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NEWS
von der AVA und aus der Branche
Tiermedizin in Horb und Umgebung: Damit Kuh und Kalb gesund bleiben – ein Zeitungsbericht
Gynäkologie bei Rindern ist das Fachgebiet des Tiermediziners Florian Fischer. Die Landtagsabgeordnete Katrin Schindele hat ihn besucht.
Einen praxisnahen Einblick in die moderne Nutztiermedizin und Landwirtschaft erhielt Katrin Schindele, als sie den Tierarzt und Agrarwissenschaftler Florian Fischer bei seiner Arbeit begleitete.
Im Mittelpunkt standen Termine bei regionalen landwirtschaftlichen Betrieben, unter anderem bei Schäfers Landwirtschaft in Betra sowie im Kuhstall der Familie Ziefle in Kälberbronn und bei Gerhard Faßnacht in Horb-Altheim.
Florian Fischer hat sich auf Gynäkologie bei Rindern und Bestandsbetreuung spezialisiert. Ein zentraler Bestandteil seiner Arbeit sind Trächtigkeitsuntersuchungen per Ultraschall. „Im Grunde kann man sich das wie eine Kinderwunschklinik für Kühe vorstellen“, erklärte Fischer. Ziel sei es, die Fruchtbarkeit der Herden zu verbessern, Tiergesundheit zu sichern und damit auch die wirtschaftliche Grundlage der Betriebe zu stärken… .
Tiermedizin-Lehre in Leipzig neu gedacht: Mental Health im Tiermedizinstudium
An der Universität Leipzig bereiten Prof. Dr. Hamedy und Dr. Rolzhäuser Tiermedizinstudierende mit einem Mental-Health-Workshop auf das Schlachthofpraktikum vor. Im Interview erzählen sie, warum das so wichtig ist – und wie gute Vorbereitung echte Resilienz schafft.
Prof. Dr. Ahmad Hamedy und Dr. Philipp Rolzhäuser vom Institut für Lebensmittelhygiene, Professur Fleischhygiene, an der Universität Leipzig denken Lehre neu. Zur Vorbereitung auf das Schlachthofpraktikum sprechen sie mit Tiermedizinstudierenden über „Mental Health“. Unterstützt werden sie dabei von einer Psychotherapeutin der psychosozialen Beratung der Studierendenwerke der Universität Leipzig und HTWK Leipzig.
Wie kamen Sie auf die Idee, das Thema „Mental Health“ in Ihre Veranstaltung zu integrieren?
Die Entscheidung, das Thema „Mental Health“ in unsere Veranstaltung zu integrieren, entsprang der Erkenntnis, dass psychische Gesundheit ein oft übersehener, aber wesentlicher Bestandteil der Ausbildung im Bereich Tiermedizin ist. Das Schlachthofpraktikum kann für Studierende emotional und mental herausfordernd sein, da es nicht nur fachliches Wissen, sondern auch psychische Belastbarkeit erfordert.
Im Austausch mit den Studierenden wurde deutlich, dass das Schlachthofpraktikum bei vielen bereits im Vorfeld Ängste und Sorgen auslöst – teilweise schon am ersten Studientag oder vor dem Studium. Gemeinsam mit dem bvvd führten wir zudem eine Umfrage zur Berufsperspektive in der Schlachttier- und Fleischuntersuchung durch. Studierende und Absolvent*innen (bis 5 Jahre nach Abschluss) berichteten von belastenden Situationen im Praktikum, etwa Überforderung, das Arbeitsklima, Tierschutzverstöße oder Sexismus. In den Freitextantworten wurde häufig eine bessere emotionale Vorbereitung durch die Universität gewünscht. Diesem Wunsch sind wir nachgekommen.
Erzählen Sie uns gerne etwas über den Ablauf Ihrer Mental-Health-Veranstaltung.
Die Veranstaltung findet im 8. Fachsemester im Rahmen des Fleischhygienekurses statt und wird gemeinsam mit einer Psychotherapeutin durchgeführt. Die Veranstaltung ist als interaktiver Workshop gestaltet. Nach einer kurzen Einführung zum Praktikum und erläutern, warum psychische Gesundheit gerade in der Tiermedizin so wichtig ist, reflektieren die Studierenden zunächst im Zweiergespräch, später im Plenum, ihre Erwartungen, Ängste und Sorgen. Häufig genannte Themen sind Überforderung (z. B. hohe Schlachtzahlen), das Arbeitsumfeld, Tierschutzverstöße, Rollen- und Wertekonflikte (z. B. im Hinblick auf Nutztierhaltung und das eigene Konsumverhalten) sowie Sexismus. Anschließend vermitteln wir Strategien zur Stärkung psychosozialer Kompetenzen – etwa Resilienz, Rollenfindung, Gewaltfreie Kommunikation und das Setzen persönlicher Grenzen.
Warum löst gerade das Schlachthofpraktikum bei vielen Studierenden bereits im Vorfeld Stress aus?... .
Gibt es zu Ostern genügend Eier?
Lieferengpässe und Tierseuchen setzen dem Eiermarkt zu. Warum Rheinland-Pfalz dennoch kaum Versorgungsprobleme zu Ostern erwartet.
Kurz vor Ostern steht der deutsche Eiermarkt weiter unter Druck. Grund seien unter anderem Lieferengpässe infolge eines Bestandsabbaus in den Niederlanden, sagte Harald Kopp von der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz.
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Darm-Herz-Achse: Herzgesundheit beginnt auch im Darm – neue Perspektiven in der Kardiologie
Dr. Christian Meyer im Interview: Neue Erkenntnisse verändern die Herzmedizin
Herzkrankheiten nehmen trotz aller medizinischer Fortschritte weiter zu und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind nach wie vor die häufigste Todesursache weltweit – und dies, obwohl die moderne Kardiologie in den letzten Jahrzehnten enorme Fortschritte gemacht hat. Herzinfarkte können schneller behandelt, Gefäße gezielt geöffnet und Leben verlängert werden. Und doch zeigt sich ein zentrales Problem immer deutlicher: Die Medizin ist heute sehr gut darin geworden, Erkrankungen zu reparieren – aber noch zu selten darin, ihre Ursachen frühzeitig zu erkennen und zu verhindern.
Doch die gute Nachricht lautet: Seit einigen Jahren nimmt ein wachsender wissenschaftlicher Forschungsbereich rasant zu, der auch die Kardiologie grundlegend verändert. Die Erkenntnis, dass der Darm mit seinen verschiedenen Achsen zu anderen Organen und Körpersystemen eine der zentralen Grundlagen von Gesundheit und Krankheit bildet, verändert – Stichworte: Mikrobiom, Darmbarriere, Darmgesundheits-Prävention – die Medizin von Grund auf. In der Kardiologie spielt dementsprechend die Darm-Herz-Achse eine zunehmend maßgebliche Rolle in Diagnostik und Therapie. Das Info-Portal ZEOLITH WISSEN hat darüber mit einem der zukunftsorientiertesten Fachärzte Deutschlands, Dr. med. Christian G. Meyer, gesprochen.
Der Darm als vormals unterschätzter Schlüssel zur Herzgesundheit
"Die moderne Medizin zeigt immer deutlicher, dass der menschliche Körper ein hochvernetztes System ist. Der Zustand unseres Darms, unseres Mikrobioms und unserer Darmbarriere kann direkten Einfluss auf das Herz-Kreislauf-System haben."
Mit diesen Worten bringt Dr. med. Christian G. Meyer, Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie sowie Facharzt für Allgemeinmedizin und zertifizierter Longevity-Experte, der in den Schlosspraxen Meyer in Hachenburg, Rheinland-Pfalz, praktiziert, eine Entwicklung auf den Punkt, die zunehmend in den Fokus der Forschung und bereits jetzt bei engagierten Ärzten wie Dr. Meyer in der Praxis umgesetzt werden.
In den vergangenen Jahren haben immer mehr Studien gezeigt, dass der Darm weit mehr ist als ein Verdauungsorgan. Milliarden von Mikroorganismen in Form unseres Mikrobioms produzieren Stoffwechselprodukte, die über den Blutkreislauf im gesamten Körper wirken können – und dabei auch Entzündungsprozesse, Gefäßfunktionen und damit das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen beeinflussen.
Wichtig dabei: Eine gestörte Darmbarriere (diese besteht aus verschiedenen Schichten, in denen auch unser Immunsystem verankert ist), die heute viele Millionen Menschen in Form Darmerkrankungen wie Reizdarm-Syndrom oder Leaky Gut betrifft, kann dazu führen, dass entzündungsfördernde Stoffe in den Körper gelangen – ein Mechanismus, der heute als zentraler Treiber chronischer Erkrankungen gilt.
Herz-Prävention beginnt viel früher als bisher gefordert
Die Konsequenzen dieser Erkenntnisse sind weitreichend. Denn da Darm, Mikrobiom und Entzündungsprozesse eng mit der Herzgesundheit verknüpft sind, bedeutet das auch, Darmerkrankungen nicht auf die leichte Schulter zu nehmen und dass Prävention deutlich früher ansetzen muss als vormals gefordert.
"Die meisten Menschen denken erst über ihr Herz nach, wenn es schon zu spät ist", erklärt Dr. Meyer im Interview. Denn viele chronische Erkrankungen entstehen so über Jahre oder Jahrzehnte hinweg – leider oft unbemerkt. Gleichzeitig eröffnet genau diese Zeitspanne die Chance, frühzeitig gegenzusteuern: durch Ernährung, Bewegung, Schlaf, Stressreduktion, Entgiftung von Umweltbelastungen und einer gezielten Unterstützung der Darmgesundheit. Vorsorgemaßnahmen für die Herzgesundheit sind damit nicht länger ein Thema des Alters, sondern sollten bereits im Alltag junger Menschen beginnen.
Vom Reparieren zum Regenerieren: Ein Paradigmenwechsel in der Medizin
Parallel zu diesen neuen Erkenntnissen entwickelt sich ein weiterer zentraler Trend in der modernen Medizin: der Übergang von der klassischen Reparaturmedizin hin zur Regenerationsmedizin. Während herkömmliche Verfahren darauf abzielen, akute Schäden zu behandeln, rücken zunehmend Therapien in den Fokus, die die körpereigenen Regenerationsmechanismen aktivieren.
Ein Beispiel dafür ist die Kardiale Stoßwellen-Therapie (CSWT), die Dr. Meyer in den Schlosspraxen Meyer in Hachenburg einsetzt. Dabei werden nicht-invasive mechanische Impulse genutzt, um die Durchblutung des Herzmuskels zu verbessern und körpereigene regenerative Prozesse anzustoßen. Geeignet ist die CSWT-Therapie vor allem als additive Behandlung bei Angina pectoris infolge einer koronaren Herzerkrankung (KHK), bei ischämischer Herzschwäche und sogar bei peripherer arterieller Verschlusskrankheit (pAVK). Diese Entwicklung steht sinnbildlich für eine neue medizinische Denkweise: Nicht nur Schäden beheben – sondern Gesundheit aktiv erhalten und wiederherstellen.
Medizinische Zukunft schon jetzt im Hier und Heute
Dr. med. Christian G. Meyer gehört zu einer neuen Generation von Ärzten, die diese Entwicklungen bereits heute in ihrer Praxis umsetzen. Als Facharzt für Kardiologie, Innere Medizin und Allgemeinmedizin verbindet er moderne Diagnostik, umfangreiche präventive Ansätze und innovative regenerative Therapieverfahren. Als zertifizierter Longevity-Experte – hier geht es nicht um einen kurzfristigen Hype, sondern um mehr Lebensqualität auch im Alter – verfolgt er ein ganzheitliches Verständnis von Gesundheit, das in der Wissenschaft zunehmend an Bedeutung gewinnt. Die Verbindung von Darmgesundheit, Prävention und regenerativen Therapieformen wird seines Erachtens nach in den kommenden Jahren zu einem grundlegenden Wandel in der Medizin führen.
Das vollständige Interview auf ZEOLITH WISSEN mit Dr. Christian Meyer zur Darm-Herz-Achse und neuen Möglichkeiten in Prävention und Therapie in der Kardiologie lesen Sie hier.
Sesshafter Lebensstil beschleunigt biologisches Altern
Gut ernährte Pinguine leben länger, altern jedoch schneller – ähnlich wie moderne Menschen
Die Folgen eines sesshaften Lebensstils lassen sich in Studien am Menschen nur schwer untersuchen. Deswegen hat ein internationales Forschungsteam unter Beteiligung der Universität Hamburg sie nun an Königspinguinen erforscht. Das Ergebnis: Ein üppiges Nahrungsangebot bei geschützten Lebensbedingungen fördert zwar ein schnelles Wachstum, führt aber letztlich zu beschleunigtem Altern.
Die Erforschung des Alterns in modernen Gesellschaften ist komplex, da viele Faktoren es beeinflussen. Beispielsweise spielen soziale, verhaltensbezogene und umweltbedingte Aspekte wie Ernährungssicherheit, medizinischer Fortschritt, Armut oder auch Alkoholkonsum eine Rolle. Diese vielfältigen Faktoren machen Langzeitanalysen schwierig. Doch anders als bei Menschen haben sich die sozio-ökonomischen Lebensumstände von Königspinguinen in den vergangenen Jahrhunderten nicht gravierend verändert. Ihre Lebenserwartung von zwanzig bis vierzig Jahren ist für Tiere relativ hoch und ermöglicht damit Vergleiche zum Menschen – das macht sie zu besonders geeigneten Modelltieren.
Ziel der jetzt in „Nature Communications“ veröffentlichten Studie war es, das biologische und das chronologische Alter von wildlebenden und sesshaften Königspinguinen zu vergleichen. Dafür wurden 34 Tiere aus der freien Wildbahn und 30 Zootiere untersucht. Die wildlebenden Tiere fand das internationale Forschungsteam auf den Crozetinseln, einer Inselgruppe im Indischen Ozean, die zwischen Südafrika und der Antarktis liegt. Die Zootiere führen im Zoo Zürich und im Loro Parque auf Teneriffa ein komfortables Leben mit vergleichsweise wenig Bewegung bei konstantem Futterangebot – ähnlich wie Menschen in modernen westlichen Gesellschaften.
„Es ist spannend, dass moderne wissenschaftliche Methoden wie sogenannte epigenetische Uhren, die ursprünglich für die Erforschung des menschlichen Alterns entwickelt wurden, heute auch bei Tieren angewendet werden können. Diese Analysemethode erfasst chemische Markierungen auf der DNA, die sich im Laufe des Lebens verändern“, erklärt Dr. Britta Meyer, Evolutionsbiologin an der Universität Hamburg und Co-Autorin der Studie.
Die Ergebnisse der Blutanalysen sind eindeutig: Das Leben im Zoo beschleunigt den Alterungsprozess bei Pinguinen gravierend. „Ein 15-jähriger Pinguin im Zoo hat das biologische Alter eines 20-jährigen Pinguins in der Wildnis. Das Interessante ist, dass die Zoo-Pinguine insgesamt trotzdem länger leben“, erklärt der Erstautor der Studie, Dr. Robin Cristofari von der Universität Helsinki. … .
Deutscher Schweinemarkt im März mit Rückenwind - und angezogener Handbremse

Der Schweinemarkt in Deutschland zeigte sich im Verlauf des Monats März insgesamt in einer bemerkenswert stabilen bis freundlichen Verfassung, auch wenn die Entwicklung keineswegs geradlinig verlief.
Zu Beginn des Monats traf ein spürbar knappes Angebot an schlachtreifen Schweinen auf eine lebhafte Nachfrage. Viele Tiere ließen sich zügig vermarkten, teilweise mussten Vermarkter sogar aktiv nach zusätzlichen Partien suchen, um die Bedarfe der Schlachtunternehmen zu decken. Diese Konstellation verlieh den Preisen Auftrieb, sodass sich die Notierung schrittweise nach oben bewegte und sich im weiteren Monatsverlauf im Bereich von etwa 1,70 € einpendelte... .
Auch politisch und strukturell gab es im März wichtige Signale für die Branche
Die Diskussion um die Weiterentwicklung der „Initiative Tierwohl“ gewann erneut an Bedeutung. Das geplante Auslaufen des Ferkelfonds bis Ende 2026 und die vollständige Umstellung auf eine durchgängige Herkunftssicherung ab 2027 stellen viele Betriebe vor erhebliche Herausforderungen. Besonders die bislang oft nur teilweise geschlossenen Produktionsketten geraten dadurch unter Druck. Viele Marktteilnehmer sehen hier noch erheblichen Klärungsbedarf, da bestehende Lieferbeziehungen und Strukturen nicht ohne Weiteres angepasst werden können.
Gleichzeitig wurde deutlich, dass regulatorische Themen weiterhin langfristig wirken. So soll die Umsetzung der europäischen Industrieemissionsrichtlinie für die Tierhaltung erst ab 2030 greifen, was den Betrieben zumindest kurzfristig etwas Planungsspielraum verschafft. Dennoch bleibt der Anpassungsdruck hoch, da steigende Anforderungen an Umwelt und Tierwohl die Struktur der Branche weiter verändern dürften und Investitionsentscheidungen zunehmend unter Unsicherheit getroffen werden müssen… .
Maul- und Klauenseuche (MKS) Griechenland: Weitere Ausbrüche auf Bauernhöfen auf Lesbos; keine Schweinebetriebe betroffen
Die Maul- und Klauenseuche breitet sich auf der griechischen Insel Lesbos weiter aus. Die Weltorganisation für Tiergesundheit (WOAH) hat vier weitere Ausbrüche auf der Insel bestätigt – keiner davon in Schweinebetrieben. Die jüngsten Ausbrüche traten in der Gegend um Pelopi auf, einem Dorf in der Nähe des ersten Ausbruchsortes auf Lesbos.
Der Serotyp auf der Insel Lesbos wurde als SAT 1 bestätigt, derselbe Serotyp, der Anfang des Jahres auf Zypern nachgewiesen wurde. Lesbos ist eine griechische Insel in der nördlichen Ägäis vor der Küste der Türkei.
Die vier neuen Ausbrüche traten auf einem Schaf-, einem Rinder- und einem gemischten Schaf-/Rinderbetrieb auf. Insgesamt wurden 92 Tiere infiziert gefunden, 1.536 Schafe und Rinder sind empfänglich. Die vier betroffenen Betriebe waren:
- Ein Schafzuchtbetrieb mit 550 empfänglichen Tieren und 45 bestätigten Fällen;
- Ein Schafzuchtbetrieb mit 350 empfänglichen Tieren und einem bestätigten Fall;
- Ein Schaf-/Rinderzuchtbetrieb mit 324 empfänglichen Tieren und 28 bestätigten Fällen;
- Ein Rinderzuchtbetrieb mit 23 empfänglichen Tieren und 9 bestätigten Fällen.
Lesen Sie auch: Griechische Insel bestätigt Maul- und Klauenseuche bei Schafen und Rindern
Ein vorheriger Ausbruch ereignete sich am 15. März auf Lesbos. An diesem Tag war ein Bauernhof mit Rindern und Schafen betroffen.
Maul- und Klauenseuche auf landwirtschaftlichen Betrieben in Zypern
Auf Zypern, einer Insel im Mittelmeer, zirkuliert der SAT-1-Stamm der Maul- und Klauenseuche (MKS). Die Behörden arbeiten seit seinem Auftreten Ende Februar intensiv daran, den Ausbruch unter Nutztieren in den Bezirken Larnaka und Nikosia einzudämmen. Die meisten Ausbrüche auf Zypern traten in Schaf-, Ziegen- oder Mischlingsbetrieben auf, alle in unmittelbarer Nähe zur türkischen Grenze Zyperns. In der Türkei zirkulieren weitere Serotypen, und die MKS ist dort weit verbreitet.
In Zypern wurden keine Schweine, Schweinezuchtbetriebe oder Wildschweine positiv auf Maul- und Klauenseuche getestet.
Agrarpolitik in der Warteschleife: Wichtige Entscheidungen vertagt
Die europäische Agrarpolitik steht vor einer Zeitenwende, doch zentrale Themen wie Düngerecht und Tierhaltung werden seit Jahren aufgeschoben. Diese Tendenz zur Vertagung wichtiger Entscheidungen sieht sich nun wachsendem Druck aus Brüssel gegenüber, insbesondere in Bezug auf das deutsche Düngeverhalten. Die Europäische Kommission beobachtet die Situation mit zunehmender Ungeduld und deutet an, dass ein neues Vertragsverletzungsverfahren droht, wenn keine Verbesserungen eintreten.
Druck aus Brüssel
Die Europäische Kommission hat bereits in der Vergangenheit mehrfach auf hohe Nitratwerte im Grundwasser hingewiesen, was zu vermehrtem Druck auf die deutsche Regierung führt. Die Möglichkeit eines Vertragsverletzungsverfahrens mit erheblichen finanziellen Strafen im sechsstelligen Bereich rückt näher. Doch trotz dieser Warnungen scheinen viele Agrarpolitiker in Deutschland unbeeindruckt zu sein. Sie sind offenbar der Meinung, dass die europäischen Institutionen bisher mehr gebellt als gebissen haben.
Tierhaltung: Ein ungelöstes Problem
Auch in der Frage der Tierhaltung herrscht weiterhin Unsicherheit. Verschiedene Interessengruppen, darunter Landwirte, Tierschützer und Wissenschaftler, diskutieren über mögliche Reformen. Bisher blieb es jedoch bei Konzepten und Vorschlägen; tatsächliche Änderungen in der Gesetzgebung sind kaum erfolgt. Obwohl Gerichte gelegentlich den Weg für den Schutz von Nutztieren vorgaben, bleibt die Zukunft ungewiss.
Zukunft der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP)
Ein weiteres großes Thema ist die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) ab 2028. Hierbei dreht sich alles um finanzielle Mittel und deren Verteilung. In Brüssel diskutieren Entscheidungsträger über die zukünftige Ausrichtung dieser Politik, wobei der Fokus stark auf der Finanzierung liegt. Wissenschaftler kritisieren seit langem die bestehenden Flächenprämien als ineffizient und ungerechtfertigt, während einige politische Stimmen nach Alternativen suchen.
Widerstand gegen Veränderungen
Trotz zahlreicher Warnungen und Empfehlungen aus wissenschaftlichen Kreisen gibt es wenig Anzeichen für einen grundlegenden Wandel in der Politik oder unter den Landwirten selbst. Viele scheinen an bewährten Praktiken festzuhalten, frei nach dem Motto: „Es hat immer irgendwie funktioniert.“ Diese Haltung erinnert an Konrad Adenauers Wahlslogan „Keine Experimente“ aus dem Jahr 1957, was auch heute noch manchen als Leitmotiv dient.
Aktuelle Agrarmarkttrends: Weizen stagniert, Milchpreise fallen
Die aktuellen Entwicklungen an den Agrarbörsen zeichnen ein gemischtes Bild. Während sich die Weizenmärkte stabil halten, stehen andere Bereiche wie Ölsaaten und Milchprodukte unter Druck. Ein wesentlicher Faktor für die Unsicherheit ist die Erwartung neuer USDA-Daten, die am Dienstag veröffentlicht werden sollen.
Weizenpreise stagnieren
Der Weizenmarkt zeigte am vergangenen Freitag Schwäche, als der Frontmonat Mai an der Euronext um 2 € auf 203,25 €/t fiel. Diese Entwicklung bedeutet, dass die Preise auf dem Niveau der Vorwoche verharren. In den USA blieb der Mai-Kontrakt bei der CBoT unverändert bei 6,05 US-$/bu (193 €/t), was einem Wochenplus von 1,6 % entspricht. Die Händler agieren vorsichtig angesichts möglicher geopolitischer Spannungen im Persischen Golf.
Ölsaaten und Rohöl: Ein verknüpftes Schicksal
Der Rapsmarkt verzeichnete ebenfalls einen Rückgang: Der Frontmonat Mai schloss mit einem Minus von 2 € bei 500,25 €/t. An der CBoT fiel der Sojabohnenpreis um 14,50 Cent auf 11,59 US-$/bu (370 €/t). Während Gewinnmitnahmen zu Verlusten führten, profitierten Palmöl in Malaysia und Sojaöl in Chicago von steigenden Rohölkursen. Diese Entwicklungen könnten dem Rapshandel an der Euronext neuen Schwung verleihen.
Maismarkt: Warten auf USDA-Daten
Am Maismarkt war am Freitag ebenfalls ein Preisrückgang zu beobachten. Der Frontmonat Mai verlor an der CBoT 5 Cent und schloss bei 4,62 US-$/bu (158 €/t). Händler warten gespannt auf neue Informationen vom USDA, das bald wichtige Statistiken zu Lagerbeständen und Anbauflächen veröffentlichen wird.
Kartoffelmarkt bleibt stabil
Der Kartoffelterminmarkt zeigt wenig Bewegung. Der Frontmonat April hält sich schwach bei 2,30 €/dt und auch die Juni-Laufzeit bleibt stabil bei 18,50 €/dt. Aufgrund des großen Angebots am Kassamarkt sind keine Erholungstendenzen erkennbar.
EEX-Milchmärkte unter Druck
Auf den Milchmärkten sind sowohl Butter als auch Magermilchpulverpreise gefallen. Der Butterpreis für April sank um 263 € auf 4.213 €/t und das Magermilchpulver verlor in derselben Woche 91 € auf 2.800 €/t. Das große Milchangebot in Europa belastet weiter die Stimmung an der EEX.
Umrechnungskurs: 1 € = 1,1517 USD
- 1 US bushel Mais = 25,4012 kg
- 1 US bushel Weizen = 27,2155 kg
- 1 US bushel Sojabohne = 27,2155 kg
- 1 acre = 0,4047 ha
Ukraine exportiert 98 Mio. t Agrargüter: Schwarzmeerroute gewinnt an Bedeutung
Seit der Einrichtung der Solidaritätsrouten im Jahr 2022 hat die Ukraine ihre Agrarprodukte erfolgreich in die Europäische Union exportieren können. Etwa 98 Millionen Tonnen landwirtschaftlicher Erzeugnisse wurden über diese Korridore transportiert, wobei 91 Millionen Tonnen auf Getreide und Ölsaaten entfielen.
Wachsende Bedeutung des Seewegs
Zwar haben die „Solidaritätsrouten“ einen wichtigen Beitrag zum Export geleistet, doch inzwischen wird ein immer größerer Anteil der ukrainischen Agrarexporte über den Seeweg abgewickelt. Im Februar 2026 wurden über die Schwarzmeerroute allein 3,9 Millionen Tonnen landwirtschaftliche Produkte verschifft, was 85% der gesamten Exporte von Getreide und Ölsaaten ausmachte.
Ursprung und Entwicklung der Exportwege
Anfangs waren die Solidaritätsrouten zwischen Mai und Juli 2022 die einzige Möglichkeit für die Ukraine, ihre Agrarprodukte zu exportieren. Die Wiederaufnahme des Seeverkehrs erfolgte im August 2022 im Rahmen der Schwarzmeerinitiative. Nach dem Ausstieg Russlands Mitte Juli 2023 richtete die Ukraine im August desselben Jahres einen eigenen Handelsweg im Schwarzen Meer ein.
Zukunftsperspektiven für den Agrarsektor
Laut der Europäischen Kommission haben die Solidaritätsrouten eine Grundlage für eine langfristige Verbindung zwischen der Ukraine und der EU geschaffen. Diese könnten entscheidend für den Wiederaufbau sowie für die Einbindung der Ukraine in den EU-Binnenmarkt sein. Die Herausforderung besteht weiterhin darin, stabile und sichere Exportwege zu gewährleisten, um den ukrainischen Agrarsektor nachhaltig zu unterstützen.
