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NEWS
von der AVA und aus der Branche
Tollwut-Alarm bei Wladimir Putin : Tierärzte warnen Kremlchef vor tödlichen Krankheiten
Russische Tierärzte schlagen Alarm – sie befürchten einen deutlichen Anstieg von Tollwut und anderen gefährlichen Infektionskrankheiten, der indirekt mit dem Krieg zusammenhängt.
Wie der britische "Daily Star" berichtet, wurde dazu ein Schreiben derNationalen Veterinärkammer Russlands in der kremlnahen Zeitung "Iswestija" veröffentlicht. Die Mediziner äußern darin ihre Sorge, dass in vielen Tierkliniken zunehmend Impfstoffe für Haustiere fehlen. Pharmaunternehmen seien ins Ausland abgewandert, nachdem Putin seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine begonnen hatte – das führe nun zu Versorgungsengpässen. Vor diesem Hintergrund befürchten die Tierärzte einen "starken Anstieg von Infektionskrankheiten", von denen einige "auf den Menschen übertragbar" seien. Dazu gehöre auch die fast immer tödlich verlaufende Tollwut. Laut "Apotheken Umschau" kann Tollwut beim Menschen unter anderem Symptome wie Fieber, Übelkeit, Ängstlichkeit, Halluzinationen, sowie Atem- und Schluckbeschwerden und Herzrhythmusstörungen verursachen.... .
Vernachlässigte Ziegen ohne ausreichend Nahrung – einige bereits tot
Im Landkreis Freudenstadt sollen mindestens 20 Ziegen gehalten werden, die kaum Nahrung erhalten. Wie PETA berichtet, sind die Tiere sogar Glasscherben ausgesetzt und teilweise angebunden. Mehrere Ziegen sollen bereits verendet sein.
Bereits im Jahr 2024 ging bei PETA Deutschland eine Whistleblower-Meldung über vernachlässigte Ziegen im Landkreis Freudenstadt. Besorgte Anwohner meldeten die Missstände beim zuständigen Veterinäramt – ein Jahr später gingen bei der Tierrechtsorganisation weitere Meldungen ein, dass sich vor Ort nichts geändert habe.
Schockierende Fotos
„Immer wieder erreichen uns Horror-Meldungen zu toten und vernachlässigten Tieren – und die Zustände halten teils seit vielen Monaten oder sogar Jahren an“, so Lisa Kainz, Agrarwissenschaftlerin und Fachreferentin bei PETA Deutschland.
Wie es in einer Pressemitteilung weiter heißt, gingen Anfang Juni 2025 bei PETA weitere Meldungen ein, dass eine Privatperson an mehreren Standorten weiterhin Ziegen halten würde, die immer noch vernachlässigt würden. Am gemeldeten Standort leben mindestens 20 Tiere.
- Diese sollen kaum Nahrung oder medizinische Versorgung erhalten.
- Laut Meldung sind sie Glasscherben und anderem Unrat ausgesetzt – teilweise angebunden.
- Auf den zugesandten Bildern sind drei bereits tote Tiere zu sehen.
PETA-Meldung an zuständige Behörden und Strafanzeige… .
Mastitis: Den Ursachen auf der Spur - Was Tierärzte über konventionelles und automatisches Melken unbedingt wissen sollten
Zum AVA-Seminar für Tierärztinnen und Tierärzte am 02. Juli 2025 in Steinfurt (Münsterland)

Im AVA-Workshop werden Sie "um" das Mastitisgeschehen eine Menge erfahren, wovon Sie bisher kaum etwas wussten. Unser Referent, Dr. Hömberg, wird Ihnen zum Mastitisumfeld sicher "die Augen öffen".
Als Ursache erhöhter Zellzahlen und geringer Milchleistung wird meist mangelhaftes Melken angenommen. Und tatsächlich bestehen seitens der Melktechnik noch immer zahlreiche Defizite, die neben ungenügender Stallhygiene und nicht bedarfsgerechter Nährstoffversorgung wesentlich zu (oft anhaltend) schlechter Eutergesundheit und enttäuschender Milchleistung beitragen.
Das gilt nicht nur für konventionelle Melkanlagen, sondern auch für die vermeintlich fortschrittlichen Melkroboter. Letztere beeindrucken zwar durch diverse technisch hoch entwickelte Komponenten, wie z.B. Ansetzautomaten und diverse Sensoren. Dennoch weisen alle zurzeit verfügbaren automatischen Melksysteme seitens der unmittelbar auf die Euter einwirkenden (originären) Melktechnik noch immer gravierende Unzulänglichkeiten auf. Diese Mängel der "euternahen Melktechnik" bestehen (ebenso wie in vielen konventionellen Melkanlagen) insbesondere in starken unkontrollierten Schwankungen des in den Zitzengummis direkt auf die Euter einwirkenden Vakuums. Hinzu kommt die fehlende Möglichkeit zum Nachmelken. Ein weiteres Manko der Melktechnik ist in zahlreichen konventionellen und automatischen Melkanlagen eine ungenügende Führung der langen Milchschläuche, die zu schräg sitzenden Melkbechern und Lufteinbrüchen in die Zitzengummis führt.
Die melktechnischen Mängel der verschiedenen Melkanlagen sind zwar höchst unterschiedlich. Ihre Folgen sind hingegen weitgehend einheitlich. Diese bestehen insbesondere in einer verbreitet unvollständigen Euterentleerung sowie der Schädigung des Eutergewebes, insbesondere der Zitzenkuppen und ihrer Infektionsbarrieren. Beides begünstigt neue Euterinfektionen und beeinträchtigt den Behandlungserfolg. Für erfolglose Therapieversuche werden dann oft ungerechtfertigterweise die verwendeten Medikamente und nicht zuletzt die behandelnden Veterinäre verantwortlich gemacht, nicht aber die anhaltenden Mängel, die seitens der Melktechnik und evtl. auch im Bereich der Haltung und Fütterung bestehen.
In diesem Seminar lernen Sie, woran Sie mangelhaftes Melken auch ohne Prüfgeräte und ohne Detailwissen über die verschiedenen Modelle konventioneller bzw. automatischer Melkanlagen erkennen können. Zudem erfahren Sie, welche Lösungsmöglichkeiten jeweils bestehen und wie Sie zur Mangelbeseitigung beitragen können. Im Einzelnen werden im Seminar folgende Themen ausführlich behandelt:
▪ Biologische & technische Grundlagen des Maschinenmelkens
▪ Einfluss des Melkens auf Eutergesundheit, Milchleistung & Milchqualität
▪ Tiergerechte Melktechnik: Anforderungen & verbreitete Mängel
▪ Bedeutung und Beeinflussung der Melkintervalle
▪ Fachgerechte Melkroutine
▪ Hygiene in Melksystemen
▪ Automatische Kontrolle der Milchqualität und Eutergesundheit
Versäumen Sie nicht diese spezielle „Mastitis-Fortbildung“ am 02. Juli in Steinfurt, um auch das Wissen links und rechts der obligatorischen Mastitis-Therapiemaßnahmen zu erlangen, wovon Sie ansonsten nur selten erfahren werden.
Hier erfahren Sie mehr über das interessante AVA-Seminar rund um Mastitiden
Ultrahochverarbeitete Lebensmittel können das Gehirn beeinträchtigen und zu übermäßigem Essen führen
Aber: Nicht alle verarbeiteten Lebensmittel sind problematisch
Eine bahnbrechende internationale Studie mit bildgebenden Verfahren zur Untersuchung des Gehirns von etwa 30.000 Teilnehmern hat alarmierende Zusammenhänge zwischen dem Verzehr von ultraverarbeiteten Lebensmitteln (UPF) und Unterschieden in der Gehirnstruktur aufgedeckt, die den Kreislauf des Überessens anheizen können.
"Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass ein höherer Konsum von ultraverarbeiteten Lebensmitteln mit Unterschieden im Gehirn verbunden ist. Diese Assoziationen könnten mit Verhaltensmustern wie übermäßigem Essen in Verbindung stehen, auch wenn unsere Studie kausale Zusammenhänge nicht bestätigen kann. Die beobachteten Assoziationen lassen sich nicht allein durch Entzündungen oder Fettleibigkeit erklären; für ultrahochverarbeitete Lebensmittel typische Inhalts- und Zusatzstoffe wie Emulgatoren könnten ebenfalls eine Rolle spielen, obwohl dafür weitere Längsschnittuntersuchungen oder experimentelle Nachweise erforderlich sind", erklärt der gemeinsame Erstautor der Studie Arsène Kanyamibwa von der Universität Helsinki.
Zwar sind nicht alle verarbeiteten Lebensmittel per se schädlich - viele, insbesondere pflanzliche verarbeitete Produkte, spielen in unserer Ernährung eine nützliche Rolle -, doch unterstreicht die Studie die dringende Besorgnis über UPF, die chemisch veränderte Zutaten und Zusatzstoffe enthalten.
"Insbesondere verarbeitete Lebensmittel pflanzlichen Ursprungs, wie z. B. Tiefkühlgemüse, können empfohlen werden. Ein weiteres gutes Beispiel für die Vorteile der Verarbeitung ist die Pasteurisierung von Milch. Problematisch sind dagegen Lebensmittel mit einem hohen Anteil an chemisch veränderten Zutaten und Zusatzstoffen, wie z. B. verarbeitete Fleischprodukte.
Kanyamibwa unterstreicht die Bedeutung dieser wachsenden Zahl von Erkenntnissen für die Gestaltung von Strategien im Bereich der öffentlichen Gesundheit und der persönlichen Ernährungsgewohnheiten.
"In Anbetracht der wachsenden Zahl von Belegen können die Reduzierung des Verzehrs extrem verarbeiteter Lebensmittel und die Verschärfung der Regulierungsstandards bei der Lebensmittelherstellung entscheidende Schritte sein, um bessere Ergebnisse für die öffentliche Gesundheit zu erzielen", so Kanyamibwa.
Die Studie, für die die umfangreiche Kohorte der UK Biobank von Personen mittleren Alters aus dem Vereinigten Königreich genutzt wurde, wurde in Zusammenarbeit mit Forschern der Universität Helsinki und des Montréal Neurological Institute der McGill University durchgeführt… .
Automatisches und konventionelles Melken für Tierärztinnen und Tierärzte
Eutergesundheit ist kein Zufall, sondern das Ergebnis systematischer Prävention.
- Der Tierarzt vom Krisenmanager zum Gestalter -
konventionelles und automatisches Melken unbedingt wissen sollten
In diesem speziellen AVA-Seminar werden Sie von einem absoluten Fachmann geschult. Dr. Dirk Hömberg, Münster, ist seit vielen Jahren in der Beratung von Milchviehbetrieben im In- und Ausland bekannt und erfolgreich. In Zusammenarbeit mit den jeweiligen Hoftierärzten berät er Betriebe mit Mastitis(-bestands-)Problemen in Sachen Melkvorgang, Melktechnik und das „Drumherum“ - in den allermeisten Fällen in dieser „Kooperation“ sehr erfolgreich.
Letztlich geht es darum, „tierärztliche Feuerwehreinsätze“ zur Mastitisproblematik durch vorausschauendes Handeln überflüssig zu machen – für gesündere Kühe und nachhaltigere Betriebe. Die Herausforderung der Tierärzte liegt darin, Landwirte davon zu überzeugen, dass Prävention kein Kostenfaktor, sondern eine Investition in die Zukunft ist.
Hier geht es zum Programm → Automatisches und konventionelles Melken
BestVetPferd – Die Kontroll-App für Amtstierärzt*innen geht in die Testphase!
BestVetPferd ist eine neu entwickelte Kontroll-App für Amtstierärzt*innen zur strukturierten, rechtssicheren und zeiteffizienten tierschutzrechtlichen Überprüfung von Pferdehaltungen.
Gemeinsam mit engagierten Mitgliedern des Arbeitskreises Pferd der Tierärztlichen
Vereinigung für Tierschutz e.V. entwickelt, basiert das Tool auf dem Wissensstand des
Beratungstools BestTUPferd und wurde auf die Anforderungen von Amtstierärzt*innen in ihrer
täglichen Arbeit zugeschnitten. Aktuell befindet sich die Anwendung in der Digitalisierung und
startet anschließend mit einer praktischen Testphase.
BestVetPferd- Die Kontroll-App für Tierschutz und Rechtssicherheit in Pferdehaltungen!
Das Tool berücksichtigt alle wesentlichen Aspekte der Kontrolle von Pferdehaltungen, ist
wissenschaftlich fundiert und führt Schritt für Schritt durch den Prozess der Datenerhebung.
Es erleichtert die Dokumentation und Auswertung der Ergebnisse und erstellt rechtssichere
Protokolle mit klaren Handlungsempfehlungen für die Betriebsleitung. Dadurch ist es auch für
fachfremde Amtstierärzt*innen nutzbar.
Zentrale Vorteile von BestVetPferd im Überblick:
• erleichterte Datenerhebung und automatisierte Auswertung
• wissenschaftlich fundierte Bewertung mittels 53 Kontrollindikatoren
• Rechtssicherheit: direkte Zuordnung relevanter Gerichtsurteile und gesetzlicher
Vorgaben (z. B. TierSchG, BMEL-Leitlinien, TVT-Positionspapier)
• automatisch generiertes Protokoll, mit folgenden Inhalten:
o Feststellung und Begründung der Tierschutzrelevanz
o Handlungsempfehlungen
o assoziierte Gerichtsurteile
„Mit BestVetPferd steht nun endlich das strukturierte, evidenzbasierte Instrument zur
Verfügung, das von Amtstierärzt*innen in der Praxis so oft vermisst wurde.“, sagt
Dr. vet. med. Miriam Baumgartner, Mitentwicklerin von BestVetPferd. „BestVetPferd soll dafür
sorgen, dass die Kontrolle von Pferdehaltungen deutlich erleichtert und auf einen einheitlichen
und objektiven Standard angepasst wird. Wir möchten sicherstellen, dass das Tool optimal zur
Praxis passt – und suchen deshalb engagierte Amtstierärzte und Amtstierärztinnen, die uns
mit ihrem Fachwissen bei der Erprobung unterstützen.“
Begleitet wird die Entwicklung und Digitalisierung von BestVetPferd durch die Masterstudentin
Elena Stromer der TU München.
Für mehr Infos können sich interessierte Amtstierärzt*innen direkt bei Frau Stromer über die Mailadresse elena.stromer@tum.de melden.
PRESSEMITTEILUNG der BestTUPferd
Die BestTUPferd GmbH ist ein Startup-Unternehmen, das sich auf die Bereitstellung eines innovativen
Tools für die Beratung pferdehaltender Betriebe und die Schulung von BestTUPferd-Berater*innen
spezialisiert hat. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Optimierung von Tierwohl und ökologischer
Nachhaltigkeit in der Pferdehaltung. Das digitale Beratungstool BestTUPferd überprüft mehr als 300
wissenschaftlich fundierte Indikatoren, ermöglicht eine Potenzialanalyse des Betriebs und gibt gezielte
Handlungsempfehlungen. Mit Fachwissen, modernen Methoden und praxisnahen Ansätzen trägt
BestTUPferd aktiv zur Verbesserung der Pferdehaltung bei.
Pressekontakt: Leonie Krüger, Flämingstraße 4, 15738 Zeuthen, E-Mail: presse@besttupferd.de
Landestierschutzbeauftragte in Hessen: Schweinepest verursacht «echtes» Leid
Die Infektion ist für Schweine fast immer tödlich. In Hessen wurde vor einem Jahr das Virus nachgewiesen.
Die Schweinepest verursacht bei den erkrankten
Tieren nach den Worten von Hessens Tierschutzbeauftragten Madeleine
Martin «echte Schmerzen und Leiden». Nach einem kurzen Krankheitsverlauf von etwa zehn Tagen ende die Infektion meist tödlich, erklärte sie. Das Virus der Afrikanischen Schweinepest sei dabei gegen Umwelteinflüsse sehr resistent und könne über lange Zeit zu weiteren Ansteckungen von Haus- und Wildschweinen führen.
Infizierte Wild- oder Hausschweine entwickeln nach ungefähr vier Tagen hohes Fieber sowie Bewegungs- und Fressunlust. Manche Tiere litten unter Bindehautentzündungen, Durchfall und Erbrechen. «Im
Verlauf der Erkrankung werden die Tier zunehmend teilnahmslos, desorientiert und haben Atemnot», ergänzte Martin. In der letzten Phase könnten etwa Blauverfärbungen der Haut, Krampfanfälle und
Blutungen aus Körperöffnungen auftreten.
Über das Leid und den Stress von Hausschweinen während großangelegter Tötungen in betroffenen Höfen gebe es wenig belastbare Erkenntnisse und keine wissenschaftlichen Arbeiten, erläuterte Martin. «Die
Keulungen erfolgen in Gruppen mit elektrischem Strom.» Allein die Ferkel würden mit Kohlendioxid getötet. «Es kommt zu keinem Blutentzug. Blut hat einen Geruch, der zu Angst führen kann.» Ein Landwirt könne den Stress seiner Tiere lindern, indem er ruhig und gelassen bleibe.
Schweineinfluenza: Dominante Viruslinie in Frankreich seit 2020
H1avN2#E, ein neuer Schweineinfluenza-Stamm, der im Jahr 2020 erstmals auftrat, hat in französischen Betrieben frühere Stämme verdrängt.
Die Hauptstämme des Schweineinfluenza-Virus, die Schweine in Frankreich befallen, blieben über 30 Jahre lang unverändert, bis sich im Jahr 2020 ein neuer Stamm namens H1avN2#E (in der internationalen Nomenklatur als H1N2-Klade 1C.2.4 bezeichnet) innerhalb weniger Monate in den Betrieben ausbreitete. Dieser Stamm, der seinen Ursprung vermutlich in Dänemark hat, trat zunächst in der Bretagne auf und verbreitete sich dann rasch in ganz Frankreich, wobei er die früheren, über Jahrzehnte stabilen Virusvarianten verdrängte.
Wissenschaftler der Anses, insbesondere am Nationalen Referenzlabor für Schweineinfluenza in Ploufragan-Plouzané-Niort, führten eine eingehende Untersuchung von Proben durch, die zwischen Januar 2019 und Dezember 2022 – hauptsächlich im Rahmen des Überwachungsnetzes Résavip – gesammelt wurden. Sie stellten fest, dass sich diese Linie genetisch und antigenisch von ihren Vorgängern unterscheidet, was es dem Virus ermöglicht, eine durch frühere Infektionen oder Impfung erworbene Immunität bei Schweinen zu umgehen… .
Kreis Heinsberg: Schwere Vorwürfe gegen Schweinezüchter und Metzgerei (mit Video)
Der Tierrechtsorganisation Animal Rights Watch erhebt schwere Vorwürfe gegen einen Schweinezuchtbetrieb und einen Metzger.
Schweinezüchter Kurt Heinrichs aus Heinsberg-Karken arbeitet seit fast 13 Jahren mit der Erkelenzer Traditionsmetzgerei Esser zusammen. Züchter und Metzger setzen sich nach eigenen Aussagen seit Jahren für das Label "Tierwohl" ein.
Doch jetzt hat die Tierrechtsorganisation Ariwa brisantes Video- und Bildmaterial aus den Ställen von Kurt Heinrichs veröffentlicht. Zu sehen sind verdreckte Ställe, Tiere, die in Exkrementen stehen, verletzte Schweine und viele tote Ferkel. Offenbar illegal aufgenommen von Sommer 2024 bis März diesen Jahres. Sieben Mal sind dafür Aktivisten in die Stallanlagen in Heinsberg-Karken eingebrochen. Dabei haben sie nach eigenen Angaben 15 gesetzliche Verstöße festgestellt. Insgesamt spricht der Tierrechtsverein von sieben Stunden belastendem Material.
Tierschützer sprechen von "Hölle"
Die Tierschützer bezeichnen den Hof von Kurt Heinrichs als Hölle. "Gülle, die durch den Spaltenboden hochdrückt, Sauen bis kurz vor der Geburt illegal im Kastenstand fixiert, unbehandelte Tiere, so breite Spalten, dass da Ferkel verenden können", zählt Anna Schubert von Animal Rights Watch die Vergehen aus Sicht der Tierschützer auf. Man wisse gar nicht, wo man anfangen und aufhören solle bei der Aufzählung. Ariwa fordert die Schließung des Betriebes in Heinsberg-Karken. Wörtlich heißt es: Dieser Betrieb habe nichts mit Tierwohl zu tun... .
Spurensuche im Erbgut: Was alte DNA über die Geschichte von Seuchen verrät
13. Loeffler Lecture mit Prof. Dr. Johannes Krause – auch Online
Wie kam es zu den verheerenden Seuchenzügen von Pest oder Tuberkulose – und was können wir heute daraus lernen? Der renommierte Paläogenetiker Prof. Dr. Johannes Krause, Direktor am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig, gibt in der 13. Loeffler-Lecture im Alfried Krupp Wissenschaftskolleg am 10. Juni in Greifswald spannende Einblicke in seine Forschung zur Geschichte historischer Krankheitserreger.
Möglich wird diese Forschung durch modernste DNA-Technologien: Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler können heute winzige Spuren von Erreger-DNA aus menschlichen Überresten analysieren – eine Art „molekulare Fossilien“. Auf diese Weise lässt sich nachvollziehen, wie sich Bakterien und Viren über Jahrtausende entwickelt, verbreitet und an den Menschen angepasst haben.
Krauses Forschungsteam rekonstruierte unter anderem das Erbgut des Pest-Bakteriums aus mittelalterlichen Knochenfunden und konnte die Ursprünge der Seuche bis nach Zentralasien zurückverfolgen. Noch ältere DNA-Funde aus der Steinzeit zeigen, wie sich die Pest bereits vor Tausenden Jahren an den Menschen und auch den Floh als Überträger angepasst hat – lange bevor sie zu einer verheerenden Pandemie wurde.
In seinem Vortrag erläutert Prof. Krause, wie diese Erkenntnisse zur Entstehung und Ausbreitung von Krankheiten heute helfen können, die letzten und zukünftige Pandemien besser zu verstehen und ihnen wirksamer zu begegnen.
Prof. Krause hat in über 250 wissenschaftlichen Arbeiten unser Wissen über die Evolution des Menschen und seiner Krankheiten grundlegend verändert. In seinem Vortrag stellt er die neuesten Erkenntnisse aus der sogenannten Paläogenomik vor – einem spannenden Forschungsfeld an der Schnittstelle von Genetik, Archäologie und Medizin.
Die „Loeffler-Lecture“ wurde 2012 gemeinsam vom Friedrich-Loeffler-Institut und dem Alfried Krupp Wissenschaftskolleg in Greifswald als Auszeichnung für die Leistungen zu aktuellen infektions-medizinischen Forschungsthemen ins Leben gerufen. Damit soll insbesondere an die bahnbrechenden Leistungen Friedrich Loefflers in der Infektiologie erinnert werden. Die Veranstaltung findet üblicherweise in zeitlicher Nähe zum Geburtstag von Friedrich Loeffler im Juni statt.
Friedrich Loeffler, einer der Begründer der Virusforschung, wurde am 24. Juni 1852 in Frankfurt/Oder geboren. Nach dem Medizinstudium in Würzburg und Berlin arbeitete er mit Robert Koch. 1888 wurde Loeffler auf den neu gegründeten Lehrstuhl für Hygiene nach Greifswald berufen. Im Jahr 1898 beschrieb er gemeinsam mit Paul Frosch mit dem Erreger der Maul- und Klauenseuche erstmals ein Virus als filtrierbaren und korpuskulären Infektionserreger. Am 10. Oktober 1910 gründete er auf der Insel Riems das weltweit erste Virusforschungsinstitut, das nach ihm benannte heutige Friedrich-Loeffler-Institut.
13. Loeffler-Lecture
Professor Dr. Johannes Krause, Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie, Leipzig
Titel: Alte Pathogen-Genome: Was wir aus historischen Erregern über deren Evolution lernen
Begrüßung: Professor Dr. Thomas Klinger, Alfried Krupp Wissenschaftskolleg
Einführung und Moderation: Professorin Dr. Christa Kühn, Friedrich-Loeffler-Institut
Datum, Zeit: Dienstag, 10. Juni 2025 von 18 Uhr – 19:30 Uhr
Ort: Alfried Krupp Wissenschaftskolleg Greifswald, Martin-Luther-Straße 14, 17489 Greifswald, Freier Eintritt
Zugang zum virtuellen Hörsaal: Alte Pathogen-Genome: Was wir aus historischen Erregern über deren Evolution lernen – Alfried Krupp Wissenschaftskolleg Greifswald. (Quelle: Friedrich-Loeffler-Institut
