Rufen Sie uns an: +49 (0) 2551-78 78
NEWS
von der AVA und aus der Branche
Iran: Düngerpreise steigen im Rekordtempo – Landwirte von Düngerpreisen total geschockt (Videoclip)
An den Häfen am US-Golft kostet Harnstoff heute sogar 590 USD je Tonne und damit 130 USD mehr als vor drei Tagen. Für den April liegen die aktuellen Preise am US-Golf bei 550 USD je Tonne und damit 120 USD mehr als vor drei Tagen.
Die Düngerpreise steigen steil an. Weltweit. In Deutschland werden von Händlern und Herstellern oft gar keine aktuellen Düngerpreise für den Verkauf genannt. Zu sehr ist der Markt vom Ausbruch des Irankriegs und der Kostenexplosion durch die stark gestiegenen Gaspreise verunsichert. Aus Frankreich wird jedoch über stark steigenden Düngerpreise berichtet.
Landwirte können die hohen Düngerpreise oft gar nicht bezahlen. Denn: Die Schere zwischen niedrigen Getreidepreisen und extrem hohen Düngerkosten wird immer größer… .
Bayer rutscht tiefer in die Verlustzone
Acht Jahre ist es her, da schluckte Bayer den langjährigen US-Konkurrenten Monsanto. Finanziell war das eine bittere Pille: Rechtsstreitigkeiten zu Glyphosat lasten noch immer schwer auf dem Konzern.
Das Logo der Bayer Aktiengesellschaft
Beim Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayer ist der Verlust wegen Glyphosat-Klagen gegen seine US-Tochter Monsanto deutlich gewachsen.
| ||||
Die Linke fordert sofortige Maßnahmen zur Senkung der Lebensmittelpreise
Wegen des Iran-Kriegs könnten die Preise auch in deutschen Supermärkten steigen. Linken-Chef Jan van Aken fordert die Regierung auf, Verbrauchern zu helfen.
Die Linke fordert Sofortmaßnahmen gegen steigende Lebensmittelpreise wegen des Iran-Kriegs.
Die Mehrwertsteuer solle für alle Lebensmittel auf sieben Prozent und für Grundnahrungsmittel sogar auf null gesenkt werden, sagte Parteichef Jan van Aken in Berlin. «Das geht sofort.» Zudem müsse die Regierung genau hinschauen, «ob wir durch die Teuerung abgezockt werden». Dazu brauche es langfristig eine Preisbeobachtungsstelle.
Van Aken kritisierte, dass große Lebensmittel-Konzerne wegen des Kriegs höhere Preise angekündigt hätten. «Wir befürchten, dass die hohen Preise dann bleiben - zu oft haben wir in der Vergangenheit gesehen, dass Teuerungen aufgrund internationaler Krisen nicht wieder zurückgenommen wurden», sagte der Linken-Politiker. Milliardenschwere Konzerne «wittern nun die Chance, den Krieg als Grund vorzuschieben, uns erneut tief in die Tasche zu greifen.»
Handelsexperten sagen wegen des Kriegs im Nahen Osten Preissteigerungen auch bei Lebensmitteln voraus. Als Grund werden unter anderem die steigenden Preise für Öl und Gas angeführt, die bei der Produktion zu Buche schlagen.
Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) -Tagung zum Milchmarkt: Ruf nach Lieferverzicht
AbL-Tagung zum Milchmarkt: Ruf nach Lieferverzicht
Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer sollte sich für die sofortige Aktivierung des freiwilligen Milchlieferverzichts auf EU-Ebene einzusetzen, wie es auch das European Milk Board (EMB) fordert. Diesen Appell enthält die "Hardehausener Milch-Erklärung", die am Montag (2.3.) auf einer bundesweiten Tagung der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) verfasst wurde. In Zusammenarbeit mit der Katholischen Landvolkshochschule Hardehausen hatte die AbL Vertreter von Molkereien, der Wissenschaft und der Verwaltung zusammengebracht, um über die Situation auf dem Milchmarkt und mögliche Lösungswege zu diskutieren.
Nach dem Milchgipfel müsse Rainer unmittelbar einen weiteren Gesprächstermin anbieten, heißt es in der Erklärung. Dabei sollte praxisbezogen über die Handhabung von Lieferverträgen in der Landwirtschaft gesprochen werden, ergänzt durch Beispiele aus der Praxis. Darüber hinaus müsse thematisiert werden, wie die Produktionskosten auf den Milchviehbetrieben ermittelt und eingebunden werden.
Hingewiesen wird in der Erklärung darauf, dass es eine hoheitliche Aufgabe der Landwirtschaftskammern sei, die Produktionskosten zu ermitteln; Daten dazu lägen bereits umfänglich den Landwirtschaftsministerien der Bundesländer vor. "Die wirtschaftliche Situation auf den Höfen ist dramatisch", fassen die Unterzeichner des Papiers die Lage zusammen. Übermengen auf dem Milchmarkt drückten die Erzeugerpreise empfindlich nach unten. Deshalb müsse jetzt gehandelt werden.
Für mehr Transparenz am Markt
Laut Elisabeth Waizzenegger, Mitglied im AbL-Bundesvorstand, brauchen die Milcherzeuger einen transparenten Marktüberblick und verbindliche Verträge, in denen vorab Preise, Mengen, Qualitäten und Laufzeiten festgelegt sind. Derzeit hätten die Milchbauern keine Möglichkeiten, wirksam am Markt zu agieren und ihre Produktionskosten zu erwirtschaften. Vorgeschlagene Instrumente wie die Risikoausgleichsrücklage seien nicht geeignet, die aktuelle Krise zu entschärfen oder weitere vorzubeugen, betonte Waizzenegger. Daher müsse es kurzfristig den freiwilligen Lieferverzicht geben, um die preisdrückenden Milchübermengen zu reduzieren.
Vorgestellt wurde auf der Milchtagung ein Vertragsmodell, das die Produktionskosten nach dem Milch-Marker-Index berücksichtigt. Über die Hofmolkerei "Volle Kanne" werde die Milch auf Grundlage der Produktionskosten verkauft, erläuterte der Landesvorsitzende Nordrhein-Westfalen des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter (BDM), Michael Alterauge. "Wir brechen die Kosten hoch und durchbrechen damit das übliche System, dass die Kosten zu uns Milchbetrieben runtergebrochen werden, also wir nur das ausgezahlt kriegen, was am Ende der Kette übrigbleibt", so Alterauge.
Engpass im Agrarhaushalt 2026:Rainer will GAK-Mittel kürzen
Das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMLEH) tritt bei den Ausgaben im laufenden Haushaltsjahr auf die Bremse. So sollen die Bundesmittel in der Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes" (GAK) im allgemeinen Rahmenplan zunächst gedeckelt werden. Dem Vorschlag zufolge stehen für die Ländliche Entwicklung, die Förderung des Ökolandbaus und Maßnahmen zur Stärkung der Biodiversität im Haushaltsjahr 2026 insgesamt 510 Mio. Euro zur Verfügung. Bislang waren für diese Bereiche insgesamt rund 660 Mio Euro vorgesehen. Damit würden sich die Kassenmittel um rund 150 Mio. Euro reduzieren. Ein Beschluss des zuständigen Planungsausschusses (PLANAK) im Rahmen eines eingeleiteten Umlaufverfahrens lag am frühen Montagabend (2.3.) noch nicht vor.
Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer begründet in einem Schreiben an seine Länderkolleginnen und -kollegen als Mitglieder des PLANAK die beabsichtigte Kürzung der GAK-Mittel mit der angespannten Haushaltslage in seinem Ressort. Als eine Ursache nennt der CSU-Politiker eine Globale Minderausgabe, die noch von der Vorgängerregierung für 2026 beschlossen worden sei. Rainer macht zugleich deutlich, dass die Kürzungsmaßnahme vorsorglich ergriffen werden solle. Im laufenden Haushaltsjahr werde er erneut den Mittelbedarf der Länder für die betreffenden Förderbereiche abfragen. Sollten sich dabei Spielräume ergeben und zudem Umschichtungen möglich werden, werde man gegebenenfalls zusätzliche Mittel zuweisen können, versicherte der Ressortchef.
Klarer Wortbruch
Unterdessen stieß die Initiative des Ministers bei der Opposition im Bundestag auf scharfe Kritik. Der zuständige Berichterstatter der Grünen im Haushaltsausschuss, Leon Eckert, bezeichnete die Kürzungspläne ohne Beteiligung des Parlaments als inakzeptabel. Statt wie im Koalitionsvertrag angekündigt die GAK-Mittel zu erhöhen, setze Rainer jetzt den Rotstift an. Damit falle er der Landwirtschaft in den Rücken oder er sei "schlicht zu schwach, sie zu verteidigen". Fraktionskollege Karl Bär kritisierte insbesondere, dass der Minister beim Ökolandbau sparen wolle.
Ihr Unverständnis über die Entscheidung brachte auch die agrarpolitische Sprecherin der Linken, Ina Latendorf, zum Ausdruck. Nachdem bereits die GAK-Bundesmittel für dieses Jahr zwar nominal stabil gehalten, real jedoch gesenkt worden seien und sich die von der Koalition in Aussicht gestellten 1,5 Mrd. Euro für den Umbau der Tierhaltung als "Luftschloss" entpuppt hätten, wäre eine nachträgliche Kürzung der Abgeordneten zufolge "ein weiteres gefährliches Signal der Unzuverlässigkeit aus dem BLMEH."
Ähnlich äußerte sich der geschäftsführende Vorstand des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), Peter Röhrig. Für ihn wäre eine nachträgliche Kürzung der GAK-Mittel "ein klarer Wortbruch gegenüber den Betrieben und ein fatales Signal an alle, die in Nachhaltigkeit, Ökolandbau und ländliche Entwicklung investieren". Der Ökolandbau dürfe nicht zum Verschiebebahnhof der Haushaltspolitik gemacht werden, warnte Röhrig. Höfe brauchten Verlässlichkeit und Planungssicherheit, aber keine kurzfristigen Sparübungen auf ihrem Rücken. "Wer hier kürzt, gefährdet Existenzen und verspielt Vertrauen", warnte der Chef des Bio-Spitzenverbandes.
Newcastle-Krankheit greift weiter um sich
Seit 1996 gab es keinen Ausbruch bei Geflügel in Deutschland. Nun trifft die Seuche namens Newcastle-Krankheit einen zweiten Betrieb in Brandenburg.
In Brandenburg ist in einem zweiten Geflügelbetrieb die hoch-ansteckende Tierseuche namens Newcastle-Krankheit ausgebrochen. Betroffen ist ein Legehennen-Bestand im Landkreis Dahme-Spreewald mit etwa 375.000 Tieren, wie das Ministerium für Land- und Ernährungswirtschaft in Potsdam mitteilte.
Das Veterinäramt wurde unverzüglich informiert; der Bestand ist gesperrt. Zuvor waren dort mehr Tiere als sonst gestorben, zudem ging die Legeleistung zurück. Die beiden Ausbrüche in Brandenburg sind deutschlandweit die ersten bei Geflügel seit 1996. Zuerst betroffen war ein Putenmastbestand im Landkreis Oder-Spree.
Für Menschen ist das Virus der meldepflichtigen sogenannten atypischen Geflügelpest ungefährlich. Bei sehr engem Kontakt mit erkrankten Tieren kann es zu Bindehautentzündungen kommen. Fast alle Vogelarten können infiziert werden. In Deutschland wird das Virus vor allem bei wild lebenden Tauben nachgewiesen.
Schutzzonen werden errichtet
Alle erforderlichen Maßnahmen werden nun mit einer Allgemeinverfügung des Landkreises angeordnet - darunter die Tötung der Tiere und die Einrichtung einer Schutzzone im Radius von mindestens drei Kilometern und einer Überwachungszone im Radius von mindestens zehn Kilometern.
Nach dem ersten Ausbruch hatte das Ministerium auf die Impfpflicht gegen die Seuche hingewiesen und daher das Risiko eines Ausbruchs in Geflügelhaltungen als gering eingeschätzt. Die vorgeschriebene Impfung bei Hühnern und Puten sei ein bedeutsamer Schutz, auch für die Hobbyhaltungen.
Die Pflichtimpfung gegen ND in den Hühner- und Putenbeständen ist zu überprüfen und gegebenenfalls aufzufrischen. Zudem seien die Biosicherheitsmaßnahmen zu intensivieren. Denn die Gefährdungslage von Vogelhaltungen sei nicht nur wegen der ND, sondern auch wegen der weiterhin in Deutschland auftretenden hochpathogenen aviären Influenza des Subtyps H5 "erheblich". Gegenwärtig zählt das FLI 61 aktive Fälle von Vogelgrippe bei gehaltenen Tieren und weitere 72 bei Wildtieren.
Vereinigtes Königreich: Mangelnde Grenzkontrollen bei Fleischimporten gefährden Biosicherheit
Vor dem Hintergrund aktueller Tierseuchenausbrüche in Europa geraten die britischen Importkontrollen in den Fokus. Laut DEFRA-Daten passieren gekennzeichnete Sendungen den Hafen von Dover teilweise ohne Prüfung.
Der Ausschuss für Umwelt, Ernährung und ländliche Angelegenheiten (EFRA) des britischen Parlaments hat neue Daten zu Importkontrollen am Hafen von Dover veröffentlicht. Demnach erreicht ein Teil der als kontrollpflichtig markierten Sendungen von Fleisch- und Pflanzenprodukten nicht die zuständige Grenzkontrollstelle.
Die Auswertung basiert auf Daten aus drei Stichprobenmonaten (November 2024, August und November 2025). Erfasst wurde der Anteil der gekennzeichneten Sendungen, die vom Hafen Dover zur einzigen zuständigen Border Control Post (BCP) im 35 km entfernten Sevington weitergeleitet wurden.
Für November 2025 weist die Auswertung aus, dass 18 Prozent der als kontrollpflichtig markierten Sendungen tierischen Ursprungs wie z. B. Fleisch und Milchprodukte nicht zur BCP in Sevington gebracht wurden. Dies war ein Anstieg um 10 Prozent zu den im August 2025 festgehaltenen 8 Prozent. Diese Fälle bezeichnet das britische Landwirtschaftsministerium als „drive-bys“. Eine vollständige monatliche Übersicht seit Inbetriebnahme der Anlage ist aufgrund von Datenlücken nicht möglich, gab das Ministerium bekannt. Der EFRA-Ausschuss hatte bereits im September in einem Bericht strukturelle Schwächen des Systems hervorgehoben… .
ITW-Siegelsystem wächst
Das Tierwohlniveau steigt: Neue Programme für höhere Haltungsstandards starten

Das Logo der ITW
Die Initiative Tierwohl bereitet die Einführung zweier neuer Programme vor. Künftig können sich Hähnchen-, Puten- und Schweinemäster für die Programme „Initiative Tierwohl Frischluftstall“ (Haltungsform Stufe 3) sowie „Initiative Tierwohl Auslauf“ (Haltungsform Stufe 4) anmelden. Programme für die Rinderhaltung sollen ebenfalls folgen.
Stufenweise Weiterentwicklung des vertrauten Systems
Das bestehende ITW-Programm im Anforderungsniveau der Stufe 2 („Stall plus Platz“) bleibt weiterhin die Grundlage. Es erreicht bereits eine breite Marktdurchdringung – mit Marktanteilen von über 90 Prozent bei Geflügel, über 60 Prozent bei Schwein und rund 20 Prozent bei Rind. Tendenz: weiter wachsend.
Die neuen Programme sind als konsequente Erweiterung der bestehenden Teilnahme konzipiert. Teilnahmevoraussetzung bleiben unter anderem:
- QS-Systemteilnahme
- Monitoringprogramme
- Weiterbildungsmaßnahmen
Ebenfalls erfüllt werden müssen tierartspezifische Anforderungen, z. B. Lichtprogramm und Fußballengesundheit bei Geflügel sowie Buchtenstruktur und Raufutter für die Schweine.
Für Tierhalter ist der Einstieg zeitlich klar strukturiert:
- ab März 2026: Anmeldung für Hähnchen-, Puten- und Schweinemäster
- ab April 2026: erste Audits auf den Betrieben
- ab Mitte 2026: Kennzeichnung der Produkte im Lebensmitteleinzelhandel
Entsprechende Programme für die Rinderhaltung sind ebenfalls geplant und sollen zeitnah umgesetzt werden.
Neue Leitlinie zur Antibiotikatherapie in der Humanmedizin
Infektionen mit multiresistenten Erregern (MRE) verlaufen häufig schwer bis lebensbedrohlich. Eine rasche, mikrobiologisch fundierte Therapieentscheidung ist das A und O. Eine neue Leitlinie widmet sich nun dem Einsatz von Reserveantibiotika.
Die zunehmende Verbreitung multiresistenter Bakterien stellt eine wachsende Herausforderung für die Behandlung von bakteriellen Infektionen bei Mensch und Tier dar. Vor diesem Hintergrund wurde von Seiten der Humanmedizin eine neue S3-Leitlinie zur Antibiotikatherapie bei schweren Infektionen mit multiresistenten Erregern veröffentlicht. Ziel ist es, den Einsatz von Antibiotika – insbesondere von Reserveantibiotika – klarer zu strukturieren und evidenzbasierte Empfehlungen für die Praxis zu geben. Entscheidend ist dabei eine möglichst schnelle und mikrobiologisch gestützte Therapieentscheidung, da Infektionen mit multiresistenten Keimen häufig schwer verlaufen und lebensbedrohlich sein können.
Als Reserveantibiotika gelten antimikrobielle Wirkstoffe, die nur eingesetzt werden dürfen, wenn andere Antibiotika aufgrund von Resistenz oder fehlender Wirksamkeit nicht geeignet sind. Dadurch soll verhindert werden, dass auch gegen diese wichtigen Wirkstoffe Resistenzen entstehen. Die Leitlinie betont deshalb, dass die Auswahl der Therapie möglichst auf mikrobiologischen Befunden basieren sollte und eine gezielte Behandlung gegenüber einer unspezifischen oder vorsorglichen Antibiotikagabe bevorzugt wird.
Darüber hinaus unterstreicht die Leitlinie die Bedeutung eines möglichst geringen Antibiotikaeinsatzes im Gesundheitswesen. Ein unnötiger oder zu breiter Einsatz von Antibiotika begünstigt die Entwicklung von Resistenzen und gefährdet langfristig die Wirksamkeit vorhandener Medikamente. Deshalb wird empfohlen, Antibiotika nur bei klarer Indikation einzusetzen, die Therapie regelmäßig zu überprüfen und möglichst auf schmal wirksame Präparate umzusteigen, sobald der Erreger bekannt ist.
Insgesamt soll die Leitlinie dazu beitragen, die Versorgung von Patienten mit schweren bakteriellen Infektionen zu verbessern und gleichzeitig die weitere Ausbreitung von Antibiotikaresistenzen zu begrenzen. Ein strukturierter, verantwortungsvoller Einsatz von Antibiotika ist dabei entscheidend, um die Wirksamkeit dieser Medikamente auch in Zukunft zu erhalten.
Bis zu 200 Rinder in Norditalien von IBR-Ausbruch (Bovine Herpesvirus-1, BHV-1) betroffen
Die Infektiöse Bovine Rhinotracheitis (IBR), eine anzeigepflichtige Viruserkrankung bei Rindern, die durch das Bovine Herpesvirus-1 (BHV-1) ausgelöst wird, breitet sich aktuell unter Rindern im Norden Italiens aus. In den vergangenen Wochen sind zwischen 150 und 200 Tiere in Betrieben im südlichen Trentino positiv auf das Virus getestet worden.
Die Landwirt:innen sind besorgt, da sich BHV-1 rasant zwischen Tieren ausbreiten kann. Neben der Tatsache, dass der IBR-Erreger zunächst keine sichtbaren Symptome zeigt, beunruhigt die Tierhalter:innen auch, dass in der Region seit über 20 Jahren gegen diesen Erreger angekämpft wird. Diese jahrelange Latenz kann die IBR so schwer beherrschbar machen.
Erkrankte Tiere zeigen Symptome wie hohes Fieber, eitrig-schleimigen Nasenausfluss, Husten und Atemnot sowie einen starken Rückgang der Milchproduktion. Bei trächtigen Kühen kann eine Infektion Fehlgeburten auslösen. Eine Übertragung des Erregers auf den Menschen ist hingegen ausgeschlossen.
Deutschland gilt seit annähernd neun Jahren als BHV-1-frei. Das Monitoring und die Bekämpfung durch strenge Verordnungen der Krankheit wurde jedoch fortgesetzt, um den Status zu sichern.
