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Cannabis: Mehr Schizophrenie-Fälle

- 03.04.2025
Seit der Legalisierung von Cannabis in Kanada hat sich die Zahl der Schizophrenie-Fälle unter Abhängigen fast verdreifacht. Eine alarmierende Entwicklung – ist damit der Traum vom harmlosen Kiffen geplatzt?
Viele Nationen bewerten die Legalisierung von Cannabis zu Genusszwecken uneingeschränkt als Fortschritt – doch die Realität sieht anders aus. Eine neue Studie aus Kanada zeigt alarmierende Trends: Seit der Freigabe von Cannabis hat sich die Zahl der Schizophrenie-Fälle, die mit einer Cannabis-Abhängigkeit in Verbindung stehen, fast verdreifacht.
Cannabis und Psychosen – eine unheilige Allianz
Die Studie schloss alle Einwohner Ontarios zwischen 14 und 65 Jahren ein, die Anspruch auf eine staatliche Gesundheitsversorgung haben. Das waren mehr als 13,5 Millionen Menschen. Dabei berücksichtigten die Forscher unter Leitung von Daniel T. Myran, University of Ottawa, drei unterschiedliche Zeiträume zwischen 2006 und 2022:
- vor der Legalisierung von Cannabis,
- nach der Einführung von medizinischem Cannabis und
- nach der Legalisierung von Cannabis zu Genusszwecken.
Die Zahl der Menschen, die aufgrund von Cannabis-Abusus stationär behandelt werden mussten, ist seit der Legalisierung um 270 % gestiegen – von 1,3 auf 4,6 von 1.000 Personen. Besonders besorgniserregend sind Assoziationen mit Schizophrenie: Vor der Legalisierung waren 7 % aller Patienten mit neuer Schizophrenie-Diagnose zuvor wegen Cannabis-Abhängigkeit behandelt worden. Nach der Legalisierung ist der Anteil auf 16 % gestiegen.
Die Tetrahydrocannabinol-Konzentration hat sich in den letzten Jahrzehnten mehr als verdoppelt. Früher lag sie bei durchschnittlich 5 %, heute überschreiten viele Produkte 20 %. Speziell hochpotente Konzentrate, Vapes und Edibles (Bonbons, „Space Cakes“, Sirups und mehr) überfluten den Markt. Sie seien „ein regelrechter Katalysator für psychische Störungen – insbesondere für Menschen mit einer genetischen Veranlagung für Schizophrenie oder andere Psychosen“, schreiben die Autoren.
Zusammenfassung
- Die Zahl der Personen in Ontario, die wegen Cannabis-Abusus ins Krankenhaus mussten, ist seit der Legalisierung um 270 % gestiegen.
- Der Anteil der neuen Schizophrenie-Patienten, die zuvor wegen Cannabis-Abusus in Behandlung waren, stieg von 7 % auf 16 %.
- Schätzungen zufolge wären 10 % aller neuen Schizophrenie-Fälle vermeidbar gewesen, wenn schwer Cannabis-Abhängige ihren Konsum eingestellt hätten.
- Besonders betroffen sind junge Männer (14–24 Jahre): In dieser Altersgruppe hätte sogar 18 % der neuen Schizophrenie-Fälle durch Behandlung der Cannabis-Konsumstörung verhindert werden können.

