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ASP-Bekämpfung kostet Hessen bereits mehr als 14,5 Millionen Euro

- 14.04.2025
Die Afrikanische Schweinepest tötet viele Tiere und bedroht die wirtschaftliche Existenz von Schweinehaltern in Südhessen. Die Seuchenbekämpfung wird auch für das Land Hessen teuer, wie eine Anfrage der Grünen ans Landwirtschaftsministerium zeigt.
Vor zehn Monaten ist die Afrikanische Schweinepest (ASP) im Süden Hessens ausgebrochen. Ein Ende ist trotz einer Entspannung nicht in Sicht. Mehr als 3.600 Hausschweine wurden schon gekeult, bis Februar mehr als 1.000 mit Gewissheit tödlich infizierte Wildschweine gefunden. Was die betroffenen Schweinezüchter in existenzielle Nöte bringt und Jäger stresst, belastet auch den Etat des Landes erheblich.
Bis Mitte März dieses Jahres hat die Landesregierung schon mehr als 14,5 Millionen Euro zur Bekämpfung der Seuche ausgegeben. Das geht aus der Antwort von Landwirtschaftsminister Ingmar Jung (CDU) auf eine Anfrage der Landtagsfraktionen der Grünen hervor.
Suche nach toten Wildschweinen ist teuer
Größter Ausgabenposten: die Suche nach toten Wildschweinen mit Hilfe von speziell ausgebildeten Spürhunden oder Drohnen auf einer Fläche von 350.000 Hektar. Die Hälfte der Kosten fiel allein dafür an.
Fast genauso viel, rund sechs Millionen Euro, kosten Bau und Wartung von Zäunen. Über eine Länge von 470 Kilometern ziehen sich die Zäune inzwischen, 350 Kilometer davon sind elektrisch.
Soforthilfen und Abschussprämien
Hessen ließ den betroffenen Schweinehaltern außerdem über Soforthilfen Geld für Hygienemaßnahmen und den Verlust von Tieren zukommen. Knapp 447.000 Euro zahlte das Land im vergangenen Jahr über die Tierseuchenkasse extra aus. Es beteiligt sich beispielsweise auch mit inzwischen bis zu 100 Euro pro Stück an Entschädigungen, die Kreise Jägern für erlegte Wildschweine zahlen, die nicht mehr vermarktet werden können.
Personalkosten sind in der Summe nicht einmal enthalten.
Viele Betriebe kaum zu retten?
Trotz einiger Lockerungen in den vergangenen Wochen ist die Lage für Schweinehalter aber brenzlig. Ein Landwirt berichtete dem hr schon vor Wochen, dass ihm ein jährliches Minus von 250.000 Euro drohe, die Versicherung gegen die Ausfälle laufe aus. Kollegen hätten die Schweinehaltung bereits eingestellt oder dächten ernstlich daran.
Veterinärmediziner sehen die Zukunft ebenfalls dunkel, rechnen sogar mit dem Zusammenbruch der Branche in dem Gebiet. "Die Landwirte in der Region können das kaum schaffen. Die meisten werden sicherlich aufhören“, sagte der Gießener Professor Gerald Reiner dem hr.
Der Fachmann für Schweinekrankheiten nannte die Lage für die Bauern "katastrophal" - trotz der aktuellen Zeichen, die für eine derzeit wirksame Eindämmung sprechen. Die Züchter brauchen Planungssicherheit. Die Seuche könnte aber jederzeit neu ausbrechen und ihren Höhepunkt noch gar nicht erreicht haben. Denn das Virus überlebt bis zu einem Jahr in Kadavern und Böden. Die Kosten für das Land würden dann noch weiter steigen und auch für die Kommunen.
Solidarmodell nicht geplant
In ihrer Anfrage bringt die Grünen-Fraktion zur Entlastung der betroffenen Kreise und Städte ein Umlageverfahren ins Spiel. Sie wollen wissen, ob die Kosten auf alle hessischen Kommunen verteilt werden könnten.
Ein solcher Akt der finanziellen Solidarität ist nach Angaben des Landwirtschaftsministers im Gesetz über den Finanzausgleich innerhalb Hessens nicht vorgesehen. Das Gesetz zu ändern ist laut Jung derzeit auch nicht beabsichtigt.

