ASP-Ausbruch im Kreis Olpe: Neue Erkenntnisse des FLI

Die Afrikanische Schweinepest breitet sich im Kreis Olpe aus. Ministerin Gorißen appelliert an die Bevölkerung. Schutzmaßnahmen sind entscheidend.

Zum Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest im Kreis Olpe besteht ein hoher Informationsbedarf in der Bevölkerung. Vor allem beschäftigt viele Bürger die Frage nach vermuteten Einschränkungen bei der Freizeitgestaltung. Der Kreis Olpe hat deshalb ein umfangreiches Informationsangebot geschaffen: Auf www.kreis-olpe.de/bekanntmachungen sind die geltenden Tierseuchenverfügungen veröffentlicht. Darin sind alle derzeit geltenden Regeln zusammengefasst.

Zusätzlich ist unter https://t1p.de/jbs6q eine Liste häufiger Fragen (FAQ) zur Afrikanischen Schweinepest und zu den Allgemeinverfügungen des Kreises Olpe zu finden. Sollten dennoch Fragen offenbleiben, ist das Veterinäramt des Kreises Olpe unter der eigens eingerichteten Mailadresse aspinfo@kreis-olpe.de sowie während der Servicezeiten auch unter Tel. 02761/81899 zu erreichen. Die Servicezeiten sind: Montag bis Donnerstag 8 bis 13 Uhr sowie 14 bis 17 Uhr, Freitag 8 bis 13 Uhr.

Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) hat unterdessen neue Erkenntnisse zum Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest im Kreis Olpe gewonnen. Wie das Institut mitteilt, stammen die Viren aus Süditalien. Durch die Untersuchung von Blut- und Gewebeproben der verendeten Wildschweine konnten die Wissenschaftler die komplette Genomsequenz ermitteln. Die Variante aus dem Kreis Olpe unterscheidet sich demnach signifikant sowohl von den bisher bekannten Fällen aus Westdeutschland (Hessen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg) als auch von den Varianten aus den östlichen Bundesländern (Sachsen, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern).

„Ein internationaler Abgleich mit veröffentlichten Genomdaten zeigt eine hohe Übereinstimmung mit ASP-Viren aus der italienischen Region Kalabrien“, so das Friedrich-Loeffler-Institut. Diese italienischen Varianten weisen besondere Veränderungen auf, die auch bei der neuen Variante aus NRW gefunden wurden und die sie deutlich von anderen bisher bekannten ASP-Viren abgrenzen.

Für den Ausbruch im Kreis Olpe heißt dies, dass die Tiere sich wahrscheinlich nicht über den Kontakt von Tier zu Tier angesteckt haben, sondern über infiziertes Material, also beispielsweise Abfälle, die in das Gebiet hineingetragen wurden. Dazu Silke Gorißen, Ministerin für Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen: „Die Nachricht aus dem Friedrich-Loeffler-Institut legt die Vermutung nahe, dass wir es hier mit einem punktuellen Eintrag der ASP im Kreis Olpe zu tun haben und die Tierseuche nicht aus anderen Bundesländern stammt. Wie genau die Afrikanische Schweinepest nach NRW gekommen ist, wird weiter untersucht. Eine Quelle könnten unbedacht im Wald entsorgte Lebensmittel sein. Mit hoher Wahrscheinlichkeit ist der Eintrag jedenfalls auf menschliches Verhalten zurückzuführen. Wir appellieren an alle, sich streng an die Schutzmaßnahmen der Allgemeinverfügungen der Kreise Olpe, Hochsauerlandkreis und Siegen-Wittgenstein zu halten und sich vernünftig und umsichtig in der Natur zu verhalten. So können wir gemeinsam dazu beitragen, diese hochinfektiöse Tierseuche zu bekämpfen. Sie ist und bleibt unabhängig vom Subtyp eine große Gefahr für Wildschweine und insbesondere unsere landwirtschaftlichen Betriebe mit Schweinehaltung.“

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