Antibiotikaresistenz: Die unterschätzte Gefahr aus der Tierhaltung

„Zum Thema "Millionen Todesopfer durch Keim-Resistenzen befürchtet - Experte spricht von stiller Pandemie" erreichte die Redaktion folgende Lesermeinung.

Der Artikel verweist zu Recht auf die antibiotikaresistenten Keime als eine der größten Herausforderungen für die globale Gesundheit. Es muss jedoch dringend ergänzt werden: Der massive Einsatz von Antibiotika in der Massentierhaltung wird in fast allen Berichten kaum erwähnt, obwohl er maßgeblich zur Entstehung und Verbreitung resistenter Keime beiträgt.

Massentierhaltung als Keimschleuder

In Deutschland liegt der Antibiotikaverbrauch in der Tierhaltung alarmierend hoch. Auch der Einsatz von Reserveantibiotika ist hierzulande deutlich höher als in vielen anderen EU-Staaten. Diese Praxis sorgt dafür, dass Resistenzen entstehen, sich über Gülle, Abluft aus Stallanlagen und schließlich über Felder und Gewässer ausbreiten und in der Lebensmittelkette bis in den menschlichen Körper gelangen können. So gelangen resistente Keime über Fleisch, Milch und andere tierische Produkte zu uns und erschweren dort Behandlungen erheblich.

Präventiver Antibiotikaeinsatz in der Tierhaltung

Viele Antibiotika werden in der Massentierhaltung vorbeugend und ungezielt eingesetzt, um Tiere trotz schlechter Haltungsbedingungen gesund zu halten. Meine Forderung lautet daher: absolute Reduzierung der industriellen Tierhaltung, ein Verbot von Reserveantibiotika in der Tierhaltung, stattdessen artgerechte Tierhaltung, bessere Fütterung und Weidegang. Dies würde die Immunkräfte der Tiere stärken, den Bedarf an Medikamenten senken...“.

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AVA-Kommentar: Da wird mal wieder unreflektiert „altes Wissen“ von vor 20 – 30 Jahren wiedergegeben. Mit den One-Health Bemühungen wurde der AB-Einsatz in der Tierhlatiung um über 65% in den letzten Jahren reduziert. Auf jeden Fall weiss der Leserbriefautor ja noch nichts davon. Er ist auf dem Stand der 70er Jahre des letzten Jahrtausends… .

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