (THKG) grundlegend zu überarbeiten. Der AEF-Vorsitzende Sven Guericke erinnerte am Mittwoch (23.7.) an eine entsprechende Zusage von Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer.
Es reiche nicht, den Bundesländern lediglich mehr Zeit für die Umsetzung der im Gesetz enthaltenen Ausführungen gewährten, so Guericke. Seiner Auffassung nach widerspräche das sowohl den Interessen des Verbrauchers als auch der beteiligten Wirtschaftspartner. Um eine ehrliche Weiterentwicklung der Nutztierhaltung voranzutreiben, müsse den Landwirten ein praxisnaher Weg für die Investitionen in tierwohlgerechte Ställe ermöglicht werden.
Das Bundeslandwirtschaftsministerium hatte am Dienstag (22.7.) mitgeteilt, dass die von Bundestag und Bundesrat beschlossene Änderung des Tierhaltungskennzeichnungsgesetzes am Mittwoch in Kraft tritt. Damit bekämen die Länder mehr Zeit zur Umsetzung, „damit die verpflichtende Tierhaltungskennzeichnung vom ersten Tag an einwandfrei funktioniert.“ Auch den Lebensmittelunternehmern werde mehr Spielraum gegeben, die neue Kennzeichnung in der Praxis umzusetzen.
Tatsächlich sieht die Gesetzesänderung lediglich vor, die Frist zur Umsetzung der Vorgaben vom 1. August 2025 auf den 1. März 2026 zu verlängern. Sowohl der Bundestag als auch der Bundesrat haben in eigens gefassten Entschließungen die Notwendigkeit bekräftigt, die staatliche Tierhaltungskennzeichnung praxisgerecht auszugestalten. Die Länderkammer bezeichnet die Fristverlängerung ausdrücklich als ersten Schritt, dem weitere folgen müssten. Bestehende Lücken und Schwachstellen werden aufgelistet.
Auch der Bundestag nennt eine Reihe von Defiziten. Gleichzeitig betonen die Koalitionsfraktionen, auf deren Initiative die Entschließung zurückgeht, ihren Willen, den Geltungsbereich des Tierhaltungskennzeichnungsgesetzes bis zur Mitte der laufenden Legislaturperiode ausweiten. Geplant ist eine Einbeziehung der weiteren Tierarten, des gesamten Lebenszyklus der Tiere, ferner von verarbeiteten Produkten sowie der Außerhausverpflegung. Entschließungen sind eine politische Willensbekundung. Rechtlich bindend sind sie nicht.
GMO-Reform: Hanfanbau soll gefördert werden
Im Zuge der Reform der Gemeinsamen Marktorganisation (GMO) möchte die EU-Kommission auch die Bedingungen für den Anbau von Nutzhanf verbessern. In dem am Mittwoch (16.7.) vorgelegten Verordnungsentwurf finden sich entsprechende Änderungsvorschläge.
Bislang schränkten Unstimmigkeiten zwischen Vorschriften in den Mitgliedstaaten die volle Nutzung des wirtschaftlichen Potenzials des Nutzhanfanbaus „insbesondere in Bezug auf die Blüten“ ein, heißt es in dem Dokument. Landwirte hätten oft Probleme, Beihilfen aus der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) zu erhalten oder die Hanfprodukte zu vermarkten.
Um den Hanfanbau zu fördern, möchte die Brüsseler Behörde daher künftig sämtliche Teile der Pflanze im Anhang der GMO als landwirtschaftliches Produkt klassifizieren und dadurch Rechtssicherheit für die Landwirte schaffen.
Die Kommission betont, dass auch mit der neuen Rechtsvorschrift der Schutz der öffentlichen Gesundheit durch eine strenge Zertifizierung des Saatgutes und einen Grenzwert von 0,3% für das berauschende Tetrahydrocannabinol (THC) aufrechterhalten wird.
EU-Schlachtschweinemarkt steckt weiter in der Flaute
Die Schlachtschweinemärkte in Europa zeigen sich aktuell weitgehend unverändert. Angebot und Nachfrage sind meist auf niedrigem Niveau ausgeglichen, die Preise konstant. Nur in Spanien ist der Preis wegen des schwächelnden Drittstaatenexportes unter Druck geraten.
Die Folge sind spanische Dumpingangebote auf dem Binnenmarkt. In Italien setzte sich die Bergfahrt der Schweinepreise fort.
In Deutschland legte die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) ihren Leitpreis am Mittwoch (23.7.) abermals bei 1,95 Euro/kg Schlachtgewicht (SG) fest. Die Agrarmarkt Informations-GmbH (AMI) berichtete von einem unverändert kleinen, teilweise sogar leicht rückläufigen Angebot an Schlachtschweinen. Dieses reiche aber zur Deckung der Nachfrage aus. Diese sei ruhig, auch weil die Zerlegebetriebe ihre Aktivitäten in der jetzigen Urlaubszeit um bis zu 20% reduziert hätten. Erschwert werde der Handel mit heimischer Ware durch sehr preisgünstige Importe.
Das bestätigte der österreichische Verband landwirtschaftlicher Veredelungsproduzenten (VLV). Weil der europäische Drittstaatenexport wegen deutlich günstigerer Angebote beispielsweise aus Kanada und Brasilien signifikant schwächle, suche unter anderem Dumpingware aus Spanien am Binnenmarkt nach Abnehmern. Den österreichischen Schlachtschweinemarkt wertete die VLV als ausgeglichen.
Trotz unterdurchschnittlicher und rückläufiger Schlachtzahlen und -gewichte sei die Versorgung der Fleischwirtschaft ausreichend gewährleistet. Die Auslagerung von Gefrierfleisch und billige EU-Ware überkompensierten das schwächelnde heimische Schlachtangebot. Vor diesem Hintergrund sei die Notierung erneut bei unverändert 1,92 Euro/kg SG fixiert worden.
Viele Kunden sind im Urlaub
Die belgische Danis-Gruppe zahlt in der 30. Kalenderwoche konstant 1,340 Euro/kg LG. Danish Crown (DC) beließ den Auszahlungspreis für die 31. Kalenderwoche bei umgerechnet 1,80 Euro/kg SG und damit ebenfalls auf dem Niveau der Vorwoche. Viele Kunden seien im Urlaub, so der Kommentar von DC. Dennoch sei der Markt „ziemlich stabil“ und habe ein „gutes Gesamtgleichgewicht“.
Entlang des Mittelmeeres kam etwas Bewegung in die Preise. Am Marché du Porc Français wurde die Notierung am Donnerstag geringfügig auf 1,892 Euro/kg SG zurückgenommen, im Vergleich zu 1,896 Euro/kg SG in der Vorwoche. In Spanien fiel der Preisdruck stärker aus. So ging die Notierung an der Agrarbörse von Segovia am Donnerstag um 2 Cent auf 1,78 Euro/kg LG nach unten. In Italien kletterten die Preise dagegen weiter aufwärts.
Für frei vermarktete Schlachtschweine mit einem Gewicht von 144 bis 152 Kilogramm einigte man sich am Donnerstag auf 1,796 Euro/kg LG, nach 1,755 Euro/kg LG in der Vorwoche. Vertragsschweine derselben Kategorie verteuerten sich um 4,2 Cent auf 1,932 Euro/kg LG.
EU-Durchschnittspreis nochmals niedriger
Auf europäischer Ebene fiel der Durchschnittspreis weiter. In der Woche zum 20. Juli wurden Schlachtschweine der Handelsklasse E im Mittel der meldenden Mitgliedstaaten nach Angaben der EU-Kommission für 203,56 Euro/100 kg SG gehandelt; das waren 0,8% weniger als in der Woche zuvor. Das Vorjahresniveau wurde um 5,1% verfehlt.
Der mit 5,3% größte Preisabschlag wurde aus Estland gemeldet. In Dänemark ging der Preis um 3,9%, in Belgien um 3,3% und in den Niederlanden um 2,1% zurück. Für Deutschland und Spanien verzeichnet die EU-Kommission Preisrückgänge von jeweils 0,2%. In Österreich entwickelt sich die Notierung nahezu seitwärts, während sie in Ungarn um 1,5%, in Polen um 1,2% und in Frankreich um 0,5% zulegte.
Preise am EU-Schlachtrindermarkt treten auf der Stelle
Die durchschnittlichen Schlachtrinderpreise in der Europäischen Union haben zuletzt wenig Dynamik gezeigt. In der Woche zum 20. Juli erzielten Jungbullen der Handelsklasse R3 nach Angaben der EU-Kommission im gewogenen Mittel der meldenden Mitgliedstaaten 678,67 Euro/100 kg Schlachtgewicht (SG) und damit 0,2% weniger als in der Woche zuvor.
Italien verzeichnete einen deutlich überdurchschnittlichen Anstieg der Notierung um 3,9%, in Irland kam es zu einem Aufschlag von 0,8%. Belgische Bullenhalter mussten sich mit einem Plus von 0,1% zufriedengeben. Leicht rückläufig waren die Preise dagegen in Spanien, wo es zu einem Abschlag von 0,1% kam.
Die deutschen und französischen Mäster mussten einen Preisrückgang von jeweils 0,2% akzeptieren, ihre dänischen Kollegen von 0,3%. In Polen gab die Notierung um 0,6% nach, in Österreich um 0,9%.
Die EU-Notierung für Schlachtkühe kam kaum vom Fleck. Für Tiere der Handelsklasse O3 wurden der Kommission zufolge durchschnittlich 616,12 Euro/100 kg SG gezahlt, das waren 9 Cent mehr als zuvor. Aus Irland wurde ein Kursanstieg um 2,9% gemeldet, aus Österreich ein Plus von 1,4%. In Spanien und Dänemark verteuerten sich O3-Kühe um 0,8% und 0,6%. Italien meldete einen Kursanstieg um 0,1%. Die Notierung in Deutschland gab um 0,1% nach, während es in Frankreich zu einem Abschlag von 0,3% kam. In Polen und Belgien gaben die Preise um 0,5% beziehungsweise 1,4% nach.
Schlachtfärsen wurden in der EU etwas teurer gehandelt. Tiere der Handelsklasse R3 erlösten laut Kommission im Mittel 683,36 Euro/100 kg SG; das war 0,2% mehr als in der Woche zuvor. Preisanstiege in Höhe von 1,2% und 0,8% wurden für Irland und Dänemark dokumentiert. In Belgien lag die Bezahlung 0,6% über dem Vorwochenniveau. Die Notierungen in Spanien und Frankreich stiegen um jeweils 0,5%. In Österreich betrug der Aufschlag 0,3%. In Deutschland dagegen gab die Notierung um 0,2% nach, in Polen um 0,4%. Ein Abschlag von 1,5% war in Italien zu akzeptieren.
Deutscher Wissenschaftsrat empfiehlt stetig steigende Mehrwertsteuer auf Fleisch & Milch
Fleisch und Fleischprodukte geraten zunehmend in Verruf: Klima- und gesundheitsschädigend sollen diese Lebensmittel sein – durch die Massentierhaltung zur Produktion von Billigfleisch entsteht außerdem viel Tierleid. Doch der Pro-Kopf-Verzehr in Deutschland nimmt derzeit leicht zu, statt zurückzugehen. Sogenannte Fleisch- und Milchalternativen sollen es nun richten: Laborfleisch, Sojaschnitzel, Hafermilch und Co. sind als zukünftiger Ersatz für Tierprodukte fest eingeplant.
Alternativen stärker fördern – für Umwelt und Gesundheit
Das Statistische Bundesamt (Destatis) liefert die Zahlen zum Fleisch- und Fleischersatzkonsum: Im vergangenen Jahr fanden deutlich mehr vegane und vegetarische Produkte ihren Weg über den Markt zum Kunden. Gleichzeitig konsumieren die Deutschen aber auch etwas mehr Fleisch als zuvor. Der wissenschaftliche Beirat für Agrarpolitik, Ernährung und gesundheitlichen Verbraucherschutz (WBAE) gibt deshalb nun eine neue Empfehlung heraus, Alternativen stärker zu fördern, für eine gesündere und nachhaltigere Ernährung. Dadurch sollen die CO2-Emissionen der Lebensmittelindustrie ebenso zurückgehen wie die Darmkrebs- und Diabetes-Erkrankungen.
Bislang noch 19 % Mwst. auf Ersatzprodukte
Achim Spiller als Vorsitzender des Beirats erklärt, dass Alternativprodukte »weitere Wahlmöglichkeiten schaffen«. Sie ließen sich einfach in die Ernährung integrieren, da sie sehr ähnlich wie tierische Produkte verwendet werden. Als Agrarforscher der Universität Göttingen bezeichnet er diesen Schritt als »essenziell« für die Lösung der Umwelt-, Klima- und Tierhaltungsprobleme. Aktuell unterliegen Fleisch und Milch dem reduzierten Mehrwertsteuersatz von 7 Prozent, während auf die pflanzlichen Alternativen 19 Prozent steuer anfallen. Die Wissenschaftler bezeichnen dies als »strukturelles Hemmnis für die Wettbewerbsfähigkeit«. … .
Schweineduschen – Wellness bei zu viel Hitze!
„Tierwohl steht für uns an oberster Stelle“, sagt Landwirt Lars Wichmann aus Reinfeld bei Hamburg. „Schweine lieben es, sich bei Hitze abzukühlen. Deshalb haben wir in unserem Stall Schweineduschen installiert, die die Schweine selbst betätigen können.“
Lars Wichmann bewirtschaftet gemeinsam mit seiner Frau Lena den „Travenhof“, einen Familienbetrieb in dritter Generation. Auf dem konventionell geführten Bauernhof gibt es neben der Schweinemast auch Legehennen, Ackerbau und einen Hofladen. Das Schweinefleisch wird sowohl im Hofladen direkt verkauft als auch über den Lebensmitteleinzelhandel.
Im Stall von Lars Wichmann können sich die Schweine bei den derzeit hochsommerlichen Temperaturen so oft sie wollen unter die Duschen stellen. Und davon wird rege Gebrauch gemacht, berichtet der Landwirt schmunzelnd. Die Schweine haben so spielerisch die Möglichkeit, ihre Körpertemperatur zu regulieren und gleichzeitig Körperpflege zu betreiben… .
Foodwatch klagt wegen Kontrollberichts zu Bundesagrarminister Rainers Metzgerei
Vor seinem Antritt als Bundesernährungsminister führte Alois Rainer eine Metzgerei in Niederbayern - die Verbraucherorganisation Foodwatch klagt nun auf die Veröffentlichung von Kontrollberichten aus dem mittlerweile geschlossenen Betrieb des CSU-Politikers.
Dem Bayerischen Verwaltungsgericht Regensburg liegt die Klage vor, wie es auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur bestätigte. Das zuständige Landratsamt Straubing-Bogen hatte zuvor einen Antrag von Foodwatch auf Herausgabe der Kontrollberichte «aus rechtlichen Gründen» abgelehnt.
Wie das Landratsamt mitteilte, wurde Rainers Betrieb am 27. Mai dieses Jahres kontrolliert - mit kleineren Beanstandungen. Am selben Tag wurde der Betrieb abgemeldet, wie das Ministerium auf Nachfrage bestätigte.
Wenige Tage zuvor hatte Foodwatch eigenen Aussagen zufolge beim Landratsamt auf Grundlage des Verbraucherinformationsgesetz (VIG) die Kontrollergebnisse der letzten fünf Jahre zur Metzgerei von Rainer angefragt. Zuvor hatte der «Spiegel» berichtet.
Ministerium: Keinerlei Zusammenhang mit Kontrolle
Rainer habe die Entscheidung zur Aufgabe des Metzgerei-Betriebs bereits vor der Ernennung zum Bundesminister getroffen, sagte ein Sprecher des Ministeriums auf Anfrage der dpa. «Es gab in der Metzgerei - wie in vielen Metzgereien - erhebliche, auch krankheitsbedingte, personelle Engpässe bzw. ein Fachkräfteproblem.
Es zeichnete sich zudem ab, dass der Sohn von Herrn Rainer den Metzgerei-Betrieb nicht weiterführen würde». Zudem dürften Mitglieder der Bundesregierung neben ihrem Amt kein Gewerbe und keinen Beruf ausüben, sagte der Sprecher.
Es bestehe keinerlei Zusammenhang zwischen der Kontrolle und der Entscheidung zur Aufgabe des Metzgerei-Betriebs. Der Minister habe laut Sprecher zu keinem Zeitpunkt Kenntnis von anstehenden Kontrollen gehabt, dies gelte auch für die genannte Überprüfung Ende Mai.
Auf Anfrage der dpa hieß es vom zuständigen Landratsamt, die Kontrolle sei eine planmäßige jährliche Routinekontrolle gemäß Risikobeurteilung gewesen. Ein Zusammenhang mit den Anfragen der Verbraucherschützer habe nicht bestanden. «Auch in den Vorjahren wurde diese Metzgerei fast immer in den ersten beiden Quartalen kontrolliert.»
Verbraucherschützer fordern Offenlegung
Foodwatch-Geschäftsführer Chris Methmann sieht dagegen Aufklärungsbedarf: «Kaum fragt foodwatch an, macht Minister Rainer seine Metzgerei dicht und verhindert so die Herausgabe der Kontrollberichte - das wirft Fragen auf.» Bürgerinnen und Bürger hätten das Recht zu erfahren, wie es um die Hygiene in Lebensmittelbetrieben bestellt ist - erst recht, wenn es um den Betrieb des Ministers gehe, der für Lebensmittelsicherheit in Deutschland zuständig ist, betonte Foodwatch in einer Pressemitteilung.
Auf Anfrage heißt es vom Ministerium dazu: Ein berechtigtes öffentliches Informationsinteresse sei nicht erkennbar, zumal es bei einzelnen - nicht allen - Kontrollen nur kleinere Beanstandungen oder wegen Geringfügigkeit nur einen mündlichen Hinweis gegeben habe.
Das Landratsamt teilte dazu mit: Der Zweck des Verbraucherinformationsgesetzes, auf das sich die Verbraucherschützer beziehen, könne bei einem Betrieb, der nicht mehr existiert, nicht mehr erreicht werden. «Da sich die Sach- und Rechtslage seit der behördlichen Entscheidung nicht geändert hat, wird eine Offenlegung der Kontrollberichte nicht erfolgen».
Bio-Branche hat es schwer
Der heimische Biolandbau steht aus Sicht des Öko-Pioniers Ludolf von Maltzan bei der Vermarktung von Lebensmitteln unter Druck.
«Die Biobranche hat es schwer», sagte der Betreiber des Ökodorfs Brodowin nordöstlich von Berlin am Vormittag anlässlich eines Besuchs von Bundesagrarminister Alois Rainer (CSU). So manche «Bio-Pioniere» beobachteten, wie sich Märkte und das Verbraucherverhalten veränderten. «Die Menge hat insgesamt abgenommen im Biobereich (...)», sagte von Maltzan, der sich als «überzeugten Öko» bezeichnet.
Die Biofachgeschäfte überall im Land und in Berlin hätten es richtig schwer, weil immer mehr Leute Bio-Lebensmittel beim Discounter kauften. «Das sind Riesen-Anpassungsprozesse, mit denen wir gerade beschäftigt sind.» Zudem belasten Kostensteigerungen den Betrieb, wie der Bio-Landwirt sagte. Er nannte gestiegene Energiepreise und Lohnkosten. «Aber der Preis für Milch im Laden ist geblieben. Da entwickeln sich Engpässe für die Branche draus», sagte von Maltzan.
Der Ökohof in Brodowin, der unter anderem Gemüse produziert, hat vor einiger Zeit die Haltung von Milchkühen aufgegeben, betreibt aber seine Molkerei weiter. Angesichts der «unfassbaren Frühjahrstrockenheit» gebe es Probleme, Futter zu produzieren. «Deswegen konnten wir so nicht weiter machen», sagte von Maltzan zur Abschaffung der Milchkühe.
Rukwied: „Ohne starkes Agrarbudget keine Versorgungssicherheit“
DBV-Präsidium verabschiedet 7 Kernforderungen zur GAP und zum EU-Haushalt 2028-2034
Anlässlich des Deutschen Bauerntages 2025 in Berlin hat das Präsidium des Deutschen Bauernverbandes (DBV) eine Erklärung mit sieben Kernforderungen zum Mehrjährigen Finanzrahmen (MFR) 2028-2034 und zur Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) ab 2028 verabschiedet. Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied, betont dazu: „Die europäische Landwirtschaft braucht Planungssicherheit und faire Rahmenbedingungen. Wenn die EU ihre Versorgungssouveränität sowie die Stabilität ländlicher Räume sichern will, führt kein Weg an einem deutlich aufgestockten EU-Agrarbudget vorbei. Wir fordern ein MFR-Budget, das deutlich über dem heutigen Anteil des Bruttonationaleinkommens liegt und damit deutlich erhöhte und zweckgebundene Mittel für die GAP bereitgestellt werden.“
Aus Sicht des DBV-Präsidiums muss der nächste EU-Haushalt sowohl die GAP als auch die Kohäsionspolitik mit einer deutlich aufgestockten Mittelausstattung und einer eigenständigen Fondsstruktur umsetzen. Beide Bereiche tragen in Europa maßgeblich zur Versorgungs-souveränität, zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit, zur nachhaltigen Entwicklung und zum gesellschaftlichen Zusammenhalt bei. Eine Zentralisierung durch sogenannte „Single Plans“ ist mit den Zielen der EU nicht vereinbar.
Im Juli 2025 wird die EU-Kommission erste Vorschläge für eine Neuausrichtung des Mehrjährigen Finanzrahmens und die Weiterentwicklung der GAP ab 2028 vorlegen. Der DBV bringt sich mit sieben klaren politischen Forderungen in die Debatte ein – für eine GAP, die wirtschaftliche Stabilität, nachhaltige Entwicklung und gesellschaftlichen Zusammenhalt gleichermaßen fördert.
Eigenständiges Agrarbudget im MFR 2028-2034 deutlich erhöhen und absichern
Der DBV fordert ein MFR-Budget, das deutlich über dem heutigen Anteil des Bruttonationaleinkommens liegt und lehnt Vorschläge für eine Zentralisierung durch sogenannte „Single Plans“ entschieden ab. Diese würden die Einheit der GAP massiv gefährden.
Ländliche Räume und Landwirtschaft als Einheit stärken
Die ländliche Entwicklung muss als integraler Teil der GAP finanziell gestärkt und als EU-Politik für ländliche Räume besser mit der Kohäsionspolitik verzahnt werden.
GAP als gemeinsamen EU-Politikbereich fest verankern und stärken
Die GAP muss als zentraler gemeinsamer Politikbereich aller Mitgliedstaaten erhalten bleiben und für Investitionssicherheit und Stabilität langfristig verlässlich ausgestaltet werden.
Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit in der GAP in den Mittelpunkt rücken
Die GAP soll zur Versorgungssouveränität beitragen, landwirtschaftliche Vielfalt und Krisenfestigkeit stärken und Wettbewerbsnachteile aus EU-Vorgaben gezielt ausgleichen.
Einkommenswirksamkeit aller GAP-Instrumente stärken
Alle GAP-Instrumente – insbesondere die Direktzahlungen der 1. Säule – müssen gezielt zur Einkommenssicherung beitragen und an wirtschaftlichen Realitäten ausgerichtet werden.
GAP vereinfachen – Bürokratie abbauen – „Grüne Architektur“ praxistauglich gestalten
Der DBV fordert einen grundlegenden Bürokratieabbau, die Überarbeitung der Konditionalität und die vollständige Streichung der sozialen Konditionalität aus dem EU-Recht.
Freiwillige, wirtschaftlich tragfähige und kooperative Agrarumweltmaßnahmen sichern
Agrarumweltmaßnahmen müssen produktionsintegriert, wirtschaftlich attraktiv und kooperativ umsetzbar bleiben – auch in Gunstregionen und auf Basis regionaler Programme.
Die vollständige Erklärung ist HIER abrufbar.
