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NEWS
von der AVA und aus der Branche
Legionellen-Keime im Schweizer Kühlturm: 26 Anwohner krank, ein Toter
Die Bakterien kommen durch die Luft, in winzig kleinen Tröpfchen. Häufig passiert die Legionellen-Ansteckung beim Duschen. Doch in der Schweiz scheint ein Kühlturm schuld an einem Ausbruch zu sein.
Ein besonders großer Legionellen-Ausbruch in der Schweizer Stadt Basel ist wahrscheinlich auf einen Kühlturm in der Stadt zurückzuführen.
In den vergangenen zwei Wochen sind nach Angaben der Behörden 26 Menschen an der Legionärskrankheit erkrankt, eine Person davon ist gestorben. Die Betroffenen mussten teils auf der Intensivstation behandelt werden.
Wie das Gesundheitsdepartement weiter mitteilte, ist der wahrscheinlichste Ausbruchsherd mittlerweile stillgelegt. Dabei handle es sich um einen mit Wasser betriebenen Kühlturm auf dem Dach eines Gebäudes. Das Wasser sei mit Legionellen kontaminiert gewesen.
Diese Anlagen stoßen Wasserdampf aus, der je nach Wetterlage und Windverhältnissen in einem größeren Umkreis verbreitet wird. «Wenn Anwohnende die Wassertröpfchen einatmen, können sie sich anstecken», so das Gesundheitsdepartement. Klimaanlagen und Wärmepumpen, die in Privathaushalten gebräuchlich seien, seien nicht betroffen.
Menschen mit Vorerkrankungen besonders gefährdet
Legionellen können bei Menschen grippeartige Beschwerden bis hin zu schweren Lungenentzündungen auslösen. Die Erreger werden häufig durch zerstäubtes Wasser übertragen, etwa in Duschen, Whirlpools, durch Luftbefeuchter oder über Wasserhähne. Ideale Wachstumsbedingungen finden Legionellen bei Temperaturen zwischen 25 und 45 Grad.
Besonders anfällig für Legionellen sind Menschen mit einem geschwächten Immunsystem oder mit bestimmten Grunderkrankungen wie Diabetes sowie Herz- und Lungenleiden. In Deutschland erkrankten zuletzt jeweils mehr als 2.000 Menschen an der Legionärskrankheit, wobei größere Ausbrüche selten sind. 2024 verstarben laut Robert Koch-Institut 104 Patienten, 2023 verstarben 115 Menschen.
Futtermangel durch Trockenheit
Die Sommerhitze und fehlende Niederschläge setzen Hessens Viehhaltern zu. Wie eine Futterbörse Landwirte unterstützen soll.
Die anhaltende Trockenheit verschärft auf hessischen Höfen mit Tierhaltung die Futterknappheit. Um Betriebe bei möglichen Engpässen zu unterstützen, hat der hessische Bauernverband eine Futterbörse eingerichtet.
«Ziel ist es, Tierhalter, die kurzfristig Futter oder zusätzliche Weideflächen benötigen, mit Betrieben zu vernetzen, die entsprechende Flächen oder Futtermittel anbieten können», teilte der Verband mit.
«Positiv ist, dass sich bislang mehr Betriebe gemeldet haben, die Futter zur Verfügung stellen können, als Betriebe, die Futter suchen», ergänzte eine Verbandssprecherin. «Dennoch bleibt die Situation vieler Tierhalter angespannt.» Zwar habe es in den vergangenen Tagen vereinzelt geregnet, vielerorts reichen die Niederschläge jedoch nicht aus. «Zahlreiche Weiden sind weiterhin ausgetrocknet und liefern nicht genügend Nahrung für die Versorgung der Tiere», erläuterte sie.
Weiden trocknen aus, die Futtergrundlage für die Tiere wird knapp
Die anhaltend hohen Temperaturen und die geringen Niederschläge der vergangenen Wochen führen in zahlreichen Regionen Hessens dazu, dass die Wiesen nicht nachwachsen. «Nach unserer Einschätzung sind vor allem Schaf-, Rinder- und Pferdehalter betroffen, da diese Betriebe in besonderem Maße auf Grundfutter wie Gras, Heu und Mais angewiesen sind», erläuterte die Verbandssprecherin. Gerade Grünland reagiere unmittelbar auf Trockenheit und trockne aus.
Herausforderungen durch Wetterextreme werden größer
Betroffene Höfe sollten prüfen, ob sie nicht doch Flächen für die Futtergewinnung nutzen können, die ursprünglich aus der Produktion genommen wurden. Dies könne den Behörden bis Ende September gemeldet werden, erläuterte der Bauernverband. «Die aktuelle Situation verdeutlicht erneut die zunehmenden Herausforderungen», hieß es.
«Trockenperioden, aber auch Starkregenereignisse und andere Witterungsextreme erschweren die Planungssicherheit vieler landwirtschaftlicher Betriebe.» Wichtig seien daher praxisgerechte behördliche Regelungen und eine verlässliche Unterstützung.
Burn-out und Suizidgefährdung bei Landwirten
Der Bundesregierung liegen keine bundesweiten Informationen zu Suizidversuchen und Suiziden bei Landwirtinnen und Landwirten vor. Die Todesursachenstatistik des Statistischen Bundesamtes enthalte im Bereich des Suizids keine Differenzierung nach Berufsgruppen. Das schreibt die Bundesregierung in ihrer Antwort (21/7418) auf eine Kleine Anfrage (21/6862) der AfD-Fraktion.
Allerdings würden einzelne Studien, wie die Evaluation der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) zur Wirksamkeit und Reichweite der Präventionsmaßnahmen „Telefonisches Einzelfallcoaching“ und „Online-Gesundheitstrainings“, die in ihrer Gesamtpublikation den sogenannten Datenpool der Landwirtschaftlichen Krankenkasse (LKK) untersucht hat, ergeben, dass bei der Berufsgruppe der Landwirte Risikofaktoren für die Entwicklung einer Depression vorlägen. So sei bei rund zwei Drittel der Versicherten der LKK in einem 1,5-jährigen Betrachtungszeitraum eine diagnostizierte körperliche Erkrankung erkannt worden, die einen Risikofaktor für die Entwicklung einer Depression darstelle.
Rund ein Viertel der Versicherten der LKK seien in dem Betrachtungszeitraum von einer psychischen Erkrankung im Bereich Depression/Ängste/Zwänge/Schmerzen/Essstörungen/Posttraumatische Belastungsstörung betroffen gewesen. Zudem liegen den Angaben zufolge bei der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG), dem zuständigen Sozialversicherungsträger für die Landwirtschaft, für die Jahre 2019 bis 2025 folgende Zahlen vor: Insgesamt habe es in dem Zeitraum 14.194 Rehamaßnahmen gegeben, davon sei in 1.579 Fällen die Diagnose psychische Störung und Verhaltensstörung angegeben worden.
Deutscher Bundestag, Parlamentsnachrichten, Platz der Republik 1, 11011 Berlin
Lebensmittelsicherheit und Tierschutz 2025 hervor
Schweinefleisch machte 13 % der meldungsbezogenen Lebensmittelsicherheitswarnungen aus, und das Tierschutz-Meldesystem verzeichnete 2025 einen deutlichen Anstieg der Aktivität.
Die Europäische Kommission veröffentlichte ihren Jahresbericht über die Zusammenarbeit der Mitgliedstaaten und den Informationsaustausch bei amtlichen Kontrollen in der Agrar- und Lebensmittelkette. Der Bericht untersucht das Alert and Cooperation Network (ACN), den EU-weiten Rahmen, über den die Kommission und die Mitgliedstaaten zusammenarbeiten, um die Lebensmittelsicherheit durch den Austausch von Warnungen und Mitteilungen über Verstöße zu gewährleisten und Probleme zügig zu untersuchen.
Der diesjährige Bericht zeigt einen Anstieg der Gesamtzahl der Meldungen um 11 % auf 10.490 im Jahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr. Meldungen über Lebensmittelsicherheitsrisiken über das Rapid Alert System for Food and Feed der Kommission stiegen im vergangenen Jahr um 2 % auf 5.344. Dieser Anstieg unterstreicht die Wachsamkeit der EU-Kontrollbehörden bei der Erkennung von Risiken für Lebensmittel- und Futtermittelsicherheit und den Mehrwert der Koordination auf EU-Ebene. Wie in den Vorjahren entfielen die meisten Verstöße auf Obst und Gemüse (18 %).
Meldungen im Fleischbereich
Im Jahr 2025 machten meldungsbezogene Fälle von Fleischprodukten 10,4 % aller Warnungen im ACN aus, davon 5,8 % Geflügel und 4,6 % andere Fleischsorten. Schweinefleisch hatte einen Anteil von rund 13 % an den im ACN gemeldeten Fleischprodukten.
Mikrobiologische Gefahren machen fast die Hälfte aller Meldungen aus, wobei Salmonellen das am häufigsten gemeldete Problem darstellen und überwiegend in Geflügel auftreten. Shiga-Toxin-produzierende E. coli (STEC) und Listeria monocytogenes werden häufig in Rind- und Schweinefleischprodukten gemeldet, während Campylobacter vorwiegend in Geflügelprodukten auftritt. Diese Ergebnisse deuten auf mögliche Hygieneprobleme während der Verarbeitung hin und heben die Bedeutung ordnungsgemäßer Handhabung, Lagerung und Verarbeitung hervor, um die Lebensmittelsicherheit zu gewährleisten… .
Die industrielle Geflügelzucht beschleunigt die Ausbreitung einer schwerwiegenden durch Lebensmittel übertragenen Krankheit
Eine neue Studie des Ineos Oxford Institute for Antimicrobial Research der Universität Oxford zeigt, dass die industrielle Geflügelzucht zu einer mehr als 100-fachen Zunahme der Verbreitung von Campylobacter geführt hat, wodurch sich Stämme, die früher bei Wildvögeln zirkulierten, in großem Umfang in kommerziellen Geflügelbeständen vermischen konnten.
Campylobacter ist weltweit der häufigste bakterielle Auslöser von Durchfall und verursacht im Vereinigten Königreich jedes Jahr mehr als 3,5-mal so viele Fälle von Gastroenteritis wie alle anderen überwachten lebensmittelbedingten Bakterien zusammen. Die steigende Antibiotikaresistenz (AMR), die auftritt, wenn Bakterien gegen Medikamente resistent sind, die eigentlich dazu dienen, sie abzutöten, macht die Behandlung von Campylobacter-Infektionen zunehmend schwieriger.
In der neuen Studie, die in den „Proceedings of the National Academy of Sciences“ (PNAS) veröffentlicht wurde, analysierten die Forscher fast 2.800 bakterielle Genome, die zwischen 1979 und 2024 von Hühnern und Wildvögeln in 30 Ländern (darunter Großbritannien und die USA) gesammelt wurden. Sie stellten fest, dass die enorme weltweite Ausweitung der Hühnerzucht ideale Bedingungen für die Ausbreitung, Vermischung und den Erwerb neuer, überlebensfördernder Eigenschaften des Bakteriums geschaffen hat… .
Eine frühere Studie des IOI ergab, dass 80 % der Campylobacter-Infektionen beim Menschen in Oxfordshire mit Geflügelfleisch in Verbindung stehen und dass viele dieser Infektionen antibiotikaresistent sind…. .
Oakem Kyne, DPhil-Studentin an der Universität Oxford und Erstautorin der Studie : „Wenn sich Campylobacter-Stämme an das Leben in Geflügelbeständen anpassen, können sie Eigenschaften erwerben, die ihnen helfen, in schwierigen Umgebungen zu überleben, darunter auch Eigenschaften, die mit Antibiotikaresistenz zusammenhängen“… .
Leishmanien: Wenn tropische Parasiten Immunzellen als Taxi nutzen
„Die Leishmaniose zählt zu den vernachlässigten Tropenkrankheiten. Obwohl sich weltweit jedes Jahr bis zu eine Million Menschen infizieren und viele Tausend daran sterben, besteht leider nur wenig kommerzielles Interesse an der Entwicklung neuer Medikamente. Es wird erforscht, wie sich von Sandmücken übertragene Leishmanien im Körper ausbreiten.
Leishmanien sind einzellige Krankheitserreger, die in den Tropen und Subtropen, aber auch in den Ländern rund ums Mittelmeer vorkommen. Durch den Stich von Sandmücken können sie auf Menschen, aber auch auf Hunde und andere Tiere übertragen werden. Manche Leishmanien verursachen an der Einstichstelle Hautgeschwüre, andere befallen hauptsächlich Leber und Milz, was unbehandelt in mehr als 95 Prozent der Fälle tödlich endet.
Krankheit auch in Europa relevant – Gefahr für Hunde
Tom Beneke: „Die Leishmaniose zählt zu den vernachlässigten Tropenkrankheiten. Obwohl sich weltweit jedes Jahr bis zu eine Million Menschen infizieren und viele Tausend daran sterben, besteht leider nur wenig kommerzielles Interesse an der Entwicklung neuer Medikamente. Gleichzeitig nehmen Resistenzprobleme zu, es gibt keinen zugelassenen Impfstoff für Menschen und die verfügbaren Therapien sind häufig mit erheblichen Nebenwirkungen verbunden. Umso mehr freue ich mich über die großzügige Förderung der DFG.“
Auch in Europa sei die Krankheit relevant. „Im Mittelmeerraum kommt es jedes Jahr zu zahlreichen Infektionen, wobei Hunde besonders stark betroffen sind. Daher ist es keine Seltenheit, dass Vierbeiner nach einer Urlaubsreise, etwa nach Spanien oder Italien, mit Leishmaniose nach Deutschland zurückkehren.“… .
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Leishmaniose beim Hund: Von der Reisekrankheit zur Gefahr bei uns?
LEISHMANIOSE - NICHT MEHR NUR EINE REISEKRANKHEIT
Die Leishmaniose beim Hund gehört zu den sogenannten Mittelmeerkrankheiten. So bezeichnet der Volksmund eine Reihe infektiöser Erkrankungen, die vor allem im warmen Süden Europas auftreten. Der Tierarzt kennt sie als unerwünschte Mitbringsel vom Urlaub mit dem Hund. Doch Leishmaniose tritt nicht nur rund ums Mittelmeer auf: Sandmücken, die Überträger der Krankheit, breiten sich auch hierzulande aus.
LEISHMANIOSE & CO.: MIT DER SANDMÜCKE IN DEN NORDEN?
Sandmücken kommen in vielen warmen Regionen der Erde vor. Im Mittelmeerraum treibt vor allem die Gattung Phlebotomus ihr Unwesen. Doch durch das wärmer werdende Klima können die Mücken von ihrem ursprünglichen Lebensraum aus verstärkt in den Norden vordringen. Inzwischen kommen die blutsaugenden Insekten z.B. auch im Südwesten Deutschlands vor – und die Ausbreitung nimmt noch weiter zu.
Zum Problem werden Sandmücken dann, wenn sie Krankheitserreger übertragen. Mit ihrem Stich können die Plagegeister Menschen und Tiere mit Viren und Parasiten infizieren, unter anderem mit Leishmanien, den Erregern der Leishmaniose. Bisher wurden bei Sandmücken in unseren Breiten keine Leishmanien nachgewiesen. Doch eine Übertragung ist prinzipiell auch hierzulande möglich... .
AUF EINEN BLICK: LEISHMANIOSE-SYMPTOME BEIM HUND
-Geschwollene Lymphknoten
-Apathie und Schwäche
-Gewichtsverlust und Appetitlosigkeit
-Hautschäden, oft ausgehend vom Kopfbereich
-Fieber
-Milz- und Lebervergrößerung
-Anämie
-Niereninsuffizienz
Die Leishmaniose lässt sich nicht therapeutisch behandeln... .
Ein neuer Blick auf das Mikrobiom und seine Metaboliten
Eine in „Nature Metabolism“ veröffentlichte Studie untersuchte die Quellen von Phenolmetaboliten sowie von Indolmetaboliten, die aus der Aminosäure Tryptophan stammen. Wie Phenole werden auch sie derzeit intensiv auf ihr therapeutisches Potenzial hin untersucht. Indolmetaboliten werden mit Erkrankungen in Verbindung gebracht, die von entzündlichen Darmerkrankungen über neurodegenerative Störungen bis hin zu Krebs reichen, wobei festgestellt wurde, dass sie unter anderem die Krebsmetastasierung und die antitumoralen Immunreaktionen beeinflussen.
Bislang ging man allgemein davon aus, dass sowohl Phenole als auch Indole ausschließlich von Darmbakterien produziert werden – eine Annahme, die AbuSalim, Rabinowitz und ihre Kollegen auf den Prüfstand stellen wollten. Es besteht großes Interesse an der Entwicklung ernährungsbezogener oder probiotischer Strategien zur Steigerung der Konzentrationen gesunder Indol-Metaboliten. Sollte jedoch der Stoffwechsel von Säugetieren den größten Beitrag zu deren Konzentrationen im Blutkreislauf leisten, müssen alternative Ansätze in Betracht gezogen werden.
Wie sich herausstellte, zeigten Isotopen-Tracer-Studien an Mäusen, Ratten und menschlichen Zellen, dass der Stoffwechsel von Säugetieren durchaus in der Lage ist, viele Indol- und Phenol-Metaboliten zu produzieren, darunter mehrere physiologisch wichtige wie Indol-3-lactat und Indol-3-acetat. Bei Mäusen blieben die Konzentrationen der Metaboliten im Blutkreislauf auch nach einer Behandlung mit Antibiotika, die das Mikrobiom stören, auf einem hohen Niveau. Dies spiegelte sich auch in Proben von Patienten wider, darunter Krebspatienten, die Antibiotika erhielten. Dagegen nahmen die ausschließlich von Mikroben produzierten Metaboliten, wie Indol-3-propionat und p-Kresolsulfat, nach einer Antibiotikabehandlung ab… .
Nutzung des Ferkelverhaltens zur Steigerung der Futteraufnahme
Während Untersuchungen nahelegen, dass das Gewicht eines Ferkels im Alter von 6 Wochen bis zu 70 % seines endgültigen Körpergewichts bestimmen kann, ist das Erreichen der Wachstumsziele in diesem Zeitraum nicht immer einfach.
In vielen Mastbetrieben werden Ferkel im Alter von drei bis vier Wochen abgesetzt, wenn sie physiologisch noch unreif und anfällig sind. Die Umstellung von Muttermilch auf Festfutter birgt zahlreiche Herausforderungen, darunter eine geringere Futteraufnahme, langsameres Wachstum und Verdauungsstörungen. Diese Beeinträchtigungen können langfristige Folgen für die Leistung der Schweine und die Rentabilität des Betriebs haben.
Beifutter wird seit Langem eingesetzt, um die Nährstofflücke zwischen Muttermilch und fester Nahrung zu schließen. Moderne, leicht verdauliche und nährstoffreiche Futtermittel sind so zusammengesetzt, dass sie Ferkel dazu anregen, bereits vor dem Absetzen feste Nahrung zu fressen. Die Bereitstellung von Beifutter garantiert jedoch nicht, dass die Ferkel es auch fressen.
Unter den praktischen Bedingungen in landwirtschaftlichen Betrieben ist die Futteraufnahme von Ferkeln oft gering und stark schwankend. Manche Ferkel fressen vor dem Absetzen ausreichend, während andere das Futter kaum anrühren. Diese Uneinheitlichkeit kann dazu führen, dass die Ferkel schlecht auf die abrupten Futterumstellungen nach dem Absetzen vorbereitet sind.
Über die reine Ernährung hinausblicken
Die Forscher von Trouw Nutrition erkannten den Zusammenhang zwischen Tierverhalten und physiologischen Reaktionen und konzentrierten sich daher auf Verhaltensweisen von Ferkeln, die die Futteraufnahme beeinflussen.
Frühere Untersuchungen an freilaufenden Schweinen haben gezeigt, dass Erkundungsverhalten wie Schnüffeln, Wühlen und Kauen innerhalb der ersten Lebenstage auftritt und zwischen dem siebten und 21. Lebenstag deutlich zunimmt.
Wichtig ist, dass Forscher beobachteten, dass junge Ferkel oft mehr Interesse daran haben, feste Gegenstände zu manipulieren, als Futter zu fressen. Diese Erkenntnis veranlasste Wissenschaftler zu der Überlegung, ob Futter so gestaltet werden könnte, dass es die Futteraufnahme fördert.
Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass die physikalischen Eigenschaften des Futters, einschließlich Form, Textur, Partikelgröße und Feuchtigkeitsgehalt, das Fressverhalten von Ferkeln maßgeblich beeinflussen. Anders ausgedrückt: Ferkel müssen erst lernen, richtig zu fressen, bevor sie die Nährstoffe, die sie fressen, vollständig verwerten können.
Verhaltenswissenschaft in eine Fütterungsstrategie umwandeln
Auf diesen Erkenntnissen aufbauend entwickelten Schweineforscher bei Trouw Nutrition
Milkiwean ActiBar
Die neuartige Trainingsstange wurde entwickelt, um Erkundungsverhalten anzuregen und die frühzeitige Aufnahme fester Nahrung zu fördern.
Milkiwean ActiBar soll das Beifutter nicht ersetzen, sondern ergänzen. Das Konzept basiert darauf, Ferkeln ein Fresserlebnis zu bieten, das ihrer natürlichen Neugier und ihrem Bedürfnis nach abwechslungsreicher Ernährung entspricht.
Ziel ist es, positive Interaktionen im Futterbereich zu fördern und die Ferkel zu einem früheren Beginn der Festfutteraufnahme zu animieren. Beobachtungen aus kommerziellen Betrieben zeigen, dass Ferkel die Futterstange bereitwillig manipulieren, Stücke abbrechen und mit deren Beschaffenheit spielen. Mit zunehmender Aktivität am Futtertrog spielt möglicherweise auch soziales Lernen eine Rolle. Verstärkte Interaktionen einzelner Tiere können andere im Wurf dazu anregen, das Futter zu untersuchen und zu fressen.
Die Forscher beobachteten, wie Ferkel Stücke des Riegels zu ihren Wurfgeschwistern trugen oder sie der Sau präsentierten, was auf ein Maß an sozialer Interaktion hindeutet, das das Interesse unter den Stallgenossen weiter anregen könnte.
Unterstützung der Darmentwicklung vor dem Abstillen
Die Wissenschaft hinter Milkiwean ActiBar geht über das reine Design hinaus. Ein bemerkenswertes Merkmal ist sein hoher Ballaststoffgehalt. Im Vergleich zu herkömmlichem Futter für Jungtiere enthält der Riegel etwa doppelt so viele Ballaststoffe. Während Futter für Jungtiere typischerweise mit hohen Konzentrationen an Energie, leicht verdaulichem Protein, Laktose und Zucker formuliert wird, um Schmackhaftigkeit und Verdaulichkeit zu verbessern, enthält es oft relativ wenig Ballaststoffe.
Dies steht im interessanten Gegensatz zur Fütterung nach dem Absetzen, die in der Regel pflanzlicher ist und Zutaten enthält, die anders verdaut werden als Muttermilch. Forscher haben untersucht, ob die Gabe von Ballaststoffen an Ferkel vor dem Absetzen die Darmflora auf diese Umstellung vorbereiten kann. Es gibt Hinweise darauf, dass selbst sehr junge Ferkel von strukturierten Ballaststoffquellen profitieren können, was potenziell die Darmreifung und Verdauung fördert.
Eine Studie von Van Hees et al. (2019) untersuchte die Auswirkungen des Ersatzes von 5 % Maisstärke durch 5 % Cellulose im Beifutter. Diese Änderung erhöhte den Gehalt an neutraler Detergenzfaser (NDF) von 60 g/kg in der Kontrollgruppe auf 114 g/kg in der faserangereicherten Gruppe. Die Ergebnisse zeigten, dass Ferkel, die das faserangereicherte Futter erhielten, tendenziell mehr Beifutter aufnahmen und ein höheres Gewicht und eine größere Länge des Magen-Darm-Trakts aufwiesen. Sie hatten zudem höhere Konzentrationen an flüchtigen Fettsäuren im Vergleich zu den Kontrolltieren, was auf eine stärkere mikrobielle Fermentationsaktivität im Darm hindeutet.
Diese Ergebnisse stützen die Annahme, dass die gezielte Einbeziehung von Ballaststoffen in die Ernährung vor dem Absetzen zur Entwicklung des Magen-Darm-Trakts beitragen und die Ferkel besser auf das Leben nach dem Absetzen vorbereiten kann.
Warum das Esserlebnis wichtig ist
Verhaltensstudien zeigen, dass Ferkel Futter nicht allein anhand seiner Nährstoffzusammensetzung bewerten. Die sensorischen Eigenschaften des Futters können beeinflussen, ob Ferkel damit interagieren. Gegenstände, die gegriffen, gekaut, zerbrochen und manipuliert werden können, erregen tendenziell mehr Aufmerksamkeit und regen zu stärkerem Interesse an.
Der Milkiwean ActiBar dient nicht nur als Futtermittel, sondern auch als Verhaltensförderer. Durch seine Textur und Form, die Ferkel untersuchen und manipulieren können, soll der Riegel ihre Neugierde wecken, den Kontakt mit dem Futter verlängern und letztendlich die Futteraufnahme anregen… .
Angeblicher Anruf von PayPal: Was können Sie tun, wenn Sie Opfer eines Fake-Supports geworden sind?
Ein Anruf der vermeintlichen Sicherheitsabteilung von PayPal kann selbst erfahrene Internetnutzer verunsichern. Die Täter treten professionell auf, kennen typische Abläufe des Unternehmens und vermitteln den Eindruck, einen akuten Hackerangriff verhindern zu wollen. Am Ende verlieren viele Betroffene mehrere tausend Euro – und stehen zusätzlich vor dem Problem, dass PayPal eine Erstattung ablehnt oder sogar die Rückzahlung des Geldes verlangt.
Doch bedeutet das automatisch, dass Sie auf dem Schaden sitzen bleiben? In vielen Fällen lohnt sich eine sorgfältige rechtliche Prüfung… .
Genetischer Nachweis zeigt: Europäer brachten Pocken nach Amerika
Ein internationales Team liefert den bislang eindeutigsten Beweis dafür, dass die europäische Kolonialisierung die Pocken in die Neue Welt gebracht hat.
Analysen von Pocken-Erbgut aus Mumien in Chile brachten den bislang eindeutigsten Beweis zutage, dass die auch in Amerika verheerende Krankheit aus Europa stammte.
«Diese Entdeckung liefert den ersten molekularen Nachweis dafür, dass die Pocken während der Kolonialzeit (...) eingeschleppt wurden», fasst Shigeki Nakagome vom Trinity College Dublin die Forschungsergebnisse zusammen. Die Erkenntnisse stützen bisherige Annahmen zur Ausbreitung der Infektionskrankheit.
Mumifizierte Leichen in Chile
Das Forschungsteam aus Irland, Chile und Japan hatte nach eigenen Angaben die ersten Pockengenome aus der Kolonialzeit, die in Amerika gewonnen worden waren, analysiert. Es untersuchte dafür zwei mumifizierte Leichen indigener Menschen, die zwischen dem späten 15. und frühen 17. Jahrhundert im Norden Chiles bestattet worden waren, heißt es in der Pressemitteilung der irischen Universität.
Die durch das Variola-Virus verursachten Pocken spielten eine wesentliche Rolle bei dem katastrophalen Bevölkerungsrückgang, den die indigenen Völker in Nord-, Mittel- und Südamerika nach der Ankunft der Europäer erlebten. Das Virus trat laut Studie in Wellen auf und habe in Amerika schätzungsweise drei bis vier Millionen Todesfälle verursacht, möglicherweise sogar mehr, insbesondere unter indigenen Bevölkerungsgruppen ohne vorherigen Kontakt zu den Viren.
Bislang keine direkten Belege
Bislang gab es dem Team zufolge keine direkten genetischen Belege, die die Ausbrüche in Amerika während der Kolonialzeit mit den in der Alten Welt zirkulierenden Stämmen in Verbindung brachten. Die Studie, die in der Fachzeitschrift «Science» veröffentlicht wurde, zeigt auf, dass die Viren zu einer inzwischen ausgestorbenen Linie des Pockenvirus gehörten. Diese liegt evolutionär zwischen mittelalterlichen europäischen Stämmen und denen, die in späteren Jahrhunderten zirkulierten.
