Deutsches Milchkontor rutscht im globalen Molkerei-Ranking ab

Das einzige deutsche Unternehmen unter den 20 weltweit größten Molkereikonzernen ist in der Rangfolge einen Platz nach unten gerutscht. Das zeigt das aktuelle Ranking der Rabobank für 2025.

Berücksichtigt wurden dabei die Umsätze mit Milchprodukten im Jahr 2024 sowie Unternehmensfusionen und -zukäufe im Zeitraum vom 1. Januar bis zum 30. Juni 2025.

Demnach wurde das Deutsche Milchkontor (DMK) mit einem Umsatz von rund 5,0 Mrd. Euro im vergangenen Jahr vom 18. Platz im Vorjahr auf den 19. Rang verdrängt. Der betreffende Umsatzrückgang im Jahr 2024 gegenüber dem Vorjahr wird auf 500 Mio. Euro oder 9,1% beziffert. Derweil verteidigte der Müller-Konzern mit einem geschätzt unveränderten Umsatz von 6,2 Mrd. Euro den 15. Platz. Allerdings wird das Unternehmen nun als luxemburgisch geführt. 2023 hatte die Rabobank den Firmensitz noch in Deutschland lokalisiert.

Yili erleidet Erlöseinbruch

In der Spitzengruppe gab es zuletzt keine Verschiebungen. Hier behauptete die französische Lactalis mit einem Umsatz von schätzungsweise 28,9 Mrd. Euro den ersten Rang. Die Schweizer Nestlé folgt mit einem Gesamtumsatz von ungefähr 21,6 Mrd. Euro auf dem zweiten Platz. Die US-amerikanische Genossenschaft Dairy Farmers of America (DFA) verteidigte ihren dritten Rang erfolgreich mit einem Erlös von schätzungsweise 20,8 Mrd. Euro.

Den vierten Rang belegte erneut die französische Danone Gruppe mit 18,8 Mrd. Euro. Obwohl für die chinesische Yili ein Erlöseinbruch - unter anderem wegen Währungseffekten und einer nachlassenden Verbrauchernachfrage - um 1,9 Mrd. Euro oder 11,7% ausgewiesen wird, rangiert der Konzern weiterhin auf Platz fünf.

Dagegen verbesserte sich die dänische Arla Foods mit einem Umsatz von 13,6 Mrd. Euro um einen Rang auf Platz sechs und verdrängte damit die neuseeländische Fonterra mit 13,3 Mrd. Euro Umsatz auf den siebten Rang. Die niederländische FrieslandCampina hielt mit 12,7 Mrd. Euro Platz acht. Gleichzeitig verbesserte sich die kanadische Saputo mit einem Umsatz von 12,6 Mrd. Euro vom 10. auf den 9. Platz.

Das Schlusslicht unter den größten zehn Molkereikonzernen bildet jetzt die chinesische Mengniu. Deren Umsatz rutschte 2024 im Vorjahresvergleich um 1,7 Mrd. Euro oder 13,2% auf 11,2 Mrd. Euro. Dafür machten die niederländischen Banker wie bei der chinesischen Yili Währungseffekte und den rückläufigen Konsum verantwortlich.

Bedeutende Firmenfusionen stehen an

Die britische Unilever belegte erneut Platz elf, obwohl der Umsatz auf dem Vorjahresniveau von 8,1 Mrd. Euro verharrte. Dagegen verbesserte sich die französische Savencia mit 7,0 Mrd. Euro um einen auf Platz zwölf. Dadurch rutschte die US-amerikanische Schreiber Foods mit 6,8 Mrd. Euro auf Rang 13. Die Plätze 14, 17 und 20 hielten unverändert die indische Gujarat Cooperative Milk Marketing Federation Ltd. mit 6,6 Mrd. Euro beziehungsweise die kanadische Agropur mit 5,8 Mrd. Euro und die mexikanische Grupo Lala mit 5,1 Mrd. Euro.

Die Rabobank geht davon aus, dass bedeutende Firmenfusionen und -käufe im nächsten Jahr zu großen Veränderungen im Ranking führen werden. Als Beispiele nennen die niederländischen Branchenfachleute die Fusion von FrieslandCampina mit der belgischen Milcobel, die Verschmelzung von Arla Foods mit dem DMK, die Integration der französischen Yoplait in Lactalis und Sodiaal sowie die Veräußerung des Speiseeisgeschäfts von Unilever. Deshalb erwarten die Experten, dass Unilever und DMK im nächsten Jahr aus dem Ranking ausscheiden werden. Starke Kandidaten für die Besetzung dieser freien Plätze seien die Magnum Ice Cream Company als anstehende Veräußerung von Unilever und das Schweizer Unternehmen Emmi.

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