Agrarökonomen begrüßen EU-Mercosur-Abkommen

Proteste gegen das EU-Mercosur-Abkommen stoßen bei Teilen der Agrarwissenschaft auf deutliche Kritik.

Trotz anhaltender Proteste landwirtschaftlicher Verbände sehen viele Agrarökonomen im EU-Mercosur-Abkommen klare Chancen. Die Wirtschaftsexperten plädieren für eine sachlichere Auseinandersetzung mit den tatsächlichen Markteffekten.

Von der hiesigen Agrarökonomie wird die Zustimmung der EU-Staaten zum Handelsabkommen mit dem Mercosur mehrheitlich begrüßt. Die gesamtwirtschaftlichen Vorteile des Handels mit Brasilien, Argentinien, Paraguay, Uruguay und bald auch Bolivien würden etwaige Nachteile überwiegen, so der Tenor einiger befragter Agrarökonomen. Kritisch sehen einige Vertreter der wissenschaftlichen Zunft zudem den Widerstand der Agrarbranche gegen den Vertrag.

So äußerte Prof. Alfons Balmann sein Unverständnis darüber, wieso die „Win-win-Möglichkeiten“ des Abkommens nicht schon viel früher genutzt wurden. Denn auch aus land- und agrarwirtschaftlicher Perspektive biete der Handel gegenseitigen Mehrwert, erklärte der Direktor des Leibniz-Instituts für Agrarentwicklung in Transformationsökonomien (IAMO).

„Es scheint, dass in Deutschland und anderen EU-Ländern unbedingt das längst überholte Bild des bemitleidenswerten Bauern gepflegt werden soll, der von Politik, Gesellschaft und Märkten gegängelt wird und auf dauerhafte staatliche Alimentierung angewiesen ist“, sagte Balmann... .

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