Ernährungsleitlinie: Frankreich empfiehlt begrenzten Fleischkonsum

​​​​​​​Nach Angaben des französischen Agrarministeriums lag der Pro-Kopf-Verzehr von Fleisch 2024 bei 85 Kilogramm und damit auf einem ähnlichen Niveau wie 2016. In Deutschland betrug der Pro-Kopf-Verzehr 2024 nach Angaben des Bundeslandwirtschaftsministeriums 53,2 Kilogramm.

Vor dem Hintergrund sinkender Produktionszahlen und Protesten von Tierhaltern hat die französische Regierung ihre Ernährungsstrategie politisch austariert. Beim Fleischkonsum setzt sie auf „Begrenzung“, nicht auf ausdrückliche „Reduzierung“.

Die französische Regierung hat ihre nationale Strategie für Ernährung, Ernährungssicherheit und Klima bis 2030 vorgestellt. Das Dokument wurde im Rahmen des Nationalen Programms für Ernährung und Gesundheit (PNNS) erarbeitet und gemeinsam von den Ministerien für Gesundheit, Landwirtschaft und Umwelt ausgearbeitet.

Zentrales Element ist die Empfehlung, den Konsum von Fleisch und Wurstwaren zu „begrenzen“ und zugleich den Verzehr von importiertem Fleisch zu „reduzieren“.

Die Strategie ziele darauf ab, Ernährungsentscheidungen zu fördern, die gesundheitsförderlich und umweltverträglich seien, und gleichzeitig Ungleichheiten beim Zugang zu nachhaltigen, hochwertigen Lebensmitteln zu verringern. Eine Begrenzung des Fleischkonsums solle mit einer stärkeren Integration pflanzlicher Proteine in die Ernährung einhergehen.


Die Regierung verweist zur Begründung ihrer Empfehlungen neben gesundheitlichen Aspekten auf Klimaziele. Die Agrarproduktion ist für 20 Prozent des französischen CO₂-Fußabdrucks verantwortlich, die Fleischerzeugung wiederum für 61 Prozent dieses Anteils. Mit Blick auf importierte Produkte wie Rindfleisch heißt es, deren Konsum trage zur Entwaldung bei. Zudem werden geopolitische Argumente angeführt, etwa die Abhängigkeit des Landes von importierten Proteinen.

Laut dem Sender France Info war die Veröffentlichung der Strategie ursprünglich für 2023 vorgesehen, wurde jedoch mehrfach verschoben. Das Umweltministerium wollte in der Leitlinie eine Reduzierung des Fleischkonsums verankern, während das Agrarministerium lediglich eine Begrenzung befürwortete.

Medienberichten zufolge wurde ein erster Entwurf im September im Büro des damaligen Premierministers François Bayrou blockiert. Ein im November kursierender Entwurf sprach lediglich von einer Begrenzung des Konsums; dessen Veröffentlichung wurde jedoch ebenfalls kurzfristig ausgesetzt.

Die politische Sensibilität des Themas zeigt sich vor dem Hintergrund wirtschaftlicher Spannungen im Agrarsektor. Der Agrar- und Lebensmittelexportüberschuss ist auf den niedrigsten Stand seit Jahrzehnten gesunken. Gleichzeitig kam es in den vergangenen Monaten zu Protesten von Tierhaltern, unter anderem wegen des staatlichen Umgangs mit der Rinderkrankheit Lumpy Skin Disease (LSD) sowie wegen der aus Sicht von Landwirten unzureichenden Blockade des EU-Mercosur-Abkommens.

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