Ernährungsdebatte: DGE hält an Leitlinien zum Fleischkonsum fest

Neue Forschungsergebnisse zum Zusammenhang zwischen Fleischkonsum und Demenz sorgen für Diskussionen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung sieht dennoch keinen Anlass, ihre bestehenden Ernährungsempfehlungen anzupassen.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) sieht trotz neuer Forschungsergebnisse zum Zusammenhang zwischen Fleischkonsum und Demenz keinen Anlass, ihre Ernährungsempfehlungen anzupassen. Hintergrund ist eine Langzeitstudie des Karolinska Institutet, die differenzierte Effekte je nach genetischem Risiko nahelegt.


Nach Angaben der DGE handelt es sich bei der Untersuchung um eine Beobachtungsstudie, die für die weitere Forschung zu individuellen Ernährungsempfehlungen für einzelne Menschen dienlich sein könne. Die Organisation selbst konzentriere sich weiterhin auf allgemeine Empfehlungen für eine nährstoffadäquate Ernährung, die das Risiko für Erkrankungen wie Typ-2-Diabetes, Schlaganfälle oder koronare Herzkrankheiten senken könne. Zudem könne durch die Empfehlungen die Umweltbelastung, die mit dem üblichen Verzehr in Verbindung stehe, stark reduziert werden.

Hintergrund zur Studie

Die im Fachjournal JAMA Network Open veröffentlichte Studie des Karolinska Institutet basiert auf Daten von mehr als 2100 Personen ab 60 Jahren aus der schwedischen Langzeitstudie SNAC-K (Swedish National Study on Aging and Care, Kungsholmen). Die Teilnehmenden wurden über einen Zeitraum von bis zu 15 Jahren beobachtet und wiesen zu Beginn keine Demenzdiagnose auf. Analysiert wurde der Zusammenhang zwischen selbstberichteter Ernährung und kognitiver Entwicklung unter Berücksichtigung von Alter, Geschlecht, Bildung und Lebensstilfaktoren.

Im Mittelpunkt standen genetische Risikogruppen mit den Varianten APOE 3/4 und APOE 4/4. Diese kommen laut den Forschern bei rund 30 % der schwedischen Bevölkerung vor und sind bei etwa 70 % der Alzheimer-Erkrankten vertreten.

 

Die Ergebnisse zeigen, dass Personen mit diesen Genvarianten bei niedrigem Fleischkonsum ein mehr als doppelt so hohes Demenzrisiko aufwiesen wie Menschen ohne diese genetischen Merkmale. Dieser Zusammenhang zeigte sich jedoch nicht bei den 20 % der Teilnehmenden mit dem höchsten Fleischkonsum. Deren Verzehr lag im Median bei rund 870 Gramm Fleisch pro Woche… .

 

Lesen Sie hier die Meldung

Weitere News