BayWa: Ohrfeige von Finanzaufsicht

Deftige Ohrfeige für den angeschlagenen Agrarkonzern BayWa. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat das Unternehmen dafür gerügt, dass es in seinem Geschäftsbericht 2023 offenkundige Risiken verschwiegen hat.

Konkret geht es um einen Kredit in Höhe von 2 Mrd. Euro, den die BayWa von verschiedenen Banken gemeinsam erhalten hat. Von diesem Konsortialkredit hatte der Konzern zum 31. Dezember 2023 insgesamt 1,75 Mrd. Euro in Anspruch genommen.

Laut BaFin war die BayWa gemäß den Kreditbedingungen unter anderem dazu verpflichtet, die Finanzkennzahl „Interest Cover“ einzuhalten, was jedoch ab dem 30. Juni 2023 nicht der Fall gewesen sei. Aus diesem Grund hätten die Banken die unmittelbare Rückzahlung Kreditbetrages fordern können. Sie hätten aber am 28. Juli 2023 bis einschließlich zum 31. Dezember 2023 darauf verzichtet - ein sogenannter „Waiver“. Zudem hätten die Banken schon Ende März 2024 wieder das Recht dazu gehabt, den Kredit zu kündigen. Die BaFin kritisiert, dass die BayWa über diese Vorgänge in ihrem Bericht - entgegen den handelsrechtlichen Anforderungen - nicht informiert und die Aktionäre im Unklaren gelassen habe.

Die Finanzierung der BayWa stützt sich außerdem auf eine börsennotierte Anleihe über 500 Mio. Euro sowie kurzfristige Schuldverschreibungen im Umfang von 632 Mio. Euro. Auch hier bestand laut BaFin das Risiko, dass deren Rückzahlung von dem Unternehmen nicht refinanziert werden konnte. Das sei ebenfalls nicht hinreichend beschrieben worden.

Der Geschäftsbericht 2023 habe somit kein vollständig zutreffendes Bild der wirtschaftlichen Lage des Unternehmens vermittelt und sei daher fehlerhaft. Die Versäumnisse der BayWa waren bei einer Prüfung durch die BaFin aufgefallen. Ob das Fehlverhalten des Konzerns Folgen nach sich ziehen wird, teilte die Finanzaufsicht indes nicht mit.

 

 

 

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