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von der AVA und aus der Branche
Bundesgesetzblatt: Bekanntmachung der Neufassung des Tiergesundheitsgesetzes vom 27. März 2026 (BGBl. 2026 I Nr. 93)
Bundesgesetzblatt: Bekanntmachung der Neufassung des Tiergesundheitsgesetzes vom 27. März 2026 Aufgrund des Artikels 6 des Gesetzes vom 4. März 2026 (BGBl. 2026 I Nr. 60) wird nachstehend der Text des Tiergesundheitsgesetzes in der vom 10. März 2026 an geltenden Fassung bekannt gemacht.
Vorher: Gesetz zur Änderung des Tiergesundheitsgesetzes, des Tierarzneimittelgesetzes und des Tiergesundheitsrechtlichen Bußgeldgesetzes (TiergesG TAMG)
(Bundesgesetzblatt Jahrgang 2026 Teil I Nr. 60, ausgegeben zu Bonn am 9. März 2026; 46 Seiten)
Bekanntmachung der Neufassung des Tiergesundheitsgesetzes vom 27. März 2026 (BGBl. 2026 I Nr. 93)
u.a. besonders beachtenswert dürften sein:
§ 3: Anzeichen schwerer Krankheit oder verminderte Produktionsleistung; Verordnungsermächtigung
§ 4: Verordnungsermächtigung zur Meldung von Seuchen bei Tieren
§ 5: Maßnahmen zur Ermittlung einer Seuche
§ 6: Verordnungsermächtigungen zur Vorbeugung vor und Bekämpfung von Seuchen
§ 8: Schutzgebiete, Tiergesundheitsstatus
§ 11: Inverkehrbringen und Anwendung; Verordnungsermächtigungen (betrifft u. a. die Anwendung nicht zugelassener Arzneimittel)
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Die AVA wird auf der Tierärztetagung in Herrieden im Oktober insbesondere zu diesem Gesetz mit unserem Fachjuristen Dr. jur. Wolfgang Hansen im Vortrag und im Workshop (juristische Aspekte in der Nutztierarztpraxis) diskutieren.
HIER Infos zur AVA-TIerärztetagung in Herrieden
https://www.ava1.de/de/infos/formulare-downloads/
Deutsche Klimaneutralität bis 2045 unrealistisch
RWI-Studie: 96 Prozent der Bürger glauben nicht daran, dass sich Ziel rechtzeitig erreichen lässt

Klimaneutralität bis 2045: Kaum ein Deutscher glaubt an die Erreichung (Bild: ChatGPT/Dall-E)
Klimaneutralität Deutschlands ja, aber nicht bis 2045 umsetzbar: Diese Meinung vertreten 96 Prozent der Deutschen im Rahmen einer aktuellen Umfrage des RWI - Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung. Obwohl Deutschland gesetzlich verpflichtet ist, bis 2045 klimaneutral zu sein, herrscht in der Bevölkerung demnach tiefe Skepsis.
"Ein Glaubwürdigkeitsproblem"
"Die Klimapolitik kämpft mit einem Glaubwürdigkeitsproblem. Wir brauchen ehrliche Debatten über Kosten und Nutzen - und zwar für alle Bevölkerungsgruppen. Nur so können wir das Vertrauen der Menschen zurückgewinnen", unterstreicht Stephan Muschick (https://www.eon-foundation.com/de/foundation/team.html), Geschäftsführer der E.ON Foundation (https://www.eon-foundation.com/de.html), die die Umfrage des RWI (https://www.rwi-essen.de/) unter 2.590 Bürgern gefördert hat.
Fast zwei Drittel der Menschen rechnen damit, dass Deutschland sein Vorhaben deutlich verfehlen wird - eine eher ernüchternde Bilanz. Laut den Studienautoren Jana Eßer (https://www.rwi-essen.de/rwi/team/person/jana-esser) und Manuel Frondel (https://www.rwi-essen.de/rwi/team/person/manuel-frondel) müssen Verantwortliche daher viel klarer erklären, wie der Weg zum Ziel zu gehen ist.
Klimaneutralität und Wohlstand
Trotz der Zweifel ist die grundsätzliche Zustimmung zum Klimaschutz hoch: Über 70 Prozent der Deutschen finden das Ziel der Klimaneutralität richtig. Viele Befragte sehen Deutschland in einer Vorreiterrolle und in einer historischen Verantwortung für den Klimaschutz. (https://www.rwi-essen.de/fileadmin/user_upload/RWI/Publikationen/Projektberichte/Sozialoekologisches_Panel_Klimaneutralitaet_im_Meinungsbild.pdf) 74 Prozent der Befürworter hoffen, dass klimaneutrales Wirtschaften den Wohlstand dauerhaft sichert.
Sehr kritisch wird das Ziel in Bezug auf die Finanzen gesehen. Neun von zehn Gegnern der Klimaneutralität geben zu hohe Kosten für ihre Ablehnung an. Infos über den deutschen "Alleingang" haben Spaltpotenzial: Während sie bei einigen die Überzeugung stärken, wachsen bei anderen die Zweifel, der Alleingang ohne Länder wie China oder die USA sinnvoll ist.
Das Ziel der Klimaneutralität erscheint angesichts wirtschaftlicher Implikationen sinnvoll, wie pressetext berichtete (https://www.pressetext.com/news/jede-fuenfte-firma-leidet-an-klimawandelfolgen.html). Laut dem "Klimabarometer 2025" vonKfW Research (https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/KfW-Research/) sieht sich bereits jedes fünfte Unternehmen in Deutschland von negativen Folgen des Klimawandels betroffen. In Summe sind das rund 800.000. Hierfür befragt worden sind rund 13.300 Unternehmen.
Neuen Behandlungsansatz gegen Sepsis entdeckt
Eine Forschungsteam der Universitätsmedizin Mainz hat einen bislang unbekannten Mechanismus entdeckt, mit dem das Immunsystem bakterielle Infektionen bekämpft:
Eine Forschungsteam der Universitätsmedizin Mainz hat einen bislang unbekannten Mechanismus entdeckt, mit dem das Immunsystem bakterielle Infektionen bekämpft: Ein bestimmtes Protein, der sogenannte Ionenkanal PACC1, ist entscheidend dafür, dass Immunzellen Bakterien effektiv abtöten können. Fehlt das Protein, kommt es zu verstärkten Entzündungsreaktionen. Im Tiermodell zeigte sich zudem eine erhöhte Sterblichkeit bei einer durch Bakterien ausgelösten Sepsis. Langfristig könnten die in der Fachzeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences veröffentlichten Ergebnisse helfen, neue Therapien gegen bakterielle Sepsis zu entwickeln.
Sepsis, auch Blutvergiftung genannt, ist die dritthäufigste Todesursache in Deutschland. Sie entsteht, wenn das Immunsystem eine Infektion nicht mehr lokal begrenzen kann und in der Folge fehlerhaften Abwehrreaktionen des Körpers die Gewebe und Organe lebensbedrohlich schädigen. Trotz moderner intensivmedizinischer Behandlungsmöglichkeiten sterben ca. 20-50 Prozent der Patient:innen mit Sepsis an deren Folgen.
Das Immunsystem bekämpft bakterielle Krankheitserreger, die eine Sepsis auslösen können, mithilfe von Phagolysosomen. Das sind „Verdauungsräume“ der Immunzellen: spezialisierte Zellkompartimente, in denen Bakterien abgebaut werden. Für den Abbau der Bakterien ist eine saure Umgebung notwendig. Diese wird durch Proteinkomplexe in der Oberfläche der Zellkompartimente, sogenannte Ionenkanäle, reguliert. Der genaue Wirkmechanismus der Ionenkanäle bei der Immunabwehr war bislang weitgehend ungeklärt.
Ein Forschungsteam um Prof. Dr. Markus Bosmann, Arbeitsgruppenleiter am Centrum für Thrombose und Hämostase (CTH) der Universitätsmedizin Mainz, hat jetzt in der Studie „Proton-Activated Chloride Channel 1 (PACC1) is essential for innate host defense against bacterial sepsis“ gezeigt, dass der Ionenkanal PACC1 (Proton-activated Chloride Channel 1) eine zentrale Schutzfunktion bei lebensbedrohlichen bakteriellen Infektionen einnimmt. Die Wissenschaftler:innen konnten zeigen, dass es den Immunzellen nicht mehr ausreichend gelingt, die Bakterien zu bekämpfen, wenn PACC1 fehlt… .
Wie schutzbedürftig ist der Wolf? - Ein Podcast
Moderatorin Wibke Langehenke spricht mit dem niedersächsischen Umweltminister Christian Meyer sowie Jörn Ehlers, Vizepräsident des Landvolks und Sprecher des Aktionsbündnisses Aktives Wolfsmanagement. Im Mittelpunkt stehen politische Lösungsansätze und praktische Herausforderungen
Wie lässt sich der Schutz des Wolfs mit den Interessen der Nutztierhalter vereinbaren – und wie schnell kann Politik darauf reagieren? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die aktuelle Podcast-Folge des Landvolks Niedersachsen. Moderatorin Wibke Langehenke spricht dazu mit dem niedersächsischen Umweltminister Christian Meyer sowie Jörn Ehlers, Vizepräsident des Landvolks und Sprecher des Aktionsbündnisses Aktives Wolfsmanagement. Im Mittelpunkt stehen politische Lösungsansätze und praktische Herausforderungen.
Niedersachsen gilt inzwischen als Wolfs-Schwerpunktland mit rund 60 Rudeln und den meisten Nutztierschäden bundesweit. Meyer verweist darauf, dass der günstige Erhaltungszustand des Wolfs aus wissenschaftlicher Sicht erreicht sei. „Der Wolf wird nicht wieder ausgerottet, aber wir müssen handeln, wo er Schäden verursacht“, macht der Minister deutlich. Gleichzeitig erkennt er die Rolle der Tierhalter: „Die Nutztierhalter sind die Opfer von Wolfsangriffen – nicht die Täter.“
Ein zentraler Streitpunkt bleibt der Umgang mit der überproportional ansteigenden Wolfszahl. Ehlers fordert deutlich mehr als bisherige Maßnahmen: „Ein bisschen weiterkommen reicht nicht.“ Man sei „längst über den Punkt hinaus, an dem nur Einzeltierentnahmen ausreichen“. Stattdessen brauche es Instrumente für eine echte Bestandsregulierung der Wölfe.
Meyer skizziert, wie ein zukünftiges Management aussehen könnte. Neben erleichterten Entnahmen nach Rissereignissen soll es auch regionale Maßnahmen geben. „Es geht nicht um wahlloses Töten, sondern um den Schutz der Nutztierhaltung“, betont er. Entscheidend sei dabei, gezielt in den Regionen einzugreifen, in denen besonders viele Nutztierrisse auftreten oder der Schutz wasserwirtschaftlicher Anlagen wie Deiche durch das verstärkte Reißen von Schafen gefährdet wird. Die Regionen könnten sich jährlich je nach Schadenslage ändern.
Auch beim Herdenschutz sehen beide Seiten Grenzen. Trotz hoher Investitionen in Niedersachsen bleibt der Schutz aufwendig und nicht immer ausreichend. Der Umweltminister setzt hier auf eine Kombination aus Förderung und Eingriffsmöglichkeiten: „Wir brauchen unbürokratischeren Herdenschutz – und dort, wo Schäden entstehen, muss Politik auch handeln können.“
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Geschwindigkeit politischer Prozesse. Ehlers kritisiert: „Wir haben schon zu viel Zeit verloren.“ Viele Entwicklungen seien vorhersehbar gewesen, die Politik habe jedoch oft zu spät reagiert. Die Reaktion von Umweltminister Meyer sowie die Diskussionen um die Finanzierung des Herdenschutzes und unterschiedliche Auffassungen von Managementplänen in Niedersachsen hören Sie in der aktuellen Folge auf Spotify
Dürfen Apotheken bald nicht mehr mitspielen?
Die Apotheke ist das Bindeglied zwischen Herstellern und Patienten. Doch neue Direktmodelle großer Pharmaunternehmen machen den Versorgungspfad streitig. Droht das Ende einer Ära? - Ein Kommentar
Die großen Veränderungen im Gesundheitsmarkt beginnen selten mit einem offenen Systembruch. Meist verlagern sie sich zunächst schleichend: ein neuer digitaler Zugang hier, ein anderer Vertriebsweg dort, ein Versorgungspfad, der plötzlich nicht mehr selbstverständlich über die Apotheke führt. Genau diese Entwicklung ist derzeit zu beobachten. In den USA bauen große Pharmaunternehmen Plattformen auf, die den Weg vom ersten Informationsinteresse bis zur Belieferung enger an sich ziehen. Dass diese Modelle auch in Deutschland aufmerksam verfolgt werden, zeigt ein Blick in die Apothekerpresse: Die Pharmazeutische Zeitung griff LillyDirect früh als Direktvertriebsmodell auf… .
Verirrter Wolf sorgt für Dauerstandleitung im Hamburger Senat
Die Wolfsattacke in Hamburg hielt auch den Senat auf Trab. Wo das mit Sender ausgestattete Tier ausgewildert wurde, will im Rathaus der Hansestadt allerdings niemand verraten.
Der verirrte Wolf, der in der vergangenen Woche in einer Hamburger Einkaufspassage eine Frau verletzt hatte, hat laut Wissenschaftssenatorin Maryam Blumenthal den gesamten Senat der Hansestadt in Atem gehalten.
«Es hat uns natürlich sehr bewegt», sagte die Grünen-Politikerin nach der wöchentlichen Sitzung der Landesregierung im Rathaus. «Wir hatten eine gefühlte Dauerstandleitung alle zueinander.» Die Umweltbehörde habe das Thema aber «fest im Griff» gehabt.
Standortdaten des Wolfes werden nicht mitgeteilt
Der junge Wolf war nach Angaben der Umweltbehörde am Ostersonntag, eine Woche nach dem Vorfall in der Einkaufspassage in Altona, mit einem Sender ausgestattet und «auf Bewährung» ausgewildert worden. Zuvor war er in einer Wildtierauffangstation im niedersächsischen Landkreis Schaumburg untergebracht gewesen.
Wo genau der Wolf freigelassen wurde, wird geheim gehalten. Auch der stellvertretende Senatssprecher Dennis Heinert wollte nichts dazu sagen. In der Umweltbehörde wisse man jedoch anhand der Senderdaten, wo sich der Wolf befinde. So könne man im Fall, «dass sich das Tier wieder einer Siedlung nähern würde, dann auch relativ kurzfristig eingreifen», so der Sprecher.
Entscheidung über möglichen Wolfsabschuss nicht in Hamburg
Die Entscheidung, das Tier dann gegebenenfalls doch durch Jäger töten zu lassen, liege dann aber nicht mehr in Hamburger Händen. «Die Verantwortung Hamburgs bezieht sich darauf, dass wir da bestmöglich vorgesorgt haben über den Sender, über die Vorabsprachen. Ansonsten ist es natürlich jetzt nicht planbar, wohin das Tier geht.» Die Entscheidung würden dann die lokalen Behörden treffen müssen, sagte Heinert.
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AVA-Kommentar: Es ist unglaublich, was hier (behördlich) passiert.
Ein wildes Tier, welches einen Menschen (und auch noch in der Stadt) angegriffen (attackiert) hat, sollte aus Sicherheitsgründen auf jeden Fall getötet werden. Alles andere ist doch "Murks" .
Der Wolf wurde eingefangen und auch noch in eine enge Kiste gesteckt, um ihn dann wieder freizulassen... .
Ein verwilderter Hund, der einen Menschen beißt, wäre auf jeden Fall eingeschläfert worden.
Ich möchte nicht in der Verantwortung der Behörde/Behördenschefs sein, denn der Wolf stellt ein großes "Sicherheitsrisiko" dar. Was ist, wenn... .
(Ähnlich sehen wir es bei dem "Ostseewal", den man nicht in Ruhe sterben lassen möchte, bzw. dem Leid ein Ende setzt.)
Hier fällt uns auch das Fremdwort "Anthropomorphismus" ein.
Wie naiv muss man für solche Entscheidungen sein!!!
Afrikanische Schweinepest (ASP): Sperrzonen nach ASP-Fund im Kreis Görlitz wieder aktiv
Nach einem neuen ASP-Fall im Kreis Görlitz gelten wieder Sperrzonen. Die Behörden setzen auf intensive Fallwildsuche und Bejagung, um eine Ausbreitung zu verhindern.
Nach dem neuerlichen Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Sachsen gibt es im Landkreis Görlitz wieder Sperrzonen.
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Versorgungsbilanz: Fleischverzehr erneut gestiegen
Bei Deutschlands Verbrauchern landet wieder häufiger Fleisch und Wurst auf dem Teller.
Das zeigt die aktuelle Versorgungsbilanz Fleisch, die das Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL) vorgelegt hat. Demnach ist der Pro-Kopf-Verzehr 2025 das dritte Jahr in Folge gestiegen, und zwar auf 54,9 Kilogramm Fleisch. Das waren 1,4 Kilogramm mehr als im Vorjahr. Allerdings ist das vom Niveau früherer Jahre noch weit entfernt. Im Jahr 2011 hatte der Durchschnittswert beispielsweise noch bei 63,8 Kilogramm Fleisch gelegen.
Getrieben wurde die Aufwärtsentwicklung im vergangenen Jahr vom Geflügelfleisch, auf das rund 27% des gesamten Fleischverzehrs entfielen. Pro Kopf waren das knapp 15 Kilogramm und damit 1 Kilogramm mehr als im Jahr davor - ein neues Allzeithoch. Der Grund dafür war vor allem der gestiegene Verzehr von Hühnerfleisch. "Neben der zunehmenden Beliebtheit von Geflügelfleisch dürfte der geringere Verbraucherpreisanstieg im Vergleich mit den anderen Fleischsorten 2025 zum höheren Absatz beigetragen haben", erläuterte BZL-Leiter Dr. Josef Goos.
Gut die Hälfte des bundesdeutschen Gesamtverzehrs an Fleisch entfiel 2025 auf Schweinefleisch; pro Person ergab sich ein Durchschnittswert von 28,3 Kilogramm. Bei Rind- und Kalbfleisch nahm der Konsum trotz gestiegener Verbraucherpreise um gut 200 Gramm auf 9,7 Kilogramm zu. Insgesamt machte der Verzehr dem BZL zufolge im vergangenen Jahr etwa 72% des gesamten Fleischverbrauchs aus. In die Versorgungsbilanz Fleisch fließen nämlich alle Teile des Schlachtkörpers ein, darunter auch Knochen, Blut und weitere Bestandteile, die nicht verzehrt werden.
Fleischerzeugung gesunken
Der Fleischverbrauch, in den neben dem menschlichen Verzehr auch Verluste, die industrielle Verwendung, die Herstellung von Heimtiernahrung sowie die Ein- und Ausfuhr eingerechnet werden, nahm 2025 laut BZL im Vorjahresvergleich nach vorläufigen Daten um 4,5% auf 6,371 Mio. Tonnen zu. Dem stand eine um 0,3% geringere Netto-Fleischproduktion von insgesamt 7,286 Mio. Tonnen gegenüber.
Die Zahl der Rinderschlachtungen sank, weshalb die Nettoerzeugung von Rind- und Kalbfleisch gegenüber 2024 um 6% auf 955.000 Tonnen zurückging. Beim Geflügelfleisch wirkte sich unter anderem die Vogelgrippe aus; daher blieb die Produktion mit 1,525 Mio. Tonnen knapp unter dem Vorjahresergebnis. Ein Zuwachs von 1,1% auf 4,338 Mio. Tonnen wurde hingegen bei Schweinefleisch verzeichnet. Die Schweinehalter haben ihre Bestände im Unterschied zu früheren Jahren nicht weiter abgebaut; hinzu kam ein höheres Schlachtgewicht pro Tier.
Mehr Importe
Um den höheren Fleischverbrauch zu decken, stiegen die Fleischimporte einschließlich fleischhaltiger Produkte und Innereien um fast 11% auf rund 3,6 Mio. Tonnen. Zugelegt haben die Einfuhren vor allem beim knapp verfügbaren Rindfleisch, aber auch bei Geflügel- und Schaffleisch. Ausgeweitet wurde aber auch der Fleischexport, und zwar gegenüber 2024 um gut 1%.
Bei minimal gesunkener Eigenerzeugung sank der Selbstversorgungsgrad - bezogen auf den Verbrauch - um 4,5 Punkte auf 114,6%. Bei Rindfleisch wurde erstmals die Marke von 100% unterschritten, und auch Geflügelfleisch lag mit 91,3% unter dieser wichtigen Marke. Am höchsten war die Selbstversorgung mit knapp 139% bei Schweinefleisch. Allerdings lag sie bei begehrten Teilstücken wie Filets, Schinken oder Kotelett nach Branchenschätzungen nur bei rund 80%.
Betrug mit GAP-Geldern: Ermittlungen ziehen weitere Kreise
In Griechenland hat sich der Skandal um den mutmaßlichen Betrug mit Fördergeldern aus der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) ausgeweitet. Die Europäische Staatsanwaltschaft (EUStA) hat das griechische Parlament am Mittwoch (1.4.) ersucht, die Immunität von insgesamt elf Abgeordneten aufzuheben. Nach Angaben der Behörde wird außerdem gegen fünf ehemalige Parlamentsmitglieder sowie einen ehemaligen Landwirtschaftsminister und dessen Stellvertreter ermittelt.
Wie das Nachrichtenportal "Politico" berichtet, sollen auch aktuelle Regierungsmitglieder, darunter Landwirtschaftsminister Konstantinos Tsiaras, im Visier der Behörden sein. Alle betroffenen Politiker sollen der Regierungspartei Nea Dimokratia (ND) angehören, die mit Kyriakos Mitsotakis auch den Ministerpräsidenten stellt. Der Regierungschef sieht sich nun zusätzlichem Druck aus der Opposition ausgesetzt, die die sofortige Entlassung aller verdächtigten Kabinettsmitglieder fordert.
Im Juni 2025 hatte die EUStA Ermittlungen zu einem organisierten Betrugssystem im Zusammenhang mit Agrarfördermitteln sowie Korruption von Amtsträgern der griechischen GAP-Zahlstelle (OPEKEPE) bekannt gemacht. Laut der Behörde sollen sich zwischen 2019 und 2022 unter anderem zahlreiche Personen als Junglandwirte oder neue Landwirte ausgegeben und Zahlungen aus der nationalen Reserve eingestrichen haben, die durch die GAP finanziert wird.
Unbestätigten Medienberichten zufolge war unter den geltend gemachten Flächen unter anderem eine vermeintliche Olivenplantage auf einem Militärgelände, auch von einer Bananenpflanzung auf dem Olymp ist die Rede. Zum Kreis der Verdächtigen sollen mehrere Hundert Personen gehören, die zusammen eine Summe in der Größenordnung von mindestens 20 Mio. Euro erschlichen haben sollen. Die OPEKEPE hat mittlerweile ihre Arbeit eingestellt. In der Folge des Skandals kam es zu Verzögerungen bei der Auszahlung von Fördermitteln, was wiederum Proteste der griechischen Bauern auslöste.
Insektenerzeugung: FarmInsect im Insolvenzverfahren
Die Insektenerzeugung wird sich auch in Deutschland in absehbarer Zeit nicht aus ihrem Nischendasein befreien können. Hierzulande muss die Branche nun ebenfalls einen Dämpfer hinnehmen: Die FarmInsect GmbH hat ein Insolvenzverfahren eingeleitet. Wie der vorläufige Insolvenzverwalter Dr. Alexander Zarzitzky am Mittwoch (1.4.) mitteilte, ist die wirtschaftliche Schieflage des Unternehmens auf das schwierige Marktumfeld durch niedrige Preise für Soja und Fischmehl zurückzuführen. Auch die hohen Produktionskosten seien ein Faktor gewesen. Laut Zarzitzky gab es zudem eine Verzögerung bei der Auszahlung einer vereinbarten Finanzierungstranche. Die in der Folge entstandene Liquiditätslücke habe einen Insolvenzantrag "unumgänglich" gemacht.
Nach Angaben des Insolvenzverwalters wird der Geschäftsbetrieb bei FarmInsect ohne Einschränkung fortgeführt, die Gehälter der Mitarbeiter sollen gesichert sein. Die Perspektiven sind nach Einschätzung von Zarzitzky gut. "Aufgrund der technologischen Reife und der validierten Marktpositionierung sind die Aussichten für die Sanierung im Rahmen eines strukturierten Investorenprozesses äußerst positiv", so der Jurist. Das Unternehmen stehe kurz davor, Kostenparität zu herkömmlichem Fischmehl zu erreichen und plane eine "massive Expansion" in den US-Markt für Heimtier- und Geflügelfutter. Laut Zarzitzky wurden bereits erste Gespräche mit interessierten Investoren geführt. Ziel sei es, das Unternehmen unter dem Dach eines starken strategischen Partners langfristig zu stabilisieren und die Arbeitsplätze am Standort Bergkirchen zu erhalten.
FarmInsect wurde 2020 gegründet und verkauft automatisierte Mastanlagen für die Aufzucht von Larven der Schwarzen Soldatenfliege. Das Konzept sieht vor, dass landwirtschaftliche Betriebe Reststoffe als Futter für die Larven nutzen und diese wiederum als Proteinfutter verwenden. Nach Angaben der Insolvenzverwaltung wurden seit der Gründung des Unternehmens rund 16,2 Mio. Euro in die Entwicklung investiert. Neben Eigenkapital waren auch Investoren ins Boot geholt worden. 2022 war das Unternehmen vom Europäischen Innovationsrat (EIC) für eine Förderung in Höhe von 2,5 Mio. Euro ausgewählt worden. 2023 waren im Rahmen einer Finanzierungsrunde 8,0 Mio. Euro eingeworben worden.
