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NEWS
von der AVA und aus der Branche
Video: Kotverdreckte Rinder und Kälber im Familienbetrieb von Günther Felßner
Bereits vor den Bundestagswahlen im Februar 2025 wurde der aktuelle Präsident des Bayerischen Bauernverbandes, Günther Felßner, als Amtsnachfolger für die Stelle des Agrarministers vorgeschlagen. Seitdem regte sich aus verschiedenen Richtungen immer größer werdender Protest gegen den verurteilten Agrar-Lobbyisten und Umweltstraftäter.
Uns bei PETA Deutschland wurde anonym Bildmaterial zugespielt, das Missstände bei der Rinderhaltung im Familienbetrieb Felßner zeigt.
Proteste gegen Günther Felßner als Amtsnachfolger des Agrarministers
Campact sowie das Umweltinstitut München e.V. hatten sogar Petitionen gegen Felßner als künftigen Minister ins Leben gerufen und die Tierrechtsorganisation Animal Rebellion ist ihm im wahrsten Sinne des Wortes „aufs Dach gestiegen“ – und zwar auf das Dach des Stalles, auf dem Betriebsgelände seiner Rinderhaltung. Obwohl der Protest laut Aussagen der Aktivist:innen friedlich verlief, ein Mitarbeiter diese sogar in den Stall einlud und die Aktion nicht an seiner Wohnadresse stattfand, inszenierte sich Felßner in einer folgenden Erklärung als Opfer eines angeblichen Angriffs auf seine Privatsphäre und als besorgter Tierhalter. Zu diesem Zeitpunkt hatte jedoch bereits eine Kontrolle durch das Veterinäramt stattgefunden.
Video zeigt Tierleid im Familienbetrieb Felßner
Denn uns bei PETA Deutschland erreichte im März 2025 anonym zugespieltes Videomaterial aus einem Rindermaststall, mit dem Hinweis, dass es aus dem Familienbetrieb Felßner stamme: Darin sind unter anderem kotverdreckte Rinder und Kälber zu sehen. Wir haben die Missstände daraufhin bei der zuständigen Behörde gemeldet, weshalb der Stall kontrolliert wurde. Das Veterinäramt fand tatsächlich Missstände vor und ordnete verschiedene Maßnahmen zu deren Behebung an… .
Video zeigt kränkliche Kälber
Verschmutzungen durch Kot und Urin beeinträchtigen nicht nur das Wohlbefinden, sondern können ernsthafte Erkrankungen nach sich ziehen.
- Zahlreiche Kälber und Rinder zeigen an verschiedenen Stellen ihres Körpers kahle Hautstellen, das Fell wirkt stumpf und struppig.
- Ein Kalb hat eine Wunde am Schwanz, einem weiteren läuft die Nase – insgesamt erwecken diese Tiere im Betrieb Felßner den Eindruck krank zu sein.
Die Tierärztin Dr. med. vet. Claudia Preuß-Ueberschär, Sprecherin des „Tierschutznetzwerks Kräfte bündeln“ und erste Vorsitzende des Vereins „Tierärzte für verantwortbare Landwirtschaft e.V.“, bestätigte in einer Beurteilung der Videoaufnahmen unsere Bewertungen: Auch sie ordnete die Kotverschmutzungen fast aller Tiere als übermäßig ein und das Fell der meisten Tiere als struppig. Dies sei ein Hinweis auf mangelhafte Haltungsbedingungen. Auch die bei vielen Tieren zu sehenden kahlen Stellen fand sie auffällig und auf jeden Fall näher untersuchungsbedürftig.
PETA zeigt Betrieb beim zuständigen Veterinäramt an
Umgehend meldeten wir die Zustände dem Landratsamt Nürnberger Land und forderten eine unangekündigte Kontrolle sowie die Klärung der Hautveränderungen durch die Veterinär:innen. Denn oftmals sind Kontrollen angemeldet, was dazu führt, dass Missstände vorab beseitigt werden. Bereits kurz nach unserer Meldung fand laut Aussage des Landratsamtes Nürnberger Land eine Kontrolle ohne Voranmeldung auf dem Hof statt, bei der verschiedene geringe bis mittelgradige Mängel festgestellt wurden. Das Veterinäramt ordnete unter anderem an, einen Laufstall und den Außenbereich umgehend auszumisten und so einzustreuen, dass jedem Tier eine trockene Liegefläche zur Verfügung steht. Außerdem sollte der Gesundheitszustand des Tierbestandes tierärztlich abgeklärt werden… .
Zusätzliche Glucoseoxidase als Antibiotikaersatz lindert Durchfall und verbessert die Darmgesundheit bei abgesetzten Ferkeln
Durchfall, der durch Stress beim Absetzen verursacht wird, ist ein ernstzunehmendes Problem in der Schweineproduktion. Ziel dieser Studie war, das Potenzial von Glucoseoxidase (GOD) als Antibiotika-Ersatz zur Linderung von Durchfall und Verbesserung der Darmgesundheit bei abgesetzten Ferkeln zu untersuchen.
Gemäß einem randomisierten Blockdesign wurden 250 im Alter von etwa 21 Tagen abgesetzte Ferkel in 5 Gruppen (5 Replikate/Gruppe) aufgeteilt, die eine Grundnahrungsmittel ohne oder mit zusätzlichen 200 mg/kg Antibiotika, 500, 1000 bzw. 2000 U/kg GOD erhielten. Die diätetischen Behandlungen hatten keinen Einfluss ( p > 0,05) auf das Wachstum der Ferkel. Allerdings waren alle zusätzlichen Dosen von GOD den Antibiotika hinsichtlich der Verringerung von Durchfall gleichwertig oder überlegen ( p < 0,05) und der Verbesserung ( p < 0,05) des Thymusindex sowie der antioxidativen Eigenschaften von Leber und Dickdarm. Die Zugabe von GOD in Dosierungen von 1000 bzw. 2000 Einheiten/kg senkte den pH-Wert im Blinddarm bzw. Rektum ( p < 0,05 ). Sie zeigten zudem eine ähnliche oder höhere Wirksamkeit als Antibiotika bei der Verbesserung der Morphologie von Duodenal und Jejunum sowie der Expression bestimmter Tight-Junction-Proteine im Jejunum und Kolon. Insgesamt stellt GOD eine antibiotische Alternative zur Reduzierung von Durchfall bei abgesetzten Ferkeln dar, da es gleichzeitig die Darmstruktur und -funktionen verbessert.
Was sind die Schlussfolgerungen:
GOD hatte das Potenzial, Antibiotika (OC) zu ersetzen, um Durchfall bei abgesetzten Ferkeln zu lindern. Dies könnte mit seiner Fähigkeit zusammenhängen, die Darmgesundheit, einschließlich der antioxidativen Eigenschaften, der Morphologie und der Barrierefunktion des Darms, zu verbessern. Unter den Bedingungen dieser Studie war eine GOD-Zugabe von 500 U/kg wirksam, jedoch war eine hohe Dosis (2000 U/kg) GOD für abgesetzte Ferkel besser. Unsere Ergebnisse lieferten neue Erkenntnisse zu Ansätzen zur Linderung von Durchfall nach dem Absetzen bei Ferkeln. Es ist jedoch nicht bekannt, ob die positiven Effekte von GOD auf abgesetzte Ferkel auch Schweinen in der Mastphase zugutekommen könnten. Daher sollten zukünftige Experimente mit Schweinen über einen längeren Zeitraum durchgeführt werden.,,, ,
QS-Tiergesundheitsberatung läuft nach Plan
Nach Einführung der Tiergesundheitsberatung im Jahr 2024 ermittelte QS erstmals zur Stichtagsberechnung am 01.11.2024 Schweinemastbetriebe deren Befunddaten auffällig waren. Anhand ausgewählter Schlachtbefunddaten identifizierte QS 100 Betriebe. Ihre Befunddaten zeigten deutliche Auffälligkeiten bei den Tiergesundheitskriterien Schwanzveränderung, Teilschäden und Untauglichkeit.
94 der 100 Betriebe hatten – Stand 1.3.2025 – bereits ein Tiergesundheitsaudit, in dem die speziell geschulten Auditoren klärten, ob die tierhaltenden Betriebe tatsächlich Beratungsbedarf haben. Zunächst starten nun 17 Betriebe in die erste Beratungsphase, in der sie gemeinsam mit ihrem Berater mögliche Schwachstellen bei der Tiergesundheit identifizieren und betriebsindividuelle Maßnahmen einleiten. Die Tiergesundheitsberatung setzt sich fort: Die nächste Berechnungs- und Auswertungsphase ist bereits zum 01.02.2025 mit 100 weiteren auffälligen Betrieben angelaufen.
Weitere Informationen zum Ablauf der Tiergesundheitsberatung finden Sie hier.
Neue Studie der Uni Göttingen mit überraschenden Ergebnissen: Misstrauen gegenüber Bio-Lebensmitteln größer als gedacht
Trotz wachsendem Umweltbewusstsein herrscht bei vielen Deutschen Skepsis gegenüber Bio-Lebensmitteln. Ernährungswissenschaftler Uwe Knop beleuchtet die Hintergründe.
Was hat die neue Studie gezeigt?
Die aktuelle repräsentative Umfrage eines großen deutschen Forschungsteams ergab: Viele Menschen misstrauen der Bio-Qualität von Lebensmitteln, wissen aber gleichzeitig nur wenig über den Ökolandbau. Konkret: Nur jeder dritte Befragte ist davon überzeugt, dass die verkauften Bio-Produkte tatsächlich Bio sind. Dagegen stimmten 40 Prozent der Aussage zu: „Bei Bio wird viel betrogen“. Etwa 30 Prozent sind überzeugt, dass Bio „nur Marketing“ ist. Und fast 20 Prozent gehen sogar davon aus, dass sich Bio-Produkte und konventionelle nicht unterscheiden.
Zu diesen ernüchternden Bio-Ergebnissen kommen die Forscher der Agrarökonomie der Göttinger Universität gemeinsam mit Kulturanthropologen und Bildungswissenschaftlern sowie dem Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen. Sie haben dazu 2.000 Personen befragt. Weitere Ergebnisse hat das BZfE Bundeszentrum für Ernährung zusammengestellt.
Sind Bio-Lebensmittel denn nicht gesünder als konventionelles Essen?
Das lässt sich grundsätzlich nicht sagen, denn: Dafür fehlt der wissenschaftliche Nachweis. Es gibt noch nicht einmal einen Beleg (im Sinne der härtesten Forscherwährung Kausalevidenz), der die generelle Einteilung in gesunde und ungesunde Lebensmittel erlauben würde. Daher lehnen auch die sieben großen Fachinstitutionen der Ökotrophologie (Ernährungswissenschaften) in Deutschland, Österreich und der Schweiz diese Einteilung unisono ab.
Auch wenn Bio-Obst und Gemüse vielleicht ein paar Vitamine mehr und Pestizid-Mikrospuren weniger aufweisen und Bio-Milch, -Fleisch und Eier mehr ungesättigte Fettsäuren enthalten: Diese Surrogatparameter (Ersatzwerte für relevante klinische Endpunkte) lassen keinerlei Schlussfolgerung für die Wirkung auf die Gesundheit zu. Bio-Produkte haben jedoch unabhängig davon andere Vorteile.
Welche Vorteile sind das, worauf sollte man beim Kauf von Bio-Produkten achten?
Idealerweise stammen die Produkte aus der ökologischen Landwirtschaft in Ihrer regionalen Nähe, die sich aufgrund strenger Bio-Richtlinien positiv auf die Umwelt auswirken kann – beispielsweise auf die Artenvielfalt von Wildkräutern und Insekten. Und: Damit fördert man auch die lokalen Bauern und die hiesige Wirtschaft. Wer tierische Produkte wie Fleisch oder Milch kauft, kann davon ausgehen, dass die Tierhaltungsstandards deutlich höher und besser sind als in der konventionellen Massentierhaltung. Denn die Bio-Siegel erlauben zwar kein Statement, ob ein Produkt gut für die Gesundheit ist, aber sie geben konkrete Aussagen über Qualitätsstandards bei Aufzucht und Herstellung.
Warum entscheiden sich deutsche Verbraucher für Bio-Lebensmittel?
Einerseits herrscht noch der weit verbreitete Glaube, Bio-Essen sei gesünder. Andererseits will man Umwelt und Tiere schützen. Auf Meta-Ebene, leicht philosophisch betrachtet, ist es wohl so: Mit dem Erwerb von Bio-Lebensmitteln landet auch ein Stück „gutes Gewissen“ im Einkaufswagen. Man will Gutes tun und kauft sich so teilweise von „kollektiver Schuld frei“. Das alles sind begrüßenswerte Triebfedern, gut-reflektierte Gedanken, die jedoch gelegentlich von der Macht des Faktischen konterkariert werden – so beispielsweise bei Bio-Milchprodukten.
Sind Bio-Milchprodukte etwa nicht die bessere Wahl in Sachen Tierwohl?
Die Antwort ist ein „jein“. Denn – und das wird viele überraschen – die zunehmende Produktion von Bio-Milch führt dazu, dass immer mehr Bio-Kälber geboren werden. Aber: Für den (im wahren Sinn) bio-logischen Grund der vielen Bio-Milch, die Bio-Kälber, existiert so gut wie kein Markt. Die Folge: „Die Tiere werden größtenteils an konventionell arbeitende Betriebe verkauft.
Für die Tiere bedeutet dies nicht nur lange Transporte, sie verlassen in der Regel auch die regionale Bio-Wertschöpfungskette, da sie meist an konventionell arbeitende Mastbetriebe verkauft werden. „ Diese Kälber erfahren weder unter ethischen noch ökonomischen Aspekten eine Wertschätzung “, bedauert die Uni Hohenheim. Und das ist wahrlich paradox bis schwer (ent)täuschend: Die Menschen kaufen einerseits mit „gutem Gewissen“ Bio-Milch – und dann andererseits sowas: Gerade die Jungtiere landen in der Massentierhaltung. Wenn die tierwohl-sensiblen Bio-Produkte-Käufer das wüssten, würden Sie wohl auch bei Bio-Milch deutlich differenzierter einkaufen. „Eventuell verdrängen sie diese Tatsache aber auch, um Schuldgefühle beim Kauf von Milchprodukten zu vermeiden“, vermuten die Wissenschaftler der Uni Hohenheim.
Ranking von VIER PFOTEN: So schneiden Top-Lebensmittelproduzenten bei der Proteinwende ab
VIER PFOTEN hat ein neues Ranking ausgewählter, weltweit führender Lebensmittelproduzierender mit Schwerpunkt auf Fertiggerichte veröffentlicht.
Die VIER PFOTEN Lebensmittelindustrie-Challenge untersucht, inwiefern Lebensmittelproduzierende ihren Einfluss für die Förderung pflanzenbasierter Produkte bei gleichzeitiger Fleisch- und Milchreduktion zugunsten von Klimazielen und Tierwohl nutzen.
Laut dem aktuellen Ranking schneidet ein Großteil der bewerteten führenden Lebensmittelproduzenten von Fertiggerichten schlecht ab, wenn es um effektive Strategien zur Reduzierung von Fleisch und Milchprodukten zur Verbesserung des Tier- und Klimaschutzes geht. Das Ranking stellt jedoch positiv fest, dass alle Hersteller pflanzenbasierte Fertiggerichte anbieten.
Zwischen Juli und November 2024 bewertete VIER PFOTEN elf internationale Lebensmittelproduzenten (Bell Food Group, bofrost*, The Campbell’s Company, Conagra Brands, FRoSTA, GBFoods, heristo, Kraft Heinz, Nestlé, Nomad Foods, Dr. August Oetker KG) im Hinblick darauf, ob sie Strategien zur Reduzierung von Fleisch- und Milchprodukten verfolgen, um das Wohlergehen der Tiere in ihren Lieferketten zu verbessern und ihre Treibhausgasemissionen zu senken. Es wurde auch untersucht, inwiefern sie die Erhöhung pflanzenbasierter Produkte fördern. Die Bewertung basierte auf öffentlich zugänglichen Informationen wie CSR- und ESG-Richtlinien sowie auf Informationen, die VIER PFOTEN von den Lebensmittelproduzenten zur Verfügung gestellt wurden.
Obwohl einige positive Tendenzen erkennbar waren – wie z. B. erste Schritte, die Reduktion von Fleisch und Milch in der Unternehmensstrategie zu verankern – erreichten mehr als 80 % der bewerteten Lebensmittelproduzenten nur die Kategorie „schlecht“ oder „sehr schlecht“. Keiner der Hersteller von Fertiggerichten schnitt „gut“ oder „sehr gut“ ab. Die am besten bewerteten Unternehmen – Dr. Oetker, Nestlé, FRoSTA – erreichten die Kategorie „durchschnittlich“, da sie etwas mehr als die Hälfte der Kriterien erfüllten…. .
Multiresistente Keime bei Kaufland-Billigfleisch: Deutsche Umwelthilfe fordert von neuer Bundesregierung schnelles Eingreifen gegen Preisdumping durch Supermärkte
Tests im Auftrag von RTL: Jede dritte Hähnchenfleischprobe von Kaufland mit multiresistenten Erregern belastet, jede zweite mit Campylobacter-Keimen
- Preisdruck als Mitverursacher: Fleischproduzenten setzen Reserveantibiotika ein, solange Tiergesundheit durch mehr Tierschutz teurer ist
- DUH fordert neue Bundesregierung auf, Marktmacht der Supermärkte zugunsten von Verbraucher- und Tierschutz einzuschränken
Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) schlägt Alarm: Jede dritte Hähnchenfleischprobe aus dem Billigsegment von Kaufland ist mit Erregern belastet, die gegen die für Menschen wichtigsten Reserveantibiotika resistent sind. Das ergaben Labortests an 30 Proben aus der Haltungsform 2, die im Auftrag von RTL durchgeführt wurden.
Die DUH sieht im zunehmenden Preisdruck von Supermarktkonzernen in der Lebensmittelkette eine Mitverantwortung: Lieferanten würden mit dem massiven Einsatz von Reserveantibiotika versuchen, Hähnchenfleisch in Massen zu Niedrigstpreisen zu produzieren. Doch je mehr Antibiotika bei Tieren eingesetzt werden, desto mehr resistente Krankheitserreger entstehen und verbreiten sich über das kontaminierte Fleisch bis in die Küchen von Verbraucherinnen und Verbrauchern. Die Umweltorganisation fordert daher von der neuen Bundesregierung, den Preisdruck in der Lebensmittelkette zu stoppen und den Schutz von Menschen und Tieren zu priorisieren.
Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH: "Wir zahlen für Billigfleisch mit unserer Gesundheit und extremem Tierleid. Mitverantwortlich sind diejenigen, die in der Branche das Sagen haben: Nur vier Discounter und Supermärkte kontrollieren über 85 Prozent des Lebensmittelmarktes in Deutschland. Diese können ihre Lieferanten preislich so unter Druck setzen, dass diese in großem Stil zu Reserveantibiotika greifen, weil Antibiotikamissbrauch im Stall billiger ist als gesunde tiergerechtere Haltung. Wir fordern Kaufland auf, endlich Verantwortung zu übernehmen und Billig-Hähnchen auszulisten. Dazu gehört, dass die Supermarktkette auf die höchsten Tierhaltungsstufen wie Biofleisch umstellt. Es ist zwingend notwendig, dass Lebensmittelmärkte langfristig kostendeckende Preise zahlen, damit Tierwohlställe überhaupt gebaut werden. Die neue Bundesregierung muss den Preisdruck in der Lebensmittelkette stoppen und für Gesundheit und Tierwohl konsequent Priorität einräumen gegenüber den Profitinteressen der Supermärkte."
Zudem weist in den Labortests jede zweite Probe Campylobacter-Keime auf, die gesundheitsgefährdend sein können. Pro Jahr erkranken in Deutschland mehr als 50.000 Menschen an meldepflichtigen Infektionen durch Campylobacter. Auch hier sieht die DUH dringenden politischen Handlungsbedarf. Denn auch wenn die Belastungen in Schlachthöfen nachgewiesenermaßen gegen geltende Hygienebestimmungen bei Ekelkeimen verstoßen, gibt es bisher keine Verkaufsverbote oder Sanktionen. Zudem gelten die EU-Grenzwerte aktuell nur für staatliche Proben an Schlachthöfen, nicht aber im Supermarkt als letzter Station vor Zubereitung und Verzehr… .
MKS: Darf man noch Fleisch essen, reisen, ist das ansteckend?
In Ungarn und der Slowakei kam es bisher zu 9 Ausbrüchen der Tierseuche, die meisten davon in unmittelbarer Nähe zu Österreichs Grenze. Wie groß die Gefahr ist, was dagegen getan wird – und warum die EU die Impfung verboten hat (es geht ums Geld).
In Ungarn und der Slowakei kam es bisher zu 9 Ausbrüchen der Tierseuche, die meisten davon in unmittelbarer Nähe zu Österreichs Grenze. Wie groß die Gefahr ist, was dagegen getan wird – und warum die EU die Impfung verboten hat (es geht ums Geld).
Wer diese Bilder einmal gesehen hat, dem gehen sie nicht mehr aus dem Kopf. Dutzende, manchmal hunderte tote Tiere, aufgetürmt zu riesigen Haufen, aus denen Flammen lodern. Die üblichen Maßnahmen zur Eindämmung eines Maul- und Klauenseuchen-Ausbruchs – und gleichzeitig verstörende Szenen wie aus einem Horrorfilm.
Gut möglich, dass uns so etwas bald wieder bevorsteht. Denn in der Slowakei und in Ungarn, in unmittelbarer Nachbarschaft zu Österreich, sind in den letzten Tagen mehrere Fälle der Tierseuche aufgetreten. Die Behörden bemühen sich, zu beruhigen – und verschärfen gleichzeitig die Maßnahmen, die ein Übergreifen der Krankheit auf österreichische Bestände verhindern sollen. Wie groß die Gefahr eines Ausbruchs der Maul- und Klauenseuche (MKS) in Österreich ist, was derzeit dagegen getan wird.
Einem Ausbruch der Maul- und Klauenseuche in Ungarn und der Slowakei. In Ungarn wurde der erste Fall bereits am 7. März verzeichnet, drei weitere folgten. In der Slowakei wurden seit dem 21. März insgesamt 5 Fälle in Rinderzuchtbetrieben bekannt. Und alle betroffenen Betriebe liegen in unmittelbarer Nähe zu Österreich, maximal 50 Kilometer von der Staatsgrenze entfernt.
Es gibt für solche Fälle von der EU festgelegte Protokolle, wie vorgegangen werden muss, um eine Ausbreitung der Seuche zu verhindern. Jene mehr als 1.300 Tiere in einem Milchbetrieb bei Györ, in dem der erste Ausbruch stattfand, wurden mittlerweile alle getötet. Der Betrieb wurde umfangreich gesäubert und desinfiziert. Betriebe, aus denen die weiteren Fälle gemeldet worden sind, liegen wesentlich näher an der Grenze zu Österreich. Hier sind die Eindämmungsmaßnahmen (Tötung sämtlicher Tiere, Desinfektionsmaßnahmen im Betrieb) noch im Gange. Insgesamt müssen mehrere tausend Rinder gekeult werden.
In der Slowakei wurden ab dem 21. März in insgesamt 5 Betrieben Fälle bei Rindern bekannt. Alle Betriebe liegen in der Nähe zur ungarischen oder zur österreichischen Grenze. Auch hier müssen insgesamt mehrere tausend Tiere getötet werden, die Arbeiten sind noch im Gang… .
Neuer Vogelgrippe-Ausbruch in Thüringen: Experten bewerten Risiko für die Bevölkerung
Erst vor kurzem mussten in Bayern 30.000 Tiere gekeult werden. Nun tritt erneut ein Fall in Thüringen auf. Besteht die Gefahr einer Pandemie für Menschen?
Die Geflügelpest – auch Vogelgrippe genannt – forderte erst im März in ganz Deutschland und Europa immer mehr Fälle. Laut Bayerischem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) nehmen seit September 2024 die Ausbrüche bei Geflügel sowie bei Wildvögeln weiter zu. Das trifft auch auf Bayern zu, wo die Vogelgrippe Ende Oktober zuerst in zwei Geflügelbeständen in den Landkreisen Altötting und Roth nachgewiesen wurde und seitdem die Nachweise deutlich zunehmen. Jetzt wurde im Landkreis Gotha (Thüringen) erneut ein infizierter Wildvogel entdeckt. Der Landkreis trifft nun Vorsichtsmaßnahmen.
Bei dem infizierten Vogel im Landkreis Gotha handelte es sich um einen toten Mäusebussard, so die Deutsche Nachrichtenagentur. Geflügelhalter mit größeren Tierbeständen in Teilen des Kreises müssen ihre Tiere in Ställen oder unter einer vor Wildvögeln gesicherten Vorrichtung unterbringen, wie das Landratsamt Gotha mitteilte… .
Vorwurf der Steuerhinterziehung? So verteidigen Sie sich gegen unrechtmäßige Vorwürfe
Was Sie wissen müssen, um den Vorwurf der Steuerhinterziehung zu entkräften. Im Zusammenhang mit Steuerhinterziehung kommt es immer wieder zu Fehlern bei der Verjährungsdurchbrechung, die den Steuerpflichtigen unnötig belasten.
In diesem Beitrag wird erklärt, welche Fehler bei der Verjährungsdurchbrechung häufig passieren und wie Sie sich dagegen verteidigen können. Besonders bei der Prüfung des Vorsatzes und der Anwendung von Schätzungsgrundlagen gibt es immer wieder Fehler, die es zu erkennen und anzufechten gilt…. .
Effizientere Viehwirtschaft könnte Antibiotikaeinsatz stark reduzieren
Eine kürzlich veröffentlichte Studie, an der die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) sowie Forschungspartner beteiligt waren, unterstreicht die Bedeutung der Steigerung der Produktivität in der Viehwirtschaft für die erhebliche Reduktion des globalen Antibiotikaeinsatzes.
Ohne gezielte Maßnahmen könnte der Antibiotikaeinsatz in der Viehzucht bis zum Jahr 2040 um nahezu 30% ansteigen. Die Forschungsergebnisse, die in der Fachzeitschrift Nature Communications veröffentlicht wurden, zeigen jedoch auf, dass durch strategische Produktivitätssteigerungen der prognostizierte Antibiotikaverbrauch um die Hälfte reduziert werden könnte.
Laut der Studie würde der Antibiotikaeinsatz in der globalen Viehwirtschaft unter Beibehaltung des Status quo bis zum Jahr 2040 auf 143.481 Tonnen steigen, was einem Gesamtanstieg von 30% gegenüber dem Jahr 2019 entspricht. Alternative Szenarien deuten jedoch darauf hin, dass der Antibiotikaeinsatz um bis zu 57% reduziert werden könnte, wenn die Produktivität der Viehwirtschaft optimiert wird. Durch die Verbesserung der Tiergesundheit, der Managementpraktiken und der Produktionseffizienz könnte der Einsatz von Antibiotika bis zum Jahr 2040 auf etwa 62.000 Tonnen gesenkt werden, was das Potenzial zielgerichteter Interventionen zur globalen Reduktion verdeutlicht.
Alejandro Acosta, Viehwirtschaftsökonom bei der FAO und Hauptautor der Studie, betont, dass die Steigerung der Produktionseffizienz in der Viehwirtschaft entscheidend ist, um den Antibiotikaeinsatz zu senken. „Indem wir mehr tierische Lebensmittel mit der gleichen Anzahl oder weniger Tieren produzieren, können wir den Bedarf an Antibiotika bei Nutztieren reduzieren und gleichzeitig die globale Ernährungssicherheit stärken.“
Diese Erkenntnis unterstreicht das weltweite Engagement zur Bekämpfung der antimikrobiellen Resistenz (AMR). Die AMR-Erklärung der UN-Generalversammlung 2024 fordert eine erhebliche Reduktion des antimikrobiellen Einsatzes in den Agrar- und Ernährungssystemen bis 2030. Die Umsetzung dieses Ziels stellt insbesondere in Regionen, in denen die Viehwirtschaft zur Deckung der steigenden Nahrungsmittelnachfrage expandiert, eine erhebliche Herausforderung dar.
Junxia Song, leitende Tiergesundheitsbeauftragte bei der FAO und Mitautorin der Studie, hebt hervor, dass Akteure im Viehsektor zusammenarbeiten müssen, um die Krankheitsprävention zu verbessern, Überwachungssysteme zu stärken und in Innovationen zu investieren, die die Tiergesundheit fördern und die Abhängigkeit von Antibiotika verringern.
Zur Unterstützung dieser Bemühungen hat die FAO kürzlich die Initiative „Reduce the Need for Antimicrobials on Farms for Sustainable Agrifood Systems Transformation“ (RENOFARM) ins Leben gerufen. Dieses Programm bietet politische Leitlinien, technische Unterstützung und Kapazitätsaufbau, um Ländern zu helfen, den Antibiotikaeinsatz zu verringern und gleichzeitig eine nachhaltige Transformation der Viehwirtschaft zu fördern.
Thanawat Tiensin, stellvertretender Generaldirektor und Direktor der Abteilung für Tierproduktion und Gesundheit bei der FAO, erklärte, dass die FAO sich dafür einsetzt, die Agrar- und Ernährungssysteme durch die Reduzierung des Bedarfs an antimikrobiellen Stoffen zu transformieren, wie es das RENOFARM tut, und damit nachhaltige Praktiken fördert und die öffentliche Gesundheit schützt.
Ein wesentlicher Beitrag der Studie ist die Einführung der Methode zur Umwandlung von Viehbiomasse (Livestock Biomass Conversion, LBC), die die Genauigkeit bei der Schätzung der Viehbiomasse über verschiedene Arten, Produktionssysteme und Managementpraktiken hinweg verbessert. Dies ermöglicht eine präzisere Schätzung der Intensität des Antibiotikaeinsatzes und ermöglicht es politischen Entscheidungsträgern und Stakeholdern, effektivere Strategien zur Optimierung der Viehproduktion und Minimierung der Antibiotikaabhängigkeit zu entwickeln.
