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Antibiotikaresistenzen sind sozial ungleich verteilt
Unter anderem dichte Besiedlung scheint mit einem höheren Risiko für eine MRSA-Infektion einherzugehen. Hinzu kommen aber auch andere Faktoren.

- 29.07.2025
Erstmals zeigt eine Studie auch für Deutschland, dass ein niedrigerer sozioökonomischer Status mit einem größeren Risiko für eine Infektion mit antibiotikaresistenten Erregern einhergeht.
Forschende des Robert-Koch-Instituts (RKI) haben Städte und Gegenden mit niedrigerem sozioökonomischen Status mit den Infektionsraten für verschiedene antibiotikaresistente Bakterien in Relation gesetzt. Dabei zeigte sich eine Assoziation bei MRSA-Keimen (Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus) vor allem in größeren Städten, aber auch in spärlich bewohnten ländlichen Gegenden, schreibt das Team um Sebastian Haller und Niels Michalski im epidemiologischen Journal »Eurosurveillance«. Dagegen fand sich keine Auffälligkeit in Bezug auf Infektionen mit Carbapenem-resistenten Acinetobacter-Subspezies und Enterobacterales. Zu Letzteren zählen unter anderem Escherichia coli und Klebsiella pneumoniae.
Die Forschenden schätzten die Inzidenz von bakterieller Besiedlung und Infektionen auf der Grundlage der gesetzlichen Meldungen über arzneimittelresistente Erreger in Deutschland im Zusammenhang mit dem sozioökonomischen Status auf Gebietsebene in allen 401 deutschen Landkreisen und kreisfreien Städten im Zeitraum 2010 bis 2019. Etwa die Hälfte aller MRSA-Fälle entfiel dabei auf die wirtschaftlich schwächsten Regionen der Republik.
Gedränge in den Städten, Massentierhaltung auf dem Land
»MRSA wird häufig auf der Haut oder in der Nase übertragen und verbreitet sich durch Gedränge, Hautkontakt und gemeinsam genutzte Gegenstände. Diese Risikofaktoren stehen im Zusammenhang mit Armut und anderen Indikatoren für einen niedrigeren sozioökonomischen Status«, schreiben die Autoren. Das könnte ein Faktor für die höhere MRSA-Inzidenz in Städten mit hoher Populationsdichte sein, während es in ländlichen Gegenden einen Zusammenhang zwischen hoher MRSA-Inzidenz und hoher Schweine- und Geflügeldichte gab.
Gesundheitsaufklärung und Kampagnen zur Sensibilisierung für Risikofaktoren Ungleichheiten können abbauen und die Ausbreitung von Antibiotikaresistenzen verringern… .

