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von der AVA und aus der Branche
Der britische Schweinesektor meldet einen Rückgang des Antibiotikaeinsatzes um 72 % innerhalb von 10 Jahren.
Sowohl in Großbritannien als auch in den Niederlanden ist der Antibiotikaverbrauch in den letzten Jahren um mehr als 70 % zurückgegangen.
Die britische Schweineindustrie hat den Antibiotikaeinsatz im letzten Jahrzehnt um 72 % reduziert und wird diesen Meilenstein im Jahr 2025 erreichen. Das war die Kernaussage einer kürzlich veröffentlichten Pressemitteilung aus Großbritannien.Landwirtschafts- und Gartenbauentwicklungsbehörde(AHDB).
Die Entwicklung wurde im Rahmen des 10 -jährigen Jubiläums des elektronischen Arzneimittelbuchs (eMB) des Landes öffentlich bekannt gegeben.
In der Pressemitteilung hieß es: „Der Gesamtverbrauch von Antibiotika sank bis 2025 auf 77,2 mg/PCU, ein Rückgang um 10 % gegenüber dem Vorjahr und nun um 72 % niedriger als 2015, als die Meldung über eMB erstmals erfolgte. Zusammengenommen zeigen die Ergebnisse das Ausmaß des langfristigen Wandels, der sich im gesamten Sektor vollzogen hat.“
Der britische Ansatz wurde als Ergebnis eines „etablierten, branchenweiten Ansatzes mit Schwerpunkt auf Prävention“ gelobt.
Benchmarking-Leistung
Das eMB erfasst Daten von über 94 % der britischen Schweineproduktion, was laut AHDB ein „einheitliches, gemeinsames Bild des Antibiotikaeinsatzes im gesamten Sektor“ ergibt. Diese Transparenz hätte es Erzeugern und Tierärzten ermöglicht, die Leistung zu vergleichen, Verbesserungspotenziale zu erkennen und Fortschritte im Zeitverlauf zu verfolgen, um so aus den Daten praktische Entscheidungen für den Betrieb zu treffen.
Ähnlich wie die Europäische Union hat auch Großbritannien 2022 die Verwendung von Zinkoxid (ZnO) eingestellt. Diese Entwicklung nährte die Befürchtung, der Antibiotikaverbrauch könnte wieder ansteigen. Zwar gab es kurzfristig einen leichten Anstieg, doch der Verbrauch erreichte laut AHDB nie wieder das vorherige Niveau und ist seither sogar wieder gesunken.
Die Niederlande haben ebenfalls Daten zu Antibiotika veröffentlicht.
Die Niederlande haben kürzlich Daten zum Antibiotikaverbrauch im Jahr 2025 veröffentlicht. LautNiederländisches Institut für Veterinärmedizin(SDa) gelang es der gesamten Branche (einschließlich aller Viehsektoren), den Gesamtverbrauch im Jahr 2025 gegenüber 2024 um 6,9 % zu reduzieren. Im Vergleich zum Referenzjahr 2009 betrug die Gesamtreduzierung sogar 77,2 %.
Bei der Schweineproduktion sanken die Werte im Jahr 2025 im Vergleich zu 2024 um 9,7 %, wodurch der Antibiotikaeinsatz wieder das Niveau von 2023 erreichte.
Schweinemarkt in der Krise: Preise fallen weiter auf 1,40 €/kg
Der Schweinemarkt in Deutschland steht weiterhin unter immensem Druck, was sich in der jüngsten Preisentwicklung widerspiegelt. Die Vereinigung der Erzeugergemeinschaften für Vieh und Fleisch (VEZG) hat die Notierung um 10 Cent gesenkt, sodass der Preis nun bei nur noch 1,40 Euro pro Kilogramm Schlachtgewicht liegt. Diese Entwicklung zeigt, dass die angespannte Lage auf dem Markt keine Anzeichen einer baldigen Besserung aufweist.
Herausforderungen im innereuropäischen Handel
Besonders im innereuropäischen Handel sieht sich der Fleischmarkt mit erheblichen Schwierigkeiten konfrontiert. In einigen Regionen wurden die Schlachtzahlen bereits reduziert, was auf ein Überangebot und eine schwache Nachfrage hindeutet. Trotz eines leichten Rückgangs des Angebots an Schlachtschweinen aufgrund der aktuellen Hitzewelle gibt es immer noch Berichte über Überschüsse in verschiedenen Gebieten.
Die Ferienzeit könnte zudem den Handel weiter ins Stocken bringen, was eine schnelle Entspannung der Lage unwahrscheinlich macht. Experten gehen davon aus, dass die Marktbedingungen auch in den kommenden Wochen herausfordernd bleiben werden.
Schwierige Bedingungen am Ferkelmarkt
Nicht nur der Schweinemarkt, sondern auch der Ferkelmarkt ist von dieser Entwicklung betroffen. Da Mastschweine durch die hohen Temperaturen langsamer wachsen, verzögert sich auch die Aufnahme neuer Ferkel. Diese Situation, gepaart mit einem umfangreichen Angebot an Einstalltieren, führt zu einem Ungleichgewicht am Ferkelmarkt.
Mäster zeigen eine schwache Nachfrage nach Ferkeln, was durch den gesunkenen Schlachtschweinepreis noch verstärkt wird. Der Preisdruck auf dem Ferkelmarkt hält somit unvermindert an.
- Schweinemarkt unter Druck: Preise sinken weiter
- Innereuropäische Handelsprobleme verschärfen die Lage
- Mäster fragen weniger Ferkel nach – Markt unausgeglichen
Angesichts dieser Herausforderungen stehen Landwirte und Mäster vor schwierigen Entscheidungen. Die Unsicherheit auf den Märkten erfordert flexible Anpassungen und strategische Planungen für die Zukunft.
Deutsche Sauenhaltung in der Krise: Strukturelle Herausforderungen wachsen
Die deutsche Sauenhaltung sieht sich derzeit mit erheblichen Herausforderungen konfrontiert. Obwohl die Initiative Tierwohl (ITW) kürzlich knapp 7 Millionen zusätzliche Ferkel registrierte und dies rechnerisch ausreicht, um den Bedarf zu decken, warnen Experten wie Klaus Martin Fischer davor, die Lage zu unterschätzen. Fischer, ein erfahrener Berater in der Agrar- und Fleischindustrie, hebt hervor, dass das eigentliche Problem tiefer liegt.
Strukturelle Probleme trotz ausreichender Ferkelzahl
Aktuell gibt es in Deutschland rund 5.000 Sauenhalter, doch nur ein kleiner Teil von ihnen hat bisher die notwendigen Umbaumaßnahmen abgeschlossen, die gesetzlich gefordert sind. Bis Februar 2029 müssen viele Betriebe Investitionen in das Deckzentrum vornehmen und bis 2036 im Abferkelbereich modernisieren. Diejenigen, die diese Anforderungen nicht erfüllen können oder wollen, stehen vor der Wahl des Ausstiegs.
Für Betriebe mit etwa 300 Sauen belaufen sich die Investitionen schnell auf über 1,5 Millionen Euro. Diese finanzielle Belastung ist für viele nach Jahren wirtschaftlicher Schwierigkeiten kaum zu bewältigen.
Abhängigkeit von Importen aus dem Ausland
Deutschland war nie vollständig autark in der Ferkelversorgung; etwa ein Viertel der benötigten Ferkel wird importiert, hauptsächlich aus Dänemark und den Niederlanden. Allerdings befinden sich diese Länder derzeit selbst in einem strukturellen Wandel ihrer Schweinehaltung.
Die Niederlande reduzieren ihre Bestände bereits seit geraumer Zeit mit staatlicher Unterstützung. In Dänemark verfolgt die Regierung unter Mette Frederiksen einen ambitionierten Plan zur Neuausrichtung der Schweineproduktion. Dieser umfasst unter anderem längere Säugezeiten und das Ende der dauerhaften Fixierung von Sauen sowie strengere Bauanforderungen und eine CO₂-Bepreisung für Tierhaltung.
Dauerhafte Reduzierung des Importpuffers
Das Ziel dieser Maßnahmen ist es auch, mehr Wertschöpfung im eigenen Land zu erzielen anstatt Ferkel ins Ausland zu exportieren. Dies bedeutet für deutsche Mäster und Schlachtunternehmen eine Verringerung des Importpuffers, auf den sie sich bisher verlassen haben.
Kritische Entwicklungen durch das Ende des Ferkelfonds
Zudem steht ein weiterer struktureller Einschnitt bevor: Zum Jahreswechsel 2027 endet das Fondsmodell der Initiative Tierwohl. Ab dann wird der Markt über den Tierwohlbonus entscheiden. Gleichzeitig könnte sich das Angebot verknappen, wodurch viele Erzeuger ihre Erlössicherheit verlieren könnten.
Laut Fischer darf diese Entwicklung nicht dazu führen, dass Handelspartner den Bonus senken wollen. Eine solche Entscheidung könnte kurzfristige Preisvorteile bieten, jedoch langfristig die Stabilität der Lieferkette gefährden.
Insgesamt scheint die vermeintlich geschlossene Ferkellücke nur oberflächlich beseitigt zu sein. Strukturell öffnet sie sich erneut – diesmal ohne den zuverlässigen Puffer aus Dänemark und den Niederlanden im Rücken.
Agrarhaushalt 2027: Kürzungen treffen Tierhalter besonders hart
Der kürzlich vom Bundeskabinett verabschiedete Entwurf des Agrarhaushaltes 2027 sieht auf den ersten Blick eine geringfügige Kürzung von 0,3 % vor. Doch eine detaillierte Betrachtung offenbart weitreichendere Auswirkungen. Der Agrarhaushalt soll sich demnach auf 6,973 Milliarden Euro belaufen, während die Gesamtausgaben des Bundes um 5,9 % auf 555,4 Milliarden Euro steigen sollen. Laut Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbandes, stellt diese Planung ein signifikantes Sparprogramm für die Landwirtschaft und ländliche Räume dar.
Einsparungen bei wichtigen Förderprogrammen
Besonders betroffen ist die Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz (GAK), die um etwa 54 Millionen Euro gekürzt werden soll. In Kombination mit Einschnitten bei der landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft und im Bereich des Ökolandbaus summieren sich die Kürzungen auf über 100 Millionen Euro. Dies steht im Widerspruch zu früheren Aussagen von Heimatminister Rainer, der betont hatte, in diesen Bereichen keine Einsparungen vornehmen zu wollen.
Laut dem Deutschen Bauernverband sind die Kürzungen beim Zuschuss für die landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft besonders schmerzhaft. Dieser soll um 30 Millionen Euro auf 90 Millionen Euro sinken. Tierhalter sind hiervon stark betroffen, da sie aufgrund eines höheren Unfallrisikos bereits höhere Beiträge zahlen müssen. Bundesagrarminister Alois Rainer (CSU) habe zudem angedeutet, dass die Stallumbauförderung in der GAK nahezu eingestellt werden müsse.
Unsicherheit durch fehlende Verpflichtungsermächtigungen
Zudem steigt die Globale Minderausgabe um 28 Millionen Euro. Dieses Geld wird zwar im Haushalt ausgewiesen, muss jedoch eingespart werden. Rukwied kritisiert, dass Minister Rainer somit mehr als jeden zehnten Euro des frei verfügbaren Agraretats einsparen müsse. Gleichzeitig halbiert das Bundeslandwirtschaftsministerium fast die Verpflichtungsermächtigungen für Folgejahre, was langfristige Planungen erschwert.
Die Beratungen über den Agrarhaushalt finden im Herbst im Bundestag und Bundesrat statt. Rukwied fordert von den Abgeordneten eine verlässliche Finanzierung insbesondere beim Bundeszuschuss zur landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft sowie bei der GAK sicherzustellen. Zudem sei es wichtig, Perspektiven für Sauenhalter zu schaffen und Nachhaltigkeit sowie Forschung und Innovation stärker zu fördern.
Agrarwende gefordert: Landwirtschaft braucht neues Denken und Handeln
Die Zukunft der Landwirtschaft steht vor signifikanten Herausforderungen. Angesichts geopolitischer und wirtschaftlicher Umbrüche ist ein Umdenken erforderlich, um nachhaltige Lösungen zu schaffen. Laut Prof. Alfons Balmann vom Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Transformationsökonomien (IAMO) müssen Landwirte ihre eigene Verantwortung gegenüber Veränderungen ernst nehmen.
Neue Wege ohne staatliche Mittel
Prof. Balmann betonte, dass die Branche nicht mehr auf zusätzliche finanzielle Unterstützung hoffen sollte. Stattdessen sollten Landwirte selbstständig nach Investitionsmöglichkeiten suchen, die ihnen helfen, effizienter zu werden und höhere Standards, insbesondere im Tierwohl, zu erreichen. Er sieht in privaten Zertifikaten eine Möglichkeit, staatliche Regulierungen zu umgehen und dennoch hohe Qualitätsstandards zu sichern.
Es sei notwendig, sich stärker in Wertschöpfungsketten zu integrieren und digitale Infrastrukturen auszubauen, um effizienter arbeiten zu können. Auch bei der Bewirtschaftung sogenannter „Roter Gebiete“ könnten lokale Zertifikate zielführend sein.
Klarere Vorgaben von staatlicher Seite gefordert
Balmann forderte zudem eine klare Linie vom Staat hinsichtlich zukünftiger Agrarpolitik. Nur so könnten Anpassungsprozesse schnell und konsequent umgesetzt werden. Die derzeitige geringe Rentabilität vieler Betriebe sei besonders bei Nebenerwerbslandwirten ein Problem, das bisher wenig Beachtung gefunden habe.
Die große Diskrepanz in der Rentabilität zwischen den Betrieben müsse in der politischen Diskussion mehr Aufmerksamkeit erhalten. Für nicht wettbewerbsfähige Betriebe sollten Ausstiegsszenarien entwickelt werden.
Kritik an Förderpolitik
Laut Balmann wird die Agrarförderung in Deutschland derzeit ineffektiv verteilt. Die über 6 Mrd. € an Direktzahlungen und Prämien wirken seiner Meinung nach als „süßes Gift“, das notwendige Anpassungen verzögert und die Bereitschaft zur Veränderung mindert.
Auch die Förderung für junge Landwirte sei ineffizient konzipiert: Sie konzentriert sich nur auf Betriebsleiter, anstatt auch Mitarbeiter in anderen Funktionen einzubeziehen. Eine Überprüfung des Erbrechts könnte außerdem dazu beitragen, mehr Frauen als Betriebsleiterinnen zu gewinnen.
Wechsel im Verband der Milcherzeuger
Anlässlich der Mitgliederversammlung des Verbandes der Milcherzeuger in Bayern (VMB) wurde Dr. Hans-Jürgen Seufferlein nach langjähriger Tätigkeit als Geschäftsführer verabschiedet. Seine Nachfolge tritt die Wirtschaftsingenieurin Ursula Güttersberger an, während Carmen Natterer die fachliche Leitung übernimmt.
Russlands Schweineindustrie kämpft mit Kostenanstieg und Preisverfall
Die russische Schweineindustrie steht vor ihrer größten Herausforderung seit einem Jahrzehnt. Die Gewinne der Schweinezüchter sind drastisch gesunken, da die Kosten steigen und die Preise fallen. Laut Yuri Kovalev, dem Generaldirektor der Nationalen Vereinigung der Schweinezüchter (NSS), könnte die EBITDA-Marge in diesem Jahr von den bisherigen 25 bis 30 Prozent auf null sinken.
Steigende Kosten und sinkende Preise
Die Produzenten stehen vor dem Problem, dass die Produktionskosten in den letzten zwei Jahren erheblich gestiegen sind, während die Erzeugerpreise um durchschnittlich 15 bis 20 Prozent gesunken sind. Dadurch wird es für viele Betriebe schwierig, ihre laufenden Ausgaben zu decken und Kredite zu bedienen.
In den ersten sechs Monaten des Jahres fiel der Preis für lebende Schweine um etwa 15 Prozent. Auch Schinken, ein wichtiger Marktindikator, wurde um 20 Prozent günstiger. Kovalev führt dies unter anderem auf den Anstieg der Fleischimporte aus China zurück, insbesondere bei Geflügel. Diese Importe lagen im ersten Halbjahr um 35 Prozent über dem Vorjahresniveau.
Konkurrenz durch Geflügelimporte
Im Jahr 2025 lieferte China fast 100.000 Tonnen Geflügelfleisch nach Russland, was laut Kovalev eine ernsthafte Bedrohung für die heimische Schweineproduktion darstellt. Da das importierte Huhn meist verarbeitet wird, verdrängt es das teurere Schweinefleisch vom Markt. Zudem sinkt die Nachfrage nach Schweinefleisch in Russland aufgrund des rückläufigen verfügbaren Haushaltseinkommens.
Strategien für eine Stabilisierung
Um der Krise entgegenzuwirken, sieht der Verband die Notwendigkeit, die Importe von Geflügelfleisch zu reduzieren und gleichzeitig den Absatz von heimischem Schweinefleisch zu fördern. Ein Ausbau des Exports ist ebenfalls vorgesehen. Das Produktionsziel von Wladimir Putin sieht bis 2030 einen Anstieg der Produktion um etwa eine Million Tonnen auf insgesamt 7,19 Millionen Tonnen Lebendgewicht vor.
Exportperspektiven
Kovalev rechnet damit, dass Russland in diesem Jahr etwa 440.000 Tonnen Schweinefleisch exportieren wird, eine Steigerung von rund zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Dies würde Einnahmen von etwa 1,1 Milliarden US-Dollar (etwa 0,88 Milliarden Euro) generieren. Bereits im Jahr 2025 stiegen die Exporte um 24 Prozent auf 399.000 Tonnen an.
Gleichzeitig verzeichneten Russlands Exporte von Geflügel- und Rinderfleisch im Jahr 2025 Rückgänge von 27 bzw. 31 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt beliefen sich die Fleischexporte des Landes im vergangenen Jahr auf 913.400 Tonnen.
EU-Debatte über Gentechnik in der Nutztierhaltung gewinnt an Dynamik
Die Diskussion um den Einsatz von Gentechnik in der Nutztierhaltung wird zunehmend wichtiger, insbesondere nach der kürzlichen Deregulierung der Neuen Züchtungstechniken (NZT) im Pflanzenbau durch die EU-Gesetzgeber. Der Bundesverband Rind und Schwein (BRS) betont die Notwendigkeit, diese Debatte zeitnah und strukturiert zu führen.
Europäische Kommission plant neue Strategie
Die Europäische Kommission plant, am 7. Juli eine neue Nutztierstrategie vorzulegen, die möglicherweise als Anlass für diese Diskussion dienen könnte. Ein Entwurf dieser Strategie zeigt, dass Brüssel offen für den Einsatz neuer Zuchtmethoden in der Nutztierhaltung ist. Priorität haben Investitionen in die Anpassung an den Klimawandel und in technologische Innovationen. Diese modernen Techniken werden als vorteilhaft für Wirtschaft und Umwelt angesehen.
Der BRS sieht die Notwendigkeit, sich mit neuen Zuchtmethoden auseinanderzusetzen. Nach der Entscheidung des Europäischen Parlaments rückt die Frage nach einem geeigneten Rechtsrahmen für die Nutztierzucht stärker in den Vordergrund. Es sei wichtig, schnell klare Richtlinien zu entwickeln, so der Verband.
Verbraucherschutz und Patentfragen
Aus Sicht des BRS sollte das Ziel sein, die Wahlfreiheit der Verbraucher zu gewährleisten und bestimmte Verfahren mit herkömmlichen Zuchtmethoden gleichzusetzen. Transparente und staatlich anerkannte Kennzeichnungssysteme entlang der gesamten Wertschöpfungskette sind unabdingbar. Zudem fordert der Verband einen gesetzlichen Schutz vor Patenten auf Nutztiere.
Laut Stephan Schneider vom BRS zeigt die jüngste EU-Entscheidung, dass Europa bereit ist, neue genomische Techniken differenziert zu betrachten. Dennoch erfordert auch die Nutztierzucht klare und wissenschaftlich fundierte rechtliche Rahmenbedingungen, um Chancen zu nutzen und gleichzeitig Transparenz zu garantieren.
Nutzungsbedingungen und Marktverfügbarkeit
Die Vorteile moderner genomischer Techniken in der Nutztierhaltung könnten ähnlich wie im Pflanzenbau sein: Sie könnten helfen, Krankheitsresistenzen zu stärken und Anpassungen an klimatische Veränderungen zu verbessern. Fortschritte bei Tierwohl, Gesundheit und Ressourceneffizienz sind ebenfalls möglich.
Bereits im April legte der BRS ein Positionspapier vor, das empfiehlt, genetisch veränderte Nutztierrassen aus Drittstaaten erst zuzulassen, wenn marktreife europäische Entwicklungen verfügbar sind. Allerdings gibt es innerhalb des Verbandes unterschiedliche Meinungen zur Bewertung neuer Technologien; während einige Chancen sehen, bestehen bei anderen noch Vorbehalte. Einigkeit besteht jedoch darin, dass transparente Regelungen notwendig sind, um Planungssicherheit zu schaffen.
Russische Gleitbomben zerstören größte Legehennenanlage in Ukraine
Ein schwerer Schlag für die ukrainische Landwirtschaft: Anfang Juli wurde eine der größten Legehennenanlagen Europas in der Ukraine durch russische Gleitbomben massiv beschädigt. Nach Informationen des Agrarkonzerns UkrLandFarming trafen am 3. Juli mehrere dieser Bomben die Geflügelanlage Chornobaivska in der Region Cherson, was einen verheerenden Großbrand auslöste und den Produktionskomplex erheblich zerstörte.
Finanzielle Verluste in Millionenhöhe
Der entstandene Schaden beläuft sich laut UkrLandFarming auf mehrere hundert Millionen US-Dollar, obwohl keine Personen verletzt wurden. Diese Anlage zählt zu den modernsten ihrer Art in Europa und ist ein zentraler Bestandteil der ukrainischen Eierproduktion. Der Angriff wirft ernste Fragen über die zukünftige Produktions- und Exportkapazität des Landes auf.
Rückblick auf vergangene Verluste
Bereits im Jahr 2022 hatte die Chornobaivska-Geflügelfarm schwere Verluste erlitten. Während der Besetzung der Region wurden rund 4,7 Millionen Legehennen getötet, da weder Futter noch Wasser zur Verfügung standen. Diese Krise wurde durch die Unterbrechung der Stromversorgung verschärft.
Zudem waren damals große Teile der Infrastruktur geplündert oder zerstört worden. Nach der Befreiung des Gebiets bemühte sich UkrLandFarming um eine allmähliche Wiederaufnahme der Produktion.
Zukunft der Eierproduktion ungewiss
Der jüngste Angriff stellt einen weiteren schweren Rückschlag für die ukrainische Eierindustrie dar. Die langfristigen Auswirkungen auf die nationale und internationale Versorgung mit Eiern sind bislang nicht absehbar, doch die wiederholten Schäden an solch einem wichtigen Standort sind besorgniserregend für den gesamten Sektor.
- Russischer Luftangriff auf Geflügelanlage
- Schaden in Millionenhöhe
- Produktionsausfälle unklar
- Vergangene Verluste durch Besetzung 2022
Die fortwährenden Angriffe auf landwirtschaftliche Infrastruktur verdeutlichen die Herausforderungen, vor denen die Ukraine steht, um ihre landwirtschaftliche Produktion und Exporte trotz erheblicher Widrigkeiten aufrechtzuerhalten.
Fraunhofer-Studie: Biogas scheitert an steigenden Kosten und sinkender Nachfrage
Im Jahr 2029 wird die Einführung der sogenannten Bio-Treppe erwartet, doch es bleibt fraglich, ob dies den Gasnetzbetreibern tatsächlich helfen kann. Eine aktuelle Untersuchung des Fraunhofer-Instituts für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung (Fraunhofer IFAM) deutet darauf hin, dass die Situation anders ist.
Szenario der sinkenden Gasnachfrage
Die Prognosen zeigen, dass eine abnehmende Nachfrage nach Gas viele Betreiber dazu zwingen wird, ihre Gasnetze bis spätestens 2045 stillzulegen. Die Studie des Fraunhofer IFAM, die im Auftrag des Umweltinstituts München und des Vereins GasWende erstellt wurde, verdeutlicht, dass die Einbindung von Biogas in das Netz nicht ausreicht, um diese Entwicklung aufzuhalten. Stattdessen führt dies zu zusätzlichen Ausgaben.
Regierungspläne und die Bio-Treppe
Die deutsche Bundesregierung möchte den Einbau neuer Gasheizungen wieder uneingeschränkt zulassen und setzt auf einen höheren Anteil erneuerbarer Gase im Netzwerk. Für bestehende Heizsysteme soll eine sogenannte „Grüngasquote“ den Anteil von Biogas erhöhen. Ab 2029 müssen neue Gasheizungsbesitzer zudem Verträge mit einem wachsenden Biogasanteil vorweisen können.
Kritische Analyse der Biogas-Zukunft
Laut der Studie stellt sich die Frage, inwieweit erneuerbare Gase über bestehende Netzwerke an Haushalte verteilt werden können und welche finanziellen Auswirkungen dies nach sich zieht. Es wurden Kosten pro Haushalt in Abhängigkeit von der Netzwerkauslastung berechnet.
Zukünftige Stilllegungen unvermeidbar?
Die zentralen Ergebnisse der Untersuchung deuten darauf hin, dass selbst unter dem neuen Heizungsgesetz bis 2045 umfassende Stilllegungen der Gasnetze wahrscheinlich sind. Dies liegt daran, dass Energieversorger dann nicht mehr in der Lage sein werden, wettbewerbsfähige Preise anzubieten. Der Übergang zu Biogas ist nicht praktikabel, da viele Haushalte auf alternative Heizmethoden wie Wärmepumpen umsteigen werden.
Anstieg von Kosten und deren Folgen
Till Irmisch vom Umweltinstitut betont: Energieversorger können steigende Gaspreise nicht unbegrenzt an Kunden weitergeben. Die Kombination aus teurem Biogas und steigenden Netzentgelten wird für viele unerschwinglich bleiben. Die geplanten Maßnahmen könnten somit ins Leere laufen.
Bereits jetzt planen zahlreiche Städte und Betreiber die Abschaltung ihrer Netze. Irmisch unterstützt diesen Schritt als sinnvoll: Ein gut geplanter Umstieg auf alternative Heizsysteme senkt langfristig Energiekosten und spart volkswirtschaftlich Geld ein.
Risiko von Fehlinvestitionen
Gasheizungen haben typischerweise eine Lebensdauer von etwa 25 Jahren. Unter den neuen gesetzlichen Bestimmungen drohen sie jedoch zu Fehlinvestitionen zu werden. Irmisch kritisiert das Fehlen einer klaren Strategie zur Versorgung mit Biogas: Die Erwartungen an eine Biogasheizung könnten letztlich nur zu kostspieligen Investitionsruinen führen.
Milchprodukte-Preise auf Handelsbörse um 4,9 % gesunken
Der jüngste Rückgang der Milchproduktpreise an der Global Dairy Trade Börse spiegelt eine deutliche Abwärtsbewegung wider, die den Markt seit einigen Wochen prägt. Anfang Juli verzeichnete die internationale Handelsplattform einen Preisabfall von 4,9 %, wodurch der Durchschnittspreis auf 3.793 $ pro Tonne sank. Dies ist das dritte Mal in Folge, dass die Preise gesunken sind, was den Global Dairy Trade Index auf 1.121 Punkte drückt.
Deutliche Preisveränderungen bei Molkereiprodukten
Die Preisentwicklung unterschied sich erheblich zwischen den verschiedenen Molkereiprodukten. So fiel der Preis für Butter um 5 % auf 5.336 $ pro Tonne. Magermilchpulver erlebte einen noch stärkeren Rückgang von 7 %, was den Preis auf 3.135 $ pro Tonne drückte. Auch Vollmilchpulver und Cheddar verzeichneten mit Rückgängen von 4,4 % bzw. 12,3 % signifikante Verluste.
Nicht alle Produkte waren von diesem Abwärtstrend betroffen: Mozzarella und Buttermilchpulver konnten ihre Preise steigern. Mozzarella legte um 3,8 % auf 3.897 $ pro Tonne zu, während Buttermilchpulver einen Anstieg von 3 % auf 3.578 $ pro Tonne verzeichnete.
Auktionsvolumen zeigt Wachstumstendenzen
Trotz der sinkenden Preise war das Volumen der gehandelten Produkte deutlich höher als bei früheren Auktionen. Bei der jüngsten Veranstaltung wurden insgesamt 26.316 Tonnen gehandelt, was eine erhebliche Steigerung gegenüber den 12.922 Tonnen vom 16. Juni darstellt.
Dabei findet die Auktion im zweiwöchigen Rhythmus statt und ist ein wichtiger Indikator für globale Marktbewegungen im Milchsektor. Die Entwicklungen an dieser Handelsplattform geben wertvolle Einblicke in die aktuelle Lage und möglicherweise zukünftige Trends in der Milchindustrie.
Laut Experten deuten diese Schwankungen darauf hin, dass der Markt derzeit angespannt ist und sowohl Produzenten als auch Händler sich auf mögliche weitere Veränderungen einstellen müssen.
