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von der AVA und aus der Branche
Leibniz-Forschungsverbund INFECTIONS startet Podcast-Reihe zu Antibiotikaresistenzen
Krankheitserreger bilden zunehmend Resistenzen gegen Antibiotika und andere antimikrobielle Wirkstoffe. Diese schleichende und gefährliche Entwicklung bezeichnet die Weltgesundheitsorganisation (WHO) als eine der größten Bedrohungen für die öffentliche Gesundheit. Mehr als eine Million Menschen weltweit sterben jährlich an den direkten Folgen antimikrobieller Resistenzen, wie eine aktuelle Studie ergab. Und bei fast 5 Millionen Todesfällen sind antimikrobielle Resistenzen im Spiel. Konsequenzen haben arzneimittelresistente Infektionen aber auch auf die Landwirtschaft: Tier- und Pflanzenkrankheiten lassen sich schwerer behandeln, die Produktivität landwirtschaftlicher Betriebe sinkt und die Ernährungssicherheit wird bedroht.
Das Problem ist vielschichtig und längst noch nicht in allen Einzelheiten erforscht. Im neuen Podcast nehmen die Mikrobiologin Dr. Elisabeth Pfrommer und der Physiker Dr. Christian Nehls krankmachende Bakterien, Viren, Pilze und andere Mikroorganismen ins Visier, beleuchten aktuelle Probleme in der Infektionsmedizin und informieren über Gegenmaßnahmen. Dazu sprechen sie mit Expertinnen und Experten aus dem Leibniz-Forschungsverbund INFECTIONS. In diesem Verbund arbeiten Forschende aus 18 Leibniz-Instituten verschiedener Wissenschaftsdisziplinen zusammen, um auf die Herausforderungen durch Infektionskrankheiten reagieren zu können. Im Zentrum der Forschung und des Podcast stehen antimikrobielle Resistenzen (AMR). Das Moderationsteam wird dabei den Stand der Forschung, die unterschiedlichen Forschungsbereiche und die Herausforderungen allgemeinverständlich und unterhaltsam präsentieren.
„Die großen Herausforderungen, mit denen uns Infektionserkrankungen weltweit konfrontieren, lassen sich nicht alleine durch biomedizinische Forschung und der Entwicklung neuer Wirkstoffe oder Impfstoffe bewältigen“, betont der Sprecher des Forschungsverbunds, Professor Ulrich Schaible. „Deshalb bringen wir Expertisen aus verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen zusammen, um gemeinsam wichtige Fragen der Infektionsforschung zu antimikrobiellen Resistenzen in einem interdisziplinären Ansatz zu klären.“ Hierzu zählen neben Biologie und Medizin, auch die Landwirtschaft, die Ökologie und die Wirtschafts- und Politikwissenschaften. Diese unterschiedlichen Blickwinkel auf das Thema Infektionen mit resistenten Erregern werden auch im Podcast aufgegriffen.
Ein Schwerpunktthema pro Folge
In jeder Folge nehmen sich Elisabeth und Christian eine konkrete Fragestellung vor. Dabei geht es zum Beispiel um die Ursachen von Resistenzen, resistente Erreger in der Tierhaltung oder die Verbreitung von Resistenzgenen über Luft und Wasser. Die heute veröffentlichte erste Folge gibt zunächst einmal eine Einführung in die Thematik und informiert über den richtigen Umgang mit Antibiotika. „Wir können alle einen kleinen Teil dazu beitragen, dass Resistenzen gar nicht erst entstehen. Zum Beispiel, indem wir Antibiotika nur dann einnehmen, wenn sie wirklich benötigt werden, oder sie nicht vorzeitig absetzen“, betont Elisabeth Pfrommer.
Der Podcast möchte die Öffentlichkeit für das Thema Resistenzen sensibilisieren und in kurzer, verständlicher Form darüber informieren. Zudem soll die Arbeit des Forschungsverbundes vorgestellt und gezeigt werden, wie wichtig und spannend interdisziplinäre Forschung sein kann. Wie wichtig Aufklärung ist, zeigt eine europaweite Umfrage zum Wissensstand über antimikrobielle Resistenzen aus dem Jahr 2022. Der Studie zufolge glauben 50 % der befragten Europäer (45 % in Deutschland), dass Antibiotika Viren zerstören, und 62 % (58 % in Deutschland) halten Antibiotika für ein effektives Mittel gegen Erkältung. Beides ist falsch. „Antibiotika wirken nur gegen Bakterien, und Erkältungen oder grippale Infekte werden in der Regel von Viren verursacht“, erklärt Christian Nehls.
Der Podcast „Mikroben im Visier. Infektionen verstehen, Resistenzen besiegen!“ ist auf allen gängigen Podcast-Plattformen verfügbar.
Hundebiss? Das solltest du jetzt tun
Wenn ein Hund zubeißt, ist das nicht nur schmerzhaft, sondern kann auch gefährlich sein. Was du bei einem Hundebiss tun solltest, erfährst du hier.
Ein Hundebiss, ob von deinem eigenen oder von einem fremden Hund, ist eine heikle Angelegenheit. Auch bei kleinen Bissen kann es sein, dass es mit etwas Desinfektion und einem Verband nicht getan ist. Selbst wenn der Biss oft als harmlos abgetan wird, da er vom eigenen Hund stammt und nicht sehr tief ist, kann der Gang zur Arztpraxis notwendig und sinnvoll sein.
Wir erklären dir, was du bei einem Hundebiss tun solltest und wann es sinnvoll ist, ärztlichen Rat einzuholen.
Wie es zu Hundebissen kommen kann
Hunde beißen in der Regel nicht aus Bosheit einfach zu. Ursachen für Hundebisse können vielfältig sein – manchmal hat das Opfer auch Mitschuld, weil sich der Hund zum Beispiel provoziert gefühlt hat. Hier einige Gründe, die laut dem Hundemagazin Rover dazu führen können, dass Hunde beißen:
- Angst oder Nervosität
- Schmerz
- Besitzgier
- Beutetrieb
- Mutterinstinkt
Wichtig ist, dass Hunde von klein auf richtig trainiert werden, damit es gar nicht erst zu einem Biss kommt. Aber auch trotz bestem Training kann ein Hund mit bestimmten Stresssituationen überfordert sein und aus einem der oben genannten Gründe zubeißen.
Aggressives Verhalten beim Hund erkennen
Hundebissen geht oft ein aggressives Verhalten voraus. Das Verhalten des Hundes richtig zu deuten, kann dabei helfen, Hundebisse zu vermeiden…. .
Gut geschützt gegen West-Nil-Fieber – feuchtwarme Witterung fördert durch Mücken übertragene Erkrankungen
2018 wurde das West-Nil-Virus (WNV) erstmals in Deutschland bei Vögeln und Pferden nachgewiesen, mit einem Fokus in den ostdeutschen Bundesländern. Mehrere Jahre stagnierten die Zahlen bei geringer, aber stetiger Ausbreitungstendenz. 2024 kam es zu einem deutlichen Anstieg der Nachweise bei Pferden, mit zum Teil schweren, auch tödlich endenden, Verläufen. Die rechtzeitige Impfung ist der beste Schutz.
Übertragung via Mücke
Das West-Nil-Virus wird in einem Vogel-Mücke-Vogel-Zyklus übertragen. Überträger sind Stechmücken, die zuvor an infizierten Vögeln Blut gesaugt haben. Pferde können die Infektion asymptomatisch oder mit milden Symptomen durchlaufen. In 8-10 Prozent der Fälle kommt es jedoch zu schweren neurologischen Erkrankungen, die zum Teil auch tödlich enden. Auch Menschen können durch das West-Nil-Virus erkranken. Sie infizieren sich ebenfalls durch den Stich infizierter Mücken. Auch hier verläuft die Infektion überwiegend klinisch unauffällig. Etwa 20% der Infizierten entwickeln eine fieberhafte, grippeähnliche Erkrankung, die etwa 3–6 Tage andauert. Schwere Verläufe mit neurologischen Symptomen treten bei etwa einer von hundert infizierten Personen auf. Pferde und Menschen sind sogenannte Fehlwirte, die Viruslast reicht nicht aus erneut Mücken zu infizieren. Entsprechend kommt es auch nicht zu einer Weiterverbreitung vom Pferd auf den Menschen.
Saisonal steigendes Infektionsrisiko
Ebenso wie bei anderen durch Mücken übertragenen Erkrankungen, beispielsweise der Blauzungenkrankheit der Wiederkäuer, bedingt die Übertragung durch Mücken, in diesem Falle Stechmücken, eine starke Saisonalität. Diese ist gekennzeichnet durch eine Beruhigung des Infektionsgeschehens in den Wintermonaten (“mückenfreie Zeit“), erneutem Beginn auf niedrigem Niveau in den ersten warmen Monaten und dem Maximum der Infektion im Spätsommer bis in den Herbst und
Spätherbst hinein. Hohe Temperaturen und Niederschläge begünstigen die Vermehrung der Vektoren und fördern damit die Ausbreitung. Zudem wird durch hohe Temperaturen auch die Vermehrung des Virus in der Mücke begünstigt – ein doppelter Effekt.
Impfung ist der beste Schutz
Die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) empfiehlt in dem schon länger bestehenden Endemiegebiet in den ostdeutschen Bundesländern und der gesamten norddeutschen Tiefebene die Impfung der Pferde – auch bei nur vorübergehendem Aufenthalt. Mittelfristig ist eine flächendeckende Impfung von Pferden im gesamten Bundesgebiet anzustreben. Die Impfung sollte so frühzeitig erfolgen, dass möglichst vor Beginn der Mückensaison ein ausreichender Impfschutz aufgebaut werden kann. Der Körper braucht hierfür einige Zeit. Die Grundimmunisierung besteht aus zwei Impfungen im Abstand von 4 bis 6 bzw. 3 bis 5 Wochen. Der volle Impfschutz wird in der Regel einige Wochen nach der zweiten Impfung der Grundimmunisierung erreicht. Soweit noch nicht erfolgt, sollte die Grundimmunisierung nun zügig abgeschlossen werden. Wiederholungsimpfungen sind im jährlichen Abstand – idealerweise jeweils vor Beginn der Mückensaison – durchzuführen.
Ergänzende Maßnahmen
Ergänzend können allgemeine Maßnahmen zur Insektenabwehr wie Insektenschutzdecken, -mützen und mückenabweisende Sprays verwendet werden. Diese bieten aber allein keinen ausreichenden Schutz vor einer Infektion. Auch sollten offene, länger stehende Wasserreservoire in der Umgebung des Stalls, die als Brutstätten für die Mücken dienen können, nach Möglichkeit vermieden und Tränkebehältnisse regelmäßig geleert und gereinigt werden, um die Mückenlast zu reduzieren. In den betroffenen Regionen sollten auch Menschen auf einen ausreichenden Mückenschutz achten.
Weitere Informationen:
https://www.fli.de/de/aktuelles/tierseuchengeschehen/west-nil-virus/
https://stiko-vet.fli.de/de/empfehlungen/
Pressmeldung: Bundesverband für Tiergesundheit e.V.
Dr. Sabine Schüller, Koblenzer Str. 121-123, 53177 Bonn,
E-Mail bft@bft-online.de, www.bft-online.de
Ein Blick in die Statistik: 40.000 Schweine weniger
Zum 3. Mai wurden nach dem vorläufigen Ergebnis der repräsentativen Bestandserhebung in den landwirtschaftlichen Betrieben Thüringens 625 500 Schweine gehalten...
Verglichen mit der letzten Erhebung zum Stichtag 3. November 2024, zu der ein Bestand von 666 700 Tieren ermittelt wurde, waren das 41 200 Schweine bzw. 6 Prozent weniger. Während es nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik einen Bestandsaufbau von Ferkeln gab, war insbesondere bei Jung-, Mast- und Zuchtschweinen ein Abbau der Bestände festzustellen. Der Bestand an Ferkeln wuchs innerhalb eines halben Jahres von 323 600 auf 336 100 Tiere an.
Das waren 12 500 Tiere bzw. 4 Prozent mehr. Bei den Jungschweinen wurden 63 600 Tiere ermittelt. Gegenüber dem 3. November 2024 entsprach das einem Rückgang von 31 800 Tieren bzw. 33 Prozent. Der Bestand an Mastschweinen betrug 156 500 Tiere. Das waren 12 400 Mastschweine bzw. 7 Prozent weniger. Auch die Zahl der Zuchtschweine lag mit 69 400 Tieren unter dem Niveau der Vorerhebung am 3. November 2024 (-9 500 Tiere bzw. -12 Prozent).
Am 3. Mai 2024 standen 646 500 Schweine in Thüringens Ställen. Damit war innerhalb eines Jahres ein Bestandsabbau von 21 000 Tieren bzw. 3 Prozent zu verzeichnen.
Deutsches Tierschutzbüro kritisiert Tiertransport von Bio-Legehennen im Kreis Borken – Bildmaterial vorhanden
Immer wieder erreicht das Deutsche Tierschutzbüro Bildmaterial von Menschen, die Zeuge von Tierquälerei werden.
Soweit es der Tierrechtsorganisation möglich ist, geht sie diesen Hinweisen nach und erstattet, wenn nötig, Anzeige bei den zuständigen Behörden, wie auch in dem aktuellen Fall in Borken.
Letzte Woche Donnerstag (01.06.2023) erreichten das Deutsche Tierschutzbüro Bilder. Die Bildaufnahmen sind letzte Woche Dienstag (30.05.2023) vor einem Bio-Legehennen Betrieb in Borken (Münsterland, NRW) entstanden. Die Fotos zeigen Hühner, die in engen Transportboxen zusammengequetscht sind. „Die Hühner konnten sich in den Boxen nicht bewegen“, sagt Jan Peifer, Vorstandsvorsitzender vom Deutschen Tierschutzbüro. Nach Zeugenberichten stand ein Tiertransporter mit ca. 3.000 Tieren vollbeladen vor dem Betrieb und zwar über mehrere Stunden. „Der Fahrer wollte vor der langen Fahrt offenbar noch ein Nickerchen machen“, sagt Peifer. Anschließend ist er zu einem über 600 km entfernten Betrieb nach Bayern gefahren. Damit wäre die zulässige Transport- und Verweildauer von 12 Stunden überschritten. Noch vor Ort in Borken wurde die Polizei kontaktiert, diese hat den Tiertransporter kontrolliert und mit dem zuständigen Veterinäramt telefonisch Rücksprache gehalten. Dieses entschied, dass keine Tiere abgeladen werden. Das Ab- und Aufladen hätte zusätzlichen Stress verursacht, teilte das Veterinäramt Borken auf Nachfrage mit. „Ich halte dies für kritisch, denn wenn klar ist, dass gegen Gesetze verstoßen wird, dann sollte man auch handeln, eine längere Ruhepause hätte den Tieren sicherlich gutgetan“, so Peifer und ergänzt: „Auf dem Tiertransporter hatten die Tiere weder Futter noch Wasser“.
Immerhin prüft das Veterinäramt Borken nun, wer für die Zeitüberschreitung des Transporters verantwortlich ist (Betriebsinhaber, Transportunternehmen oder Fahrer). Zudem sollen weitere Maßnahmen vom Amt eingeleitet werden. Besonders pikant: es handelt sich um den Transport von Bio-Legehennen für die Produktion von Bioeiern. „Laut Gesetz gibt es beim Transport keinen Unterschied zwischen konventionell aufgezogenen Tieren oder Bio-Tieren und darum werden alle Geflügeltiere in engen Boxen transportiert, das bringt den meisten Profit. Zudem ist aus Bio längst Massentierhaltung geworden“, so Peifer.
Tausende Tiertransporter fahren jeden Tag durch ganz Deutschland, die meisten werden kaum wahrgenommen. „Was in Borken passiert ist, passiert jeden Tag hundertfach, doch wir alle bekommen dies nicht mit, weil es nicht dokumentiert wird“, so Peifer abschließend… .
Zahl der Viehhalter weiter gesunken
In der niedersächsischen Viehhaltung geht der Strukturwandel weiter. Das belegen aktuelle Auswertungen des Landesamtes für Statistik Niedersachsen (LSN). Demnach gab es am 3. November 2024 landesweit noch 3.900 Schweinehalter mit mindestens 50 Mastschweinen oder zehn Zuchtsauen, 3,4% weniger als ein Jahr zuvor. Die Zahl der Betriebe mit Mastschweinehaltung ging um 1,9% auf 3.500 zurück, die Zahl der Höfe mit Sauenhaltung um 6,7% auf 1.200.
Für den niedersächsischen Schweinebestand weisen die Statistiker hingegen ein minimales Wachstum aus. Am 3. November 2024 wurden landesweit 7,05 Millionen Schweine gehalten, etwa 0,1% mehr als zum entsprechenden Stichtag des Vorjahres. Besonders stark wuchs der Mastschweinebestand, und zwar um 3,5% auf 3,67 Millionen Tiere. Der Jungsauenbestand wurde um 2,5% auf 42.000 Tiere aufgestockt, während der Gesamtbestand an Zuchtsauen um 0,8% auf 358.700 und der Ferkelbestand um 3,0% auf 1,77 Millionen Tiere schrumpften.
Die Zahl der Milchviehbetriebe in Niedersachsen fiel laut dem LSN mit 7.248 am 3. November 2024 etwa 4,2% kleiner aus als zum Vorjahresstichtag. In der gesamten Rinderhaltung einschließlich der Milchviehhaltung verringerte sich die Zahl der Betriebe im Berichtszeitraum um 2,7% auf landesweit 18.116. Auch die Rinderherde wurde abgestockt. Landesweit wurden im November 2024 noch 2,23 Millionen Rinder einschließlich Milchkühen gehalten, 3,8% weniger als im Vorjahr. Der Milchkuhbestand wurde um 4,0% auf 752.508 abgebaut.
Die Schafhaltung in Niedersachsen befindet sich laut der Statistik ebenfalls in einem Schrumpfungsprozess. So wurden am Stichtag 3. November 2024 landesweit 5,2% weniger
Schafhaltungen mit mindestens 20 Tieren gezählt als ein Jahr zuvor. Die absolute Zahl der Betriebe wurde für beide Stichtage jeweils mit etwa 1.000 angegeben. Die verbliebenen Betriebe stockten außerdem ihren Tierbestand ab. Am 3. November 2024 wurden landesweit noch 159.000 Schafe gehalten, das waren 6,9% weniger als ein Jahr davor.
Alois Rainer im Steckbrief: Dieser Metzgermeister ist neuer Bundeslandwirtschaftsminister
Kaum jemand kennt ihn, nun ist er plötzlich Minister.
Der CSU-Mann Alois Rainer sitzt seit 2013 im Bundestag, war bislang eher für Haushalts- und Verkehrsthemen zuständig. Doch seine Ausbildung qualifiziert ihn in den Augen der Unions-Spitze offenbar für das Landwirtschaftsministerium: Alois Rainer ist gelernter Metzgermeister…. .
Förderprogramm Ferkelnester erfolgreich abgeschlossen
Seit 2017 hat Agrocleantech zwei Programme zur Förderung isolierter Ferkelnester gemeinsam mit der Branche und Stalleinrichtern in die Praxis umgesetzt. Innerhalb der gesamten Programmlaufzeit von rund 7 Jahren konnten Fördergelder von rund 1,4 Mio. Franken an die Schweinezuchtbetriebe ausbezahlt werden. Mit dieser Massnahme spart die Landwirtschaft mehr als 3.5 GWh pro Jahr, was dem Ertrag einer Photovoltaikfläche von rund 10'000 m2 entspricht.
Rund ein Viertel des Stromverbrauches der Schweizer Landwirtschaft wird in der Schweineaufzucht eingesetzt. Ferkel benötigen während ihrer ersten Lebenswochen ein warmes, ausgeglichenes Klima, damit sie gesund bleiben und sich gut entwickeln können. Nicht isolierte Ferkelnester, die einen sehr hohen Stromverbrauch aufweisen, prägten lange das Bild in den Ställen. Die isolierte Variante bietet den Ferkeln deutlich bessere Bedingungen, da sie neben ausgeglichenen Temperaturen auch weniger Zugluft aufweisen, was eine klare Verbesserung für die Ferkelaufzucht bedeutet.
Verschwendung von Elektrizität gestoppt
Isolierte Ferkelnester bewirken im Winter wie im Sommer eine deutliche Stromeinsparung um rund 70 % im Vergleich und auch ein besseres Stallklima. Da der Stoffwechsel der Zuchtsauen durch die Milchproduktion auf hohem Niveau aktiv ist, mögen sie es nicht allzu warm, im Gegensatz zu den Ferkeln, die sich nur in einem warmen Nest gut entwickeln. Wenn die Nester nicht gut isoliert sind, müssen im Sommer die überhitzten Schweineställe zusätzlich gelüftet werden, was neben der Beheizung der Nester nochmals zu einem zusätzlichen Stromverbrauch führt.
Der Verein Agrocleantech unterstützt die Landwirtschaft in den Bereichen erneuerbare Energien, Energieeffizienz und Klimaschutzmassnahmen. Neben der Umsetzung von
Förderprogrammen dient er als wichtige Austauschplattform und stellt Informationsmaterial zur Verfügung.
Aktuell laufen Förderprogramme für Wärmepumpenboiler sowie für spezifische Effizienzmassnahmen in Weinkellern, Fischzuchten sowie Milchvieh-, Schweine- und Geflügelbetrieben. Weitere Informationen sind auf der Website von Agrocleantech zu finden… .
Mai-Viehzählung: Weniger Schweine in Niedersachsen – Stabile Bestände in Bayern
Aus den ersten Bundesländern sind nun die vorläufigen Ergebnisse der Viehzählung vom 03. Mai 2025 verfügbar. In Niedersachsen wurde ein deutlicher Rückgang der Schweinebestände und der Betriebszahlen im Vergleich zum Vorjahr ermittelt, während sich die Zahlen in Bayern relativ stabil entwickelten.

Niedersachsen: Deutlicher Rückgang der Betriebs- und Bestandszahlen
Laut den vorläufigen Zahlen des niedersächsischen Landesstatistikamtes gab am 03. Mai 2025 etwa 3.670 Betriebe in Niedersachsen, die über mindestens 50 Schweine oder 10 Zuchtsauen hielten. Das waren 290 Betriebe bzw. 7,4 % weniger als am 03. Mai 2024. Die Zahl der Betriebe mit Mastschweinen ging von 3.470 auf 3.180 bzw. 8,3 % zurück. Bei den sauenhaltenden Betrieben wurde ein Rückgang von 1.220 auf 1.190 Betriebe erfasst, was einem Rückgang von 2,6 % entspricht. Die Tierzahlen entwickelten sich ebenfalls rückläufig. Der niedersächsische Schweinebestand schrumpfte von 7,13 Mio. auf 6,87 Mio. Schweine (-3,6 %). Der Grund dafür lag in einem deutlichen Abbau des Mastschweinebestandes. Dieser ging von 3,59 Mio. auf 3,40 Mio. Tiere zurück, was ein Minus von 5,5 % bedeutete. Dahingegen konnte der Zuchtsauenbestand von 373.000 Sauen im Vorjahr sogar minimal auf 376.000 Sauen (+0,9%) ausgebaut werden.
Bayern: Zahlen entwickeln sich stabil
Das Bayerische Landesamt für Statistik meldete für den 03. Mai 2025 eine relativ konstante Entwicklung der Betriebs- und Bestandszahlen im Vergleich zum Jahr zuvor. Die Zahl der schweinehaltenden Betriebe fiel mit 3.270 sogar minimal (+0,4 %) größer aus als im Vorjahr. Bei den Mastbetrieben stieg die Betriebszahl von 2.800 auf 2.830 an (+1,1 %), während sich die Betriebszahl bei den Sauenhaltern von 1.290 auf 1.230 (-4,7 %) verringerte.
Der Schweinebestand insgesamt stieg von 2,41 Mio. Schweine im Mai 2024 auf 2,43 Mio. Schweine im Mai 2025 (+ 0,9 %) an. Dabei nahm der Mastschweinebestand von 1,12 Mio. auf 1,18 Mio. Schweine (+0,9 %) zu, während der Zuchtsauenbestand von 165.000 auf 158.000 zurückging (-4,0 %).
Die ISN meint:
Die Ergebnisse der Mai-Viehzählung aus Niedersachsen und Bayern zeigen, dass weiterhin viele Schweinehalter aus der Erzeuger aussteigen. In Niedersachsen waren es im vergangenen Jahr in erster Linie die Mäster, während es in Bayern vor allem die Ferkelerzeuger waren. Wie aus unseren früheren Umfragen hervorging, dürften dabei die Themen Planungssicherheit und Zukunftsperspektiven, aber auch das Risiko unkalkulierbarer Ertragsschäden durch Tierseuchen eine entscheidende Rolle gespielt haben. Derzeit führen wir erneut eine Umfrage durch, um festzustellen, ob diese Themen weiterhin die größten Hemmnisse für die betriebliche Entwicklung sind oder ob mittlerweile weiter Einflussfaktoren hinzugekommen sind.
EU startet Konsultation zum Aus für Käfighaltung bei Nutztieren
Die EU-Kommission startet eine Konsultation zur Abschaffung der Käfighaltung bei Nutztieren, was weitreichende Folgen für die europäische Geflügelhaltung und den Tierschutz haben könnte.
Die EU-Kommission hat am 18. Juni 2025 eine öffentliche Konsultation zur Abschaffung der Käfighaltung bei Nutztieren gestartet. Diese Maßnahme betrifft unter anderem Legehennen, Junghennen, Kaninchen, Enten, Gänse und Wachteln. Bis zum 16. Juli können Bürger und Interessengruppen ihre Meinung dazu äußern. Ein Gesetzesvorschlag soll bis spätestens Ende 2026 folgen.
EU plant Verbot der Käfighaltung: Das steckt hinter der Initiative
Laut der EU-Kommission ist die Käfighaltung ein zentrales Thema in den geplanten Tierschutzreformen. Bereits frühere Ankündigungen, etwa von der damaligen Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides, hatten ein komplettes Käfigverbot für Nutztiere in Aussicht gestellt. Diese Pläne wurden bisher aber nicht umgesetzt. Stattdessen wurde nur die Überarbeitung der Tiertransportverordnung offiziell eingeleitet, mit bislang begrenzten Fortschritten.
Folgen für Geflügelhalter und neue Regeln für Importware
Die geplante Gesetzesinitiative könnte weitreichende Folgen für die Geflügelhaltung in Europa haben. Neben dem Käfigverbot wird auch das Töten männlicher Küken aus Legelinien zur Diskussion gestellt. Damit greift die EU-Kommission ein weiteres sensibles Thema der Geflügelbranche auf.
Darüber hinaus werden im Rahmen der Konsultation sogenannte Spiegelklauseln geprüft. Diese sollen sicherstellen, dass auch bei Tierprodukten aus Drittstaaten gleichwertige Tierschutzstandards gelten wie in der EU.
Die bisherige Verzögerung bei der Umsetzung umfassender Tierschutzvorgaben war von Kritik begleitet. Der neue Konsultationsprozess zeigt nun eine mögliche Rückkehr zu den ursprünglich angekündigten ambitionierten Plänen.
