Rufen Sie uns an: +49 (0) 2551-78 78
Dänemark verhängt ein Moratorium für neue und erweiterte konventionelle Schweineställe. Die Regierung begründet den Schritt mit der geplanten Neuausrichtung der Schweinehaltung und mehr Tierwohl. Der Branchenverband L&F warnt dagegen vor Investitionsstopp und fehlender Planungssicherheit.
Dänemark stoppt vorerst Neubau konventioneller Schweineställe

Tragende Sauen in Gruppenhaltung – Foto: © EG Hellwig/AVA
- 24.09.2026
- Von: Agrar- und Veterinär-Akademie
In Dänemark dürfen vorerst keine neuen konventionellen Schweineställe gebaut oder bestehende Anlagen erweitert werden. Nach Angaben des zuständigen Ministers Christian Rabjerg Madsen betrifft der Baustopp Anträge, die ab dem 23. September 2026 eingehen. Bereits zuvor eingereichte Anträge sollen weiterhin nach bisherigem Recht geprüft werden.
Hintergrund ist die geplante Neuausrichtung der dänischen Schweineproduktion. Über die künftigen Rahmenbedingungen soll eine sogenannte „Vierparteien-Runde“ beraten, an der Vertreter aus Landwirtschaft, Natur- und Tierschutz, Ernährungswirtschaft und Regierung beteiligt sein sollen.
Tierwohl und Investitionen im Spannungsfeld
Die Regierung will mit dem Moratorium verhindern, dass jetzt noch Produktionsanlagen entstehen, die später den neuen Vorgaben entgegenstehen könnten. Maßnahmen für Tierwohl, Klima oder Umwelt sollen weiterhin möglich sein, sofern dadurch weder Stallfläche noch Produktionskapazität wachsen.
Der dänische Branchenverband Landbrug & Fødevarer (L&F) kritisiert den Baustopp. Mehr Tierwohl könne zusätzlichen Platz und damit Investitionen in Stallanlagen erforderlich machen. Der Verband warnt zudem vor fehlender Planungssicherheit für landwirtschaftliche Betriebe, Banken, Handwerk und Agribusiness.
Der dänische Naturschutzverband Danmarks Naturfredningsforening begrüßt das Moratorium dagegen als positiven Schritt für Natur, Gewässer und Tierwohl.
AVA: Tierwohl braucht praktikable Rahmenbedingungen
Die dänische Diskussion zeigt einen grundsätzlichen Zielkonflikt: Höhere Anforderungen an Tierwohl und Haltung können Investitionen und bauliche Veränderungen erforderlich machen. Politische Vorgaben sollten deshalb Tierwohlziele, betriebliche Umsetzbarkeit und langfristige Planungssicherheit gemeinsam berücksichtigen.
Quelle: fleischwirtschaft.de / AgE, 24.09.2026.
Redaktionelle Bearbeitung: Agrar- und Veterinär-Akademie (AVA).









