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NEWS
von der AVA und aus der Branche
Verdacht auf Tierquälerei in großer Milchvieh-Anlage in Brandenburg
Schwere Vorwürfe gegen einen der größten Milchvieh-Höfe in Brandenburg: Nach Videoaufnahmen besteht der Verdacht der Tierquälerei. Das zuständige Veterinäramt will Strafanzeige stellen.
Es sind rund 1.000 Stunden Videoaufnahmen, die wiederkehrende Misshandlungen von Kühen und Kälbern dokumentieren. Die Aufnahmen wurden zwischen Mitte Dezember 2024 und Mitte Februar 2025 mit Hilfe von sieben im Betrieb versteckten Kameras aufgenommen und der Tierrechtsorganisation Aninova zugespielt. Zu sehen sind Mitarbeitende einer Milchviehanlage im Norden Brandenburgs, die kranke und lahme Milchkühe mit Stöcken schlagen, teils auf den Kopf, die sie treten, um sie zum Aufstehen zu zwingen. Dann schleppen sich die Tiere zu einem besonderen Melkstand.
Nach Angaben des Betreibers soll es sich bei diesen Tieren um erkrankte Kühe handeln, die medikamentös behandelt werden. Trotz der Erkrankung müssten die Tiere regelmäßig gemolken werden. Bei der Milch soll es sich um sogenannte "Sperrmilch" handeln, die nicht in den Handel kommt.
Andere Aufnahmen zeigen, wie Kühe vor dem Melkstand zusammenbrechen und dann mit Stockhieben oder einem metallischen Gegenstand zum Aufstehen gezwungen werden. Auf weiteren Sequenzen ist zu sehen, wie neugeborene Kälber immer wieder brutal durch Futtergitter geworfen werden. Aninova hat das Bildmaterial, das auch der Redaktion rbb24 Recherche vorliegt, ausgewertet und Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Neuruppin erstattet. "Mich persönlich hat das sehr getroffen, weil mit dieser Brutalität, wie hier vorgegangen worden ist, in dieser Form habe ich das selten gesehen", sagt Jan Peifer von Aninova. "Wir hoffen, dass die Täter hart bestraft werden."… .
Insektenprotein: Vogelsbergkreis wird Vorreiter der nachhaltigen Landwirtschaft!
Im Vogelsbergkreis ist eine bedeutende Initiative zur Förderung von Insektenprotein in der Landwirtschaft im Gange. Andreas Köck und Oliver Klein, Gründer der Entosolutions GmbH, präsentierten ihre Vision auf der Ortslandwirteversammlung in Frischborn, die am 2. April 2025 stattfand. Sie streben an, den Vogelsbergkreis zu einer Modellregion für die Erzeugung von Insektenprotein zu machen, das direkt von regionalen Bauern kommt. Unterstützt werden sie dabei von der Justus-Liebig-Universität Gießen sowie dem Fraunhofer-Institut.
Landwirt Andreas Kornmann hob in seiner Ansprache hervor, dass 2025 ein „ereignisreiches Jahr“ für die Landwirtschaft sei. In diesem Kontext wurden auch politische Veränderungen thematisiert, insbesondere der Wunsch nach weniger Bürokratie in der Agrarverwaltung. Michael Ruhl, Staatssekretär im Hessischen Landwirtschaftsministerium, sprach über die klimatischen Bedingungen und die Herausforderungen durch Tierseuchen. Zudem äußerte er Zuversicht in Bezug auf die EU-Agrarpolitik und den laufenden Bürokratieabbau… .
„Wenn das ausbricht, haben wir eine Havarie“
Landwirt Christian Bachler warnt davor, die Tierseuche zu bagatellisieren. Auch Viehhandel, Molkerei und Landesveterinärdirektion nehmen das Thema ernst.
„Wenn das ausbricht, haben wir eine Havarie“
Landwirt Christian Bachler warnt davor, die Tierseuche zu bagatellisieren. Auch Viehhandel, Molkerei und Landesveterinärdirektion nehmen das Thema ernst.
Bilanz: Bundesheer seit einer Woche im Einsatz gegen Maul- und Klauenseuche in der Slowakei
3.000 Lastkraftwagen dekontaminiert – 120.000 Liter Wasser und 1.200 Liter Chemie in 140 Arbeitsstunden
Seit Mittwoch, dem 26. März 2025, unterstützt die Katastrophenhilfeeinheit des Bundesheeres, AFDRU („Austrian Forces Disaster Relief Unit“), nach dem Ausbruch der Maul- und Klauenseuche in der Slowakei bei deren Eindämmung. Innerhalb einer Woche wurden in 140 Arbeitsstunden mehr als 3.000 Lastkraftwagen mit 120.000 Litern Wasser und 1.200 Litern Chemikalien dekontaminiert. Im Rahmen der „European Civil Protection and Humanitarian Aid Operations“ – dem europäischen Amt für humanitäre Hilfe und Katastrophenschutz – wurden 53 Soldaten mit 18 Fahrzeugen und Ausrüstung in den Einsatzraum nach Dunajská Streda entsandt. Der Einsatz wird voraussichtlich noch zwei weitere Wochen andauern.
Verteidigungsministerin Klaudia Tanner: „Dieser Einsatz verdeutlicht einmal mehr die entscheidende Rolle internationaler Zusammenarbeit im Katastrophenschutz. Die unermüdliche Einsatzbereitschaft unserer Soldaten zeigt, dass Schutz und Sicherheit keine Grenzen kennen. Solche Einsätze sind nicht nur ein Ausdruck von Verantwortung, sondern auch ein starkes Zeichen der Solidarität zwischen Nationen. Sie unterstreichen, wie wichtig es ist, gemeinsam gegen Krisen anzutreten und den Schutz der Bevölkerung über alles andere zu stellen.“
Das AFDRU-Team wurde im Rahmen des EU-Katastrophenschutzverfahrens aktiviert und unterstützt die Einsatzmaßnahmen. Die Soldaten dekontaminieren Großfahrzeuge am Grenzübergang Rajka zwischen Ungarn und der Slowakei. Dabei werden der Unterboden der Fahrzeuge sowie die Seiten im Bereich der Radkästen und Räder mit Chemikalien behandelt, um das Virus abzutöten. Rund um die Uhr dekontaminieren die Einsatzkräfte im Schichtdienst etwa 25 Fahrzeuge pro Stunde, damit diese in die Slowakei einreisen dürfen. Dafür werden stündlich etwa 1.000 Liter Wasser und 100 Liter Chemikalien verbraucht. Der Einsatz wird mit Mitteln des Europäischen Katastrophenschutzmechanismus der EU kofinanziert.
Die „Austrian Forces Disaster Relief Unit“ (AFDRU) ist eine Spezialeinheit des Bundesheeres für Katastrophenhilfeeinsätze im In- und Ausland. Sie ist auf technische Hilfeleistungen, Dekontaminationsmaßnahmen und humanitäre Unterstützung spezialisiert und Teil des Europäischen Katastrophenschutzmechanismus. AFDRU verfügt über umfassende Erfahrung in internationalen Einsätzen und leistet mit ihrer Expertise einen wesentlichen Beitrag zum Schutz der Bevölkerung in Krisensituationen.
Landkreis Wittenberg ergreift Schutzmaßnahmen wegen Geflügelpest
Nach dem Ausbruch der Geflügelpest in Kemberg im Landkreis Wittenberg müssen Betriebe und auch private Geflügelhalter Schutzmaßnahmen einhalten, um eine Verbreitung des Virus zu verhindern. Das gelte unabhängig von der Zahl der gehaltenen Tiere, teilte der Landkreis mit.
Dazu gehöre, dass Vögel im Stall oder in einer Voliere gehalten werden müssen und nicht transportiert werden dürfen. Es gelten besondere Hygienemaßnahmen. Geflügelausstellungen und ähnliche Veranstaltungen dürfen in der Schutzzone sowie in einer Überwachungszone nicht stattfinden.
Ab Mittwoch (2. April) sollen vier Teams aus amtlichen Tierärzten und weiteren Mitarbeitern der Kreisverwaltung Geflügelhalter in der Schutzzone kontrollieren. Es wird der Gesundheitszustand der Tiere erfasst und auch die Einhaltung der Anordnungen der Allgemeinverfügung überprüft. Nach aktuellem Stand sind laut dem Landkreis 51 Geflügelhalter betroffen.
Am 28. März war der Ausbruch der Geflügelpest in der Stadt Kemberg amtlich festgestellt worden. Es wurde eine Schutzzone, früher Sperrbezirk genannt, mit einem Radius von mindestens drei Kilometern festgelegt. Dazu gibt es eine Überwachungszone, früher Beobachtungsgebiet, mit einem Radius von etwa zehn Kilometern. Das Virus vom Typ H5 ist für den Menschen ungefährlich.
Slowakei meldet weiteren grenznahen MKS-Fall

Die nahe zu Österreichs Grenzen in Ungarn und der Slowakei aufgetretene Maul- und Klauenseuche weitet sich weiter aus. Aktuell meldete die Slowakei einen weiteren Fall im Grenzgebiet zu Niederösterreich.
Am 31. März bestätigte die Slowakei einen fünften Ausbruch der Maul- und Klauenseuche (MKS). Betroffen ist demnach ein Milchviehbetrieb mit rund 3.000 Tieren östlich der niederösterreichischen Grenzgemeinde Angern an der March.
Die EU-rechtlich vorgebene 10 km-Überwachungszone ragt minimal auf das österreichische Staatsgebiet. In der Zone befinden sich auf österreichischer Seite nur kleine tierhaltenden Betriebe. Die seit letzter Woche im Zuge der Präventvmaßnahmen der Republik Österreich erlassenene Kundmachung zu den EU-rechtlich nötigen Überwachungsmaßnahmen wird dementsprechend angepasst werden.
Bisherige Proben negativ
Nach Verhängung der Überwachungs- und Sperrzonen in Ostösterreich aufgrund der MKS-Fälle in Ungarn und der Slowakei wurden auf den Nutztierbetrieben Proben gezogen. Laut dem zuständigen Gesundheitsministerium wurden die rund 1.000 Blut- und Tupferproben aus Niederösterreich und dem Burgenland allesamt negativ auf MKS befundet.
Auf Biosicherheit achten
Unabhängig von den Test- und Überwachungsmaßnahmen sollen die österreichischen Nutztierhalter – speziell in den Grenzgebieten zu Ungarn der Slowakei und auch Tschechien – die Biosicherheitsmaßnahmen auf ihren Betrieben weiterhin sehr ernst nehmen und umsetzen, mahnen die Gesundheitsbehörden. Will heißen: Den Personenverkehr am landwirtschaftlichen (Tier-)Betrieb auf das Mindestmaß einschränken und verstärkt auf Hygiene achten... .
Maul- und Klauenseuche in Ungarn: Tausende Rinder werden getötet, obwohl sie gesund sind
Die Kadaver von Tieren, die aufgrund der Maul-und Klauenseuche getötet wurden, werden in eine riesige Grube gelegt. In der Gemeinde Levél sind 95 Prozent der Rinder gesund, müssen aber dennoch gekeult werden.
Es kann bis zu zehn Tage dauern, bis alle Rinder in Győr-Moson-Sopron, einem Bezirk im Nordwesten Ungarns, getötet sind. Dort wurde bei einzelnen Tieren die Maul- und Klauenseuche festgestellt.
Lastwagen transportieren die Kadaver von mehr als 3000 Tieren zu einem staatlichen Gelände zwischen Csemeztanya und Irénpuszta, nahe der ungarisch-österreichischen Grenze, wo sie vergraben werden. Zusätzlich zu Kalk und Stroh wird eine zwei Meter dicke Erdschicht über die Kadaver gelegt.
Das riesige Tiermassengrab wurde nur einige hundert Meter von Csermeztanya entfernt ausgehoben, einem Teil der Siedlung Hegyeshalom. Anwohner sind besorgt, dass die Kadaver das Grundwasser verseuchen könnten.
"Wir haben unsere eigenen gebohrten Brunnen, und sie vergraben die Tiere zu nah. Wir haben Angst vor einer Verunreinigung unseres Trinkwassers. Es ist gut, dass es bald ein Wassernetz geben wird, aber wir wollen nicht, dass vorher noch etwas passiert", sagt Mihály Bakos, der seit 1959 in Csermeztanya lebt... .
Söders „Bauernflüsterin“: Stellt Kaniber das Kabinett auf den Kopf?
Bayerns Landwirtschaftsministerin schielt auf Berlin: Kaniber könnte Söders Schlüsselfigur in und nach den Koalitionsverhandlungen werden.
Die Koalitionsverhandlungen zwischen Union und SPD sind festgefahren – parallel dazu kursieren Besetzungslisten für die einzelnen Ministerien, wie sowohl die FAZ sowie die Augsburger Allgemeine berichten.
Markus Söders bevorzugte Lösung für das Amt des Bundeslandwirtschaftsministers trat überraschend zurück – doch jetzt tut sich etwas. Wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet, könnte es für diese fehlgeschlagene Nominierung nun eine überraschende Lösung geben. Und Söder könnte mehrere Probleme mit dieser Personalie lösen.
Markus Söder hat keinen Minister – Kaniber könnte nun helfen
Bereits seit November wünscht sich Markus Söder einen CSU-Landwirtschaftsminister. Ein Wunsch, der ihm bislang verwehrt blieb: Söders Wunschkandidat, Günther Felßner, nahm sich selbst aus dem Rennen. Protestaktionen von Tierschützern und Kritik an seiner klimaschädlichen Agrarpolitik führten zu dem Rücktritt des Präsidenten des Bauernverbands.
Nun vermelden AFP und FAZ einstimmig, überraschende Neuigkeiten: Michaela Kaniber kann sich Hoffnungen auf das Ministerium machen. Die 47-Jährige ist bereits Ressortleitung für Ernährung und Landwirtschaft im Freistaat. Obwohl Söder nach Berichten des Sterns eine Kandidatur Kanibers kategorisch abgelehnt hatte, wird er nun nach Felßners Rückzug andere Optionen abwägen müssen… .
Koalitionsverhandlungen: Stallumbau dauerhaft fördern
Union und SPD haben sich in den Koalitionsverhandlungen auf wichtige Eckpunkte zur Zukunft der Tierhaltung verständigt. Wie aus dem Entwurf der zuständigen Arbeitsgruppe hervorgeht, soll es mindestens 20 Jahre Bestandsschutz für neu- und umgebaute Tierwohlställe geben.
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Deutsches Rindfleisch: Knapp, begehrt und teuer
Noch nie zuvor hat Albert Hortmann-Scholten, Leiter des Fachbereichs Markt bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, solch drastische Preisanstiege erlebt. Innerhalb von drei Wochen verteuerte sich Rindfleisch um 50 Cent auf 6,20 Euro pro Kilogramm Schlachtgewicht (Euro/kg SG). Das berichtete er den Mitgliedern des Rindfleisch-Ausschusses im Landvolk Niedersachsen.
Während das weltweite Angebot zurückgeht, steigt die Nachfrage – insbesondere aus Asien. Gleichzeitig verzeichnet Deutschland einen historischen Tiefstand beim Rinderbestand: Im November 2024 gab es nur noch 10,5 Millionen Tiere – ein Minus von 3,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Besonders stark betroffen waren Rinder mit einem Rückgang von 8,3 Prozent, gefolgt von Kälbern mit 3,6 Prozent und Milchkühen mit 3,3 Prozent weniger Tieren.
Eine minimale Preiskorrektur im Januar 2025, verursacht durch den singulären Ausbruch der Maul- und Klauen-Seuche (MKS) in Brandenburg, wurde aufgrund der niedrigen Bestandszahlen schnell ausgeglichen. Entscheidend für die weitere Marktstabilisierung im März war die schnelle Rückkehr Deutschlands zum MKS-frei-Status ohne Impfung, der außer für eine sogenannte „Containment-Zone“ rund um den Ausbruchsbetrieb, seit März wieder besteht. Dadurch wurden Exporte in Drittländer wieder möglich.
„Kurz nach Bekanntwerden des MKS-Ausbruches haben viele Mäster sehr besonnen reagiert und keine Panikverkäufe vorgenommen. Allerdings haben Schlachthöfe durch den Verlust von Absatzmärkten in Asien und Großbritannien schon empfindliche Erlöseinbußen erlitten. Deutschland benötigt diese Drittländermärkte, um hochwertige Erzeugnisse aber auch Innereien und Fettwaren zu verkaufen“, erklärt Hortmann-Scholten… .
