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Forschungs- und Innovationsprojekt (FeedWel): Unversehrte Ferkelschwänze durch optimierte Fütterung
Unversehrte Ferkelschwänze in konventionellen Ställen durch eine optimierte Fütterung bewahren (FeedWel)

- 06.02.2026
Die erfolgreiche Haltung unkupierter Ferkel muss zukünftig auch in konventionellen Ställen gelingen, da nicht alle Landwirte auf Premium-Tierwohlställe mit Außenklimareiz und Einstreu umstellen können. Eine Schlüsselrolle könnte hierbei dem Futter zukommen. Ansatzpunkte sind die Faserzusammensetzung der Futterkomponenten und die individuelle Wahlmöglichkeit der Ferkel bezüglich der Nährstoffzusammensetzung.
Zielsetzung
Im Rahmen des Projekts wurden drei verschiedene Futterkonzepte erprobt und ihre Wirkung auf das Auftreten von Schwanzverletzungen und Schwanzbeißen bei unkupierten Aufzuchtferkeln, auf Wachstum, Tiergesundheit und Futterverbrauch beobachtet. Durch eine Optimierung von Futter und Fütterungsstrategie soll die erfolgreiche Haltung unkupierter Ferkel auch in konventionellen Ställen ermöglicht werden... .
Fazit und Schlussfolgerungen
Die im FeedWel-Projekt untersuchten Versuchsbehandlungen mit den verschiedenen Fütterungs-Varianten zeigten unterschiedliche Anteile an Verletzungen und Veränderungen am Schwanz und im Anteil ihrer Verkaufsfähigkeit als ‚intakten Langschwanz‘: die Variante der Wahlfütterung mit Roggen-Anteil wies die wenigsten Befunde nach dem DSBS und den höchsten Anteil an unversehrten, unkupierten Ferkelschwänzen auf. Dies lässt auf einen positiven Effekt der Wahlfütterung mit Roggen-Anteil auf die Haltung unkupierter Ferkel schließen.
Der gesamte Futteraufwand in der Ferkelaufzucht war in der Variante Wahlfütterung mit Roggen pro Ferkel (40,6 kg) um bis zu 2 kg höher als in den anderen Varianten, wobei nicht nachvollzogen werden kann, ob der Mehraufwand in einer erhöhten Futteraufnahme oder in einem höheren Futterverlust begründet ist. Neben dem höchsten Futteraufwand war die tägliche Zunahme in der Wahlfütterung mit Roggen (494 g) am höchsten, in der Roggen-Gruppe geringfügig niedriger (492 g), Weizen-Gruppe wies niedrigere Zunahmen (480 g) auf.
Die Erhebung der Tiersignale zeigten sich als praktikables und hilfreiches Mittel zur Einschätzung der ‚Stimmung‘. Sie gaben einen soliden Hinweis auf Unruhe und beginnende Verletzungen an den unkupierten Schwänzen, wodurch frühzeitig prophylaktische Maßnahmen gegen weitere Verletzungen und Schwanzbeißen ergriffen werden konnten, der auch in der Praxis angewandt werden kann.
Die Lufttemperatur in den konventionellen Stallungen war zeitweise erhöht und die Ferkel zeigten Anzeichen von Hitzebelastung. Die Klimatechnik bedarf einer Überprüfung und Anpassung, um den Temperaturanforderungen der Tiere, vor allem in den Sommermonaten, gerecht zu werden und Hitzebelastung zu vermeiden. Die Belastung der Stallluft mit Schadgasen zeigte punktuelle Spitzen, steht in diesem Versuch allerdings nicht im Verdacht eine relevante Belastung für die Ferkel dargestellt zu haben.
Der Aufwand an Beschäftigungsmaterial richtete sich nach dem Bedarf der Ferkel bzw. erfolgte Vorlage nach subjektiver Einschätzung bei Unruhe und Verletzungen…. .



