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von der AVA und aus der Branche
Interview: Gesundheit als Grundlage für den Kupierverzicht – Was tun, wenn es trotzdem mal kippt
In einer mehrteiligen Web-Seminarreihe für ISN-Mitglieder im November wurden einige mögliche Ursachen für Schwanzbeißen vorgestellt, um die Zusammenhänge besser verstehen und praktische Ansatzpunkte für den Einstieg in den Kupierverzicht finden zu können. Im dritten Teil hat Mirjam Lechner, Agraringenieurin mit dem Schwerpunkt Gesundheit und Tiersignale von Nutztieren, die Tiergesundheit als Grundlage für den Kupierverzicht beleuchtet. Wir haben sie im Nachgang gebeten, einige zentrale Fragen dazu zu beantworten.
Was sind aus Ihrer Sicht die entscheidenden Erfolgsfaktoren, um auf das Kupieren der Schwänze verzichten zu können?
Wenn ein Betrieb sich dem Kupierverzicht nähern möchte, braucht ein möglichst hohes Schweinegesundheitsniveau und best practice auf allen Management- und Haltungsebenen. Und natürlich auch Vermarktungspartner, falls es hier einen Übergang zwischen Aufzucht und Mast gibt. Die Ferkel sollten 4 Wochen alt sein und mit einem hohen Gesundheitsniveau von der Sau in die Aufzucht kommen, die nach Möglichkeit bereits frei von Ohrspitzennekrosen, Auseinanderwachsen oder Verhaltensstörungen sein sollte: In dieser Phase sind die Tiere besonders vulnerabel.
Für den Kupierverzicht braucht es außerdem ein feines Auge für die Tiersignale und auch unverzügliche Reaktionen bei Auffälligkeiten. Dieses Wachsen an der Herausforderung Ringelschwanz fordert seine Zeit – die man sich wortwörtlich nehmen muss.
Welche typischen Fehler oder Herausforderungen sehen Sie derzeit noch in der Praxis, wenn es um den Kupierverzicht geht?
Der Kupierverzicht ist ein Staffelstab zwischen den einzelnen Alters- und Stallabschnitten: Stressmomente bringen ihn schnell zum Fallen – umso gleitender sollten die Übergänge sein. Man sollte den Tieren Brücken bauen wie z.B. langsame Futterübergänge. Aber besonders an einem Tränkesystemwechsel oder einer zu geringen Wasseraufnahme scheitern unbewusst einige Betriebe und landen oft nur deswegen in Nekrosen mit sekundärem Schwanzbeißen.
Welche Stellschrauben können Landwirte in Bezug Tiergesundheit besonders wirkungsvoll nutzen, um Schwanzbeißen vorzubeugen?
In Ruhe ohne Konkurrenz fressen zu können, also ein ausreichendes Angebot an Fressplätzen, wird aus Langschwanzländern auf den ersten Platz gelistet. Offenes, aber hygienisiertes Wasser als erstlimitierender Faktor für die Tiergesundheit wird noch oft unterschätzt. Verstopfung, Coli bzw. Endotoxine mit Fieberkurven und Nekrosen an Ohren und Schwänzen sind hiermit jedoch fest verknüpft.
Beschäftigungsmaterial in Form von Raufutter bzw. ein weiteres Beschäftigungsfutterangebot ist ein großer Puffer und daher ebenso notwendig.
Welche Gesundheitsparameter sollten regelmäßig überprüft werden?
Fieber und Darmgesundheit - das umfasst die Urin- und Kotbeschaffenheit - sind neben Verhaltensänderungen im Fokus: Infektiöse Entzündungsreaktionen wie z.B. Influenza und PIA sowie nicht-infektiöse Entzündungsreaktionen wie Hitzestress, Wassermangel und Myktoxine belasten Schweine auch in guten Haltungsbedingungen und können damit zu Nekrosen und Verhaltensstörungen führen. Das Management von Mykotoxinen ist ein Muss - sie ruinieren sonst alles.
Bei welchen Signalen oder Symptomen sollten Landwirte besonders wachsam sein und wie sollten sie am besten reagieren?
Fester Kot ist in allen Altersstufen beim Schwein ein Hinweis auf Wassermangel mit einhergehender Colivermehrung und Endotoxinfreisetzung, die zu Fieber führen. Beim Kurzschwanz noch übersehen, führt sie beim Langschwanz schnell zu Nekrosen. Unruhige und suchende Tiere geben außerdem Hinweise auf Mangelsituationen - besonders an Aminosäuren!
Wie kann Thermografie sinnvoll in den Stallalltag integriert werden?
Inzwischen gibt es für etwa 250 € Ansteckgeräte für das Handy, die bei korrekter Einstellung sehr gute Berechnungen der Hauttemperatur (Fieber) beim Schwein bieten oder bei der Aufdeckung von Klimadefiziten helfen. Eine übersehene Fieberwelle ist ein Risikomoment.
Welche Maßnahmen würden Sie bei einer Havarie empfehlen?
Innerhalb der Arbeitsgruppe Kupierverzicht des Netzwerks Fokus Tierwohl haben wir mehrere Module (Veröffentlichung in Q1/2026) mit Hilfestellungen entwickelt. Wichtig ist, das betroffene Gruppen tierschutzgerecht - also unverzüglich - und rechtlich korrekt (Dokumentation) behandelt werden. Dies umfasst eine zum Ausheilen geeignete Unterbringung und veterinärmedizinische Behandlung gegen Schmerzen und eine mögliche Infektionsgefahr, sowie die Ablenkung der Tiere, damit das Geschehen nicht weiter eskaliert. Die Ursachensuche folgt dann erst im zweiten Schritt.
Gibt es neue Forschungsergebnisse oder Entwicklungen, die Sie für die Zukunft besonders wichtig halten?
Ich sehe es als positiv an, dass die Praktikerfahrungen und die Forschung näher zusammenrücken und hier die Genetik, Darmgesundheit und die Zusammenhänge von Erkrankung und Verhaltensstörung in den Fokus kommen. Die meisten Maßnahmen, welche gegen Schwanzbeißen helfen, helfen auch schon gegen vorhergehende Nekrosen an Ohren oder Schwänzen.
Wenn Sie den Landwirten eine zentrale Empfehlung für den Kupierverzicht mitgeben könnten – welche wäre das?
Die Tiergesundheit beginnt im Darm: Etwa 70 % der Immunität sind hier verortet. Ich rate den Betrieben hier dringend zu darmschonenden Futterrationen mit hohen Anteilen rohfaserreichen Komponenten – aus der Erfahrung konventioneller Ringelschwanzbetriebe schon ab der Sauenfütterung (Stichwort in Utero Programmierung). Tiergesundheit ist oft die Balance zwischen zu wenig und zu viel: Auch in vorhandenen Ställen kann man die Ressourcenverfügbarkeit verbessern und den Turm der Risiken Stück für Stück abbauen und damit auch mehr Stabilität in die Produktion und Effizienz durch eine gute Tiergesundheit bringen.
Interview: Haltung von Schweinen mit intakten Schwänzen: Was kann die Fütterung beitragen?
Preisrutsch bei Butter unerklärlich
Der Brandenburger Landesbauernpräsident Henrik Wendorff kritisiert massive Preissenkungen im Handel scharf und fürchtet weiter wachsenden Druck auf landwirtschaftliche Betriebe.
Preisabschläge von 40 Prozent auf einzelne Produkte wie Butter ließen sich nicht mit Marktschwankungen erklären, sagte er der Deutschen Presse-Agentur in Potsdam. «Dahinter verbergen sich Lockangebote.» Preisschlachten von Handelsunternehmen über Werbeflyer in Briefkästen seien außerdem nicht mehr zeitgemäß, meinte Wendorff.
Brandenburgs Agrar- und Ernährungswirtschaft präsentiert sich vom 16. bis 25. Januar in einer Halle bei der Grünen Woche in Berlin. Im Mittelpunkt stehen traditionell viele kulinarische Kostproben. Die internationale Agrarmesse feiert 2026 zudem ihr 100-jähriges Bestehen.
Protestaktionen von Landwirten vor Discountern
Angesichts sinkender Preise vor allem für Milch und Butter protestierten Landwirte an mehreren Orten in Deutschland Mitte Dezember gegen die Preispolitik bei Discountern. Sie kritisierten, der Preiskampf werde auf dem Rücken der Bauern ausgetragen. Anlass war vor allem der starke Preisverfall für Butter. Kunden bekamen ein Päckchen teils für 99 Cent.
Lidl Deutschland hatte mitgeteilt, die aktuelle Preissenkung bei Butter sei eine notwendige Reaktion auf die derzeitige Ausnahmesituation am Rohstoffmarkt. Milch ist auf dem Weltmarkt günstiger geworden. Bei den Molkereien wurde mehr Milch angeliefert als im Vorjahreszeitraum, und der Fettgehalt stieg. Dadurch wird weniger Milch zur Produktion eines Päckchens Butter benötigt.
Brandenburgs Bauernpräsident Wendorff sagte, das Kartellamt habe die Aufgabe, von selbst die Preisgestaltung bei Butter zu überprüfen. Der Bayerische Bauernverband hatte angekündigt, er wolle die Preise untersuchen lassen. Bei einem Verbraucherpreis von 0,99 Euro seien die Produktionskosten in der Lebensmittelkette nicht gedeckt - weder bei den Molkereien noch bei den Landwirten, lautete die Kritik.
Bundesagrarminister soll klarer Position beziehen
Wendorff sagte weiter, Bundesagrarminister Alois Rainer (CSU) solle stärker Position beziehen und die Interessen der Landwirte mit klarer Stimme vertreten. «Es kommen wenig Impulse.» Deutschland sei auch dabei, Standortnachteile eher größer werden zu lassen als Probleme an der Wurzel zu packen, kritisierte Wendorff mit Blick auf den Wettbewerbsdruck für die deutsche Landwirtschaft. Zudem beklagt der Bauernverband aus seiner Sicht zu viele restriktive Regeln fürs Düngen. «Wir haben große Baustellen vor uns.»
EU in kritischer Abhängigkeit bei Futtermittelzusatzstoffen
Die Europäische Union ist bei wichtigen Futtermittelzusatzstoffen von Drittstaaten abhängig. Darauf hat der Europäische Verband der Futtermittelhersteller (FEFAC) Aufmerksam gemacht. Der Verband fordert, die Versorgung mit den Substanzen als „kritisch“ einzustufen und Maßnahmen zu ergreifen, um insbesondere unabhängiger von China zu werden.
Laut einer Analyse des Verbandes besteht bei fast allen in Tierfutter verwendeten Vitaminen und Aminosäuren in Sachen Versorgung ein hohes „geopolitisches Risiko“. Vor allem China habe auf den globalen Märkten eine sehr dominante Position und für einige Stoffe einen faktischen Monopolstatus. Die Möglichkeiten zur Diversifizierung der Bezugsquellen seien damit für Europa stark eingeschränkt, heißt es in dem Bericht.
Um die Abhängigkeit von geopolitisch risikobehafteten Lieferanten zu verringern, fordert der FEFAC Investitionen in Produktionskapazitäten innerhalb der EU, um den Bedarf decken zu können. Genannt werden in diesem Zusammenhang die Vitamine B5, B9, B12, C, H und K3 sowie nahezu alle Aminosäuren, mit Ausnahme von Methionin. Aus Sicht des Dachverbandes muss die Produktion in die EU oder zumindest in gleich gesinnte Länder wie das Vereinigte Königreich oder die Schweiz rückverlagert werden.
Dabei sollten die Maßnahmen, die die Wettbewerbsfähigkeit der EU-Produktion von Vitaminen und Aminosäuren stärken sollen, jedoch vor allem auf eine Senkung der Produktionskosten abzielen und nicht zulasten des EU-Tierhaltungs- und Aquakultursektors gehen, mahnt der Verband. Denn die tierische Produktion sei in der EU bereits jetzt einem unlauteren Wettbewerb durch Lieferanten aus Drittländern ausgesetzt.
China hat bis 100% Marktanteil
Wie in der Analyse ausgeführt wird, sind die globalen Märkte für Vitamine und Aminosäuren stark konzentriert. Weltweit produzieren lediglich zehn Länder Vitamine und elf Länder Aminosäuren. China ist demnach das einzige Land, das alle Vitamine und alle Aminosäuren herstellt, mit Marktanteilen zwischen etwa 25% bei Methionin und bis zu 99% bei Vitamin H beziehungsweise Biotin.
Der EU-Futtermittelsektor importiert laut FEFAC zwischen 35 und 100% seines Vitaminbedarfs sowie mehr als 95% der essenziellen, fermentativ hergestellten Aminosäuren. China ist dabei der wichtigste Lieferant für alle Vitamine und Aminosäuren und in einigen Fällen sogar der einzige Anbieter, etwa bei den Vitaminen B1, B12 und H. Vollständig abhängig ist die EU von Importen bei den Vitaminen C, B9 und K3. Bei den Vitaminen B3, B12 und H liegt die Importabhängigkeit bei über 75%.
Für den guten Zweck: Tiermedizin-Studenten posieren unbekleidet
Der Veti-Kalender der LMU München zeigt Studierende unbekleidet mit Tieren. Ein Teil des Erlöses geht an eine Reptilienauffangstation.
Der Vetikalender der LMU München zeigt Studierende unbekleidet mit Tieren. Ein Teil des Erlöses geht an eine Reptilienauffangstation.
Eine junge Frau krault ein braun geflecktes Kälbchen unterm Ohr – und kriegt dafür ein dickes Kuh-Bussi zurück. Eine andere Szene zeigt eine Frau mit Mundschutz und OP-Haube, die mit einem Stethoskop das Herz eines Hundes abhört. Beide Damen sind: nackt! Sie gehören zum Abschlussjahrgang Tiermedizin an der Ludwig-Maximilians-Universität. Gemeinsam haben sie jetzt ihren neuen Aktkalender herausgebracht. Titel: „Unleashed“, also entfesselt.
Der sogenannte Vetikalender ist über die letzten Jahre schon zu einer kleinen Tradition bei den Münchner Tiermedizinern geworden. „Schon als ich das erste Mal davon gehört habe, wollte ich unbedingt mitmodeln!“, erzählt Margarita Gette, die Tierärztin mit Hund, OP-Haube und Tätowierung am Oberkörper. Es reizte sie nicht nur, dass mit dem Kalender interessante und ästhetische Fotos mit Mensch und Tier entstehen. „Außerdem dachte ich, dass so ein Akt-Shooting bestimmt das Selbstbewusstsein fördert“, sagt die 25-jährige Münchnerin… .
Schweinebestand 2025 leicht gewachsen, Zahl der Betriebe weiterhin rückläufig
Schweinebestand seit Mai um 2,8 % und im Vorjahresvergleich um 0,9 % gestiegen.
Zum Stichtag 3. November 2025 wurden in Deutschland 21,5 Millionen Schweine von 15 220 Betrieben gehalten. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) nach vorläufigen Ergebnissen der Viehbestandserhebung mitteilt, stieg der Schweinebestand im Vergleich zur Vorerhebung zum Stichtag 3. Mai 2025 deutlich um 2,8 % (+575 800 Tiere) und gegenüber dem Vorjahr um 0,9 % (+196 300 Tiere) an. Die Zahl der Betriebe blieb hingegen im Vergleich zum 3. Mai 2025 mit einem Rückgang von 0,2 % (-30 Betriebe) nahezu konstant. Im Vergleich zum Vorjahr (3. November 2024) nahm die Zahl der Betriebe um 2,7 % (-430 Betriebe) ab, im Zehnjahresvergleich seit 2015 um 40,8 % (-10 500 Betriebe).
Verglichen mit 2015 ging der Schweinebestand um 22,3 % oder 6,2 Millionen Tiere zurück. Da die Zahl der Betriebe in diesem Zeitraum deutlich stärker gesunken ist, hält die Entwicklung hin zu größeren Betrieben weiter an: Während im Jahr 2015 ein Betrieb durchschnittlich knapp 1 100 Schweine hielt, waren es zehn Jahre später mehr als 1 400 Tiere pro Betrieb.
Zum Stichtag 3. November 2025 wurden in Deutschland mit 9,2 Millionen Mastschweinen 6,4 % oder 626 200 Tiere weniger gehalten als ein Jahr zuvor. Die Zahl der Ferkel und der Jungschweine stieg hingegen im gleichen Zeitraum um 8,1 % oder 809 800 Tiere und lag bei 10,9 Millionen. Die Zahl der Zuchtsauen stieg um 1,4 % (+19 300 Tiere) gegenüber November 2024 und lag bei 1,4 Millionen gehaltenen Tieren.
Deutschland: Marktanalyse und Prognose für die Schweinefleischproduktion
Schweinefleischproduktion in Deutschland: Bilanz und Prognose für 2026.

Schweinefleischbilanz Deutschlands nach Menge und Herkunft. Quelle: Thünen-Arbeitspapier 274
Die Schweinebestände in Deutschland haben sich seit 2023 stabilisiert. Der massive Rückgang der Bestände zwischen 2020 und 2023 war unter anderem auf die Corona-Pandemie mit dem Wegfall eines Großteils des Außer-Haus-Verzehrs und den Ausbruch der ASP und den damit verbundenen Verlust zahlreicher Exportmärkte zurückzuführen. Seit 2015 ist der Bestand an Mastschweinen um 23 % geschrumpft, der Bestand an Zuchtsauen um 31 %. Der Rückgang fiel in den östlichen Bundesländern etwas stärker aus als in den westlichen. Deutlich ausgeprägter ist jedoch der Rückgang der schweinehaltenden Betriebe, was bedeutet, dass die Betriebsgrößen weiterhin zunehmen.
Seit 2023 haben sich sowohl die Schlachtzahlen als auch die Bruttoeigenerzeugung stabilisiert. Der Rückgang der Importe lebender Schweine ist in erster Linie auf geringere Importe von Schlachtschweinen zurückzuführen, da das EU-weite Angebot an Schlachttieren knapp ist. Die Erzeugung aus eigener Nachzucht ist stark gewachsen, während der Zuchtsauenbestand stagniert.
Während für die Jahre 2024 und 2025 von leicht steigenden Schweinefleischexporten ausgegangen wird, sind die Importe rückläufig. Dies zeigt, dass der inländische Markt ausreichend versorgt ist und weniger Spielraum für ausländische Ware bietet.
Die zugrunde liegenden Daten deuten für 2025 und 2026 auf einen stabilen bis leicht rückläufigen Schweinefleischverbrauch hin. Eine Annahme ist, dass die hohen Rindfleischpreise zu einer teilweisen Verschiebung hin zu Schweinefleisch führen werden.
Insgesamt gesehen liegt die inländische Schweinefleischproduktion weiterhin deutlich über dem Inlandsverbrauch. Trotz der durch die ASP auferlegten Einschränkungen auf Drittlandsmärkten gelingt es der Branche immer noch, beträchtliche Mengen zu exportieren. Dementsprechend liegt der Selbstversorgungsgrad in Deutschland zwischen 130 und 140 %.
Johann Heinrich von Thünen-Institut
Versorgungsbilanz von Schweinefleisch zu ungenau
Der Bundesverband Rind und Schwein (BRS) will Analysen nach Teilstücken
Für eine differenziertere Betrachtung bei Selbstversorgungsbilanzen zu Schweinefleisch hat sich der Bundesverband Rind und Schwein (BRS) ausgesprochen
Nach den Vorstellungen des Verbandes sollte bei den Analysen nach Teilstücken unterschieden werden. Nur so könne die Versorgungslage in Deutschland realistischer abgebildet werden, heißt es zur Begründung. Das sei die Voraussetzung für bessere politische und wirtschaftliche Entscheidungen.
Dem BRS zufolge wird in der Berichterstattung immer wieder darauf verwiesen, dass der Selbstversorgungsgrad bei Schweinefleisch in Deutschland trotz rückläufiger Produktion weiterhin bei rund 135% liege. Tatsächlich werde damit jedoch eine hohe Versorgungssicherheit suggeriert, die in der Realität nicht gegeben sei. Das Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL) hatte im März in seiner vorläufigen Versorgungsbilanz hervorgehoben, dass bei gefragten Teilstücken, beispielsweise Filet oder Kotelett vom Schwein, der durchschnittliche Selbstversorgungsgrad unterschritten wird.
Der Bundesverband erinnerte in dem Zusammenhang daran, dass der Schlachtkörper eines Schweins unterschiedliche Teilstücke in verschiedenen Anteilen liefere. Dabei machten die sogenannten Edelteile etwa 60% des Schlachtkörpers aus. Bei einem durchschnittlichen Schlachtkörpergewicht von 98 Kilogramm seien das etwa 58,8 Kilogramm an Schinken, Bug, Kamm, Filet und Kotelett. Vom Rest entfielen rund 25,5 Kilogramm auf Speck und fetthaltige Teilstücke, 7,3 Kilogramm auf Kopf und Backe sowie 4,9 Kilogramm auf Eisbein und Spitzbein.
Ein erheblicher Teil des Schlachtkörpers werde in Deutschland kaum konsumiert, insbesondere Schweineköpfe, Pfoten und Schwänze, erinnerte der BRS. Diese Teilstücke fänden überwiegend im Ausland eine Nachfrage. Gleichzeitig reiche die Inlandsversorgung mit Edelteilen wie Lenden, Filets und Schinken nicht aus. Der BRS verwies hier auf die Einschätzung von Marktexperten, wonach der Selbstversorgungsgrad bei diesen Edelteilen bei etwa 80% liege. Der restliche Bedarf müsse aus dem Ausland importiert werden.
Weihnachtstage waren so kalt wie seit 15 Jahren nicht mehr
Die drei Weihnachtstage 24. bis 26. Dezember waren im Mittel in Deutschland so kalt wie seit dem Jahr 2010 nicht mehr.
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Landwirtschaft in Hessen von sinkenden Preisen und Bürokratie bedroht. Die hessischen Bauern mahnen für das Jahr 2026 Reformen an
In diesem Jahr geht es den Bauern vor allem um eins: Reformen. Sie wollen weniger Bürokratie und mehr Praxisnähe.
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Killer-Wels, ein Ehering im Kuhmagen und andere tierische Schlagzeilen
Mal berührend, mal verstörend, mal unterhaltend - im zurückliegenden Jahr sorgten auch viele Tiere in Bayern für Schlagzeilen.
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