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Erster Impfstoff gegen Epizootische Hämorrhagie (EHD) erhält Zulassungsempfehlung

- 16.06.2025
Erster Impfstoff gegen Epizootische Hämorrhagie erhält Zulassungsempfehlung
Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat die Zulassung von Hepizovac empfohlen – dem ersten Impfstoff gegen die Epizootische Hämorrhagie (EHD) bei Rindern in der EU. Mit dieser Entscheidung reagiert die EMA auf jüngste Ausbrüche der Krankheit in Europa, die durch den neu aufgetretenen Serotyp 8 des Epizootische-Hämorrhagie-Virus (EHDV) verursacht wurden.
EHD ist eine ansteckende Viruserkrankung, die vor allem Wiederkäuer wie Hirsche und Rinder betrifft. Übertragen wird sie durch Mücken, die zuvor infizierte Tiere gestochen haben. Infizierte Rinder können unter starkem Fieber, Schleimhautläsionen im Nasen- und Maulbereich, vermehrtem Speichelfluss, Augenentzündungen und Atemnot leiden. In schweren Fällen verläuft die Erkrankung tödlich. Für den Menschen besteht jedoch keine Gefahr – das Virus ist nicht zoonotisch.
Hepizovac enthält eine inaktivierte Form des EHDV-Serotyps 8 sowie Hilfsstoffe zur Verstärkung der Immunantwort. In Studien zeigte sich: Kälber, die zwei Impfstoffdosen im Abstand von 21 Tagen erhielten, hatten deutlich geringere Virusmengen im Blut als ungeimpfte Tiere.
Die Zulassung erfolgte unter besonderen Umständen, da es bislang keinen Impfstoff gegen EHD bei Rindern gab. Aufgrund der dringenden Notwendigkeit, die Seuche einzudämmen und Schäden zu begrenzen, sprach sich das Committee for Veterinary Medicinal Products (CVMP) trotz noch lückenhafter Datenlage für eine bedingte Zulassung aus. Der Nutzen einer sofortigen Verfügbarkeit überwiegt aus Sicht der EMA die verbleibenden Unsicherheiten.
Laut aktueller Risikobewertung stellt Hepizovac bei sachgemäßer Anwendung keine Gefahr für Mensch, Tier oder Umwelt dar. Der Beschluss des CVMP wird nun an die Europäische Kommission weitergeleitet, die über die finale EU-weite Zulassung entscheidet.
Weitere Informationen: EMA

