Auch im Mastbetrieb keine Keime verschleppen

Es ist mittlerweile weitgehend anerkannt, dass die Grundlage für ein gesundes und produktives Rinderleben in den ersten Lebenswochen gelegt wird. Natürlich gilt das nicht nur für die spätere Milchkuh sondern auch für den Mastbullen oder das Mastkalb. Dass die Mäster in der Regel keinen Einfluss auf das Aufzuchtmanagement im Herkunftsbetrieb haben, sondern nehmen müssen „was kommt“, ist einer der Gründe, die die Fressererzeugung oder Mast ab Kalb so schwierig und oft auch behandlungsintensiv machen.

Im Rahmen der Spezialisierung in der Rinderhaltung in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts wurde die Verwertung der männlichen Kälber aus dem Milcherzeugerbetrieb zunehmend auf spezialisierte Mastbetriebe übertragen. Hierbei gehen die männlichen schwarzbunten Kälber in Deutschland nach dem 28. Lebenstag in die Kälbermast, wohingegen die Kälber der Zweinutzungsrasse Fleckvieh in aller Regel später (nach 4 bis 6 Wochen) an Fressererzeuger oder Bullenmastbetriebe abgegeben werden. Diesen verschiedenen Wegen der Verwertung männlicher Kälber aus Milchviehbetrieben ist gemeinsam, dass sehr empfindliche, nicht entwöhnte Tiere aus oft sehr vielen Herkunftsbetrieben nach in der Regel längerem Transport in großen Gruppen aufgestallt werden.

Wissenschaftliche Untersuchungen zu den Risiken für die Tiergesundheit gibt es fast ausschließlich im Bereich der Milchmastkälber. Da diese in anderen europäischen Ländern noch nach zwei Wochen transportiert werden dürfen und sich auch sonst das System wesentlich von dem der Fressererzeugung unterscheidet, sind diese wissenschaftlichen Erkenntnisse nicht auf Fressererzeugerbetriebe übertragbar. Um mehr Informationen über diesen sehr speziellen Produktionszweig zu sammeln hat der Tiergesundheitsdienst Bayern in den Jahren 2023/2024 bayerischen Fressererzeugern die Teilnahme an einem Tiergesundheitsmonitoring angeboten…. .

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