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NEWS
von der AVA und aus der Branche
Arbeitgeber glaubt meiner Krankschreibung nicht: Habe ich trotzdem Anspruch auf Lohnfortzahlung?
Eine Krankschreibung soll Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer eigentlich absichern. Wer arbeitsunfähig erkrankt ist, soll sich erholen können, ohne sofort um sein Einkommen fürchten zu müssen.
In der Praxis kommt es jedoch immer wieder vor, dass Arbeitgeber eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung nicht akzeptieren wollen. Dann heißt es etwa, die Erkrankung wirke „unglaubwürdig“, die Krankmeldung komme „auffällig passend“ oder man habe Zweifel daran, dass wirklich Arbeitsunfähigkeit bestehe.
Für Beschäftigte ist das eine äußerst belastende Situation. Neben der gesundheitlichen Einschränkung entsteht plötzlich auch finanzieller Druck.
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Die Zoetis-Aktie zeigt stabile Perspektiven im Tiergesundheitsmarkt
Die Zoetis-Aktie profitiert von der wachsenden Bedeutung der Tiermedizin und einem breiten Portfolio an Medikamenten und Impfstoffen für Haustiere und Nutztiere.
Zoetis gilt als einer der weltweit führenden Anbieter von Tiergesundheitslösungen und steht mit der Zoetis-Aktie für ein Geschäftsmodell, das direkt von der zunehmenden Bedeutung von Haustieren und einer professionellen Nutztierhaltung profitiert. Das Unternehmen ist an der New York Stock Exchange gelistet und zählt zum S&P-500-Index, was seine Rolle als etablierter Standardwert im US-Aktienmarkt unterstreicht. Für Anleger ist entscheidend, dass Zoetis sein Geschäft langfristig auf wiederkehrende Nachfrage nach Impfstoffen, Medikamenten und Diagnostikprodukten stützt, was den Cashflow in einem strukturell wachsenden Markt absichert.
Tiergesundheit als struktureller Wachstumsmarkt
Zoetis hat sich aus einem früheren Konzernverbund heraus zu einem eigenständigen Spezialisten für Tiergesundheit entwickelt und adressiert sowohl den Heimtiermarkt als auch die Nutztierveterinärmedizin. Die global steigende Anzahl von Haustieren, insbesondere Hunden und Katzen, sorgt für eine kontinuierlich hohe Nachfrage nach modernen Therapien, Präventionslösungen und Diagnostik. Parallel bleibt die Gesundheit von Nutztieren wie Rindern, Schweinen und Geflügel ein zentraler Faktor für die Lebensmittelproduktion und -sicherheit in vielen Ländern.
Im Heimtierbereich profitieren Tierärzte und Tierkliniken von einem breiten Portfolio an Produkten für chronische Erkrankungen, Schmerztherapie, Dermatologie, Parasitenschutz und Impfungen. Zoetis ist in diesen Segmenten mit mehreren bekannten Marken vertreten, die zum Teil über Jahre etablierte Standardtherapien darstellen. Im Nutztiersegment bietet das Unternehmen Impfstoffe, Antiinfektiva und weitere Produkte, die darauf abzielen, Tierbestände gesund zu halten, Leistungsfähigkeit zu sichern und wirtschaftliche Risiken für Landwirte zu begrenzen.
Der Markt für Tiergesundheit weist historisch betrachtet eine stabile Nachfrage mit vergleichsweise geringen zyklischen Schwankungen auf. Während Konsumgüter stark von Konjunktur und Stimmungsindikatoren beeinflusst werden, bleibt die medizinische Versorgung von Tieren häufig ein priorisiertes Ausgabenfeld. Das gilt besonders in Haushalten, in denen Haustiere als Familienmitglieder betrachtet werden, und in Betrieben, für die Nutztiergesundheit ein zentraler Kosten- und Ertragsfaktor ist. Für die Zoetis-Aktie bedeutet das, dass der Umsatz des Unternehmens in der Regel weniger stark von kurzfristigen makroökonomischen Schwankungen abhängig ist als in manchen anderen Branchen.
Geschäftsmodell mit wiederkehrenden Erlösen
Das Geschäftsmodell von Zoetis basiert auf einer Kombination aus patentgeschützten Produkten, etablierten Marken und einem breiten Vertriebsnetz, das Tierärzte, Kliniken und landwirtschaftliche Betriebe weltweit erreicht. Impfstoffe und viele Medikamente werden regelmäßig angewendet, etwa im Rahmen von jährlichen Impfprogrammen oder bei langfristigen Therapien chronischer Erkrankungen. Dadurch entsteht eine hohe Wiederkaufrate, die aus Investorensicht wesentlich zur Planbarkeit von Umsatz und Ertrag beiträgt.
Impfprogramme bei Haustieren und Nutztieren werden häufig über viele Jahre durchgehalten, was Zoetis eine kontinuierliche Nachfrage sichert. Hinzu kommt, dass neue Produkte in der Tiermedizin meist über Studien und Markteinführungsprogramme in den Alltag der Veterinärpraxis integriert werden. Wenn ein Präparat klinisch überzeugend ist und von Tierärzten als Standard gewählt wird, kann es über lange Zeiträume im Einsatz bleiben und die Marge stabilisieren. Die Zoetis-Aktie reflektiert damit ein Geschäftsmodell, das nicht auf einmaligen Produktzyklen, sondern auf langfristigen Kundenbeziehungen und wiederkehrenden Anwendungen beruht.
Die geografische Diversifikation über Nordamerika, Europa, Asien und weitere Regionen sorgt dafür, dass Zoetis nicht von einem einzelnen Markt abhängig ist. In entwickelten Märkten dominieren Haustiere und hochspezialisierte Tierkliniken, während in Schwellenländern der Fokus stärker auf Nutztieren und der Grundversorgung liegt. Beide Segmente sind für das Unternehmen relevant, und ihre Kombination reduziert das Risiko, dass regionale Nachfrageeinbrüche den Gesamtumsatz stark beeinträchtigen.
Ein weiterer Baustein des Geschäftsmodells ist die kontinuierliche Forschung und Entwicklung. In der Tiermedizin entstehen regelmäßig neue Therapieansätze, etwa in der Onkologie, Dermatologie oder bei Autoimmunerkrankungen von Haustieren. Zoetis arbeitet daran, solche Innovationen in marktfähige Produkte zu übersetzen und damit sein Portfolio zu erweitern. Für die Zoetis-Aktie ist dieser Innovationsprozess einer der zentralen Treiber der langfristigen Wachstumsstory.
Langfristige Einordnung des Geschäfts und Bewertungsaspekte...
Experten berichten von Schimmel und Fäulnis im Wilke-Prozess
Im Prozess um den Wilke-Wurst-Skandal berichten Experten von erschreckenden hygienischen Zuständen. Schimmel, Mäusekot und Fäulnisgeruch prägten demnach die Produktionsräume.
«Die Listerien musste man nicht mit der Lupe suchen, die haben einen angesprungen.»
Mit diesen Worten hat Tobias Lackner, Mitglied der Task-Force Lebensmittelsicherheit des Regierungspräsidiums Darmstadt, im Prozess um den sogenannten Wilke-Wurst-Skandal die desolaten hygienischen Bedingungen in dem Betrieb nach dessen Schließung beschrieben.
In dem Verfahren am Landgericht Kassel sitzen der ehemalige Geschäftsführer der Firma (57), seine Stellvertreterin (55) sowie der frühere Produktionsleiter (58) auf der Anklagebank - unter anderem wegen fahrlässiger Tötung in elf Fällen, fahrlässiger Körperverletzung in sieben Fällen und Lebensmittelverstößen.
Stehen elf Todesfälle mit Wilke-Wurst in Verbindung?
Die Angeklagten sollen dafür verantwortlich sein, dass mit Listerien verseuchte Fleisch- und Wurstwaren der Firma Wilke Waldecker Fleisch- und Wurstwaren über Jahre in den Handel gekommen sind. Der Betrieb im nordhessischen Twistetal im Landkreis Waldeck-Frankenberg war im Oktober 2019 geschlossen worden, nachdem in seiner Wurst Listerien-Keime nachgewiesen worden waren. Listerien sind eine Bakterienfamilie, die sich auch in kühler Umgebung vermehrt.
Laut Anklage sollen 37 Menschen nach dem Verzehr der mit Keimen verunreinigten Produkte eine Listeriose entwickelt haben. Bei elf von ihnen soll die Infektion zumindest mitursächlich für ihren Tod gewesen sein. Diese Betroffenen waren zwischen 47 und 86 Jahre alt und stammten aus Nordrhein-Westfalen, Bayern, Baden-Württemberg, Brandenburg, Niedersachsen, Sachsen, Berlin und dem Saarland.
Die Keime können bei geschwächtem Immunsystem lebensgefährlich sein. Viele der Gestorbenen befanden sich in Pflegeeinrichtungen oder Kliniken, die von Wilke beliefert wurden. Sieben weitere Menschen sollen erhebliche Krankheitssymptome entwickelt haben.
Experte: Keime nach Reinigung und Desinfektion sind No-Go
Noch nach der Reinigung und Desinfektion des Betriebs nach Bekanntwerden des Listeriose-Ausbruchs seien vier von zwölf Proben von Oberflächen positiv auf den Keim getestet worden, berichtete Task-Force-Mitglied Lackner. Er ist Leiter des Dezernats für Veterinärwesen und Verbraucherschutz im Regierungspräsidium Darmstadt. Die Task-Force war wenige Tage vor der endgültigen Schließung des Betriebs hinzugezogen worden, um Handlungsempfehlungen zu erarbeiten.
«Das ist ein absolutes No-Go, wenn auch nach der Reinigung noch Bakterien auf produktführenden Oberflächen sind. Das bedeutet ein völliges Versagen des Hygiene- und Reinigungsmanagements im Betrieb», erklärte Lackner. In der Firma hätten Bedingungen geherrscht, die es dem nachgewiesenen Bakterienstamm erlaubt hätten, sich dort einzunisten. Wenn dieser Stamm dann in die Produkte gelange, sei das «der Supergau».
Desaströse Bedingungen bei Kontrolle
Amtstierärztin Beatrice Ladewig war damals als Mitglied der Task-Force nach Twistetal zur Kontrolle des Betriebs geschickt worden. «Ich dachte, ich komme in einen guten Betrieb», sagte sie. Schließlich habe er unter anderem Krankenhäuser und Altenheime beliefert. «Da erwarte ich ein gewisses Hygieneniveau.»
Ladewig berichtet über die Zustände bei Wilke: Alle besichtigten Räume seien feucht gewesen. Auf den Böden habe teils Wasser gestanden. An den Decken hätten sich Schimmel und Kondenswasser befunden. «Und das war nicht nur ein bisschen. Da hingen Tropfen dicht an dicht.» Auch an Rohren habe sich Schimmel gebildet.
Fäulnisgestank, Schimmel, Kondenswasser
Ladewig berichtete überdies von Mäusekot, Verunreinigungen, verschmutzten Reinigungsgeräten, Rost an Produktionsteilen und unsachgerechter Lagerung der Fleischwaren. Der Boden in einem Raum etwa sei so stark verschmutzt gewesen, dass man seine ursprüngliche Farbe nicht mehr habe bestimmen können.
Aus dem Warenaufzug sei Fäulnisgestank geströmt. «Ich bin mir nicht sicher, inwiefern da überhaupt gereinigt und desinfiziert wurde.» Im Kühlraum seien die Bedingungen noch viel schlimmer gewesen. Kondenswasser sei aus einem Rohr auf den Boden gelaufen. Dort habe sich Schaum gebildet und es habe gerochen wie in einer Kläranlage. Der Raum, in dem Waren gelagert worden sei, sei offensichtlich schon länger nicht mehr gereinigt worden. Er habe sich in einem absolut desolaten Zustand befunden.
«Lage in höchstem Maße alarmierend»
Die Kühlkammern seien nicht gereinigt und entkalkt gewesen. Auch dort habe sich Schimmel gebildet. Der Boden sei verschmutzt, Türdichtungen porös und in Zersetzung begriffen gewesen. Schimmel habe sich auch an der Wand über Förderbändern befunden.
Ziel der Kontrolle sei gewesen, die Mängel in dem Betrieb aufzudecken, die abgestellt werden müssten, um ihn wieder öffnen zu können, sagte Ladewig. Nach der Kontrolle sei für sie klar gewesen, dass der Betrieb in absehbarer Zeit nicht wieder geöffnet werden könne. «Die Lage war für uns in höchstem Maße alarmierend», sagte auch Lackner.
«Wir mussten was tun, ansonsten wäre der Listerien-Ausbruch weitergegangen und wir wären in Teufels Küche gekommen.» In dem Verfahren vor der zweiten großen Wirtschaftsstrafkammer des Kasseler Landgerichts sind zunächst weitere Termine bis Mitte August anberaumt.
Lesen Sie auch hier in den AVA -News vom 09.07.2026
Tiermedizin-Studierende üben Nutztierrettung – ein Video
Über 300'000 Tiere verbringen den Sommer auf Schweizer Alpen – Pferde, Geissen, vor allem aber Kühe und Rinder. Immer wieder versteigen sich Tiere im unwegsamen Gelände, verletzen sich oder werden krank. Dann kommt die Tierärztin per Helikopter auf die Alp – und das Tier am Seil zurück ins Tal. Das haben 40 Tiermedizin-Studierende zusammen mit der Rega geübt.
Alltag in der Tierarztpraxis: Wo Empathie zur Behandlung gehört
Tierärzte behandeln Tiere, doch eigentlich sind ihre Patienten oft ganze Familien. Zwischen OP, Diagnostik und Notfällen begleiten sie, trösten, beraten und treffen schwierige Entscheidungen. Eine Reportage über eine Praxis, in der Teamgeist, Mitgefühl und moderne Medizin untrennbar zusammengehören.
- Was den Beruf so vielseitig macht
- Warum Fachkräftemangel hier kein Thema ist
- Wie Bürokratie die Tierärzte ausbremst
Hören Sie auch das Interview mit Tierarzt Nils Olma: "Der Arzt heilt die Menschen und der Tierarzt die Menschheit"
Und HIER ein Interview mit Tierarzt Gunter Zeise: "Man macht das ja nicht, um reich zu werden"
"Das Beste für die Tiere rausholen": Warum ein Hof ein verletztes Kalb rettet
Lesen, hören und sehen Sie hier bei Interesse den gesamten Beitrag
H5N1 in Down Under: Sorge um Australiens Tierwelt – Vogelgrippe breitet sich aus
Gefahr für Australiens einmalige Tierwelt: Erst im Juni wurde die derzeit grassierende Vogelgrippe auf dem letzten bislang verschonten Kontinent nachgewiesen. Nun ist ein heimisches Tier infiziert.
Das hochansteckende Vogelgrippe-Virus H5N1 breitet sich in Australien weiter aus und sorgt für wachsende Besorgnis um die einzigartige Tierwelt des Landes. Nachdem das Virus zunächst nur bei Zugvögeln aus der subantarktischen Region nachgewiesen worden war, wurde nun erstmals ein heimischer Seevogel positiv getestet, wie der Sender ABC unter Berufung auf die Regierung berichtete.
Gleichzeitig untersuchen die Behörden, ob sich auch ein verendeter australischer Seebär – eine Robbenart – im Bundesstaat New South Wales infiziert hat. Denn die gefährliche Vogelgrippe springt auch auf Säugetiere über: Da Robben Aasfresser sind und Vögel jagen, können sie sich leicht anstecken, wenn sie infizierte Vögel oder deren Kadaver fressen… .
W as ist mit Koalas, Kängurus und Co?
Fachleute fragen sich bereits, was die Ausbreitung für weltweit einmalige Tiere wie Koalas, Kängurus oder Tasmanische Teufel bedeuten könnte. »Es lässt sich unmöglich vorhersagen, was passieren wird«, sagte Jose Quinteros, Dozent für Geflügelwissenschaften an der Universität Sydney, vor wenigen Tagen dem Nachrichtenportal News.com.au. Australiens Tierwelt sei aber so einzigartig und isoliert, dass sie gegen neue Krankheitserreger nicht geschützt sei… .
Agrarhaushalt 2027: Mit diesen Kürzungen müssen Landwirte rechnen
Im kommenden Jahr könnte der Bund noch weniger Geld für die Stallbauförderung haben.
Das Bundeskabinett hat den Entwurf des Agrarhaushaltes beschlossen. Besonders Tierhalter treffen die Kürzungsvorschläge.
Auf den ersten Blick klingt eine Kürzung des Agraretats 2027 um 0,3 % nicht dramatisch. Doch Details der Kürzungen lassen die Sparvorschläge in einem anderen Licht erscheinen. Nach dem Entwurf soll sich der Agraretat 2027 auf 6,973 Mrd. € belaufen. Gleichzeitig sollen die Gesamtausgaben im Bundeshaushalt aber um 5,9 % auf 555,4 Mrd. € ansteigen, so der Kabinettsbeschluss.
„Die Bundesregierung legt mit dem Haushaltsentwurf 2027 ein Kürzungsprogramm für die Landwirtschaft und ländlichen Räume vor“, warnt jedoch Bauernpräsident Joachim Rukwied. Allein bei der Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz (GAK) mit einem Minus von rund 54 Mio. € auf 853 Mio. €, der landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft und im Ökolandbau summieren sich die Kürzungen auf über 100 Mio. €. Dabei hatte Rainer immer wieder betont, als Heimatminister bei der GAK und der Förderung der Ländlichen Räumen nicht einsparen zu wollen.
Kein Geld für Stallbauförderung mehr?
Als „besonders schmerzhaft“ wertet der Deutsche Bauernverband die Kürzungen des Zuschusses in der landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft. Er soll 2027 um 30 Mio. € auf 90 Mio. € sinken… .
Kommt ein Arzt zum Arzt …
Werden Ärzte selbst zu Patienten, geraten Standards ins Wanken. Denn Mediziner behandeln ihre Kollegen oft anders – mit Sonderrechten und riskanten Folgen für die Versorgung.
("Manchmal habe ich das Gefühl, dies gilt auch für Veterinärmediziner")
Ein Patient betritt die Praxis oder die Klinik – und plötzlich ist alles anders. Die Anamnese wird ausführlicher, die Termine werden schneller organisiert, die private Handynummer wird herausgegeben. Der Arzt auf der anderen Seite des Schreibtisches fühlt sich beobachtet, bewertet, manchmal sogar unter Druck gesetzt. Denn der Patient ist selbst Arzt, womöglich in führender Position.
Studien zeigen inzwischen deutlich: Wenn Ärzte Kollegen behandeln, verändert sich häufig die Dynamik der Versorgung – mit potenziell riskanten Folgen für Diagnostik, Therapie und Patientensicherheit. In der Literatur wird dieses Phänomen als VIP-Syndrom beschrieben: eine subtile, oft unbewusste Abweichung von standardisierten Behandlungsabläufen zugunsten besonders einflussreicher oder medizinisch versierter Patienten.
Der Arzt als schwieriger Patient
Die Idee des VIP-Syndroms ist nicht neu. Bereits 1964 beschrieb der US-Psychiater Walter Weintraub, wie prominente oder einflussreiche Patienten Druck auf medizinisches Personal ausüben und dadurch Sonderbehandlungen erhalten. Heute gehören nicht nur Politiker oder Prominente zu dieser Gruppe, sondern auch einflussreiche Ärzte, etwa Chefärzte oder Hochschullehrer medizinischer Fakultäten... .
Pharmakovigilanzreport 2025: BVL erfasst Risiken von Tierarzneimitteln
Im „Pharmakovigilanzreport Tierarzneimittel“ berichtet das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) über unerwünschte Ereignisse nach der Anwendung von Tierarzneimitteln.
Im Jahr 2025 wurden dazu 4.858 Meldungen erfasst. Die meisten davon betrafen die Tierarten Hund und Katze.
Aber auch beim Menschen kann der Kontakt mit Tierarzneimitteln zu unerwünschten Ereignissen führen.
Der Pharmakovigilanzreport unterstreicht die Bedeutung der Pharmakovigilanz für die Sicherheit von Tierarzneimitteln sowie für den Schutz von Tieren und Menschen.
„Bei der Sammlung von unerwünschten Ereignissen von Tierarzneimitteln arbeitet das BVL eng mit der Tierärzteschaft, den Pharmakovigilanz-Zentren der veterinärmedizinischen Hochschulen, Giftinformationszenten und Tierhaltenden zusammen“, erläutert BVL-Präsidentin Prof. Dr. Gaby-Fleur Böl. „Ihre Meldungen tragen wesentlich zur Sicherheit von Tierarzneimitteln bei.“
Knapp 98 Prozent der Meldungen betrafen unerwünschte Ereignisse beim Tier. Die Abstand mit häufigsten Meldungen betrafen die Tierarten Hund, Katze, Rind und Pferd.
Bei Hühnern und Puten gab es im Vergleich dazu zwar weitaus weniger Meldungen unerwünschter Ereignisse, es war jedoch eine deutlich höhere Zahl von Tieren betroffen.
Etwa ein Drittel der unerwünschten Ereignisse wurden von Hormonpräparaten ausgelöst. Knapp 30 Prozent gingen auf die Gabe von Antiparasitika zurück.
An dritter Stelle (ca. 10 %) folgten Tierarzneimittel mit Wirkung auf das Nervensystem. Der mit Abstand häufigste Anlass für eine Meldung war der Verdacht auf einen Mangel an Wirksamkeit.
Mit deutlichem Abstand folgten die klinischen Anzeichen von Erbrechen, Juckreiz und Lethargie.
In zwei Prozent der gemeldeten Fälle wurden von unerwünschten Ereignissen bei Menschen im Zusammenhang mit Tierarzneimitteln berichtet.
Bei 91 Prozent dieser knapp 100 Fälle haben sich Menschen unbeabsichtigt Tierarzneimitteln ausgesetzt, beispielsweise durch die versehentliche Einnahme von Tabletten.
Etwa 80 Prozent der im Jahr 2025 gemeldeten unerwünschten Ereignisse bei Menschen wurden direkt vom BVL erfasst. Diese Meldungen erhielt das BVL überwiegend über Kooperationen mit Giftinformationszentren der Humanmedizin.
Die Meldungen zu unerwünschten Ereignissen nach der Gabe von Tierarzneimitteln werden in der Pharmakovigilanz-Datenbank der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) erfasst und stehen für weitere Analysen im Rahmen eines Signalmanagements zur Verfügung.
Dabei handelt es sich um einen Prozess, der mögliche Tierarzneimittelrisiken für Tier, Mensch und Umwelt erkennt und bewertet.
Am Signalmanagement sind nicht nur die Überwachungsbehörden beteiligt, sondern auch die pharmazeutischen Unternehmen. Sie müssen einmal im Jahr eine Bewertung zur Nutzen-Risiko-Bilanz für ihre Tierarzneimittel einreichen.
Aus den möglichen neuen Erkenntnissen werden gegebenenfalls Maßnahmen abgeleitet, wie zum Beispiel eine engmaschige Überwachung des Präparates oder eine Änderung der Produktinformationstexte wie Fachinformationen und Packungsbeilagen.
Als zuständige Behörde für Tierarzneimittel führt das BVL regelmäßig zusätzlich zu Analysen auf europäischer Ebene auch eigene Analysen für die in Deutschland zugelassenen Präparate durch.
Dafür wird neben der Pharmakovigilanz-Datenbank der EMA eine nationale Datenbank verwendet. Dort werden alle unerwünschten Ereignisse, die in Deutschland aufgetreten sind, gesammelt, geprüft, be- und ausgewertet.
Auf seiner Internetseite stellt das BVL ein Onlineformular zur Verfügung, mit dessen Hilfe unerwünschte Ereignisse nach der Anwendung von Tierarzneimitteln gemeldet werden können.
Nach über einem Jahr Pause: Erneuter ASP-Fund bei zwei Wildschweinen in der Uckermark
Im Landkreis Uckermark wurden nach über einem Jahr neue Fälle von ASP bei zwei Wildschweinen nachgewiesen
Nach mehr als einem Jahr ohne Nachweis wurde im brandenburgischen Landkreis Uckermark erneut die Afrikanische Schweinepest (ASP) bei zwei Wildschweinen bestätigt. Die Fundorte befinden sich beide innerhalb der bereits bestehenden Sperrzone II des Landkreises Uckermark in unmittelbarer Nähe zur deutsch-polnische Grenze. Die Bekämpfungsmaßnahmen vor Ort wurden umgehend intensiviert.
ISN: Auch wenn die neuen Fälle für die Schweinehalter vor Ort ein bitterer Rückschlag sind, ändert sich an der Lage in Deutschland grundsätzlich nichts, da beide Fundorte in einer bereits bestehenden Sperrzone liegen.
Im Landkreis Uckermark ist nach über einem Jahr wieder bei zwei Wildschweinen die Afrikanische Schweinepest (ASP) nachgewiesen worden. Das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz des Landes Brandenburg teilte diesen Befund heute Nachmittag in einer Pressemitteilung mit. Das Nationale Referenzlabor am Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) hat beide Fälle bereits offiziell bestätigt.
Fundorte im ASP-Schutzkorridor nahe der polnischen Grenze
Die Fundorte befinden sich beide innerhalb der bereits bestehenden Sperrzone II (gefährdetes Gebiet) des Landkreises Uckermark. Sie liegen in unmittelbarer Nähe zur deutsch-polnischen Grenze südlich von Schwedt/Oder bei Stützkow und Neu Galow und damit innerhalb des eingerichteten ASP-Schutzkorridors. Die epidemiologischen Ermittlungen laufen bereits. Aufgrund der räumlichen Nähe zu den infizierten Gebieten im Nachbarland geht das Ministerium derzeit von einem Eintrag durch migrierende Wildschweine aus Polen aus.
Fallsuche läuft auf Hochtouren
Der Landkreis Uckermark hat alle notwendigen Bekämpfungsmaßnahmen unverzüglich intensiviert und erhält dabei Unterstützung vom Tierseuchenbekämpfungsdienst des Landes Brandenburg. Um das genaue Ausmaß des aktuellen Geschehens so schnell wie möglich zu bestimmen, läuft rund um die Fundstellen eine verstärkte, großflächige Fallwildsuche. Dabei kommen auch Kadaversuchhunde und Drohnentechnik zum Einsatz. Zudem wurde eine verstärkte Bejagung sowie die tierseuchenrechtliche Entnahme von Schwarzwild angeordnet. Schweinehalter in der betroffenen Region sind aufgefordert, die Biosicherheitsmaßnahmen in ihren Betrieben weiter zu verstärken.
Appell an Bevölkerung
Der Leiter des Landeskrisenstabs zur Bekämpfung der ASP, Staatssekretär Dr. Stephan Nickisch, betonte die Zuverlässigkeit der bisherigen Strategie, richtete aber gleichzeitig einen klaren Appell an die Bevölkerung: Die in den von der ASP betroffenen Landkreisen angewandten Bekämpfungsmaßnahmen haben sich bewährt und werden auch weiterhin konsequent angewendet. Entscheidend ist aber: ASP-Schutzzäune dürfen nicht beschädigt werden und ihre Tore müssen geschlossen bleiben.
Die ISN meint:
Für die Schweinehalter vor Ort ist der erneute ASP-Fund ein bitterer Rückschlag. An der grundsätzlichen Sicherheitslage in Deutschland ändert sich dadurch jedoch nichts, da die Fundorte innerhalb einer bestehenden Sperrzone liegen, wo ohnehin bereits entsprechende Auflagen gelten.
