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NEWS
von der AVA und aus der Branche
Grüne starten neuen Anlauf für Nutzhanfliberalisierung
Die Grünen im Bundestag wollen Erleichterungen beim Anbau von Nutzhanf erneut auf die Tagesordnung bringen.
Ein von der Fraktion erarbeiteter Gesetzentwurf sieht neben dem Streichen der sogenannten Missbrauchsklausel auch vor, den Anbau von Nutzhanf in Gewächshäusern zu erlauben und den Grenzwert für den Gehalt des berauschenden THC von 0,3 auf 1% zu erhöhen. „Hanf ist eine enorm robuste und vielfältige Nutzpflanze. Der Anbau stärkt den Boden und gelingt ohne Pestizide“, kommentierte der Grünen-Politiker Karl Bär gegenüber AGRA Europe.
Dass der Nutzhanfanbau in Deutschland bislang noch eine Nische ist, räumt Bär ein. Allerdings sei dies vor allem mit rechtlichen Hürden und Unsicherheiten begründet. „Mit unserem Gesetzesentwurf bauen wir Bürokratie ab und stärken eine lokale und ökologisch vorteilhafte Wertschöpfungskette“, so der Grünen-Politiker.
Die Missbrauchsklausel aus dem Konsumcannabisgesetz zu streichen ist eine etablierte Forderung aus der Nutzhanfbranche. Die Regelung schreibt vor, dass der Nutzhanfanbau nur zulässig ist, wenn ein Missbrauch zu Rauschzwecken ausgeschlossen werden kann. Zwar halten Fachleute einen solchen Missbrauch in einzelnen Fällen theoretisch für möglich, angesichts des unverhältnismäßigen Aufwands gilt dies allerdings als unplausibel. Einen Versuch, die geltenden Vorschriften zu lockern, unternahm zuletzt die Ampelkoalition. Das Vorhaben fiel jedoch dem vorzeitigen Regierungsbruch zum Opfer.
Bundesregierung noch uneins
Ob das Projekt nun unter der schwarz-roten Koalition weiterverfolgt wird, ist derzeit noch unklar. Dem Vernehmen nach gibt es insbesondere im Lager der Union große Vorbehalte gegenüber Deregulierungen im Konsumcannabisgesetz. Zwar hat Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer den Bürokratieabbau zur Chefsache erklärt, doch zumindest beim Thema Nutzhanf scheinen sich die Ambitionen, überflüssige Regelungen abzuschaffen, in engen Grenzen zu halten. Auf Anfrage von AGRA Europe erklärte zuletzt ein Sprecher des Bundeslandwirtschaftsministeriums (BMLEH), dass die Meinungsbildung innerhalb der Bundesregierung zum Thema Nutzhanf „noch nicht abgeschlossen“ sei.
Hanfanbau ist noch Nische
In Deutschland fristet der Anbau von Nutzhanf aktuell noch ein Nischendasein. Laut der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) schrumpfte die Anbaufläche 2024 im Vergleich zum Vorjahr sogar um etwa ein Viertel auf nun knapp 5.300 Hektar. Gleichzeitig bescheinigte eine im Frühjahr vorgelegte Analyse der Rentenbank Nutzhanf ein „erheblichen Potenzial“ in der Bioökonomie. Auch in diesem Papier wurden regulatorische Hürden als Faktor identifiziert, die den Anbau bislang unattraktiv machen.
Auf Zustimmung stößt daher der Gesetzentwurf der Grünen beim Branchenverband Nutzhanf-Netzwerk. Nur wenn die Missbrauchsklausel falle, könne Nutzhanf rechtlich als das behandelt werden, was er eigentlich sei, „ein vielseitiger landwirtschaftlicher Rohstoff ohne Rauschwirkung“, betonte der Verbandsvorsitzende Heinrich Rennebaum.
„Wir hoffen, dass insbesondere die Union bereit ist, hier über ihren Schatten zu springen und den Vorstoß konstruktiv zu begleiten“, erklärte er. Begrüßt wurde vom Verband zudem die Forderung nach einer Anhebung der THC-Grenzwerte. Ohne diese Anpassung drohten ansonsten neue Unsicherheiten entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
Butterpreis für Milchbauern ruinös - Was kommt beim Bauer an?
Kunden dürften sich über die sinkenden Butterpreise bei Discountern und Supermärkten freuen, in der Landwirtschaft fallen die Reaktionen hingegen deutlich negativ aus.
«Für uns Milchviehhalter bedeuten solche Preise ein wirtschaftliches Desaster», sagte der Sprecher des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter, Hans Foldenauer.
Butter ist so günstig wie lange nicht. Die Handelsketten reduzierten die Preise am Wochenende erneut. Ein 250-Gramm-Stück Deutscher Markenbutter der Eigenmarken ist nun für 99 Cent zu haben. Der Butterpreis hat sich damit innerhalb eines Jahres mehr als halbiert.
Der Grund dafür: Milch ist auf dem Weltmarkt günstiger geworden. Bei den Molkereien wurde zuletzt mehr Milch angeliefert als im Vorjahreszeitraum, und der Fettgehalt ist gestiegen. Für die Herstellung eines Päckchens werden rund 5 Kilogramm Rohmilch benötigt. Je mehr Fett die Milch enthält, desto weniger Milch wird dafür gebraucht.
Auszahlungspreis zuletzt auf unter 50 Cent pro Kilo gesunken
Der Milcherzeugerpreis wird von den Molkereien anhand verschiedener Kriterien wie Marktlage, Milchmengen und Fettgehalt festgelegt. In der ersten Jahreshälfte 2025 lag der im Bundesdurchschnitt an die Landwirte ausgezahlte Preis laut Foldenauer bei rund 53 Cent pro Kilo Rohmilch.
Die Produktionskosten lagen im Juli bei 53,53 Cent pro Kilo und hätten damit «gerade so abgedeckt» werden können. Seit dem Sommer sind die Erzeugerpreise laut Verband jedoch gefallen - auf zuletzt durchschnittlich 46 Cent.
Der Discounter Lidl erklärte am Wochenende im Zuge der Preissenkung, man verzichte bewusst auf Marge, «um durch eine höhere Absatzmenge die Milchbauern zu unterstützen».
Foldenauer reagierte darauf folgendermaßen: «Was hilft uns Milchviehhaltern eine höhere Absatzmenge, wenn wir mit jedem Kilogramm Absatz Verluste einfahren?» Der Lebensmitteleinzelhandel könne die niedrigen Butterpreise nur anbieten, weil die Molkereiunternehmen so günstig lieferten - und ihre Preiszugeständnisse «ohne eigenes wirtschaftliches Risiko» direkt an die Landwirte weiterreichten.
Bauernverband spricht von beispiellosem Preiskampf
Foldenauer reagierte darauf folgendermaßen: «Was hilft uns Milchviehhaltern eine höhere Absatzmenge, wenn wir mit jedem Kilogramm Absatz Verluste einfahren?» Der Lebensmitteleinzelhandel könne die niedrigen Butterpreise nur anbieten, weil die Molkereiunternehmen so günstig lieferten - und ihre Preiszugeständnisse «ohne eigenes wirtschaftliches Risiko» direkt an die Landwirte weiterreichten.
Der Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes, Karsten Schmal, sprach von einem «beispiellosen Preiskampf im Lebensmitteleinzelhandel». Der angekündigte Margenverzicht reicht aus seiner Sicht nicht aus. Entscheidend für die Bauern sei ein spürbarer, positiver Effekt bei der Entwicklung des Milcherzeugerpreises.
FAO-Agrarpreisindex: Nur die Getreidepreise steigen
Die Weltmarktpreise für wichtige landwirtschaftliche Erzeugnisse sind im November den dritten Monat in Folge gefallen. Der von der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) berechnete Gesamtpreisindex lag bei 125,1 Punkten und damit 1,2% unter dem revidierten Oktober-Wert.
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Grüne ändern ihren Kurs zu Homöopathie auf Parteitag in Hannover
Auf ihrem Parteitag haben die Grünen der Homöopathie eine klare Absage erteilt – gegen den Trend, gegen alle alte Sympathien und zugunsten der Wissenschaft.
Die Kostenerstattung für homöopathische Präparate suggeriere eine Wirksamkeit der Mittel und führe Patienten in die Irre, so der nun beschlossene Antrag der Grünen. Mit dem Beschluss ändern die Grünen ihren Kurs
»Die Solidargemeinschaft soll nicht für Therapien aufkommen, deren Wirksamkeit über den Placeboeffekt hinaus wissenschaftlich nicht belegt ist«, heißt es in dem verabschiedeten Antrag aus Berlin. Die Kostenerstattung suggeriere eine Wirksamkeit homöopathischer Mittel und führe Patienten in die Irre, so der nun beschlossene Antrag. Anders betrachten die Grünen pflanzliche Arzneimittel, hier gebe es vielfach Belege für die Wirksamkeit. Kassen können Homöopathie als Teil ihres Leistungskatalogs anbieten.
Gesundheit sei kein Glaubenssystem, sondern eine Frage von Evidenz und Verantwortung… .
Steckbriefe zur Tierhaltung in Deutschland: Hier Ferkelerzeugung und Schweinemast
Das Thünen-Institut (Autoren: Deblitz C, Meiners H, Efken J (2025) hat diese bemerkenswerte pdf-Datei zur „Ferkelerzeugung und Schweinemast“ herausgegeben, aus der Sie eine Menge Informationen "herausholen" können.

Ein Auszug:
Der starke Rückgang der Schweinebestände und die daraus resultierende Produktion haben sich im Jahr 2023 und 2024 abgeschwächt. Mit Anteilen von 49 Prozent des Verbrauchs und 59 Prozent der Produktion bleibt Schweinefleisch dennoch die bedeutendste Fleischart, allerdings mit abnehmender Tendenz.
Bei den Bestandszahlen ist zu beachten, dass diese eine Stichtagserhebung darstellen und insbesondere bei den Ferkeln, Jung-, und Mastschweinen unter der Zahl der jährlich gehaltenen bzw. geschlachteten Tiere liegen. Dies liegt daran, dass die durchschnittliche Mastdauer bei 112 Tagen liegt und daher pro Jahr mehrere Durchgänge in einem Betrieb erfolgen. • Die Anzahl der Sauen liegt bei 1,39 Millionen und ist in den letzten 10 Jahren um etwa 30 Prozent zurückgegangen.
Die Zahl der Ferkel beträgt ungefähr 6,5 Millionen und lag damit leicht über dem Vorjahreswert.
• Die Anzahl Mastschweine über 50 kg liegt bei etwa 9,4 Millionen. Addiert man die Jungschweine mit 20-50 kg dazu, ergibt sich eine Anzahl von gut 13 Millionen.
• Die Zahl der Mastschweine ist in den letzten 10 Jahren um rund 25 Prozent gesunken, die Zahl der gehaltenen Ferkel ebenfalls um 23 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Zahl der Mastschweine um ca. 319 000 Stück reduziert, während die Zahl der Ferkel um etwa 87 000 Tiere gestiegen ist.
• Im Jahr 2025 ist ein weiterer leichter Anstieg der Bestände bei Ferkeln zu erkennen. Dies ist bei leicht sinkenden Sauenbeständen auf den Anstieg der Ferkelimporte zurückzuführen. Der überwiegende Teil dieser Ferkel stammt aus Dänemark, wo derzeit eine Ausmast der Ferkel aufgrund niedriger Schweinepreise nicht rentabel ist…. .
Hier downloaden SIe den Steckbrief Ferkelerzeugung+Schweinemast
Schafhaltung in der Krise: Deutschlands Bestände schrumpfen weiter
Schäferinnen und Schäfer sorgen für Artenvielfalt, pflegen Landschaften und sichern Deiche. Damit leisten sie einen unverzichtbaren Beitrag zum Natur- und Hochwasserschutz
Aber Herdenschutz, Kosten, Bürokratie sind die größten Belastungen für Schäfereien

Die deutsche Schafhaltung steht vor einem tiefgreifenden Wandel. Seit Jahrhunderten liefern Schafe Wolle und Fleisch, halten Grasnarben kurz und tragen durch ihren goldenen Tritt zum Hochwasserschutz bei. Doch trotz dieser vielfältigen Leistungen schrumpfen die Bestände seit Jahren spürbar. Nach aktuellen Zahlen der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) wurden 2024 bundesweit nur noch rund 1,5 Millionen Tiere gehalten – fast 90.000 weniger als vor zehn Jahren. In Niedersachsen sank der Bestand im gleichen Zeitraum um sechs Prozent auf fast 160.000 Schafe.
„Die Gründe für den Rückgang der professionellen Schafhaltung sind vielfältig“, erklärte ein BLE-Sprecher. Sowohl die Vermarktung von Wolle als auch die Preise für Lämmer bieten vielen Schäfereien schon lange keine kostendeckende Grundlage mehr. Hinzu kommen hohe Ausgaben für Futter, Tierarzt und Transport sowie ein stetig zunehmender Verwaltungsaufwand.
Gleichzeitig bleibt der Herdenschutz eine große Herausforderung. Trotz intensiver Präventionsmaßnahmen registrierte die Dokumentations- und Beratungsstelle Wolf (DBBW) im Jahr 2024 insgesamt 3.781 verletzte, vermisste oder getötete Schafe. Aufwendige Schutzmaßnahmen wie wolfsabweisende Zäunung oder Herdenschutzhunde verursachen hohe Kosten und belasten besonders kleinere Betriebe stark.
Diese Situation bestätigt auch der Förderverein der Deutschen Schafhaltung (FDS). Vorsitzender Wendelin Schmücker spricht von einer „akuten Existenzkrise“. Besonders besorgniserregend sei der demografische Trend: Mehr als die Hälfte der Berufsschäfer ist über 55 Jahre alt, und Nachwuchs fehlt vielerorts. Innerhalb von zwei Jahrzehnten habe sich die Zahl der Berufsschäfer halbiert; heute gebe es bundesweit nur noch rund 900 Betriebe. Die Rahmenbedingungen erschwerten einen Generationswechsel massiv: langwierige Genehmigungsverfahren, hohe Belastungen im Herdenschutz und ein reales Einkommen, das häufig unter Mindestlohn liege. „Die Schäfer sterben nicht aus – sie werden kaputt verwaltet“, warnt Schmücker.
Die gesellschaftliche Bedeutung der Schäferei geht weit über die Produktion hinaus. Schäferinnen und Schäfer sorgen für Artenvielfalt, pflegen Landschaften und sichern Deiche. Damit leisten sie einen unverzichtbaren Beitrag zum Natur- und Hochwasserschutz. „Wenn wir nichts ändern, geht in Deutschland das Licht der Schäferei aus. Dann steht irgendwann niemand mehr draußen auf den Weiden, der unsere Landschaft pflegt und Tiere hütet“, mahnt Schmücker und fordert ein entschiedenes Umsteuern seitens der Politik.
Auch Verbraucherinnen und Verbraucher können ihren Beitrag leisten: Wer bewusst zu regionalem Schaf- und Lammfleisch greift, unterstützt nicht nur eine artgerechte Tierhaltung, sondern fördert zugleich eine umwelt- und klimafreundliche Landwirtschaft vor Ort. Und dafür braucht es keinen besonderen Anlass – Lammfleisch kann nicht nur zu Ostern, sondern ebenso in der Advents- und Weihnachtszeit die festliche Tafel bereichern.( L P D )
EU-Schlachtschweinemarkt: Preisentwicklung meist ruhig
Auf den europäischen Schlachtschweinemärkten ist ein Preisbeben infolge des Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Spanien bislang weitgehend ausgeblieben. Zwar rutschte die Notierung in Spanien kräftig ab. Und auch in Dänemark sank der Preis.

In den übrigen Ländern blieb aber weitgehend alles beim Alten. Das liegt auch daran, dass die Folgen des Seuchenausbruchs bislang noch nicht absehbar sind. Außerdem sorgt das Weihnachtsgeschäft für Stabilität. Die Vorbereitungen der Fleischwirtschaft auf die bevorstehenden Festtage sind nun EU-weit voll im Gange.
Hierzulande beließ die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) ihren Leitpreis am Mittwoch (3.12.) bei unverändert 1,60 Euro je Kilogramm Schlachtgewicht (SG). Der Markt sei bei umfangreichen Schlachtungen überwiegend ausgeglichen, so die VEZG. Die Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) berichtete von einem deutschlandweit weiter großen Angebot an Schlachtschweinen.
Die Mengen „scheinen kaum kleiner zu werden“, obwohl die Schlachtunternehmen ihre Kapazitäten voll auslasteten. Allenfalls die leicht sinkenden Schlachtgewichte deuteten auf eine langsame Normalisierung hin. Je nach Region würden die Märkte als ausgeglichen oder auch überversorgt beschrieben.
Im Einzelhandel steigt laut AMI derzeit die Häufigkeit von Werbeaktionen im Bereich Schweinefleisch. Insgesamt falle die Nachfrage eher größer aus. Dabei würden sowohl Konsumqualitäten als auch Verarbeitungsfleisch umfangreich geordert.
Auch der österreichische Verband landwirtschaftlicher Veredelungsproduzenten (VLV) hielt seine Notierung zuletzt konstant, und zwar bei 1,54 Euro/kg SG. Das große Schlachtschweineangebot fließe meist reibungslos ab, weil es gut zum gegenwärtig hohen Bedarf der Fleischwirtschaft passe. Deren Schlachtaktivität lege in diesen Tagen kräftig zu.
Für die aktuelle Woche sei zu erwarten, dass die 100.000-Stück-Marke erreicht werde. Der ASP-Ausbruch in Spanien habe in Österreich zwar für Verunsicherung gesorgt. Überwiegende Meinung sei aber, dass negative Konsequenzen für die heimische Fleischwirtschaft erst im neuen Jahr spürbar werden könnten.
DC wittert Absatzchancen
Bei der belgischen Danis-Gruppe blieb der Preis für die aktuelle Woche bei 1,050 Euro/kg Lebendgewicht (LG) stehen. Das dänische Schlachtunternehmen Danish Crown (DC), das in der laufenden Woche ebenfalls so viel für Schlachtschweine zahlt wie in der Vorwoche, nahm den Preis für die Kalenderwoche 50 um umgerechnet 7 Cent auf 1,36 Euro/kg SG zurück. In seinem Marktkommentar konzentrierte sich DC ausschließlich auf die ASP-Fälle bei Barcelona. Durch diese und die daraus folgenden Exportbeschränkungen für Spanien habe sich die Dynamik auf dem europäischen Markt für Schweinefleisch „schlagartig verändert“.
„Es handelt sich um sehr große Mengen an Waren, die die spanischen Schlachthöfe nun stattdessen in Europa absetzen müssen“, erklärte DC-Vertriebsleiter Per Fischer Larsen. Das sorge für enorme Unsicherheit. Zugleich gehe es für DC jetzt darum, die attraktiven Nischen im Markt zu finden, die bisher von den Spaniern besetzt gewesen seien. Das Unternehmen erwartet einen Anstieg der Nachfrage aus Japan, sieht aber auch Absatzmöglichkeiten auf anderen Märkten. Es werde jedoch „einige Wochen dauern, bis wir die Aufträge unter Dach und Fach haben und einen Überblick darüber haben, in welchem Umfang wir attraktive Aufträge außerhalb Europas akquirieren können“.
Preisrutsch in Spanien
Am Marché du Porc Français ging die Notierung am Donnerstag geringfügig um 0,4 Cent auf nun 1,490 Euro/kg SG nach unten. Auch in Frankreich schaut man mit Sorge auf die Marktauswirkungen des ASP-Geschehens in Spanien. Die Lage sei ernst. Hoffnung machten aber die Regionalisierungsabkommen der Spanier mit wichtigen Abnehmerländern. Wenn der Ausbruch auf die Region Barcelona beschränkt bleibe, könnten die Folgen für den spanischen und damit auch für den europäischen Markt gemildert werden.
In Spanien brachte der ASP-Ausbruch die bereits seit längerem schwächelnden Preise in den Absturz. An der Agrarbörse von Segovia nördlich von Madrid kosten Schlachtschweine jetzt noch 1,14 Euro/kg LG, nach 1,30 Euro/kg LG eine Woche zuvor. In Italien setzte sich die Talfahrt der Schlachtschweinepreise fort. Die Notierung für frei vermarktete Schlachtschweine mit einem Gewicht von 144 bis 152 Kilogramm wurde am Donnerstag bei 1,600 Euro/kg LG festgelegt, nach 1,640 Euro/kg LG in der Vorwoche. Auch die Notierung für Vertragsschweine derselben Kategorie fiel um 4 Cent, auf nun 1,740 Euro/kg LG.
EU-Durchschnittspreis sinkt weiter
Auf europäischer Ebene ging der Durchschnittspreis weiter nach unten. In der Woche zum 30. November wurden Schlachtschweine der Handelsklasse E im Mittel der meldenden Mitgliedstaaten nach Angaben der EU-Kommission für 166,18 Euro/100 kg SG gehandelt. Das entsprach einem Rückgang um 1,8% gegenüber der Vorwoche. Das Vorjahresniveau wurde um 13,5% verfehlt.
Der mit 6,1% größte Preisabschlag wurde aus Slowenien gemeldet, gefolgt von Lettland, Ungarn, Polen und Tschechien mit jeweils zwischen 5,7 und 5,4%. In Belgien ging der Preis um 3,7% nach unten, in Österreich um 2,5% und in Dänemark um 1,1%. Nennenswerte Preisaufschläge gab es keine.
Notierungen am Milchmarkt weiter rückläufig
Die Preise für Milchprodukte sind sowohl in Deutschland als auch auf dem Weltmarkt zuletzt ein weiteres Mal gefallen.

An der Süddeutschen Butter- und Käsebörse in Kempten lag die Notierung für Blockbutter am Mittwoch (3.12.) bei 4,25 bis 4,90 Euro/kg, ein Rückgang gegenüber der Vorwoche von 35 Cent am unteren und 20 Cent am oberen Ende der Spanne.
Unterdessen blieb der Preis für kontraktgebundene Päckchenbutter in der Berichtswoche am unteren Ende des Preiskorridors unverändert bei 4,70 Euro/kg. Am oberen Ende gab er um 10 Cent auf 5,25 Euro/kg nach. Bei der Auktion am Dienstag (2.12.) auf der internationalen Handelsplattform Global Dairy Trade (GDT) fiel der Butterpreis im Mittel aller Lieferkontrakte auf umgerechnet 4.439 Euro/t; das waren 12,6% weniger als zwei Wochen zuvor.
Die Vollmilchpulvernotierung in Deutschland gab gegenüber der Vorwoche ebenfalls nach. Ab Werk wurden 2,97 bis 3,10 Euro/kg gezahlt, was einem Abschlag von 23 Cent beziehungsweise 25 Cent gegenüber der Vorwoche entspricht. Auch an der GDT fiel der Preis und lag bei der jüngsten Auktion bei 2.889 Euro/t, 3,0% unter dem Preisniveau vom 18. November.
Magermilchpulver in Nahrungsmittelqualität wurde zuletzt in Deutschland für 2,00 bis 2,15 Euro/kg gehandelt, was eine Korrektur des Höchstpreises um 2 Cent nach unten bedeutete. Für Ware in Futtermittelqualität wurde gegenüber der Vorwoche ein Abschlag am unteren Ende der Spanne von 9 Cent und am oberen von 10 Cent gemeldet, sodass diese von 1,83 bis 1,85 Euro/kg reichte. An der GDT fiel die Notierung für Magermilchpulver um 2,2% auf 2.145 Euro/t.
Der neuseeländische Molkereikonzern Fonterra korrigierte jüngst seine Vorhersage für den Milchauszahlungspreis von bisher umgerechnet 4,45 bis 5,44 Euro je Kilogramm Milchtrockenmasse (MS) auf 4,45 bis 4,95 Euro pro Kilogramm MS. Als Begründung verwies die Geschäftsführung auf den Preisverfall an der GDT in den letzten Wochen. Sowohl in Neuseeland als auch in anderen milchproduzierenden Ländern seien in den letzten Monaten große Mengen gemolken worden. Für die Saison 2025/26 hob die Molkerei ihre erwartete Milchannahmemenge von 1,525 Mio. Kilogramm MS auf 1,545 Mio. Kilogramm MS an.
Auch der deutsche Lebensmitteleinzelhandel hat erneut seine Preise gesenkt. Ende November kündigten Aldi und Lidl fast zeitgleich an, das 250-Gramm-Päckchen Deutsche Markenbutter zukünftig für 1,19 Euro statt 1,29 Euro zu verkaufen. Damit liegt der Kilopreis der Discounter im unteren Bereich der Preisspanne des Großhandels.
Preise am EU-Schlachtrindermarkt im Aufwind
Die Durchschnittspreise für Schlachtrinder in der Europäischen Union haben zuletzt erneut zugelegt.

Insbesondere Jungbullen der Handelsklasse R3 wurden teurer gehandelt. Sie erzielten nach Angaben der EU-Kommission in der Woche zum 30. November im gewogenen Mittel der meldenden Mitgliedstaaten 0,4% höhere Preise als in der Vorwoche und damit 721,91 Euro/100 kg Schlachtgewicht (SG). Dänemark konnte einen Aufschlag von 2,8% vorweisen.
In Spanien und Österreich betrug das Plus jeweils 0,6%. Auch in Deutschland und Frankreich verteuerten sich R3-Bullen, allerdings nur um 0,3% beziehungsweise 0,1%. In Belgien kam es zu einem leichten Preisrückgang von 0,1%. In Irland und Polen gaben die Notierungen um 0,8% beziehungsweise 1,3% nach. Aus Italien wurde ein 13,8% niedrigerer Preis gemeldet.
Auch die EU-Notierung für Schlachtkühe konnte leicht zulegen. Für Tiere der Handelsklasse O3 wurden der Kommission zufolge durchschnittlich 609,04 Euro/100 kg SG gezahlt, 0,2% mehr als zuvor. In Österreich, Spanien und Deutschland betrugen die Aufschläge gegenüber der Vorwoche 3,6, 2,1 und 2,0%. Eine Preissteigerung von 0,1% verzeichnete Dänemark.
Um 0,4% nach unten ging die Preisfeststellung in Belgien. Schwächer zeigten sich die Notierungen in Frankreich, Irland und Polen, sie gaben um 0,9, 1,2 beziehungsweise 1,8% nach. In Italien wurde den offiziellen Zahlen zufolge 2,5% weniger für O3-Kühe bezahlt.
Klar bergauf ging es für den EU-Durchschnittspreis von Schlachtfärsen. Für Tiere der Handelsklasse R3 wurden laut Kommission im Mittel 728,04 Euro/100 kg SG gezahlt; das waren 0,3% mehr als in der Woche zuvor. Ein Preisanstieg in Höhe von 1,4% wurde im Wochenvergleich für Dänemark dokumentiert, 1,2% waren es in Italien.
In Deutschland legte die Notierung um 1,1% zu, in Österreich um 1,0%. Ein Plus von 0,4% meldete Spanien. In Belgien bewegte sich die Notierung seitwärts. Abschläge von 0,1 sowie 0,5% waren in Frankreich und Irland zu akzeptieren. In Polen gab die Notierung um 1,6% nach.
Tödlicher Virus: Vermehrt Fälle von Pseudowut
In den vergangenen Wochen wurden aus Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern vermehrt positive Fälle der Aujeszkyschen Krankheit gemeldet. Experten raten zu besonderen Verhaltensweisen, um Hunden leidvolle Todeskämpfe zu ersparen.
Die Aujeszkysche Krankheit (AK) endet für Hunde so gut wie immer tödlich – und das meist qualvoll. Steht die Diagnose, hilft nur noch das zeitige Einschläfern. Die Symptome sind ähnlich wie bei der Tollwut, daher auch der Beiname Pseudowut. Infizierte Vierbeiner weisen in der Regel zunächst Müdigkeit und Fieber auf. Erbrechen und extremes Kratzen am Kopf folgen. Bei einem kürzlich dokumentierten Fall eines Deutsch-Drahthaars in Mecklenburg-Vorpommern wurde das ganze Ausmaß dieses Leides sichtbar, als er sich die Hälfte des Gesichtes zerkratzte. Nachdem die Diagnose feststand, blieb der Hundeführerin nichts anderes übrig, als das Leid schnell zu beenden. Das Tragische: Einen Tag später verlor die Jägerin einen weiteren Hund, der sich offenbar bei der selben Jagd und am selben Stück mit der Krankheit infizierte.
Experten warnen und geben Tipps
Grundsätzlich gäbe es zwar keinen Grund zur Panik, dennoch sollte man einige Dinge bei der Jagd beachten. Hunde sollten nach Möglichkeit nicht Ein- und/oder Ausschüsse belecken dürfen. Auch das „Beuteln lassen“ an der Strecke muss unterbleiben. Je weniger Kontakt Hunde mit erlegten Sauen haben, desto geringer ist die Gefahr vor einer Infektion. Und zur Erinnerung: Niemals bekommen Vierbeiner rohes Schweinefleisch!
Dass das Infektions-Risiko kein regionales Problem ist, wird durch bestätigte Fälle aus Niedersachsen (Landkreis Harburg) deutlich. Im Norden des Landes, aber auch im Süden an der Grenze zu Nordrhein-Westfalen (Kreis Hameln-Pyrmont) wurde jüngst der Virus festgestellt. Passen Sie also auf Ihre vierbeinigen Jagdhelfer auf – egal wo sie jagdlich unterwegs sind.
