BePork Welfare: Nachhaltiger Tierwohlstandard für die belgische Schweinehaltung

Mit BePork Welfare hat der Standardgeber Belpork ein Tierwohlmodul für die belgische Schweinefleischkette entwickelt, der auf dem bestehenden BePork-Qualitätssicherungssystem aufbaut. Der Transportbereich ist bereits integraler Bestandteil der BePork-Spezifikationen. Das Welfare-Modul erweitert die Anforderungen für Schweinehaltungs- und Schlachtbetriebe um zusätzliche Tierwohlkriterien. Auf diese Weise werden Tiergesundheit, Haltungsbedingungen, Management und Rückverfolgbarkeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette in einem einheitlichen System zusammengeführt.

Tiergesundheit als Grundlage für Tierwohl

Ein zentrales Element von BePork Welfare ist das Gesundheitsmanagement, denn Tiergesundheit gilt als wesentliche Voraussetzung für nachhaltiges Tierwohl. Regelmäßige Gesundheitskontrollen, Biosicherheitsmaßnahmen, die Überwachung von Krankheitsindikatoren sowie die enge Zusammenarbeit mit dem Bestandstierarzt zählen zu den tragenden Säulen des Programms.

Besonderes Augenmerk liegt auf der Prävention. Ziel ist es, Erkrankungen frühzeitig zu erkennen und den Medikamenteneinsatz auf das notwendige Maß zu begrenzen. Damit trägt BePork Welfare zugleich den europäischen Anforderungen an einen verantwortungsvollen Antibiotikaeinsatz Rechnung.

 

Platzangebot als wichtiger Tierwohlindikator

Auch dem Platzangebot kommt innerhalb des Tierwohlkonzepts eine zentrale Bedeutung zu. BePork Welfare arbeitet mit drei aufeinander aufbauenden Tierwohlstufen, die höhere Anforderungen an die Haltung stellen.

Bereits in Stufe 2 werden die verfügbaren Flächen für Sauen und Ferkel deutlich erweitert. So erhöht sich das Platzangebot für abgesetzte Ferkel von 0,35 m² auf 0,50 m² pro Tier und in Stufe 3 auf 0,60 m². Auch die Fläche im Abferkelbereich wächst von 3,8 m² auf 6,5 m² beziehungsweise 7,5 m².

Für Mastschweine gelten ebenfalls erhöhte Flächenanforderungen. In der höchsten Tierwohlstufe stehen den Tieren je nach Gruppengröße bis zu 1,7 m² pro Tier zur Verfügung. Zusätzlich sieht die höchste Tierwohlstufe permanente Außenbereiche für Mastschweine, Sauen, Eber und Ferkel vor. Für tragende Sauen und Jungsauen ist darüber hinaus Weidegang vorgesehen.

Gerade im internationalen Lebensmitteleinzelhandel gilt das Platzangebot heute als einer der wichtigsten Indikatoren für das Tierwohlniveau eines Betriebs.

Beschäftigungsmaterial gegen Verhaltensstörungen
Ein Kernpunkt des Tierwohlmoduls ist die verpflichtende Bereitstellung von Beschäftigungsmaterial. Schweine besitzen ein ausgeprägtes Erkundungs- und Wühlverhalten. Wird dieses Bedürfnis nicht ausreichend befriedigt, können Verhaltensstörungen wie Schwanz- oder Ohrbeißen auftreten.

BePork Welfare legt deshalb verbindliche Anforderungen an geeignete Beschäftigungsmaterialien fest, die den Tieren dauerhaft zur Verfügung stehen müssen. In den höheren Tierwohlstufen gelten weitergehende Anforderungen an Art und Verfügbarkeit der Beschäftigungsmaterialien.

Krankenbuchten für eine individuelle Betreuung

Für die Versorgung erkrankter oder verletzter Tiere schreibt BePork Welfare Kranken- beziehungsweise Separationsbuchten vor. Sie ermöglichen eine gezielte Beobachtung und Behandlung einzelner Tiere und helfen, zusätzlichen Stress innerhalb der Gruppe zu vermeiden.

Stallumgebung und Management

Das Lastenheft definiert konkrete Vorgaben für Infrastruktur, Stallklima und Notfallmanagement. Dazu zählen unter anderem Maßnahmen zur Brandprävention sowie Notfallpläne, die die Versorgung der Tiere auch in Ausnahmesituationen sicherstellen.

Darüber hinaus enthält das System Anforderungen an Luftqualität, Lüftung, Temperaturmanagement und die Vermeidung von Hitzestress. Mit steigender Tierwohlstufe werden die Anforderungen an das Stallklima weiter erhöht… .

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