Ebola im Kongo: Wettlauf gegen Zeit bei Ebola-Ausbruch

Im Kampf gegen die Ausbreitung von Ebola im Kongo muss nun vieles ganz schnell gehen. Erfahrung mit der Krankheit hat das Land reichlich. Doch die Kapazitäten können ein Problem sein.

Hunderte von Verdachtsfällen, immer mehr bestätigte Infektionen und die Sorge vor einer Ausbreitung in die Nachbarländer: Eine Woche nach Bekanntgabe des Ebola-Ausbruchs in der kongolesischen Ituri-Provinz befinden sich Experten, Gesundheitspersonal und Helfer im Wettlauf gegen die Zeit. »Es kommt jetzt darauf an, rasch Isolier- und Behandlungskapazitäten an unterschiedlichen Orten einzurichten«, sagt Maximilian Gertler, Epidemiologe der Berliner Charité und für Ärzte ohne Grenzen (MSF) bereits mehrfach im Ebola-Einsatz in Afrika.

Doch wegen der fragilen Sicherheit in der Konfliktregion und logistischer Anforderungen im zweitgrößten Land Afrikas sei gerade dies sehr kompliziert. »Wir schicken gerade viele Mitarbeitende mit Erfahrung in Ebola-Ausbrüchen in die betroffenen Regionen, um die bestehenden Teams zu unterstützen«, so Gertler über das Vorgehen von MSF. Parallel dazu müsse medizinisches Personal ausgebildet und in den Einsatz gebracht werden.

Immerhin gelte für den Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo: In der Region gibt es viele Erfahrungen mit Ebola. »Kein Land auf der Welt hat so viele dieser Ausbrüche gehabt«, betont Gertler.

Enorme logistische Herausforderungen

Die Größe der betroffenen Region, die an Uganda und den Südsudan grenzt, und das Ausmaß der Epidemie eine Woche nach der offiziellen Bekanntgabe durch die Gesundheitsbehörden stellen eine enorme logistische Herausforderung dar. Dabei kann nicht unbedingt auf vorhandene Strukturen gesetzt werden. Der Kongo ist ein riesiges Land, fast siebenmal so groß wie Deutschland, und viele Gebiete sind wenig entwickelt und von großer Armut geprägt. »Man muss alles selbst organisieren, auch den Diesel für die Generatoren«, so Gertler. »Dafür haben wir Notfalllager in verschiedenen Orten der Region, in Kinshasa, in Kisangani und anderen Orten.«

»Gegenwärtig ist Ärzte ohne Grenzen zum Beispiel dabei, tonnenweise Schutzausrüstung und logistisches Material wie Generatoren, Kühlgeräte und natürlich zusätzliches Personal in die Region zu bringen, um zusätzliche Zentren aufzubauen«, erläutert der Berliner Mediziner. Teams seien unterwegs in größeren Städten wie Bunia, Butembo oder Goma, um Orte für die Errichtung solcher Zentren zu identifizieren… .

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