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Fleisch in Supermärkten ist oft mit multiresistenten Bakterien belastet

- 24.06.2025
In vielen Fleischproben aus deutschen Supermärkten wurden multiresistente Bakterien entdeckt, die den Menschen infizieren können. Um die weitere Ausbreitung von Antibiotikaresistenzen zu reduzieren, sollte die Zahl der Tiere deutlich reduziert werden, um die präventive Behandlung mit Antibiotika überflüssig zu machen.
Hamburg (Deutschland). In der Massentierhaltung werden Kühe, Schweine, Hühner und andere Nutztiere oft präventiv mit Antibiotika behandelt, um Krankheiten in großen Ställen zu verhindern. Forscher der Universität Kopenhagen (KU) haben im April 2022 eine Studie publiziert, laut deren diese Praxis zur Entstehung von multiresistenten Bakterien führen kann, die über das Fleisch auch Menschen infizieren können. In Deutschland sterben an multiresistenten Bakterien aus der industriellen Massentierhaltung und anderen Quellen laut dem Europäischen Zentrum für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) etwa 2.400 Menschen jährlich.
Greenpeace hat deshalb untersucht, wie oft Fleisch aus deutschen Supermärkten mit multiresistenten Bakterien belastet ist. Dazu hat die Umweltschutzorganisation 43 Frischfleischpackungen von großen Supermarktketten im Labor analysiert. Die Proben waren jeweils fünf Schweinefleisch- sowie zwei Geflügelfleischprodukte der Handelsketten Aldi, Edeka, Kaufland, Lidl und Rewe sowie jeweils drei Schweinefleischprodukte und eine Geflügelfleischprobe der Discounter Netto und Penny. Alle Proben stammten aus den Selbstbedienungsbereichen der Kühltheken.
Antibiotikaresistente Bakterien in vielen Fleischproben
In 18 der 43 untersuchten Fleischproben wurden antibiotikaresistente Bakterien entdeckt (41,9 %). Am häufigsten kontaminiert war Hähnchenfleisch (50 %). Insgesamt identifizierte das Labor 20 unterschiedliche Bakterienstämme, die jeweils mindestens ein Resistenzgen gegen Antibiotika aufwiesen. Darunter befanden sich zwölf Stämme des Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus (MRSA), sechs Stämme von Escherichia coli sowie zwei Stämme der Bakterienart Serratia fonticola.
Laut den Wissenschaftlern können diese antibiotikaresistenten Bakterien den Menschen bei jedem Kontakt infizieren. Die akute Infektionsgefahr ist zwar relativ gering, die potenziellen Gesundheitsfolgen jedoch groß, weil multiresistente Bakterien mit herkömmlichen Medikamenten kaum behandelt werden können… .



